Allerdings ist das Gleichungssystem nicht lösbar weil die Determinante 0
ist.
Koeffizentmatrix:
1
111000
2
001110
3
R1R2000-U1
4
0R2R3R400
5
000R4R5-U2
Was mach ich falsch?
Im Internet finde ich nur 2 Maschen + 1 Knoten, was ich gelöst bekomme.
Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir helfen könntet.
Thomas
Thomas schrieb:> ich versuche grade ein Widerstandsnetzwerk aus 3 Maschen und 2 Knoten zu> berechnen:> Allerdings ist das Gleichungssystem nicht lösbar weil die Determinante 0> ist.
Widerstandsnetzwerke lassen sich recht bequem durch Stern <-> Dreieck-
Umwandlungen vereinfachen und dann berechnen. Ich vermute mal, das
die Herleitung der entsprechenden Formeln nicht ganz einfach ist, aber
man findet die fertigen Formeln in jeder besseren Formelsammlung. :-)
I1 + I2 + I3 = 0
I3 + I4 + I5 = 0
R1*I1 - R2*I2 -U1 = 0
R2*I2 - R3*I3 + R4*I4 = 0
-R4*I4 + R5*I5 +U2 = 0
Du musst einmal die Stromrichtung festlegen und dann immer beibehalten.
Beispiel I3: Der zeigt in den linken Knoten und kommt aus dem rechten
Knoten.
Nachtrag
Ich habe beim kopieren übersehen, dass ich eine riesige Zeichenfläche
hatte. Leider kann man Anhänge nicht löschen.
Georg G. schrieb:> Warum so kompliziert? Löse es durch Überlagerung. Also Ströme für beide> Spannungsquellen getrennt ermitteln und dann addieren.
vielleicht will er einfach üben
@Thomas
du beachtest die Vorzeichen der Ströme überhaupt nicht,
mal dir erst Mal überall die Stromrichtungen an und setz dann noch mal
die Gleichungen an
Die Richtung der Ströme müsste doch erstmal egal sein, da das ja nur ein
paar Vorzeichen ändert. Das Problem müsste doch eigentlich sein, dass zu
viele Nullen in der Koeffizienten Matrix vorkommen.
Aber trotzdem Danke, daran hatte ich gar nicht gedacht.
Thomas schrieb:> Die Richtung der Ströme müsste doch erstmal egal sein, da das ja nur ein> paar Vorzeichen ändert.
die ist auch egal, aber du musst sie beim aufstellen der Gleichungen
beibehalten
Jawa schrieb:> Und dann sind's 3 Maschen und 3 Knoten.
und damit
k....Anzahl der Knoten
z....Anzahl der Zweige
k-1.......Anzahl der unabhängigen Knotengleichungen
z-k+1...Anzahl der unabhängigen Maschengleichungen
Zweige sind übrigens nicht die Maschen
Ok. Ich hab nochmal mit den richtigen Vorzeichen gerechnet und dann ist
das LGS mit dem Gauß-Algorithmus eindeutig lösbar. Ohne Vorzeichen gibt
es unendlich viele Lösungen (logisch). Allerdings bleibt es auch mit
Vorzeichen unlösbar wenn man die Cramersche Regel verwendet.
Ii = det(Ai) / det(A)
Ich dachte es müsste einen Weg geben, die Lösung immer über die
Cramersche Regel zu berechnen, aber das geht anscheinend nicht immer.
Vielen Dank an Alle.
mfg Thomas
Meine Formeln mit Stromrichtung siehe Anhang.
I1 + I2 + I3 = 0
I3 + I4 + I5 = 0
R1*I1 - R2*I2 -U1 = 0
R2*I2 - R3*I3 + R4*I4 = 0
-R4*I4 + R5*I5 +U2 = 0
Mit meinen Formeln berechnet.
GNU Octave
>> R1=1;R2=2;R3=3;R4=4;R5=5;U1=1;U2=2;>> G=[1,1,1,0,0;0,0,1,1,1;R1,-R2,0,0,0;0,R2,-R3,R4,0;0,0,0,-R4,R5]
G =
1 1 1 0 0
0 0 1 1 1
1 -2 0 0 0
0 2 -3 4 0
0 0 0 -4 5
>> U=[0;0;U1;0;-U2]
U =
0
0
1
0
-2
>> I=inv(G)*U
I =
0.308176
-0.345912
0.037736
0.201258
-0.238994
Das Ganze dann noch mit LTspice zur Kontrolle simuliert. Beachte die
Stromanzeige von I1 in der Statusleiste.
Mit der Schaltplandatei(.asc) kannst du selber simulieren.
Die Widerstände habe ich so rotiert, dass LTspice die gleiche
Stromrichtung annimmt wie in meiner Definition in Aufgabe.gif.
Nachtrag
In LTspice kann man auch die Ströme und Spannungen noch einblenden.
Thomas schrieb:> Ich dachte es müsste einen Weg geben, die Lösung immer über die> Cramersche Regel zu berechnen, aber das geht anscheinend nicht immer.
Jedes eindeutig lösbare LGS ist sowohl mittels Cramerscher Regel als
auch mittels direkter Berechnung per Inverser lösbar (die beiden
Verfahren sind identisch).
Bei einer 5x5 Matrix macht es keinen Spass das mit Cramerscher Regel
oder inverser Matrix von Hand zu rechnen. Wenn man wirklich von Hand
rechnen soll, dann mit der Gaußschen Eliminationsmethode. Mit der
Methode lässt sich das mit erträglichem Aufwand berechnen.
Die Cramersche Regel habe ich nur während meiner Schulausbildung
benutzt. Damals dachte ich noch das wäre ja ein Superverfahren.
Spätestens bei E-Technik Aufgaben stellt man dann fest das das völlig
unübersichtlich wird. Viel praxisgerechter ist das Gaussche
Eliminationsverfahren. Deshalb empfehle ich das für alle
Gleichungssysteme egal ob mit 2 oder mehr Unbekannten.
Thomas schrieb:> Allerdings bleibt es auch mit> Vorzeichen unlösbar wenn man die Cramersche Regel verwendet.
dann hast du beim Berechnen der Determinante einen Fehler gemacht.
Loddar schrieb:> Thomas schrieb:>> Allerdings bleibt es auch mit>> Vorzeichen unlösbar wenn man die Cramersche Regel verwendet.>> dann hast du beim Berechnen der Determinante einen Fehler gemacht.
Das liegt daran, dass das Gleichungssystem von Thomas
(Vorzeichen-)Fehler hat.
In meinem Zahlenbeispiel ist die Determinante ungleich 0.
>> det(G)
ans = 159
Helmut S. schrieb:> Das liegt daran, dass das Gleichungssystem von Thomas> (Vorzeichen-)Fehler hat.
kann nicht sein den er schrub:
Thomas schrieb:> Ok. Ich hab nochmal mit den richtigen Vorzeichen gerechnet und dann ist> das LGS mit dem Gauß-Algorithmus eindeutig lösbar.
> Thomas schrieb:>> Ok. Ich hab nochmal mit den richtigen Vorzeichen gerechnet und dann ist>> das LGS mit dem Gauß-Algorithmus eindeutig lösbar.
Das bedeutet nur, dass jetzt das LGS vermutlich stimmt. Er hat es aber
nicht nochmals mit der Determinantenmethode berechnet, weil das unnötig
aufwendig ist.
Helmut S. schrieb:> Das bedeutet nur, dass jetzt das LGS vermutlich stimmt. Er hat es aber> nicht nochmals mit der Determinantenmethode berechnet, weil das unnötig> aufwendig ist.
Mich würde mal interessieren, ob diese eher aufwendigen Rechenverfahren
das gleiche Ergebnis wie die triviale Berechnung per Sterndreieck-
Umwandlung ergeben.
Harald W. schrieb:> Mich würde mal interessieren, ob diese eher aufwendigen Rechenverfahren> das gleiche Ergebnis wie die triviale Berechnung per Sterndreieck-> Umwandlung ergeben.
wenn ein Widerspruch rauskäme wäre mindestens eines der beiden Verfahren
falsch.
Und wie berechnet man mit der Sterndreieck-Umwandlung z.B. den Strom
durch R3
Das Verfahren mit Maschen- und Knotengleichungen wird man natürlich
nicht von Hand ausrechnen, aber dafür wurden ja Computer erfunden.
Die Berechnung mittels Überlagerungsverfahren wäre wahrscheinlich die
schnellste Methode bei dieser Aufgabe. Allerdings war es das Ziel diese
Aufgabe mit den allgemeinen Kirchhoffschen Regeln zu lösen.