Was macht diese Schaltung?

Gast #5760821
Lesenswert?

Hallo, ich habe diese Schaltung aus dem Gedächnis aufgezeichnet. Ist ein 
bisschen unscharf ;-)  Es sind zwei 10μH Induktivitäten, ein 10n und ein 
4,7n Kondensator, sowie ein 50Ω Widerstand. Bei der Reihenfolge der 
Kondensatoren bin ich mir nicht so ganz sicher ob zuerst der 10n oder 
zuerst der 4,7n kommt. Leider habe ich noch nicht so viele Messgeräte um 
die Schaltung auszumessen...
Angehängte Dateien:
Gast #5760839
Lesenswert?

wenger schrieb:
> Trotz Unschärfe kann man doch gut erkennen, daß der 10nF als
> erster nach der Signalquelle gezeichnet ist.

Ich habe diese Schaltung aus dem Gedächnis aufgezeichnet. Ich bin mir 
bei der Reihenfolge der Kondensatoren aber nicht mehr so ganz sicher.
#5760863
Lesenswert?

Moin,

Johannes Berger schrieb:
> Und schon
> bin ich mit meinem Latein am Ende...

Naja, was willst du noch mehr? So als grober Anhaltspunkt taugt das 
schon.
(Ich haett' jetzt mal mit dem geometrischen Mittel aus 4.7n und 10n 
gerechnet , dann kommt eine etwas hoehere Grenzfrequenz raus - aber das 
grenzt schon stark an Kaffeesatzleserei).
sqrt(L/C) haut fuer die Ein/Ausgangsimpedanz groessenordungsmaessig auch 
ungefaehr hin...
Willst du's genauer, dann wird die Rechnerei schnell unangenehm.


Gruss
WK
Moderator #5761269
Lesenswert?

Johannes Berger schrieb:
> Wie kann man die Übertragungsfunktion der Schaltung berechnen?

Das ist ein belasteter Spannungsteiler mit z.T. komplexen Impedanzen.
Die Berechnung erfolgt ähnlich wie bei gewöhnlichen Widerständen, nur
dass das Ergebnis komplex und von f bzw. ω abhängig ist.

> Wie sieht es mit der Welligkeit im Durchlassbereich aus?

Das komplexe Ergebnis kannst du anschließend in Betrag und Argument
auftrennen und hast damit den Amplituden- und Phasenfrequenzgang, aus
denen du ein Bode-Diagramm anfertigen kannst.

Du kannst aber auch ein Simulationswerkzeug deiner Wahl heranziehen, um
ohne manuelle Rechnung zum Bode-Diagramm zu kommen.
Gast #5761307
Lesenswert?

Johannes Berger schrieb:
> Wie kann man die Übertragungsfunktion der Schaltung berechnen?

Klassisch 1: Da du Induktivitäten und Kapazitäten in der Schaltung hast 
ergibt sich die Übertragungsfunktion als Lösung einer gewöhnliche 
Differenzialgleichungen. Da "niemand" Bock hat die Differenzialgleichung 
aufzustellen verwendet man die Laplace-Transformation.

Die Laplace-Transformierten der einzelnen Bauteile haben eine 
vergleichbare Form zu der Darstellung der Bauteile bei der komplexen 
Wechselstromrechnung. Die komplexen Wechselstromrechnung ist in der Tat 
ein Sonderfall der Laplace-Transformation. Die Regeln zum Aufstellen von 
Maschen- und Knotengleichungen, Parallelschaltung, Reihenschaltung usw. 
sind gleich.

Als Ergebnis erhält man die Übertragungsfunktion im Laplace-Bereich 
(Frequenzbereich) als eine gebrochen-rationale Funktion.

Klassisch 2: Vierpoltheorie. Die Schaltung kann man als Kettenschaltung 
mehrerer Vierpole darstellen und berechnen.

Real:

Simulieren oder mit anderen Computer-Werkzeugen berechnen lassen.

> es mit der Welligkeit im Durchlassbereich aus?

Das ist eine Hausaufgabe, oder?

Klassisch: Übertragungsfunktion bestimmen. Grenzfrequenz des TP 
bestimmen. Das ist die obere Grenze des Durchlassbereich. Die untere ist 
hier 0 Hz. Im Durchlassbereich die Extremstellen der 
Übertragungsfunktion bestimmen (Nullstellen der ersten Ableitung), die 
Extremstellen auf Maximum, bzw. Minimum prüfen (zweite Ableitung nicht 
Null und mit entsprechendem Vorzeichen). Die Welligkeit ist dann die 
Differenz zwischen dem Maximum und Minimum im Durchlassbereich.

Real:

Simulieren, Computer ...
Gast #5761392
Lesenswert?

Johannes Berger schrieb:
> Ist ein bisschen unscharf ;-)

Mit einem frisch gespitzen Bleistift wäre das nicht passiert

Al3ko -. schrieb:
> ltspice.png

Der ist auch nicht besser. Was soll ein Cursor-Fenster, in dem man 
allenfalls mit detektivischen Fähigkeiten erraten kann, was da wohl 
steht.

Viel interessanter sind die parasitären Eigenschaften der Komponenten. 
Viele LC-Kombinationen haben das Zeug zu einem Schwingkreis.
Gast #5761423
Lesenswert?

Al3ko -. schrieb:
> Wodurch kommt dieser Knick zustande?

Wie Dergite W. schon bemerkte, fehlt an der Quelle der passende 
Innenwiderstand. So ergibt sich diese Erhöhung kurz vor dem 
Sperrbereich, eine Resonanz. Wenn diese vorbei ist, geht es wieder in 
den normalen Verlauf über. Das verursacht den Knick.

S.CNR schrieb:
> Al3ko -. schrieb:
>> ltspice.png
>
> Der ist auch nicht besser. Was soll ein Cursor-Fenster, in dem man
> allenfalls mit detektivischen Fähigkeiten erraten kann, was da wohl
> steht.

Er hat nur mein Original modifiziert - dort kannst das Cursorfenster 
lesen.
Gast #5761516
Lesenswert?

Johannes Berger schrieb:
>Ich habe versucht die Frequenz auszurechnen:
>Mit 1/(2 mal PI mal Wurzel(10n mal 10μ)) komme ich auf 503kHz. Und schon
>bin ich mit meinem Latein am Ende...

Die Pi-Schaltung kann mann auch als Schwingkreis betrachten,
dann mußt du mit 3,2nF rechnen (Reihenschaltung 10nF 4,7nF).
Die Resonanz ist dann auch gleich die Grenzfrequenz des
Tiefpasses.

https://www.mikrocontroller.net/attachment/213771/Schwingkreisparameter.gif
Gast #5762818
Lesenswert?

Hallo, ist wohl niemand mehr da? Hat jemand von euch vielleicht LTspice 
installiert und kann damit umgehen? Dann würde ich mich darüber freuen 
wenn derjenige mal den Frequenzgang der Schaltung mit vertauschten 
Kondensatoren und Quelle mit Ri = 0 posten würde. Ich glaube dieser 
enthält eine kleine Überraschung...
#5762957
Lesenswert?

Die Quelle hatte in der Aufgabe doch bestimmt nicht 0Ohm Innenwiderstand 
sondern 50Ohm. Außerdem fehlt der C ganz links. Wenn man auf diese Weise 
die Schaltung korrigiert, dann kommt da ein schöner 1MHz Tiefpass 
heraus.

Lade dir mal das kostenlose Simulationsprogramm LTspiceXVII herunter. 
Damit kannst du beliebige Schaltungen simulieren.

http://ltspice.analog.com/software/LTspiceXVII.exe

https://www.analog.com/en/design-center/design-tools-and-calculators/ltspice-simulator.html
Angehängte Dateien:
Gast #5762966
Lesenswert?

Helmut S. schrieb:
> Die Quelle hatte in der Aufgabe doch bestimmt nicht 0Ohm
> Innenwiderstand sondern 50Ohm. Außerdem fehlt der C ganz links. Wenn man
> auf diese Weise die Schaltung korrigiert, dann kommt da ein schöner 1MHz
> Tiefpass heraus.
>
> Lade dir mal das kostenlose Simulationsprogramm LTspiceXVII herunter.
> Damit kannst du beliebige Schaltungen simulieren.
>
> http://ltspice.analog.com/software/LTspiceXVII.exe
>
> 
https://www.analog.com/en/design-center/design-tools-and-calculators/ltspice-simulator.html

So sieht der Frequenzgang wirklich sehr schön aus und 100dB pro Dekade 
ist ja richtig lieblich. Meine Schaltung hatte aber nur 2 Kondensatoren 
und hatte einen linealglatten Frequenzgang. Nur leider ist wohl meine 
Erinnerung schlecht.

Vielen Dank!!!
#5763378
Lesenswert?

Hallo Michel,
im Anhang ist ein Beispiel mit der Butterworth Laplace-Formel in 
LTspiceXVII. Die Verwendung dieser Formeln ist OK für die .AC-Analyse.
Man kann auch in omega (w) simulieren. Siehe SPICE-Directive, die im 
Moment Kommentar ist, in meinem Schaltplan.

Bei der Simulation im Zeitbereich ist man aber nie sicher ob das 
Ergebnis der Simulation genau ist, weil dafür mittels IFT mit 
geschätztem Zeitfenster und Anzahl Punkte die Impulsantwort berechnet 
wird. Deshalb verwende ich keine Laplace-Formeln bei Simulationen im 
Zeitbereich.
Angehängte Dateien:
Beitrag #5765140 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5765145 wurde von einem Moderator gelöscht.
#5765166
Lesenswert?

Die Grenzfrequenz liegt bei w=1/s. Da du aber in Frequenz f simulierst, 
hast du f auf der x-Achse.

f = w/(2*pi) = 0,159Hz

s wird zu j*w


Wenn du die Grenzfrequenz bei 1Hz haben willst, dann musst du in der 
Laplace-Formel alle s durch s/(2*pi) ersetzen. Damit bekommst du dann 
eine Grenzfrequenz von 1Hz.

Laplace=1/((s/(2*pi)+1)*(s^2/(2*pi)^2 + s/(2*pi)*0.6180 +1) *( 
s^2/(2*pi)^2 + s/(2*pi)*1.6180 + 1))


Man kann auch über einen Umweg die Kreisfrequenz w=omega auf x-Achse 
bekommen. Dann müsste man die Formel nicht ändern. Die Grenzfrequenz 
wäre dann bei w=1/s. Siehe den Kommentar (.step dec ...) in meinem 
Beispiel Butterworth_Laplace.asc.
Angehängte Dateien:
#5765451
Lesenswert?

Mir fiel jetzt ein, dass man die Umrechnung der Grenzfrequenz mit .param 
eleganter lösen kann.

.param fg=1k
.param wg=2*pi*fg

Alle s durch s/wg ersetzen.


So könnte man die -3dB Grenzfrequenz berechnen.

.options meascplxfmt=polar
.meas mag0 FIND mag(V(out1)) AT 10
.meas fg FIND freq WHEN mag(V(out1))=mag0/sqrt(2)


Ohne .options meascplxfmt=polar würdest die die Ergebnisse in dB 
bekommen.
Siehe Help "LTspice->DotCommands->.Options. Es gibt polar, cartesian und 
bode als Option.


Die Ergenisse stehen im log-file.
View -> SPICE Error Log


mag0: mag(v(out1))=(1,0°) at 10
fg: freq=(1000.03,0°) at 1000.03

Da kommt nicht exakt 1000Hz heraus da deine Koeffizienten nur auf 5 
Stellen genau sind.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren