Hallo zusammen,
ich habe ein 1,8" SPI TFT (siehe Foto), bei dem auch ein SD Card Reader
mit auf der Platine verbaut ist. Nun stehe ich beim Verstehen der
Schaltung bzgl. des SD Card Readers mächtig auf dem Schlauch. Ich
vermute es ist ziemlich trivial, also sorry schonmal für die blöde Frage
;-) Folgendes habe ich verstanden:
* Die Stromversorgung des SD Card Readers erfolgt über die obere
Pin-Leiste. Die 5 V Eingangsspannung wird über den 662K auf 3.3 V
runtergeregelt. Gemessen habe ich am 662K 4,67 V Eingangsspannung und
3,26 V Ausgangsspannung. Die SD Card wird also mit 3,26 V versorgt.
* Die Pin-Leiste für den SD Card Reader kann mit 5 V betrieben werden.
Um auf die von der SD Card benötigten 3,x V zu reduzieren sind für MOSI,
CS und SCK je ein 1 kOhm Widerstand zwischengeschaltet. Ich habe
testweise CS mit 5 V verbunden. Gemessen habe ich vor dem Widerstand
eine Spannung von 4,67 V und nach (also auf SD Card Seite) dem
Widerstand eine Spannung von 3,76 V (jeweils gegen GND). Am Widerstand
fällt also eine Spannung von 0,91 V ab.
Was ich nicht verstehe: Wie lassen sich diese 0,91 V denn rechnerisch
ermitteln? Ich hatte noch ausprobiert was passiert, wenn ich den 1 kOhm
Widerstand durch einen 10 kOhm oder einen 100 kOhm Widerstand ersetze.
Statt einer Spannung von 3,76 V (nach dem Widerstand, gegen GND) waren
es bei 10 kOhm 3,67 V und bei 100 kOHm 3,39 V. Tendenziell fand ich das
eher noch mehr verwirrend ;)
Vielleicht hat jemand einen kleinen Hinweis für mich nach was ich suchen
muss, das würde mir sehr helfen.
Vielen Dank
Chris
Chris schrieb:> Die 5 V Eingangsspannung wird über den 662K auf 3.3 V> runtergeregelt.
Sicher nicht! Nimm doch mal den Plan dieser einfachen Schaltung auf.
Da ist ein 3.3V/3V LDO drauf. Aber den MOSI hauen die einfach nur über
nen 1k auf die SD-Karte. Nicht unbedingt optimal. Alles über 3V fließt
dann halt über die (hoffentlich vorhandenen) internen Schutzdioden ab.
http://ecksteinimg.de/Datasheet/CP11001.zip
Ich verwende das Display nur in einem 3.3V-System, von daher habe ich
kein Problem damit
HildeK schrieb:> Chris schrieb:> Die 5 V Eingangsspannung wird über den 662K auf 3.3 V> runtergeregelt.>> Sicher nicht! Nimm doch mal den Plan dieser einfachen Schaltung auf.
Hm, wieso sicher nicht? Das ist auch so im Schaltplan zu sehen, den
Timmo verlinkt hat. Oder?
Chris schrieb:> HildeK schrieb:>> Chris schrieb:>> Die 5 V Eingangsspannung wird über den 662K auf 3.3 V>> runtergeregelt.>>>> Sicher nicht! Nimm doch mal den Plan dieser einfachen Schaltung auf.>> Hm, wieso sicher nicht? Das ist auch so im Schaltplan zu sehen, den> Timmo verlinkt hat. Oder?
Ähm.. nö, da ist ein LDO (CE6209), den man bei einem 3.3V System auch
via J1 überbrücken/deaktivieren kann
Timmo H. schrieb:> Da ist ein 3.3V/3V LDO drauf. Aber den MOSI hauen die einfach nur> über nen 1k auf die SD-Karte. Nicht unbedingt optimal. Alles über 3V> fließt dann halt über die (hoffentlich vorhandenen) internen> Schutzdioden ab.> http://ecksteinimg.de/Datasheet/CP11001.zip> Ich verwende das Display nur in einem 3.3V-System, von daher habe ich> kein Problem damit
Vielen Dank. Ich hatte schon an diversen anderen Stellen gelesen, dass
hier ein Pegelwandler ein gern gesehener Gast wäre. Auch weil der MISO
nur funktioniert wenn der Prozessor schon ab 3.x V ein HIGH erkennt (was
bei der Arduino-Zielgruppe aber der Fall ist).
Unklar ist mir leider nach wie vor wie genau die gemessenen
Spannungsabfälle rechnerisch zustande kommen.
Timmo H. schrieb:> Chris schrieb:> HildeK schrieb:> Chris schrieb:> Die 5 V Eingangsspannung wird über den 662K auf 3.3 V> runtergeregelt.>> Sicher nicht! Nimm doch mal den Plan dieser einfachen Schaltung auf.>> Hm, wieso sicher nicht? Das ist auch so im Schaltplan zu sehen, den> Timmo verlinkt hat. Oder?>> Ähm.. nö, da ist ein LDO (CE6209), den man bei einem 3.3V System auch> via J1 überbrücken/deaktivieren kann
Vielleicht passt der Schaltplan nicht 100% zu meinem Board? Auf dem Foto
kann man gut ablesen, dass da ein 662K drauf ist. Der Rest sieht aber
gleich aus.
Chris schrieb:> Auf dem Foto kann man gut ablesen, dass da ein 662K drauf ist
Junge das ist ein SO-23-2 mit dem Marking 662K (eben der CE6209 oder
kompatibel). Das hat nichts mit einem Widerstand zu tun, das sind die
anderen Dinger mit zwei Pads.
Timmo H. schrieb:> Chris schrieb:> Auf dem Foto kann man gut ablesen, dass da ein 662K drauf ist>> Junge das ist ein SO-23-2 mit dem Marking 662K (eben der CE6209 oder> kompatibel). Das hat nichts mit einem Widerstand zu tun, das sind die> anderen Dinger mit zwei Pads.
Ja, ich weiß, ich hab gestern das Datenblatt überflogen. Ich sag doch
seit Anfang an, dass in der Schaltung der 662K von 5 V auf 3,3 V regelt,
worauf ich ein "Sicher nicht!" von HildeK kassiert habe.
Chris schrieb:> Ich sag doch> seit Anfang an, dass in der Schaltung der 662K von 5 V auf 3,3 V regelt,> worauf ich ein "Sicher nicht!" von HildeK kassiert habe.
Ja sorry, ich bin tatsächlich davon ausgegangen, dass du mit "662k"
einen Widerstand meintest, der aus 5V 3.3V macht. Daher: "sicher nicht!"
So ist das halt mit meinem Verständnis von Prosa-Schaltplänen :-) ...
Wenn das ein LDO ist, wie inzwischen wohl feststeht (und ich auf dem
Bild auch erkenne), dann muss ich alles zurücknehmen.
Daher auch meine Bitte mit der Erstellung eines Schaltplanes, auf dem
man dann viel besser erkennen kann, was miteinander verschaltet ist und
worüber man redet.
Um dann hier wenigstens etwas sinnvolles beizutragen:
Chris schrieb:> Was ich nicht verstehe: Wie lassen sich diese 0,91 V denn rechnerisch> ermitteln? Ich hatte noch ausprobiert was passiert, wenn ich den 1 kOhm> Widerstand durch einen 10 kOhm oder einen 100 kOhm Widerstand ersetze.> Statt einer Spannung von 3,76 V (nach dem Widerstand, gegen GND) waren> es bei 10 kOhm 3,67 V und bei 100 kOHm 3,39 V. Tendenziell fand ich das> eher noch mehr verwirrend ;)
Es fließt ein Strom von dem 5V Signal auf den 3.3V-Baustein über dessen
Eingang und über die interne Schutzdiode auf die 3.3V-Rail.
Diese interne Schutzdiode (zwischen dem Eingang und dessen
Versorgungspin) hat einen Spannungsabfall, der um so größer ist, je mehr
Strom hinein fließt. Bei 1k sind das rund (5V-3.3V-U_Diode)/1k, also ca.
1mA.
Wenn du nun stattdessen 10k oder gar 100k nimmst, dann wird der Strom
erstens kleiner und 2. der Spannungsabfall an der Diode auch. Sind es
bei 1mA noch etwa 0.6...0.7V an der Diode, so dürften es bei 10k
vielleicht noch 0.5...0.6V und bei 100k unter 0.5V sein.
Das Verhalten ist also logisch und richtig beobachtet (wobei die 3.39V
etwas wenig sind, vielleicht spielt da der Innenwiderstand deines
Meßgerätes schon eine größere Rolle).
Rechnerisch ermittelt man die 0.91V so: 4,67V auf der Quellseite,
3,26V+0.6V am Eingang der Senke, die Differenz ist dann 0.81V. Gut,
etwas weniger als deine 0.91, aber a) Messfehler sind nicht
auszuschließen und b) die Diodenflussspannung ist nicht exakt bekannt.
Also, tut mir leid, dass das "662K" offenbar zu Missverständnissen
geführt hat. Ich habe das Ding 662K genannt weil 662K drauf steht und
auf dem Foto gut lesbar/wiederzufinden ist. Ich hatte nicht bedacht,
dass man damit einen Widerstand assoziieren könnte.
Für meine Fragestellung ist es auch nicht weiter relevant. Ich habe beim
CS eine Eingangsspannung von 4,67 V an einem 1k Widerstand, an dem 0,91
V abfallen (sowie testweise einen 10k und einen 100k Widerstand mit
nicht erheblich abweichenden Spannungsabfällen, siehe oben) sowie direkt
danach den CS Input Pin der SD Karte und ich verstehe nicht wie die 0,91
V (sowie die vergleichbaren bei 10k und 100k) Spannungsabfall am
Widerstand rechnerisch zustande kommen. Für einen kleinen Hinweis, der
meine Denkblockade löst, wäre ich sehr dankbar :)
Chris schrieb:> Ich schau mal ob ich das nachvollziehen kann
Das kannst du sicher. Im Anhang eine kleine Hilfestellung mit LTSPICE.
- Im Diagramm wird die Spannung an 'In' angezeigt für verschiedene R1:
1k (grüne Kurve), 10k (blau), 100k (rot)
- D1 sei die interne Schutzdiode an dem Eingang 'In', das ist real
natürlich keine 1N4148 - für die Simulation tut es das aber.
- V1 ist Ersatz für den Ausgang des treibenden Bausteins, real wird
deren Spannung leicht nachgeben, wenn die Last größer ist
- V2 ist die Versorgungsspannung des getriebenen Bausteins, auch hier
muss man real zumindest darauf achten, dass entweder die restliche
Schaltung an dem 3.3V mehr Strom benötigt als durch D1 fließt oder es
muss eine Quelle sein, die auch Strom aufnehmen kann (ein einfacher
Linearregler kann das nicht). V2 könnte also bei größeren Strömen durch
D1 auch ansteigen, wenn nicht eine der genannten Bedingungen erfüllt
sind.
Du siehst, dass die Spannung an 'In' mit zunehmendem R1 sinken wird. Das
liegt einfach an der steigenden Flußspannung der Diode mit steigendem
Strom durch sie.
Allerdings sinkt U_In bei 100k nicht so tief, wie du gemessen hast. Ich
vermute da bereits den Einfluss des Innenwiderstands deines Messgeräts.
Einfache Multimeter haben ggf. nur 1MegΩ Eingangswiderstand und da
wirken sich 100k Vorwiderstand schon deutlich aus.
Nachtrag:
wenn einen die etwas höhere Spannung an 'In' und der Strom durch die
Diode stört, dann kann man selbstverständlich auch mit R1 und einem
zweiten Widerstand R2 von 'In' nach GND einen Spannungsteiler
einbringen, der die 5V auf 3.3V herunter teilt.
In dem Fall bei z.B. R1=4.7k einen R2 (In nach GND) mit 9.1k wählen.
Chris schrieb:> Um auf die von der SD Card benötigten 3,x V zu reduzieren sind für MOSI,> CS und SCK je ein 1 kOhm Widerstand zwischengeschaltet.
Murks!
Die Dioden nach VCC sind nicht für Dauerstrom Belastung gedacht.
Du hast bei einem LDO keine 3,3V Senke. Eine SD Karte im Idle kann
weniger als 1mA verbrauchen, den restlichen Strom müsste dann das
Display verbrennen.
Würde es das aus irgendeinem Grunde nicht tun, könnten die 3,3V über die
3,6V Toleranzschwelle ansteigen und schließlich die SD grillen.
Aber der Hauptgrund: SPI wird ausgebremst. Der Eingang einer SD Karte
(oder jeder andere CMOS Eingang) ist näherungsweise ein Kondensator. Der
wird nun über den Serienwiderstand deutlich langsamer aufgeladen (RC
Zeitkonstante etc).
D.h. der mögliche SPI Takt sinkt ab, und die Signalpegel verweilen
länger im "verbotenen" Bereich (zwischen maximaler Spannung für "Low"
und minimaler Spannung für "High").
Jim M. schrieb:> Die Dioden nach VCC sind nicht für Dauerstrom Belastung gedacht.
Bei 1mA oder weniger ist es der Diode völlig egal, ob dauerhafte,
pulsförmige oder nur Peakbelastung auftritt. Manche ICs habe da sogar
eine Spezifikation im Datenblatt über den maximalen Strom.
Deinen anderen Argumenten stimme ich zu, ich würde immer einen
Spannungsteiler verwenden, der zudem noch den Vorteil hat, dass er bei
gleicher Belastung der Quelle einen niederohmigeren Innenwiderstand
liefert als nur der Serienwiderstand.
Mein oben als Beispiel genannter Teiler kann auch kräftig skaliert und
z.B. auch mit 470R und 910R ausgeführt werden. Er belastet damit die
Quelle mit rund 1k4 und gleichzeitig hat die geteilte Spannung einen
Quellwiderstand von nur rund 300R. Die Diode bleibt stromlos und der LDO
bzw. die restliche Schaltung muss den Strom nicht aufnehmen können.
HildeK schrieb:> Chris schrieb:>> Ich schau mal ob ich das nachvollziehen kann>> Das kannst du sicher. Im Anhang eine kleine Hilfestellung mit LTSPICE.>> - Im Diagramm wird die Spannung an 'In' angezeigt für verschiedene R1:> 1k (grüne Kurve), 10k (blau), 100k (rot)> - D1 sei die interne Schutzdiode an dem Eingang 'In', das ist real> natürlich keine 1N4148 - für die Simulation tut es das aber.> - V1 ist Ersatz für den Ausgang des treibenden Bausteins, real wird> deren Spannung leicht nachgeben, wenn die Last größer ist> - V2 ist die Versorgungsspannung des getriebenen Bausteins, auch hier> muss man real zumindest darauf achten, dass entweder die restliche> Schaltung an dem 3.3V mehr Strom benötigt als durch D1 fließt oder es> muss eine Quelle sein, die auch Strom aufnehmen kann (ein einfacher> Linearregler kann das nicht). V2 könnte also bei größeren Strömen durch> D1 auch ansteigen, wenn nicht eine der genannten Bedingungen erfüllt> sind.>> Du siehst, dass die Spannung an 'In' mit zunehmendem R1 sinken wird. Das> liegt einfach an der steigenden Flußspannung der Diode mit steigendem> Strom durch sie.> Allerdings sinkt U_In bei 100k nicht so tief, wie du gemessen hast. Ich> vermute da bereits den Einfluss des Innenwiderstands deines Messgeräts.> Einfache Multimeter haben ggf. nur 1MegΩ Eingangswiderstand und da> wirken sich 100k Vorwiderstand schon deutlich aus.
Wow, vielen Dank für die Mühe, das war sehr hilfreich. Die Berechnungen
kann ich nun gut nachvollziehen. Ein paar dumme Restfragen hätte ich
noch wenns OK ist ;)
* Könnte man folgendes sagen? Die Schutzdiode, die eigentlich dazu
gedacht ist, kurze Spannungspeaks (ESD?) abzufangen, wird dazu
missbraucht, die 5V dauerhaft am Eingang auf die gewünschten 3.xV zu
reduzieren.
* Könnte man (sehr laienhaft) sagen, dass die Schaltung ebenfalls eine
Art Spannungsteiler darstellt, nur eben mit "Diode + 3,3V" statt
"Widerstand + GND" (und mit entsprechend anderem Verhalten durch den
variablen Spannungsabfall in Abhängigkeit vom Strom)?
* Wenn V2 bei größeren Strömen (durch D1) ansteigen kann, wäre es (rein
theoretisch) denkbar, den IC allein über den IO Pin zu bestromen (also
V2 initial 0)?
* Was passiert wenn man R1 entfernt? Dann wäre In=V1=5V und über die
Diode würde ein relativ großer Strom fließen? Was würde am Eingang
passieren?
Jim M. schrieb:> D.h. der mögliche SPI Takt sinkt ab, und die Signalpegel verweilen> länger im "verbotenen" Bereich (zwischen maximaler Spannung für "Low"> und minimaler Spannung für "High").
Das hatte ich auch schon mehrfach gelesen. Mit dem ATtiny85 lässt sich
bei 16 MHz max. 8 MHz SPI CLK erzeugen. Ich bin gespannt ob das läuft
bzw. ab welchem Speed es nicht mehr stabil funktioniert ;)
Chris schrieb:> * Könnte man folgendes sagen? Die Schutzdiode, die eigentlich dazu> gedacht ist, kurze Spannungspeaks (ESD?) abzufangen, wird dazu> missbraucht, die 5V dauerhaft am Eingang auf die gewünschten 3.xV zu> reduzieren.
Genau!
> * Könnte man (sehr laienhaft) sagen, dass die Schaltung ebenfalls eine> Art Spannungsteiler darstellt, nur eben mit "Diode + 3,3V" statt> "Widerstand + GND" (und mit entsprechend anderem Verhalten durch den> variablen Spannungsabfall in Abhängigkeit vom Strom)?
Ich würdes sagen: ja, ganz grob. An der Diode ist halt der
Spannungsabfall nicht sehr variabel - oft geht man da einfach von
konstant aus.
> * Wenn V2 bei größeren Strömen (durch D1) ansteigen kann, wäre es (rein> theoretisch) denkbar, den IC allein über den IO Pin zu bestromen (also> V2 initial 0)?
Ja. Wenn du so einen Eingang mit z.B einem niederohmigen Taktsignal
betreibst und keine Spannungsversorgung anschließt (das ist was
anderes als V2=0V, weil das wäre niederohmig und nicht offen) und
gleichzeitig zw. VCC und GND noch eine ausreichende Kapazität liegt, ja,
dann kann eine einfache Schaltung bereits funktionieren.
Das sollte man aber schon vermeiden :-).
> * Was passiert wenn man R1 entfernt? Dann wäre In=V1=5V und über die> Diode würde ein relativ großer Strom fließen? Was würde am Eingang> passieren?
Das hängt davon ab, wie die 3.3V-Quelle aussieht. Wenn sie den
Sink-Betrieb kann (wie z.B. ein Akku), dann wird ein 5V Output einfach
nachgeben, eine 5V Spannungsquelle wird die Diode wegen zu großem Strom
killen.
Kann die 3.3V-Quelle keinen Sinkbetrieb, dann wird die VCC von 3.3V bis
auf 5V-0.7V ansteigen. Vielleicht kann das die restliche Schaltung an
den 3.3V
aushalten oder sie geht kaputt.
Man muss jetzt jeden Teil der Schaltung prüfen, ob sie mit den 4.3V klar
kommt, insbesondere auch den Ausgang des 3.3V-Reglers.
Chris schrieb:> Ich bin gespannt ob das läuft> bzw. ab welchem Speed es nicht mehr stabil funktioniert ;)
Genau dann hat der Spannungsteiler einen Vorteil, wie ich oben schon
erwähnt hatte: er bietet einen kleineren Quellwiderstand.
Wenn es wirklich aufs Ausreizen der Geschwindigkeit ankommt, kann sollte
man mit z.B einem 74LVC125 einen Pegelwandler bauen, der verträgt
nämlich 5V am Eingang bei 3.3V Versorgung und liefert so mit kleinem
Ausgangswiderstand die Signale ab.
Chris schrieb:> Könnte man (sehr laienhaft) sagen, dass die Schaltung ebenfalls eine> Art Spannungsteiler darstellt, nur eben mit "Diode + 3,3V" statt> "Widerstand + GND" (und mit entsprechend anderem Verhalten durch den> variablen Spannungsabfall in Abhängigkeit vom Strom)?
Widerstand + Diode sind keine Spannungsteiler.
"Der Spannungsteiler ist eine Reihenschaltung aus passiven elektrischen
Zweipolen, durch die eine elektrische Spannung aufgeteilt wird."
(Wikipedia)
Dioden sind aktive elektrische Zweipole.
Stefanus F. schrieb:> Widerstand + Diode sind keine Spannungsteiler.
Du kannst nur nicht weit genug abstrahieren.
Natürlich ist eine Schaltung aus R und D immer auch ein Spannungsteiler.
Nur ist halt einer der beteiligten Widerstände kein rein ohmscher
Widerstand.
Das gilt auch schon für wesentlich weniger komplexe Gebilde, z.B. R und
C. Auch nix anderes als Spannungsteiler. Der einzige Unterschied zu R
und D ist, dass sich das komplexe Widerstandmodell der Kapazität in
deutlich handlicheren Formeln ausdrücken läßt als das einer Diode.
Noch einfacher ist das Modell halt für R und R. Deswegen wird das zuerst
gelehrt.
Tatsächliche ist es so: alles, wirklich absolut alles, was aus mehr als
einem Bauelement besteht, läßt sich als Zusammenschaltung von
Spannungsteilern betrachten. Es ist nur meist nicht sehr sinnvoll, es
auch als solches zu berechnen.
c-hater schrieb:> Du kannst nur nicht weit genug abstrahieren.
Mir wäre es lieber, wenn du auf meine Begründung eingehen würdest, also
der Definition des Begriffes. Der lässt aktive Bauteile nämlich nicht
zu.
Stefanus F. schrieb:> Mir wäre es lieber, wenn du auf meine Begründung eingehen würdest, also> der Definition des Begriffes. Der lässt aktive Bauteile nämlich nicht> zu.
Eine Diode ist KEIN aktives Bauteil. Hier wird an keiner Stelle
zusätzliche Energie eingespeist.
c-hater schrieb:> Eine Diode ist KEIN aktives Bauteil.
Wenn ich mich entscheiden müsste, dann kommt die Diode zu den aktiven
ins Schächtelchen.
Aber zum Glück: Es ist nicht mein Problem.
Arduino Fanboy D. schrieb:> Wenn ich mich entscheiden müsste, dann kommt die Diode zu den aktiven> ins Schächtelchen.
Hmm...
Das einzige, was einen nur mit Wikipedia-Wissen ausgestatteten eventuell
dazu verleiten könnte wäre folgendes Zitat:
[hier noch der entscheidende Knackpunkt, nämlich die Zuführung von
Energie korrekt dargestellt und dann dieser grenzdebile Unsinn]
> Darüber hinaus werden auch Halbleiterbauelemente, die lediglich Signale> modifizieren, wie beispielsweise Dioden, teilweise zu den aktiven> Bauelementen gezählt.
Was soll das denn für eine Definition sein? Teilweise? Hallo?
Außerdem: Das würde ja selbst Widerstände zu "aktiven" Bauelementen
adeln. Denn auch die "modifizieren Signale". Mindestens schwächen sie
sie nämlich ab und fügen Rauschen hinzu.
Das ist also offensichtlicher Bullshit. Nach dieser Definition muss man
also entweder komplett auf die Unterscheidung aktiv<->passiv verzichten
oder aber die Dioden zu den passiven Bauelementen zählen.
Alles andere ergibt einen unauflösbaren logischen Widerspruch.
Chris schrieb:> Mit dem ATtiny85 lässt sich> bei 16 MHz max. 8 MHz SPI CLK erzeugen. Ich bin gespannt ob das läuft
Könnte sein dass das noch läuft. Müsste man ein Scope ran hängen.
Die SPI Timing Spec für SD ist übrigens nicht öffentlich.
Das fiese bei solchen Sachen ist das es im Labor wunderbar tut, beim
Kunden aber plötzlich nicht mehr.
HildeK schrieb:> Kann die 3.3V-Quelle keinen Sinkbetrieb, dann wird die VCC von 3.3V bis> auf 5V-0.7V ansteigen. Vielleicht kann das die restliche Schaltung an> den 3.3V> aushalten oder sie geht kaputt.
SD Karten sind IIRC nur bis 3,6V spezifiziert. Man darf sich dann nicht
wundern wenn die bei 5V hoch geht.
Ich glaube nicht, dass eure akademische Diskussion den TO weiterbringt
bzw. seinem Wissensstand angepasst ist. Die Diode repräsentiert in der
Schaltung bei einem konstanten Strom ja einen Widerstand mit dem Wert
U_D/I_D. Für den statischen Fall - der in der Frage ja vorliegt - darf
er auch für ein besseres Verständnis an der Stelle einen Widerstand
annehmen.
Dass der bei anderen Strömen durch die Diode sich deutlich ändert, muss
man ihm sinnvollerweise sagen.
Selbst bei einer Emitterschaltung verhält sich die CE-Strecke wie ein
Widerstand, und ohne Modulation des Basisstroms ist der sogar als
konstant ansehbar.
Ich würde das einfach großzügig sehen, ein kleiner Hinweis, dass man das
üblicherweise so nicht betrachtet, sollte zunächst genügen.
HildeK schrieb:> Ich glaube nicht, dass eure akademische Diskussion den TO weiterbringt> bzw. seinem Wissensstand angepasst ist. Die Diode repräsentiert in der> Schaltung bei einem konstanten Strom ja einen Widerstand mit dem Wert> U_D/I_D. Für den statischen Fall - der in der Frage ja vorliegt - darf> er auch für ein besseres Verständnis an der Stelle einen Widerstand> annehmen.
So sieht's aus.
Stefanus F. schrieb:> Das sind die ersten passenden Texte, die ich mit "dioden aktiv passive> Bauelemente" gefunden habe. Darunter kein einziger Text, der Dioden als> passive Bauelemente einstuft.
OMG
Ich gebe dir also die erste akademische Denkaufgabe deines Lebens:
Präsentiere eine logisch widerspruchsfreie Definition eines "aktiven
Bauelements", welches eine Diode zweifelsfrei einschließt, einen
Widerstand aber zweifelsfrei ausschließt. Dann bin ich bereit, dieser
Definition zu folgen. Ich würde dich dann sogar für den Nobelpreis in
Physik nominieren.
Du kannst allerdings nicht sagen: ich hab' das jetzt auf soundsoviel
Webseiten gefunden, das muss doch stimmen. Nö, das glauben nur
grenzdebile Vollidioten, die nicht selber logisch denken können.
Hier muss man echt aufpassen, was man schreibt :-D Ich wollte keine
theoretische Diskussion über Spannungsteiler oder Dioden lostreten. Mir
ist schon klar, dass man den Begriff "Spannungsteiler" für diese Sache
normalerweise nicht verwendet (deswegen hatte ich extra "sehr laienhaft"
dazugeschrieben). Mir ging es eher darum, ob man es als Funktionsweise
so verstehen kann. Ob es gemäß Definition wirklich ein Spannungsteiler
ist spielt also für mich keine Rolle, auch wenn die Diskussion darüber
(sowie über die Einordnung von Dioden zu passiv oder aktiv) durchaus
interessant ist. Allerdings müsste man für eine saubere Antwort auf
diverse Primärliteratur zurückgreifen und dann analysieren, ob sich aus
deren Definitionen eine klare Einordnung ableiten lässt. Wikipedia etc.
sind für eine erste schnelle Informationsbeschaffung hilfreich, aber im
akademischen Umfeld als Quelle üblicherweise nicht zulässig. Aber
ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass eine theoretische Abhandlung
darüber irgendwem irgendwas bringt ;-)
Erste Tests mit 16 MHz CPU-Frequenz / 8 MHz SPI-Frequenz waren übrigens
erfolgreich. Ob es dauerhaft stabil läuft wird sich zeigen. Wie
grenzwertig die Signale sind kann ich leider nicht sagen weil ich (noch)
kein Oszi habe.
Ich möchte nochmal allen danken, die zur Beantwortung meiner Fragen
beigetragen haben :-)
c-hater schrieb:> Das ist also offensichtlicher Bullshit.
+1 fuer deine Selbstkritik.
Aus der Wikipedia
(https://de.m.wikipedia.org/wiki/Elektrisches_Bauelement):
"Aktive Bauelemente können in irgendeiner Form ein Signal mit höherer
Leistung abgeben als sie die Quelle des aufgenommenen Signals
bereitstellen kann, oder sie erlauben eine Steuerung"
Der fuer die Diode entscheidende Abschnitt: "oder sie erlauben eine
Steuerung".
Gleichrichter sagt dir was?
Chris schrieb:> Erste Tests mit 16 MHz CPU-Frequenz / 8 MHz SPI-Frequenz waren übrigens> erfolgreich.
Mit welcher Schaltung? Mit dem 1k Vorwiderstand oder mit einem
Spannungsteiler?
In dem Geschwindigkeitsbereich würde ich den Teiler wählen.
c-hater schrieb:> OMG ... das glauben nur> grenzdebile Vollidioten, die nicht selber logisch denken können.
Danke, du bist ja schon wieder zuckersüß.
Tatsache ist, dass meine Welt viele Farben und Graustufen hat, so dass
mir persönlich die Einstufung in Schubladen (aktiv/passiv) und auch die
Wortwahl ziemlich egal ist.
Ich weiß, was Dioden in normalen Anwendungsfällen bewirken, und das
genügt mir für's Wohlbefinden.
Insofern habe ich an der Fortsetzung dieser Diskussion kaum Interesse.
Stefanus F. schrieb:> Ich weiß, was Dioden in normalen Anwendungsfällen bewirken, und das> genügt mir für's Wohlbefinden.
Das ist eine sinnvolle Aussage. Wer auch immer die in aktiv oder passiv
klassifiziert hatte, letztlich ist das egal.
> Insofern habe ich an der Fortsetzung dieser Diskussion kaum Interesse.
Du hattest aber mit der spitzfindigen Diskussion überflüssigerweise
begonnen.
HildeK schrieb:> Chris schrieb:> Erste Tests mit 16 MHz CPU-Frequenz / 8 MHz SPI-Frequenz waren übrigens> erfolgreich.>> Mit welcher Schaltung? Mit dem 1k Vorwiderstand oder mit einem> Spannungsteiler?> In dem Geschwindigkeitsbereich würde ich den Teiler wählen.
Mit dem 1k Vorwiderstand, das ist ja so auf dem Board verbaut. Ich
wollte da jetzt nicht dran rumfummeln ;) Wer billig kauft...