Hallo,
ich habe in der Literatur gesucht bin aber nicht wirklich fündig
geworden. Ich möchte wissen, wie man passive Filter, insbesondere
LC-Filter, von einem bestimmten Typ (Bessel etc.) auslegt und dabei
gleichzeitig eine Impedanzanpassung an die Quelle und Last vornimmt. Bei
z.B. einem LC-Bessel Tiefpass Filter 4. Ordnung bereitet mir das
Kopfzerbrechen, insbesondere komme ich da mit den Tabellen nicht klar,
die wohl nur für rein ohmsche Lasten vorgesehen sind? Ich habe keine
bestimmte Anwendung, es geht mir hier rein um das allgemeine Wissen.
Ich bitte um Vorschläge für eine generelle Vorgehensweise,
Literaturempfehlungen, Links etc.
VIELEN DANK IM VORAUS!!!
Hans schrieb:> Ich bitte um Vorschläge für eine generelle Vorgehensweise
Man nimmt eine niederohmige Quelle (OpAmp-Ausgang) und einen hochohmigen
Eingang (OpAmp).
Ich hatte mal ein Handbuch zum Filterdesign, aber das was du meinst wäre
mir zu mühsam, weil natürlich ein folgendes Filter zurückwirkt auf das
vorherige wenn man sie nicht entkoppelt, bei 3 oder 4 Filterstufen
werden die Gleichungen äusserst komplex (der Eingang eines folgenden
Filters ist ja nicht ohmsch, sondern komplex, ändert also erheblich den
Frequenzgang des Vorgängers).
Grundsätzlich lässt sich alles berechnen, aber bei einem 4stufigen
Filter landet man bei Gleichnungen 8 Grades oder mehr.
Georg
Danke Georg, ich möchte dem Thema auf den Grund gehen und auch das
"Mühsame" hier verstehen einfach aus grundsätzlichem Interesse. OPVs
kann bzw. möchte ich nicht generell in den Filter einfügen, es soll rein
passiv sein
Hans schrieb:> Ich möchte wissen, wie man passive Filter, insbesondere> LC-Filter, von einem bestimmten Typ (Bessel etc.)> auslegt und dabei gleichzeitig eine Impedanzanpassung> an die Quelle und Last vornimmt.
Ich kenne das so, dass man zum Filtern Filter und zum
Anpassen der Impedanz Anpassnetzwerke verwendet.
> Bei z.B. einem LC-Bessel Tiefpass Filter 4. Ordnung> bereitet mir das Kopfzerbrechen, insbesondere komme> ich da mit den Tabellen nicht klar, die wohl nur für> rein ohmsche Lasten vorgesehen sind?
Soweit ich weiss ist das so, ja.
Hängt schätzungweise damit zusammen, dass am Übertragen
von Wirkleistung auch immer Wirkwiderstände beteiligt
sind.
Klaus R. schrieb:> Hans schrieb:>>> Karadur danke kenne ich schon, berücksichtigt leider keine>> komplexen>> Lastimpedanzen>> Ja, warum wohl?> mfg Klaus
Kläre mich bitte auf Klaus
Hans schrieb:> Karadur danke kenne ich schon, berücksichtigt leider keine komplexen> Lastimpedanzen
Ich glaube, du verstehst etwas grundlegend nicht...das Filter als
BlackBox hat einen Eingangswiderstand und einen Ausgangswiderstand. Wenn
dir der 50Ohm Widerstand nicht reicht, dann mußt du da halt eine Stufe
vor bzw. dahinter schalten.
Georg schrieb:> Ich hatte mal ein Handbuch zum Filterdesign
...ja, habe ich auch und der Tietze Schenk sagt auch was dazu. Und wenn
man das tatsächlich zu Fuss nachrechnen möchte, bitte schön. Aber bitte
auch genau lesen. Ist alles nicht ganz so einfach :-)
Gruß Rainer
von Georg schrieb:
>Man nimmt eine niederohmige Quelle (OpAmp-Ausgang) und einen hochohmigen>Eingang (OpAmp).
Bei einem Parallelschwingkreis als Filter sollte die
Quelle eben nicht niederohmig sein weil dann die
Betriebsgüte kaputt ist. Die Impedanz der Quelle sollte
da nicht kleiner als der Resonanzwiderstand des
Schwingkreises sein. Der Eingang der nachfolgenden Stufe
kann hochohmig sein, wenn nicht kann man ja transformieren,
zum Beispiel durch anzapfen der Spule oder mit einen
kapazitiven Spannungsteiler. Man kann natürlich auch
die Quelle transformatorisch an den Schwingkreis anpassen.
Hans schrieb:> ich habe in der Literatur gesucht bin aber nicht wirklich fündig> geworden.
Vielleicht gehst du einfach mal einen Schritt zurück und schaust dir
z.B. mal an, wie Abschwächerketten gebaut und berechnet werden. Da gibts
auch die üblichen aus der HF-Technik - also 50Ohm - aber auch die
HiFi-Abschwächer mit verschiedenen Ein- und Ausgangsimpedanzen.
Gruß Rainer
>komplexen Lastimpedanzen
Reicht es nicht aus, dem Filter eine konjugiert komplexe Quelle oder
Last anzubieten, also das Filter erst für einen reellen Widerstand
berechnen und dann irgendein L oder C parallel oder in Serie?
Zu Fuß hat man das mit den Smith-Diagramm bestimmt, das ist allerdings
immer nur schmalbandig.
Hallo zusammen, hallo Hans.
> Bei einem Parallelschwingkreis als Filter..
Der TO hatte von einem (Bessel) TP! 4. Ordnung gesprochen.
Den AADE Filter-Designer gibt es ja leider nicht mehr. Bitte keine
Korrekturen und ..zig Hinweise oder Links darauf, wo man ihn doch noch
zerren könnte!
Suche mal nach Tonne-Soft 'ELSIE'. Da gibt es auch Filterberechnungen,
von deren Struktur du noch nie etwas gehört hast. Man muss schon damit
spielen, um ein Gefühl zu bekommen. Ein Tabellenbuch, wie z.B. der Saal,
ist im Vergleich zu einem Programm viel zu unflexibel und starr; ...und
vor allen Dingen vviieell zu viel Mathe. (und viel zu teuer, (;->))
Früher gab es nichts anderes, aber Filter-Software ist einfach nur toll.
Und stelle dir vor, den Krempel kannst du dann schon vor dem Aufbau mit
solch simplen Dingen wie 'RF-SIMM99' rechnerisch überprüfen.
Zu deinen komplexen Quellen und Lasten: Meistens kann man es im Anfangs-
oder Schlussglied kompensieren. Wenn nicht, Pech -> Anpassung ausdenken.
73
Wilhelm
Danke erstmal, Elsie hab ich schon, hat mir noch nicht viel genützt ist
aber ein super Programm
Also man geht wie folgt vor, wenn man komplexe Impedanzen hat:
1) so tun als ob Last und Quelle nur Wirkwiderstände hätten und das
Matching vornehmen
2) dann der "komplexe" Teil, entweder die Absorptions- oder
Resonanzmethode, siehe Videos:
entweder nutz man ein einfaches LC Glied (L-Network) oder ein T oder Pi
Glied (Problem hierbei: nicht breitbandig) oder ein cascaded L-Network
eben mehrere LC-Glieder.
https://www.youtube.com/watch?v=54BtMEe5stshttps://www.youtube.com/watch?v=QsXRhnWI6Co
sowie Google ist unser Freund, amen
aber wie ich da einen Bessel unterkriege ist mir ein Rätsel...
Hans schrieb:> aber wie ich da einen Bessel unterkriege ist mir ein Rätsel...
wenn es dafür keine Online-Rechner gibt, dann hast du eben Pech gehabt.
Für aktive Filter gibts ja einige...passiv brauchst du halt ein (oder
zwei) gute(s) Buch/Bücher. Dort gibt es Koeffiziententabellen für die
gängigen Filtertypen!
Gruß Rainer
Sorry,
vergiss den Scheiss mit Tabellen.
Meinen 'Saal' (*), den ich in geistiger Verwirrung Mitte der 80er Jahre
für viel Geld (ich wollte ihn haben) für ein Heidengeld gekauft habe,
hat mir in meinem Leben danach nicht nur Nichts sondern eigentlich gar
nichts gebracht. Obwohl Hochschulabsolvent, schon der Anfang war nicht
meine Mathe. Zu den vielen Seiten Einleitung hat mir dann ein
Klassenkamerad (Mathepauker) etwas Zugang und Verständnis verschafft.
Nix für mich! Ich war dann glücklich und froh, dass ich die Werte für
den 3- und 5-poligen Pi_Tiefpass aus dem 'Radio Amateurs Handbook'
(Ausgabe irgendwas in den 80er Jahren, unwichtig) doch tatsächlich in
diesem Werk wiedergefunden habe. Und wenn die Amis das so einfach
gestalten...Ein paar dumme Formeln, etwas Rechnen.., aber man muss schon
wissen, was man tut.
Mir haben u.a. unendlich weitergeholfen Artikel aus den 70er Jahren des
HAM RADIO MAGAZINE, in denen u.a. Netzwerkanalyse im Handbetrieb! auf
einem (damals luxuriösen) programmierbaren HP25 mit 50!
Programmschritten gemacht wurde. Ich habe es auf meinem HP97 versucht
nachzuvollziehen. Aber... die Stunden, Tage und Wochen, die ich
gebraucht habe, es zu verstehen, möchte ich nie mehr missen. Es hat mich
(berufsfremd!) unendlich weitergebracht.
Und darum: Nix Katalog, schlabbere durch das Net, man findet Zeug ohne
Ende. Am grunsätzlichen Verständnis kommt man leider nicht vorbei, und
dazu gehört leider auch zumindest ein bisschen Theorie.
'Denn sie wissen (nicht) was sie tun'
Viel Glück beim Forschen, Hans
73
Wilhelm
(*)
Rudolf Saal, Handbuch zum Filterentwurf
(C) 1979 AEG Telefunken,
Berlin Frankfurt
Preis steht noch drin : 220,00 DM!
Moin,
Hans schrieb:> aber wie ich da einen Bessel unterkriege ist mir ein Rätsel...
Da wuerd' ich auch sagen: Das haut halt einfach nicht hin. Simple LC
Impedanztransformationen sind immer nur fuer 1 Frequenz gut, und auch
nur, wenn die Frequenz nicht 0 oder unendlich ist. Sonst sind die
Bauteile unangenehm gross/klein. Und halt so ein bisschen in der Naehe
der Frequenz.
Du kannst evtl. mit mehrstufigen Transformationen die Bandbreite etwas
vergroessern, aber 0 bzw. unendlich nicht erreichen, d.h. ein
Besseltiefpass kann prinzipiell bei 0 Hz keine Impedanztransformation
machen.
Speziell beim Bessel kommt noch dazu, dass die Impedanztransf. auch noch
ordentlich an der Phase schraubt.
Da koennt's g'scheiter sein, sich erstmal auf die reine
Impedanztransformation mit irgendeinem Tiefpasscharakter einzuschiessen,
und sollte man das mit ausreichender Bandbreite fuer deinen Fall
hinkriegen, danach gucken, ob man mit ein paar Allpaessen die
Gruppenlaufzeit der Impedanztransf. wieder irgendwie gerade ziehen kann.
Oder zumindest weniger beulig.
Gruss
WK
Hans schrieb:> Bei> z.B. einem LC-Bessel Tiefpass Filter 4. Ordnung bereitet mir das> Kopfzerbrechen, insbesondere komme ich da mit den Tabellen nicht klar,> die wohl nur für rein ohmsche Lasten vorgesehen sind? Ich habe keine> bestimmte Anwendung, es geht mir hier rein um das allgemeine Wissen
Ich fang noch mal vorn an. Du hast also Tabellen für passive LC-Filter.
Und für die Ordnung 4 hast du Koeffizienten. Weiterhin wirst du das
entsprechende Schaltbild haben und einen Eingangs- und einen
Ausgangswiderstand. Dann wirst du Beispiele für normierte Widerstände
haben und Beispiele für "konkrete" Widerstände, z.B. eben 50 oder
600Ohm. Dann wird da auch stehen, was man in welche Formel einsetzen
muß, wenn man was haben möchte. Dabei gibt es eigentlich nichts zu
verstehen. Du mußt nur etwas mit Formeln umgehen können.
Du müßtest also alles vor dir haben und weiterkommen werden wir nur,
wenn du jetzt genau aufschreibst, was du nicht kapierst. Anderenfalls
kann man dir kaum helfen...
Gruß Rainer
Dergute W. schrieb:> Das haut halt einfach nicht hin.
Naja, für mich ist schon der physikalische Sinngehalt
der Fragestellung zweifelhaft.
Stellen wir uns einen induktiven Sensor vor, eine
Fangspule beispielsweise. Wie soll eine reine
Induktivität eine Wirkleistung liefern, die man z.B.
in einem Verstärker weiterverarbeiten kann?
Richtig!
Sie kann das nur als Teil eines "Transformators", also
in Form einer Gegeninduktivität, die von einem externen
magnetischen Wechselfeld durchsetzt wird. Man dürfte
sich daher nicht auf die "Streuinduktivität" dieses
Transformators fokussieren, sondern müsste an den
"transformierten Quellwiderstand" anpassen. Nur wie
bestimmt man den?
Wilhelm S. schrieb:> Meinen 'Saal' (*), den ich in geistiger Verwirrung Mitte der 80er Jahre> für viel Geld (ich wollte ihn haben) für ein Heidengeld gekauft habe,> hat mir in meinem Leben danach nicht nur Nichts sondern eigentlich gar> nichts gebracht.
...immer wieder erstaunlich, wie lange Lebewesen auch ohne nennenswerte
Hirnfunktion leben können...
Gruß Rainer
Rainer V. schrieb:> ...immer wieder erstaunlich, wie lange Lebewesen> auch ohne nennenswerte Hirnfunktion leben können...
Nette Leute hier.
Und so zuvorkommend und höflich...
sorry...wenn ich wissen will, wie es Wilhelm die letzten 30 Jahre
ergangen ist, dann besuche ich seine Männergruppe...wenn ich wissen
will, wie ich eine Tabelle für Filterdimensionierung richtig benutze,
dann frage ich hier :-)
Gruß Rainer
Hallo,
Dass Filter immer mit reellen Abschlüssen berechnet werden, wurde hier
ja schon vermerkt.
Hans schrieb:> aber wie ich da einen Bessel unterkriege ist mir ein Rätsel...
Kapier' ich nicht. Elsie (selbst in der kostenlosen Version) bietet dir
doch alle gängigen Filterarten (außer Legendre) an. Anbei ein Bild eines
1MHz Bessel-TPs 7. Ordnung.
Gibt es einen Grund für dich, Bessel zu favorisieren? Hat eine äußerst
miese Flankensteilheit um eine konstante Gruppenlaufzeit im
Durchlassbereich zu erzielen.
Die Verwendung der üblichen Tabellen mit normierten Werten ist barfuß
eine u.U. zeitraubende, aber keineswegs komplizierte Angelegenheit. Alle
einschlägige Publikationen mit solchen Tabellen enthalten garantiert
auch die Anleitungen für die De-Normalisierung auf die gewünschten
(grundsätzlich reellen) Abschlussimpedanzen und Frequenzbereiche,
einschließlich der Transformation aus den TP-Parametern zu HP und BP.
Ich verstehe auch nicht, wieso der "Saal" nutzlos sein soll. Nach meiner
Erinnerung aus meiner Praktikantenzeit bei Telefunken Weitverkehr besaß
auch der Saal einige Seiten mit entsprechender Anleitung.
Eine empfehlenswerte und von mir oft benutzte "Filter-Bibel" ist das
Buch von Anatol Zverev, "Handbook of Filter Synthesis". Leider nur noch
antiquarisch erhältlich.
Ich würde übrigens das Filter von der komplexen Last durch einen
Trennverstärker mit dem vom Filter geforderten reellen
Eingangswiderstand trennen.
MfG, Horst
Hans schrieb:> Ich möchte wissen, wie man passive Filter, insbesondere> LC-Filter, von einem bestimmten Typ (Bessel etc.) auslegt und dabei> gleichzeitig eine Impedanzanpassung an die Quelle und Last vornimmt.
Passive Filtertypen (z.B. Bessel) lassen sich auch mit unterschiedlichen
Quell- und Lastwiderständen berechnen, allerdings handelt es sich dabei
nicht um eine echte (Leistungs)Anpassung.
Reelle wie auch komplexe Ein- und Ausgangsimpedanzen können breitbandig
angepasst werden, das hat aber nur wenig bis gar nichts mit den
bekannten Filtertypen zu tun. Unter gewissen Einschränkungen, lassen
sich die Berechnungen händisch durchführen. Eine passende HF-Design
Umgebung, die die Synthese und Optimierung von unterschiedlichen
Anpassnetzwerken unterstützt, wäre hilfreich.
Hans schrieb:> Ich möchte wissen, wie man passive Filter, insbesondere> LC-Filter, von einem bestimmten Typ (Bessel etc.) auslegt und dabei> gleichzeitig eine Impedanzanpassung an die Quelle und Last vornimmt.
Du kannst keine Impedanzanpassung machen, sonst wäre es ja kein Filter
:-;
Wenn du nur im Durchlassbereich eine Anpassung brauchst,
dann teile das Problem auf in 1. Anpassung an X Ohm, und 2.
Filter mit X Ohm. Ansonsten wirst du händisch nicht fertig.
Wenn du schlecht in Rechnen bist, kauf dir eine professionelle
Filterdesignsoftware, Filter Solutions kann z.B auch komplexen
Impedanzen.
Hallo zusammen.
Danke Horst, wie immer einfach nur super!
> Den Zverev gibt es jetzt tatsächlich als pdf-Download> https://ia803101.us.archive.org/20/items/HandbookOfFilterSynthesis
/Handbook%20of%20Filter%20Synthesis.pdf
Das ist der Weisheit letzter Schluss! Ein absolutes Muss Haben!!!
Danke Egon.
> Nette Leute hier.> Und so zuvorkommend und höflich...
@ Rainer V.
In einem Beitrag vor deinem Gemecker habe ich den TO auf ELSIE
hingewiesen, dazu eine Anmerkung, dass man komplexe Anteile u.U. auch in
den Anfangs- und Endgliedern des Filters auffangen kann.
Dass oder ob ich mit meinem Saal zufrieden oder unzufrieden bin, muss
dich doch nicht kümmern. Ist es mein oder dein Lehrgeld, dass ich
bezahlt habe?
Ich habe es nur erwähnt und habe auch kein Taschentuch gebraucht, um mir
die nicht vorhandenen Tränen abzuwischen.
73
Wilhelm
Der Zverev ist eine super Lektüre! Nur hat er die Koeffizienten verkehrt
in den Tabellen was sehr frustrierend ist weil ich einen ganzen Tag
versch... haben um das zu checken.
Eine Frage wegen Elsie: Wie bzw. wo kann man da eine komplexe
Lastimpedanz eingeben, sodass das Programm dann eine Anpassung an diese
durchführt?
Hallo, das ist jetzt nicht dein ernst? Wie hast du denn herausgefunden,
dass die Koeffizienten falsch sind?? Und es wurde dir doch schon gesagt,
dass es da keine komplexen Impedanzen geben kann und muß! Vielleicht
hast du ja mal die Güte, uns mitzuteilen, für welche Anwendung du diese
Impedanzanpassung denn nun brauchst. Vielleicht kann dir ja doch noch
geholfen werden...
Gruß Rainer
@ Rainer:
Das mit den komplexen Impedanzen handle ich dann schon, es reicht mir
wenn man den Lastwirkwiderstand eingibt. Bin draufgekommen indem ich das
ganze simuliert habe (die Koeffizienten sind in verkehrter Reihenfolge
dargestellt). Wie gesagt gibt es keine bestimmte Anwendung.
Rainer V. schrieb:> Vielleicht kann dir ja doch noch> geholfen werden...
Ihm gewiss . Aber Dir eher nicht mehr .
Du, "Unser Rohrspatz vom Dienst".
Dein Rat- und Hirnloser Prof.Rudi
Wilhelm S. schrieb:> gibt es auch Filterberechnungen,> von deren Struktur du noch nie etwas gehört hast.> Man muss schon damit spielen, um ein Gefühl zu bekommen.
Schöner kann man es nicht sagen.
Man kann sich auch künstlerischer entfalten...
trotzdem schönes Lautsprecher-Weichen-Design
Hans schrieb:> Der Zverev ist eine super Lektüre! Nur hat er die Koeffizienten verkehrt> in den Tabellen was sehr frustrierend ist weil ich einen ganzen Tag> versch... haben um das zu checken.
Was ist denn da verkehrt??
Der Zverev enthält drei Arten von Tabellen:
- Normierte L- und C-Werte
- Normierte k- und q-Werte
- Die etwas komplexeren Tabellen für elliptische Filter
Für die Anwendung aller dieser Tabellen werden in Kapitel 6 (ab S.290)
detaillierte numerische Rechenbeispiele gezeigt.
Die k&q Werte für die meist verwendeten Filtertypen Butterworth und
Tschebyscheff kann man übrigens für jede Polzahl und Welligkeit
(Tscheby) mit einem recht einfachen Programm errechnen - ist also nicht
auf Tabellen angewiesen.
Hans schrieb:> Eine Frage wegen Elsie: Wie bzw. wo kann man da eine komplexe> Lastimpedanz eingeben, sodass das Programm dann eine Anpassung an diese> durchführt?
Probier's doch über die Edit-Funktion aus. Ich glaube nicht, dass das
geht. ABER - Elsie produziert asc.-Files für LTSpice. Dort kannst du ja
dranhängen, was du willst.
Rudi Ratlos schrieb:> Und Zverev für alle gar schwer verdaulich
Das stimmt, ist kein Bastelbuch für alle....8-))
Aber man muss sich nicht unbedingt durch 200 Seiten Theorie wühlen, um
die Tabellen und praktischeen Beispiele für ein eigenes Filterdesign
heranzuziehen. Besonders wertvoll waren für mich früher die Tabellen für
"Predistorted Parameters", die reale Verluste in den Bauteilen
berücksichtigen. Ist für schmalere Bandfilter wichtig.
Eine didaktisch wesentlich verdaulichere Einführung (allerdings nur für
Buttw. & Tscheby) findet sich im Buch von Wes Hayward "Introduction to
RF-Design" (IRFD) - leider auch nur noch antiquarisch. Wer aber die
zweite Ausgabe des Buchs "Experimental Methods of RF-Design" von
Hayward, Campbell & Larkin besitzt, findet IRFD als pdf auf der CD (das
EMRFD gibt's z.B. bei Box73).
Sorry, aber der Kram ist eigentlich mehr für HF gedacht. Für
Lautsprecherweichen wäre das Meiste ein Overkill.
Ohje, das war jetzt eine laaange Tube Senf...
Wilhelm S. schrieb:> @ Rudi Ratlos> Was hast du dir da denn für ein verwegenes Design ausgedacht?
Ich konnt's nicht lassen. Hier ist ein bisschen predistortion zugange.
Ist kein magic design - nur gutes Handwerk.
Bei Elsie dürfte es ein Cauer-Filter 7.Ordnung sein (maximale Ordnung
bei der Freeware). Hab' auch mal mit "Tune Part" gespielt, war aber zu
faul, das exakt hinzubekommen. Was wären wir ohne Software....
Hans schrieb:> Bei> z.B. einem LC-Bessel Tiefpass Filter 4. Ordnung bereitet mir das> Kopfzerbrechen, insbesondere komme ich da mit den Tabellen nicht klar,> die wohl nur für rein ohmsche Lasten vorgesehen sind?
Ich wiederhole mal...auf die Frage wurde jetzt schon mehrfach die
Antwort gegeben, dass es diese komplexe Anpassung nicht gibt. Bei
genauer Überlegung stellt sich diese Frage auch noch als unsinnig
heraus. Aber der TO hat eh noch damit zu tun, seine Koeffizienten zu
sortieren. Alle anderen schauen gelassen in ihr Filterhandbuch, wenn sie
ein passives Filter benötigen oder bemühen einen Onlinerechner. Mehr ist
nicht zu sagen!
Gruß Rainer
HST schrieb:> Der Zverev enthält drei Arten von Tabellen:
Ich hätte hilfsweise noch einen 72er-Rechenschieber, das erleichtert.
> ist also nicht auf Tabellen angewiesen.> ABER - Elsie produziert asc.-Files für LTSpice. Dort kannst du ja> dranhängen, was du willst.
Sehr gut, DAS ist seehr gut.
> Das stimmt, ist kein Bastelbuch für alle....8-))
Es ist ein zuhöchst informatives (uraltes) Buch über Filter.
En gros - et en detail.
Wenn das soo einfach wäre, ein paar Tabellen, ein kleines Programm,
zack-zack fertig ist das Filter, wäre MOOG schon vor einem halben
Jahrhundert in die Pleite geschlittert. Oder Uli Behringer würde
-endlich- erstmalig einen brauchbaren Audio-Filter nachbauen.
Wollen oder Können - das ist auch hier der Unterschied .
> Sorry, aber der Kram ist eigentlich mehr für HF gedacht. Für> Lautsprecherweichen wäre das Meiste ein Overkill.
Frequenz ist Frequenz.
HST schrieb:>> @ Rudi Ratlos>> Was hast du dir da denn für ein verwegenes Design ausgedacht?>> Ist kein magic design - nur gutes Handwerk.
Mir hats einfach derartig gut gefallen, daß ichs hochladen MUSSTE
Was mich daran fasziniert ist, daß man ein Filter selbst -in
künstlerischer Vollendung verbiegen- kann. Und auch abenteuerlichste und
unsinnigste Kombinationen etwas Konkretes bewirken. Dabei kann man ein
Ziel vor seinen Augen haben, muß aber nicht.
Weil das ist doch alles ein Blödsinn, mit irgendwelchen Polynomen ein
Bessel-Butter-Chevy-Filter nachzubauen, das geht ja sowieso nicht, weil
die Bauteile-Realität zu einem abweichendem Filterverlauf führt, sogar
führen muss. Selbstverständlich kann es von Anwendungsfall zu
Anwendungsfall notwendig werden, sich an einen polynomgestützten
Filterverlauf "anzunähern" . Aber besser ist es alleweil, wenn man
versteht, wie das alles zustandekommt. Und seiner Kreativität freien
Lauf läßt !
Daher, an TO: nicht lange fragen, einfach tun!
So wie das die alten Meister immer schon gemacht haben.
Danke für den Tip mit Zverev. Den Namen hatte ich schon öfter gelesen,
aber noch nie reinschauen können. Ein Kapitel über Helixfilter ist noch
drin, die sind speziell für VHF/UHF interessant, wo Lambda/4 Kreise noch
zu unhandlich sind.
Rudi Ratlos schrieb:> Weil das ist doch alles ein Blödsinn, mit irgendwelchen Polynomen ein> Bessel-Butter-Chevy-Filter nachzubauen, das geht ja sowieso nicht, weil> die Bauteile-Realität zu einem abweichendem Filterverlauf führt, sogar> führen muss. Selbstverständlich kann es von Anwendungsfall zu> Anwendungsfall notwendig werden, sich an einen polynomgestützten> Filterverlauf "anzunähern" . Aber besser ist es alleweil, wenn man> versteht, wie das alles zustandekommt. Und seiner Kreativität freien> Lauf läßt !
Endlich mal wieder Prosa vom Feinsten. Allerdings trotzdem Blödsinn.
Wenn ich ein Filter benötige, dann brauche ich weder Kreativität, noch
tieferes Verständnis von dem, wie es zustande kommt...ich muß schlicht
nur wissen, wo ich nachschlagen muß! Aber vielleicht warten wir erst mal
ab, ob der TO sich nach der Sortiererei seiner Koeffizienten überhaupt
noch mal meldet.
Gruß Rainer
Filterbau als kreatives Happening aus dem Nichts halte ich auch für
reichlich übertrieben.
Rudi R., dein Filter hast du auch nicht aus dem Ärmel geschüttelt, denn
die kreativen Änderungen wären ohne Software wie hier Elsie auch nicht
möglich. Die Bemerkung über Bauteile-Realität kann man nur anhand deiner
B-Werte nachvollziehen - z.B. 47µF mit einer Güte von >3000 ist schon
abenteuerlich (aber trotzdem mit großem Aufwand evtl. machbar).
Übrigens, das Filter mag ja toll aussehen, aber mit einer
Laufzeitverzerrung von fast 3,5msec schon grenzwertig.
Breitere Filter (BF mit >10% BBr, bzw. Tief- & Hoch-Pässe) sind recht
gutmütig gegenüber Bauteiltoleranzen. Ist nur meine Erfahrung von
einigen Jahrzehnten mit Berechnung und Bau von allen möglichen Filtern.
Na ja, man diese Diskussion natürlich endlos weiterführen. Jeder kann
für sich selbst entscheiden, wie er/sie/div Filter bauen will.
Für Leute, die Spaß daran haben könnten, habe ich übrigens noch mein
Papierchen wieder ausgegraben, das die Berechnung von k&q Parametern für
Tscheby und Butterworth (hier in Form einer einfachen Delphi-Routine)
beschreibt. Das kann man ja um die direkte Berechnung der gewünschten
Bauteilwerte für das gewünschte Filter erweitern.
MfG, Horst
Werner H. schrieb:> Ich möchte mich einfach für die wertvollen Links bedanken!
Danke für die Rückmeldung! Und du hast hoffentlich eingesehen, dass
deine Idee mit der Impedanzanpassung nichts war...
Gruß Rainer