Seit es für mich als Hobbybastler einfach geworden ist, komplexe
mehrlagige Boards zu bauen und bei den ICs die Flankensteilheit der
Signale in den nanosekunden-Bereich geht, mache ich mir mittlerweile
doch Gedanken um Signalintegrität und EMV. Aber mehr als ein wenig
Halbwissen, was ich mir aus Blogs und Rick Hartley Videos zusammenpuzzle
hab ich eigentlich nicht zur Verfügung. Was ich so aufschnappe deutet
immer wieder auf: Um Messen und Simulieren kommt man heute nicht mehr
herum.
Außerhalb des Profibereichs, wo für mich unrealistische Kosten entstehen
würden, finde ich nichts. Meine Werkzeuge aktuell sind KiCad und ein
Billigoszi. Z.B. einen Spektrum Analyzer will ich mir eigentlich nicht
unbedingt leisten.
Gibt es Möglichkeiten auch mit schmalem Geldbeutel und ein bisschen
Bastelfreude zumindest mal die schlimmsten Designkatastrophen empirisch
zu erkennen? Ist z.B. openEMS was brauchbares? Zur Integration mit KiCad
scheint es da Ansätze zu geben. Es sieht aber irgendwie noch unreif aus.
Lohnt es sich, das Zeit zu investieren?
Gibt ja schon einige Möglichkeiten, sich selber EMV-Messequipment zu
bauen (LISN, Scanner, etc.). Das ist alles nicht kalibriert oder
zertifiziert, aber für Besser/Schlechter Messungen kann es ausreichen
und vor allem lehrreich sein.
Vergess die moeglichkeit nicht um verschiedene sachen im embedded
software zu machen.
Ich habe im embedded software zB eine logging wie oft es nicht-geplante
resets gibt (mit ursache wie Watchdog). Koennen Software problemen sein
aber auch oft Hardware Problemen. Auch werden die errors/retries im
kommunikation und ADC-noise sowie ADC-referenzkanal messung mitgenommen.
So wird im testen auch gemessen wieviel die noise mehr wird waehrend dem
Senden oder der unterschied wenn mann extra ferrites oder zB USB
isolator benutzt.
So kann man waehrend die development und testen schon eine gute idee
bekommen was da alles passiert was man nicht weisz.
Und beim officiellen EMV test (die wir extern machen) kann man viel
schneller die ursache von Problemen finden.
Wenn moeglich versuche mal mit zu gehen bei einer EMV test, da lernt
mann viel.
Patrick aus die Niederlande
Signalintegrität und EMV sind 2 paar Stiefel. Für Signalintegrität
brauchst du ein schnelles Oszi mit passenden Tastköpfen und evtl
Analysesoftware. Damit kannst du bei EMV wenig anfangen.
Die Hauptfrage ist, ob Deine Schaltungen überhaupt sauschnell oder
sauempfindlich sind oder sehr viel Leistung takten müssen.
Z.B. für eine Eieruhr oder einen MP3-Player mußt Du keinen riesen
Aufwand treiben, um sie durch die CE-Prüfung zu kriegen.
Peter D. schrieb:> um sie durch die CE-Prüfung zu kriegen
Es gibt KEINE CE-Prüfung! CE is ein Zeichen, dass der Hersteller
vergibt, nachdem er Prüfungen anhand der geforderten Normen durchgeführt
hat! Welche Normen gefordert sind kommt darauf an, in welchen
Märkten/Ländern verkauft werden soll.
Bzgl. EMV-Fehlersuche kann ich folgende Videos und Co. empfehlen
https://www.youtube.com/watch?v=Lf51sx6sC0Ihttps://www.youtube.com/watch?v=ERvQeln9l-g
Rud Korl schrieb:> Gibt es Möglichkeiten auch mit schmalem Geldbeutel und ein bisschen> Bastelfreude zumindest mal die schlimmsten Designkatastrophen empirisch> zu erkennen?
1. Kauf dir einen durchstimmbaren Weltempfänger. Damit kannst du
sicherstellen, dass du den Funkempfang nicht störst.
2. Bei leitungsgebundenen 230V Störungen hilft ein fertiges
Leitungsfilter, um die grössten Sauereien (Schaltnetzteil) abzufangen.
3. Bei allen I/O Leitungen einen L-C Filter vorsehen. Der L ist eine
Ferrit-Perle um die 0.5uH - 10uH sein, der C im Bereich 100p - 1n, das
auf einen ruhigen GND geht (Gehäuse wenn Metall).
4. Sicherstellen, dass alle Schirmungen (USB, Ethernet, Gehäuse) an
einem
elektrisch ruhigen Schaltungspunkt angeschlossen sind, also nicht in der
Nähe von einem Clock oder uC - wo der GND herumwackelt.
Gruss,
Udo
Und nicht zu vergessen - wie machens die anderen? Das innere von guten
Messgeräten oder das Design von Leiterplatten bei hochwertigen HF
Geräten kann immer gute Hinweise geben.
Matthias S. schrieb:> Und nicht zu vergessen - wie machens die anderen?
Oder wie macht(e) man es selber erfolgreich? Nachdem wir das erste Gerät
nach einigen mühseligen Anläufen erfolgreich durch den EMV-Test gebracht
hatten, haben wir mit diesem Knowhow weitere, ähnliche Geräte
hinsichtlich EMV designt.
Viele Maßnahmen sind Standard: Layout, Abblocken der I/O-Leitungen oder
der Versorgung, usw.
Wenn man die Störungen nicht selber meßtechnisch erfassen kann, muß man
sie durch clevere, empirische Maßnahmen eliminieren oder zumindest
minimieren.
Ich war im EMV-Labor oft bei den Messungen dabei - war sehr lehrreich
und gute Tipps gab es auch.
Moin,
huhu schrieb:> Signalintegrität und EMV sind 2 paar Stiefel. Für Signalintegrität> brauchst du ein schnelles Oszi mit passenden Tastköpfen und evtl> Analysesoftware. Damit kannst du bei EMV wenig anfangen.
Nee, so 2 paar Stiefel sind das nicht. Eher 1 Paar. Beides gehoert
zusammen. Wenn eine Leitung zwischen 2 HiSpeed Komponenten nix
abstrahlt, geht zwangslaeufig die gesamte Energie vom Sender an den
Empfaenger. Also ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass das Signal
am Empfaenger auch noch gut aussieht.
Wenn die Leitung ordentlich abstrahlt, weil sie irgendwie kacke designt
ist, dann kommt am Empfaenger auch automatisch weniger an, d.h. das
Signal ist auch schlechter.
Gruss
WK
Wie willst du da Messungen durchführen? Die Flankensteilheit liegt
mittlerweile im psec bereich. Nach der Fausregel Bandbreite = 0.35/Rise
Time = 0.35/150psec = 2,3GHz. Das bräuchtest du um die Signalflanken
überhaupt vernünftig anzuzeigen, denn die werden ja durch die Leitungen
auch abgerundet (Tiefpass). Da bist du dann halt bei ca. 10k€ für solch
ein Oszi. Für Hobbyisten eigentlich unerschwinglich.
SYS_CLK schrieb:> Die Flankensteilheit liegt> mittlerweile im psec bereich.
Ist Rud Korl nun SYS_CLK oder ist das ein völlig anderes Projekt?
Es bringt nur Verwirrung, wenn mehrere durcheinander quatschen.
Wie siehts mit AM-Radios als Störempfänger aus? Evtl. sogar mit
Pegelanzeige.
Lustigerweise hat mein billig Multimeter mir die Flankensteilheit eines
1kW buck Konverters detektiert. Man brauchte nur das Plus-Kabel
anschliessen.
Der Rest kam über die Luft.
Rud Korl schrieb:> Gibt es Möglichkeiten auch mit schmalem Geldbeutel und ein bisschen> Bastelfreude zumindest mal die schlimmsten Designkatastrophen empirisch> zu erkennen?
Bedenke mal, daß Erfahrung keine Handelsware ist. Durch Betrachten des
eigenen Zeuges und Gedanken daran, wie und wo dort Ströme und deren
Rückkehr fließen könnten, kannst du dir schon mal einiges an
Design-Katastrophen ersparen.
Kostet kein Geld, nur eigenes Nachdenken.
Wenn du allerdings meinst, daß du mit irgendwelchen Programmen o.ä. dir
das eigene Erfahren ersparen kannst, dann geht das in die Hose. Sowas
kann zum Bestätigen (oder eben nicht) dienen, aber möglichst gut machen
mußt du es schon selbst.
Dergute W. schrieb:> Wenn eine Leitung zwischen 2 HiSpeed Komponenten nix> abstrahlt, geht zwangslaeufig die gesamte Energie vom Sender an den> Empfaenger.
Das siehst du aus etwas zu großem Abstand. Wenn ein schnelles Signal an
einen Impedanzsprung auf der Leitung kommt, gibt es Reflexionen und die
müssen nicht zwangsläufig abstrahlen. Dennoch kann sowas den Signalfluß
deutlich verderben. Ich geb dir mal ein Beispiel: Oszillografiere mal
den Ausgang eines AD8000 direkt mit der Tastspitze an der
Ausgangsleitung. In 99% der Fälle kannst du dann eine von deinem
Tastkopf verursachte Schwingung beträchtlichen Ausmaßes sehen. Wenn du
dann zwischen Tastspitze und Leitung einen kleinen Widerstand (47..100
Ohm) setzt, ist alles gut. Sagt dir das etwas?
W.S.
SYS_CLK schrieb:> Wie willst du da Messungen durchführen? Die Flankensteilheit liegt> mittlerweile im psec bereich. Nach der Fausregel Bandbreite = 0.35/Rise> Time = 0.35/150psec = 2,3GHz. Das bräuchtest du um die Signalflanken> überhaupt vernünftig anzuzeigen, denn die werden ja durch die Leitungen> auch abgerundet (Tiefpass). Da bist du dann halt bei ca. 10k€ für solch> ein Oszi. Für Hobbyisten eigentlich unerschwinglich.
ich glaube nicht, dass der OT die Flankensteilheit messen will, sondern
die abgestrahlte Energie auf (über/unter/in) der Platine/Groundplane,
die gerade bei hoher Steilheit zu Problemen führen kann, wenn das Design
schlecht ist.
Um einen Einstieg in das Thema EMV zu bekommen halte ich es nicht für
besonders zweckmäßig sich gleich schon mit einem 3D Field Solver zu
befassen. Auch wenn openEMS natürlich eine coole Sache ist.
Erstmal heißt es Know-How aufbauen. Das Netz ist voller nützlicher und
kostenloser Informationen. Mal eine (unvollständige) Auswahl an
Personen, von denen es z.B. auf youtube guten Content gibt:
- Rick Hartley
- Eric Bogatin
- Dan Beaker
- Lee Ritchey
- Susy Webb
- Todd Hubing
Ansonsten bekommt man halt nach wie vor mit Büchern viel Wissen fürs
Geld. Hier eine (wieder unvollständige) Liste mit Büchern, die ich
empfehlen kann:
- Henry Ott: Electromagnetic Compatibility Engineering
- Eric Bogatin: Signal and Power Integrity - Simplified
- Ralph Morrison: Fast Circuit Boards
- Johnson/Graham: High-Speed Digital Design
Bei der Messtechnik ist man leider auch mit günstigem Pre-Compliance
Equippment schnell bei mehreren Tausend Euro. Was man aber für den
Einstieg machen kann ist mit einer Nahfeld-Sonde und einem Oszi mit FFT
einfach mal zu schauen was so im Frequenzbereich los ist. Passable
Nahfeld-Sonden kann man sich auch ganz gut selbst basteln.
Die "schlimmsten Designkatastrophen" kann man auf jeden Fall mit Wissen
vermeiden. Dafür muss man keinen einzigen Euro für Messtechnik und/oder
Simulationssoftware ausgeben.
W.S. schrieb:> Wenn du allerdings meinst, daß du mit irgendwelchen Programmen o.ä. dir> das eigene Erfahren ersparen kannst, dann geht das in die Hose. Sowas> kann zum Bestätigen (oder eben nicht) dienen, aber möglichst gut machen> mußt du es schon selbst.
Das ist selbst mir als Quasi-Laie klar. Gerade als solcher traue ich
meinem eigenen Urteil in dem Bereich nicht besonders und würde mich
gerne von zwei (oder mehr) Seiten dem Thema nähern. Es geht mir auch
nicht darum, einen EMV-Test zu bestehen oder Hardware für andere,
geschweige denn für einen Markt herstellen. Nur lernen, experimentieren,
basteln und mir nicht unnötigen Ärger durch mieses Design machen.
Über Material von Rick Hartley (auch hier schon erwähnt) oder z.B.
diverse Interviews des Youtube-Kanals von Altium ergibt sich für mich
das Bild, dass neben dem Verständnis der Grundlagen, dem Überwinden von
Mythen (die früher vlt. mal richtig waren, dem technischen Stand aber
nicht mehr angemessen sind) man letztlich doch nicht am Messen und
Simulieren vorbeikommt. Ich kann solche Annahmen natürlich nicht
beurteilen. Auch die Aussage von Experten, dass diese regelmäßig
konsultiert würden, weil Designs der Kollegen einer EMV-Prüfung oder
anderen Kriterien nicht standhalten, interpretiere ich so, dass es auch
für den Profi kein Einfaches ist, Wissen und Designregeln richtig
anzuwenden. Ist doch dann kein Wunder, dass ich erstmal davon ausgehe,
dass ich das Erlernte nicht richtig verstanden habe und einen
empirischen Check machen will, oder?
P. S. schrieb:> Die "schlimmsten Designkatastrophen" kann man auf jeden Fall mit Wissen> vermeiden.
+1
Die Messung beweist nur das meine Maßnahmen erfolgreich waren oder wo
ich weiter optimieren muss. Vorher muss ich aber verstanden haben was
EMI verursacht, welche Arten von Störungen es gibt und was ich dagegen
tue.
Immer an der Quelle entstören und an der Ausbreitung hindern.
Die Netzfilter sind nur der Letze Teil der Entstörung und oft nicht der
wirksamste.
P. S. schrieb:> mit einer Nahfeld-Sonde und einem Oszi mit FFT> einfach mal zu schauen was so im Frequenzbereich los ist.
Da sieht man dann irgendwas in irgendeiner Höhe, aber ohne jeden Bezug
zu einer Labormessung.
Wenn man die Störaussendung normgerecht gemessen hat und weiß in welchem
Bereich man Überschreitungen hat, sind Nahfeldsonden einen gute
Möglichkeit den Störer zu identifizieren. Viel mehr können die m.E.
nicht.
Ich messe Leitungsgebunden EMV mit selbstbau LISN, Messplatz mit
Kupferplatte, Stromwandler und Siglent SSA. Alles zusammen keine 2K€ und
sehr viel Zeit.
Meine Messwerte stimmen in der Größenordnung mit den Labormessungen
überein.
Schon wenn man die Kabel vom DUT zum LISN anders verlegt als in der
Messvorschrift, kann man völlig andere Werte bekommen.
Man kann das alles für kleines Geld selbst bauen und auch mit einen 0815
China handheld Speki erstaunlich gute Messungen hinbekommen.
Wenn ich nicht mindestens 5dB unter dem Grenzwert bin, brauche ich nicht
ins Labor zu gehen.
Fürs Hobby nicht notwendig, ausser es ist Teil des Hobbys.
EMI und Gegenmaßnahmen verstehen und einplanen ist schon die halbe
Miete.
Max M. schrieb:> Ich messe Leitungsgebunden EMV mit selbstbau LISN, Messplatz mit> Kupferplatte, Stromwandler und Siglent SSA. Alles zusammen keine 2K€ und> sehr viel Zeit.> Meine Messwerte stimmen in der Größenordnung mit den Labormessungen> überein.> Schon wenn man die Kabel vom DUT zum LISN anders verlegt als in der> Messvorschrift, kann man völlig andere Werte bekommen.
Kann das von Max gesagtge unterstreichen. Bei mir ganz ähnlich, nur ein
Rigol DSA815TG, LISN-Mate Nachbau von WE, erlaubt getrennte Beurteilung
von Common und Differential Mode. Aber ich empfehle auch ausdrücklich
den nanoVNA und tinySA. Habe zunächst den nanoVNA als billigen Clone für
18€ in China bestellt, etwas herumgespielt, dann aber (zur Sicherheit)
denselben nochmal bei eleshop.eu bestellt, von denen wurde bestätigt,
daß sie Originale verkaufen. Naja, die beiden geben sich nicht viel. Mit
den beiden läßt sich einiges erreichen, lernen, basteln von
Nahfeldsonden, beurteilen von Antennen. Dazu ein billiger RF-Amp für ein
paar €. Wie Max schon schrieb, qualitativ läßt sich eine Maßnahme damit
gut beurteilen. Und seit ich mich (nach vielen Jahren, endlich!) mal mit
HF und EMV befasse, macht das Thema sogar richtig Spaß. Habe mich damit
in der Firma zu dem "Experten" (der einäugige unter den Blinden)
herausgearbeitet....
Gunnar F. schrieb:> LISN-Mate Nachbau von WE
Der interessiert mich.
Getrennte CM DM Beurteilung ist doch recht hilfreich.
Ich finde nur den tekbox LISN Mate.
Hast Du da Unterlagen für mich oder einen Link?
Gunnar F. schrieb:> einäugige unter den Blinden
Ich denke mehr ist bei EMV kaum zu erreichen.
Die Momente an denen mir recht klar ist was passiert und die an denen
ich mich nur noch durch Versuch, Irrtum, Nahfeldsonde und begründete
Vermutung langsam einer Lösung entgegenstümper, wechseln sich ab.
Sehe ich ebenso. In meinem EMV-Werkzeugkasten befanden sich immer auch
ein paar Vitroperm-Toroide als äußerst wirkungsvolle Gleichtaktdrosseln
für alle möglichen Anschlußkabel und eine Mantelstromsonde (in
Verbindung mit dem Rigol Specci)
Max M. schrieb:> Der interessiert mich.
Nach Recherche fand ich darüber eine Patentanmeldung, in der das Prinzip
beschrieben ist. Habe den auf einer Platine mit zwei Stück Würth
Elektronik WE744223_500uH_CM line filter realisiert. Was ich an der
Sache noch nicht verstanden habe, sind die Abschlußwiderstände. Ich
denke doch, beide Ausgängen CM und DM werden ihrerseits mit 5oR
abgeschlossen. Dann verstehe ich das Design nicht recht. Habe es aber
auch in LTSPice simuliert, funktionier i.O.
Olmotron schrieb:> Bei Störungen im GHz-Bereich?
Naja, wenn er Nutzsignale im GHz Bereich hat, dann wird er sowieso schon
entsprechende Messtechnik und auch entsprechendes Know-How besitzen.
Wenn die Störungen im GHz Bereich von irgendwelchen Oberwellen
niederfrequenzer Rechtecksignale herrühren, dann wird er diese auch mit
dem AM-Radio erwischen. Stichwort: Lattenzaun
https://www.qrpforum.de/index.php?attachment/9836-lattenzaun-jpg/
Wenn Signale auf Leitungen nicht die vorhandene Flankensteilheit
benötigen, kann man direkt an der Quelle auch einen kleinen Widerstand
in Reihe schalten.
Und um die Energie der Störsignale zu verschmieren, benutzt man spread
spectrum. Ein Jitter im Takt, mit dem man schmale, hohe Peaks in breite,
flache Häufchen verwandelt.
Gruß
Jobst
Jobst M. schrieb:> Und um die Energie der Störsignale zu verschmieren, benutzt man spread> spectrum.
Kann bis zu 10dB bringen.
Mit Pseudo Random, sonst weniger und abhängig davon wie weit man spreizt
und mit welcher Frequenz.
Jobst M. schrieb:> diese auch mit> dem AM-Radio erwischen.
Nett, aber das sagt eben wenig darüber aus wie weit man über oder unter
dem Grenzwert ist den man einzuhalten hat.
Ist auch wirklich schwer die eine unbekannte Störung zu finden in einem
saumäßig großem Frequenzband.
SDR + Wasserfall könnte da hilfreich sein.
Ich habe das Audio eines von mir gebauten Class-D im UKW Radio auf ca
100MHz hören können, wegen dem Ringing an den internen Mosfet Stufen.
Aber erst als ich aus dem EMI Labor wusste wo ich suchen muss und erst
als ich die Werte hatte, wusste ich das ich 10dB rausholen muss bevor
ich mich da erneut hintrauen kann.
Erst dann wurde ein vergleichende Messung mit Nahfeldsonde möglich, bei
der nicht der absolute Wert zählte sondern nur noch '10dB weniger als
vorher'.
Max M. schrieb:> Nett, aber das sagt eben wenig darüber aus wie weit man über oder unter> dem Grenzwert ist den man einzuhalten hat.
Das stimmt. Es ging dabei ja auch nur darum, etwas zu detektieren, nicht
eine Messung zu machen.
Max M. schrieb:> SDR + Wasserfall könnte da hilfreich sein.
Natürlich! Hätte ich auch drauf kommen können. Das ist natürlich
wesentlich besser geeignet, da man hier sogar sehen kann, ob man etwas
verbessert hat.
Edit:
Also Tip an den TO: RTL TV Stick mit RTL2832 und R820T2 besorgen und
HDSDR (windows) oder gqrx (Linux) installieren.
gqrx läuft hier auch auf dem RPi :-)
Gruß
Jobst