Hallo allerseits,
ich wohne in zentraler Lage einer größeren Stadt und habe wie viele
andere mit zunehmendem Lärm von draußen zu kämpfen. Selbst mit relativ
guten Fenstern sind bestimmte Lärmquellen einfach nicht wegzubekommen
(z.B. Sondersignale von Rettungsfahrzeugen), was besonders Nachts ein
Problem ist. Der Einsatz dieser Sondersignale hat im Vergleich zu früher
immens zugenommen und die Lautstärke ist so hoch, dass ich mir als
Fußgänger vor lauter Schmerzen die Ohren zu halten muss, damit ich keine
bleibenden Hörschäden oder Tinnitus erleide.
Meine Recherche hat bislang ergeben, dass es immer wieder mal
Antischall-Erfindungen in dieser Richtung gegeben hat, aus denen aber
scheinbar nie etwas geworden ist. Das Kickstarter-Projekt "Muzo" soll
zuletzt angeblich viel Geld abgezockt und am Ende nur Placebo-Geräte
ausgeliefert haben, die nicht mehr als das Abspielen von Sounds in
mieser Qualität beherrschen sollen. Aber auch von den anderen StartUps
scheint keines Erfolg gehabt zu haben.
Ich überlege nun, woran es liegt, dass dieses allgegenwärtige Problem
"Lärm" niemand in den Griff bekommt? Es geht mir nicht mal darum, bei
geöffnetem Fenster Ruhe zu haben. Mir würde schon reichen, wenn ich bei
geschlossenem Fenster drinnen kaum etwas vom Lärm draußen wahrnehmen
würde. Ist die Idee, dafür einen Sensor und einen "Vibrator" von innen
an das Fenster zu kleben, zum Scheitern verurteilt, da durch den
Gegenschall auch der Sensor gestört wird? Oder ist es das
unvorhersehbare Schwingungsverhalten der Fenster, dass eine komplizierte
Einmessung vor Ort erforderlich macht, so dass die Geräte niemals
universell eingesetzt werden können?
Viele Grüße
Bingo Bongo
Die Schallverteilung im Raum ist nicht gleichförmig.
Darum funktioniert Gegenschall immer nur lokal, z.B. mit einem
Kopfhörer.
Sennheiser hat einen guten, etwas billiger ist Oropax.
Bingo Bongo schrieb:> damit ich keine bleibenden Hörschäden oder Tinnitus erleide.
Ich würde Dir als erstes empfehlen, nicht maßlos zu übertreiben.
Lösungen kann man nur mit vernünftigen Aussagen erarbeiten.
Du kannst du Einsatzfahrzeuge weder leiser machen, noch die Anzahl der
Einsätze reduzieren.
Wenn es dein eigenes Haus ist, kannst du bessere Fenster und eine
Lüftungsanlage installieren, damit du die Fenster geschlossen halten
kannst. Je nach Geräusch musst du auch die Wände austauschen. In meiner
Umgebung fahren Auto-Freaks ihre lauten Fahrzeuge abends durch die
Gegend. Deren Lärm dringt überwiegend durch die Wände ein. Nicht zu
vergessen seien auch die zahlreichen Bauarbeiten in der Umgebung, die
den Boden beben lassen.
Für Dich sehe ich nur eine praktikable Lösung, mit der du zur Ruhe
kommst: Die Stadt verlassen.
Gegenschall ist an dieser Stelle jedenfalls vollkommener Blödsinn.
Walter T. schrieb:> Antischall? Ist doch schon lange Realität. Du kannst Kopfhörer, die -4> dB Verbessung bringen, für unter 60 Euro kaufen.
Ja, das funktioniert aber nur bei Kopfhörern. Zu besseren Schlaf
hift nur Ohropax o.ä. Das schafft auch deutlich mehr als die obigen
-4dB.
Hallo,
> Bingo Bongo schrieb:>> ich wohne in zentraler Lage einer größeren Stadt und habe wie viele> andere mit zunehmendem Lärm von draußen zu kämpfen. Selbst mit relativ> guten Fenstern sind bestimmte Lärmquellen einfach nicht wegzubekommen> (z.B. Sondersignale von Rettungsfahrzeugen), was besonders Nachts ein> Problem ist.
Da steht die Frage, ob man auch nachts unbedingt mit Sondersignal fahren
muß, sofern der Verkehr zu der Zeit eher gering ist.
Wenn sich nur genügend Bürger über die möglicherweise überflüssige
Benutzung von Sondersignalen beschweren, kann das evtl. auch per
Verordnung deutlich eingeschränkt werden.
> Der Einsatz dieser Sondersignale hat im Vergleich zu früher> immens zugenommen und die Lautstärke ist so hoch, dass ich mir als> Fußgänger vor lauter Schmerzen die Ohren zu halten muss, damit ich keine> bleibenden Hörschäden oder Tinnitus erleide.
Das Problem ist, dass viele moderne PKW im Inneren auch gut
Schallschützt sind und Sondersignale mit moderate Lautstärke deshalb
auch erst später wahrgenommen werden. Ein insgesamt hoher Lärmpegel
verursacht automatisch auch wieder lautere Warnsignale. Die
Sondersignale sollen ja letztentlich vor Schaden bewahren und das in
mehrfacher Hinsicht.
Einmal direkt, um sicher zustellen, dass keine Unfälle mit
Personenschäden durch die Rettungsfahrzeuge im Einsatz verursacht
werden.
Und indirekt, dass die Einsatzfahrzeuge auch rechtzeitig ankommen um
Leben zu retten. Währe ja schon blöd, wenn du ein Rettungsfahrzeug wegen
Herzinfarkt oder Schlaganfall innerhalb 5 min. erwartest, aber wegen
einem Unfahl, der sich auf der Anfahrt ereignet hat, erst nach 40min ein
Ersatzfahrzeug kommt.
Hier muß man als Bürger auch gewisse Unanehmlichkeiten ertragen.
Es wäre aber auch technisch längst machbar, dass sondersignale per Funk
an alle Verkehrsteilnehmer im Umkreis von paar hundert Metern gesendet
werden. Eine derartige technische Aussstattung ist längst überfällig.
Mit Einführung sich selbst steuernder Fahrzeuge wird aber auch eine
grundsätzliche Vernetzung der Fahrzeuge einher gehen. Dann wäre auch
dieses Thema quasi nebenher mit zu erledigen. Dauert aber sicher noch
paar Jahrzehnte.
> Meine Recherche hat bislang ergeben, dass es immer wieder mal> Antischall-Erfindungen in dieser Richtung gegeben hat, aus denen aber> scheinbar nie etwas geworden ist.
Das Thema ist sehr vielfältig. Aber die Physik, die dahinter steht, kann
man nicht einfach austricksen. Manches, was dir so vorschwebt, ist
zumindest derzeit einfach nicht machbar.
> Das Kickstarter-Projekt "Muzo" soll> zuletzt angeblich viel Geld abgezockt und am Ende nur Placebo-Geräte> ausgeliefert haben, die nicht mehr als das Abspielen von Sounds in> mieser Qualität beherrschen sollen. Aber auch von den anderen StartUps> scheint keines Erfolg gehabt zu haben.> Ich überlege nun, woran es liegt, dass dieses allgegenwärtige Problem> "Lärm" niemand in den Griff bekommt?
Das kann man so ja nicht sagen.
Einerseits wird der Lärm als Umweltbelastung angesehen und in
vielfältiger Weise vom Gesetzgeber reglementiert. So mancher Bürger
fordert da viel mehr, ist aber der meinung, dass vor allem die anderen
den Lärm machen und man selber die Freiheit hat zu tun, was einem eben
gerade in den kram paßt.
Das ist aklos immer eine Abwägung von Intersssen.
> Es geht mir nicht mal darum, bei geöffnetem Fenster Ruhe zu haben.> Mir würde schon reichen, wenn ich bei geschlossenem Fenster drinnen> kaum etwas vom Lärm draußen wahrnehmen würde.
Das Thema passiver Schallschutz ist auch recht weit gediegen.
Nur sind die notwendigen baulichen Maßnahmen oft umfangreich und man muß
wirklich jedes Detail beachten, wenn ein sehr hoher Dämpfungsfaktor
erreicht werden soll.
Grundsätzlich haben die Übergänge von Luftschall auf massive Festkörper
einen sehr schlechten Wirkungsgrad, so dass ein hohes Dämpfungmaß
erreicht werden kann. Aber geringste Undichtheiten lassen Schall durch
Ritzen und Poren wieder besser durch.
Echte Schallschutzfenster sind deshalb eher 3-fach verglast und haben
perfekte Dichtungen im Rahmen (Vorteil: Das deckt sich weitgehend auch
mit dem Anforderungen für hervorragende Wärmeisolierung.).
> Ist die Idee, dafür einen Sensor und einen "Vibrator" von innen> an das Fenster zu kleben, zum Scheitern verurteilt, da durch den> Gegenschall auch der Sensor gestört wird?
Nein, Schall ist nicht nur eine triviale Grundschwingung der Scheibe.
Solche rel. niederfrequenten Schwingungen kann man auch rel. gut
erfassen und dagegen steuern.
Der Lärm von außen ist aber ein sehr breitbandiges Gemisch von
Schallwellen, welche sehr unterschiedlich auf die Glasflächen wirken. Da
entstehen an jedem beliebigen Ort der Galsfläche andere
Schwingungsmoden.
Siehe auch sogenannte Partialschwingungen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Modenhttps://physik.cosmos-indirekt.de/Physik-Schule/Partialschwingung
Solche lassen sich kaum mit einfacher Technik kompensieren.
Und wenn die Fenster nicht perfekt dicht sind, nutz es sowieso weniger.
> Oder ist es das> unvorhersehbare Schwingungsverhalten der Fenster, dass eine komplizierte> Einmessung vor Ort erforderlich macht, so dass die Geräte niemals> universell eingesetzt werden können?
ich meine, passiver Schallschutz ist hier erfolgsversprechend, kostet
aber natürlich deutlich viel mehr Geld als so ein kleines Gerät für paar
€.
Zukünftig sollte insbesondere der Fahrzeuglärm durch Motoren stark
abnehmen, wenn elektrisch gefahren wird.
Ansonsten bleibst dir auch noch der persönliche passive Lärmschutz per
Kopfhörer oder Ohrstöpsel (Ohropax).
Gruß Öletronika
U. M. schrieb:> Da steht die Frage, ob man auch nachts unbedingt mit Sondersignal fahren> muß, sofern der Verkehr zu der Zeit eher gering ist.
M.W. kann es da aber rechtliche Probleme geben, wenn es ohne Sonder-
signal zu einem Unfall kommt. Dann bekommt der Fahrer des Sonder-
signalfahrzeugs möglicherweise eine Mitschuld.
Es gibt Erfindungen mit Meta-Strukturen die sehr kompakt sind (zB.
Wandbildformat) und bestimmte Frequenzen verschlucken.
Vielversprechend ist auch die Erfindung dieser Anordnung aus stehenden
Röhren in einer bestimmten ANordnung, die man zwischen Strasse und Haus
aufbaut und die den Verkehrslärm deutlich reduzieren sollen.
Ich finde gerade die Links nicht, es war alles auf phys.org.
Atomreaktoren und Geschosse die 20cm Panzerstahl wie nichts durchdringen
können sie bauen, aber so ner simplen Schallwelle werden die nicht Herr.
Ist doch ganz klar das da die Bevölkerung einfach nur drangsaliert
werden soll damit keiner Wach durch den Tag kommt und Unstimmigkeiten im
System findet.
Stefanus F. schrieb:> Wenn man sich total abschottet hört man aber die Sirenen nicht> mehr, die> man hören sollte. Was ist, wenn die Russen kommen?
Nünt, die tun nichts die wollen nur spielen.
Namaste
Den O. schrieb:> aber so ner simplen Schallwelle werden die nicht Herr.
Deswegen nutzen die Koreaner Schallwellen, um ihre Gegner zu nerven.
> Ist doch ganz klar das da die Bevölkerung einfach nur drangsaliert> werden soll damit keiner Wach durch den Tag kommt und Unstimmigkeiten im> System findet.
An der Grenze zwischen Nord und Süd-Korea ja. In Deutschland dienen
Sirenen als Warnsignal, um schlimmeres zu verhindern. Aber wem sage ich
das, du bist sicher nicht so Banane, das nicht zu wissen.
Winfried J. schrieb:> die (Russen) tun nichts die wollen nur spielen.
Mal Spaß beiseite, mir wurde noch in der Schule beigebracht, wie man
sich bei Fliegeralarm zu verhalten hat und dass wir uns vor den
Russischen Bombern fürchten müssen.
Meine Kinder gucken immer mit großen Augen, wenn ich denen davon
erzähle. Die können sich gar nicht vorstellen, jemals in krieg zu
geraten. Die haben eher Angst vor gewalttätigen Mitschülern.
Siehste und uns ham’s das über die Amis erzählt. Und ehrlich die Amis
haben deutlich öfter und intensiver gebombt jedenfalls solange ich Kind
war. Seit Afghanistan haben die Russen nachgezogen aber aufgeholt wohl
noch lange nicht.
Namaste
Stefanus F. schrieb im Beitrag b#5824669:
> Die können sich gar nicht vorstellen, jemals in krieg zu> geraten.
Dann wäre es an der Zeit ihnen zu sagen, dass die globale wie die
europäische Situation alles andere als save ist.
Namaste
Winfried J. schrieb:> Siehste und uns ham’s das über die Amis erzählt
Ich habe Krieg zum Glück nie erleben müssen. Aber ich habe mit alten
Menschen darüber gesprochen.
Mein Stief-Opa sollte seinen Freund erschießen, weil die Grenze zum
Feind plötzlich zwischen deren Höfe verlief. Er hat absichtlich daneben
gezielt und musste dafür lange ins Gefängnis. Sein Freund hat versucht,
zu desertieren und wurde hingerichtet.
Das ist nur eine von vielen sehr traurigen Geschichten. Wir denken viel
zu selten daran, wie gut wir es zur Zeit haben.
Nachtrag
Ja, aus militärhistorischer Betrachtung heraus sehe ich es so:
Es geht wieder mal um die Neuaufteilung von Interessens- und
Einflusssphähren und das politische Klima erreicht das Stadium einer
Spannungsphase, wie sie allen Kriegen der letzten hundertfünfzig Jahren
vorausging.
Wobei D. wieder mal zwischen allen Stühlen sitz. Keiner, weder
Verbündete, noch Enemy trauen Ihnen über den Weg.
Nicht mal das Schweizer Modell käme in Frage.
Diplomatie scheint die einzig vernünftige Chance. Militärisch steht D.
auf dem Stand von FLi.
Und auch im Osten flammen die Konflikte wieder auf.
https://www.vol.at/neuer-ukrainischer-praesident-bereit-zu-gespraechen-mit-moskau/6185476
Namaste
Stefanus F. schrieb:> Den O. schrieb:>> aber so ner simplen Schallwelle werden die nicht Herr.>> Deswegen nutzen die Koreaner Schallwellen, um ihre Gegner zu nerven.>>> Ist doch ganz klar das da die Bevölkerung einfach nur drangsaliert>> werden soll damit keiner Wach durch den Tag kommt und Unstimmigkeiten im>> System findet.>> An der Grenze zwischen Nord und Süd-Korea ja. In Deutschland dienen> Sirenen als Warnsignal, um schlimmeres zu verhindern. Aber wem sage ich> das, du bist sicher nicht so Banane, das nicht zu wissen.
oh man :)
Stefanus F. schrieb:> Ich würde Dir als erstes empfehlen, nicht maßlos zu übertreiben.> Lösungen kann man nur mit vernünftigen Aussagen erarbeiten.
Ich übertreibe nicht. Speziell die Feuerwehr ist hier dermaßen laut,
dass man als Fußgänger heilfroh ist, wenn die Attacke vorrüber ist. Laut
einer Schallpegelmessung soll die Sirene wohl ungefähr 120 dB haben.
Freunde von mir, die zufällig mal einen solchen Einsatz live aus
nächster Nähe erlebt haben, empfanden die Sirene ebenfalls als
schmerzhaft.
Langfristig wäre ein Umzug denkbar, aktuell muss ich erstmal
Alternativen zum Umzug in Betracht ziehen.
Individuell angepasster Gehörschutz vom Akustiker soll in so einem Fall
angeblich gut für die Nachtruhe sein. Ich habe schon recherchiert, finde
aber kaum Informationen über die frequenzabhängige Dämpfung. Den Wecker
oder die Türklingel würde ich schon gerne hören, aber ob sich das mit
dem Wunsch nach stark gedämpften Sondersignalen verträgt? Eventuell muss
ich mir dann einen neuen Wecker und eine neue Türklingel mit höherer
Frequenz kaufen.
U. M. schrieb:> Hier muß man als Bürger auch gewisse Unanehmlichkeiten ertragen.
Das verstehe ich natürlich und ich hoffe ehrlich für jeden in Not
Geratenen, dass er schnellstmöglich versorgt wird, aber die ständige
Störung der dringend notwendigen Nachtruhe kann für unseren Organismus
auf lange Sicht schwere gesundheitliche Folgen haben (z.B. Herzinfarkt).
Spätestens hier sollte man die Interessen mal objektiv gegeneinander
abwägen und zumindest Nachts die Sirene um 30 dB leiser machen, denn es
müssen neben mir noch viele andere Menschen mit diesem krankmachenden
Lärm leben.
Ich sehe hier jeden Werktag mehrfach, wie die Einsatzfahrzeuge trotz
infernalem Sirenenlärm elend Lange durch mehrere Autofahrer nacheinander
aufgehalten werden, die nur zögernd Platz machen. Die ohnehin schon
extreme Lautstärke der Sondersignale hilft da augenscheinlich kein
bisschen weiter. Ich fahre ja selber Auto und sobald ich nur Musik in
wirklich moderater Lautstärke anstelle, nehme ich Sondersignale bei
geschlossenem Auto-Fenster fast gar nicht mehr war. Im Sommer hat man
darüber hinaus meistens noch die Klimaanlage an, die ebenfalls Geräusche
macht, und die Fenster in der Folge geschlossen. Von daher pflichte ich
Dir völlig bei, dass es höchste Zeit ist, diesen Teufelskreis zu
durchbrechen und eine wirksame Signalisierung für Einsatzfahrten
einzuführen.
Edit: Ich musste mich zum Antworten registrieren und "bingobongo" war
als User schon belegt, daher nenne ich mich "loudness".
Das einzig praktikable, wenn man so empfindlich ist:
Zieh aufs Land.
Warum sich Leute in der Stadt über Lärm beschweren kann ich nicht
nachvollziehen. Eine Stadt ist nun mal laut (mehr oder weniger).
Andreas B. schrieb:> Warum sich Leute in der Stadt über Lärm beschweren kann ich nicht> nachvollziehen. Eine Stadt ist nun mal laut (mehr oder weniger).
Nun, ich bin aus einem Vorort mitten in die Stadt gezogen.
Seitdem herrscht nachts himmlische Ruhe, während ich vorher
immer wieder mal nachts wach wurde. Es kommt also immer darauf
an. Z.Z. läuft ein Prozess, ob in einem kleinen Dorf auf einer
Weide direkt neben einem Wohnhaus die Kühe Kuhglocken tragen
dürfen. Ich glaube, jetzt ist der Bundesgerichtshof dran.
Loudness L. schrieb:> Laut> einer Schallpegelmessung soll die Sirene wohl ungefähr 120 dB haben.
So eine Angabe ist weitgehend sinnfrei, da völlig unklar ist, was da
angegeben wird. Mit "Schallpegel" kann der Schalleistungspegel gemeint
sein, dann wären die 120dB ein Maß für den gesamten von der Sirene
abgegebenen Schall (vereinfacht). Gebräuchlicher wäre die Angabe als
Schalldruckpegel, der ist aber massiv abhängig vom Abstand zur
Schallquelle. Je näher, desto laut.
Wenn die Sirene einen Schalldruckpegel von 120dB in 1m Entfernung
hervorruft, klingt das nach sehr viel - aber in deinem Wohnzimmer kommen
vielleicht trotzdem nur 60dB an. Das ist störend, keine Frage, aber
trotzdem eine ganz andere Größenordnung.
Die Schmerzschwelle liegt bei ca. 130dB, Gehörschäden gibt's so ab 120dB
bei kurzfristiger Einwirkung. Aber: diese Pegel gelten DIREKT AM OHR!
Wenn eine Sirene die selben 120dB in 30m Entfernung und einer Hauswand
dazwischen erzeugt, dann ruft sie natürlich KEINEN Hörschaden hervor.
Als Fußgänger in der Hauptschallrichtung des Einsatzwagens so in 20m
Entfernung, ja, da bringt so eine Sirene schon einen ordentlichen
Schalldruck zustande - da ist ein beherzter Sprint aus der Fahrbahn aber
auch angezeigt. Üblicherweise produzieren die Biester 110dB in 10m
Entfernung, also knapp unter der Hörschaden-Gefahrgrenze.
Soll heißen: Um das Maß der störenden Schallimmission in der Wohnung zu
bekommen, muss auch in der Wohnung gemessen werden und zwar in normalen
Hörpositionen. Also frei im Raum, im Bett, am Küchentisch - und nicht
mit an die Außenmauer gehaltenem Mikro...
Die Ursprungsfrage ist ja aschon beantwortet - Gegenschall funktioniert
nur punktuell an beiden Enden der Schallübertragungsstecke. Also
entweder an der Quelle (Irgendwo hab' ich mal gelesen, dass mit
Gegenschall zum Ruhigstellen quietschender U-Bahn-Räder gearbeitet
wurde) oder an der Senke, also direkt am Ohr. Ich hab' hier
geräuschunterdrückende Kopfhörer (Sony MDR-1000X), die sind für meinen
Geschmack darin ziemlich gut.
Bingo Bongo schrieb:> mit zunehmendem
Merkwürdig.
Überall wird es ruhiger.
Weniger Überschalljäger, weniger Strassenbahnen, weniger Lastwagen,
selbst Busse fahren heute mit Elektroantrieb (der Bus war das einzig
röhrende hier nachts im Stadrteil, seit dem er an der Stadtteilgrenze
auf Elektro umschaltet ist Ruhe), und die Geschwindigkeit des
Parkplatzsuchverkehrs ist von 50 auf 30 reduziert.
Sicher ist es in Innenstädten immer noch zu laut, was auf Dauer krank
macht und die Herzinfarktrate in die Höhe treibt, aber Innenstadt ist
doch hip, da wollen doch all die Besserverdienenden hin (und
Geringverdiener können sich angeblich die dortigen Mieten doch sowieso
nicht mehr leisten, ziehen also auf's noch ruhigere Land in dem nicht
mal mehr Fabriken die Idylle stören.
Bingo Bongo schrieb:> ich wohne in zentraler Lage einer größeren Stadt und habe wie viele> andere mit zunehmendem Lärm von draußen zu kämpfen. Selbst mit relativ> guten Fenstern sind bestimmte Lärmquellen einfach nicht wegzubekommen
Technisch lässt sich das in einem Altbau praktisch nicht lösen, da die
komplette Isolation, nicht nur in den Fenstern, unzureichend ist. Wie
schon gesagt wurde, funktioniert "Antischall" nur für einen Punkt im
Raum bzw. in der Praxis sogar nur mit Kopfhörern.
Ohrstöpsel sind bestimmt auch keine Lösung; ich denke, setzt man die
langfristig ein, vermehren sich mangels Belüftung Bakterien im Innenohr
und machen krank.
Es bleibt wohl nur, in ein moderneres Gebäude umzuziehen, welches besser
schallgedämmt ist, oder in eine ruhigere Gegend zu ziehen.
Matthias L. schrieb:> Wenn die Sirene einen Schalldruckpegel von 120dB in 1m Entfernung> hervorruft, klingt das nach sehr viel
Soviel sind das in dem Abstand gar nicht. Laut DIN müssen es in 3.5m
Abstand wohl mindestens 110db(A) Schalldruckpegel sein.
Ernsthaft: Ignorieren, nach zwei bis drei Wochen hörst du das alles
nicht mehr.
Ich bin vor vielen Jahren auch vom Kuhkaff in die Großstadt gezogen und
anfangs war der Lärm selbst mit geschlossenem Fenster unerträglich.
Mittlerweile höre ich das gar nicht mehr, kann sogar mit offenem Fenster
schlafen, trotz Fenster raus Richtung Bahn Güterverkehr in der Nacht,
Hauptstraße inkl. Feuerwehr etc. Ich hab gelernt, das auszublenden.
Vor Lärm ist man nie sicher. Mein Nachbar renoviert gerade seine Wohnung
und ich müsste am PC fast Gehörschutz tragen (kein scherz, die Hilti ist
saumäßig laut!) da wir eine Wand teilen.
Also wie gesagt, in der Stadt ist es nunmal laut. Will man es leise,
muss man aufs Dorf, mit allen verbundenen Nachteilen.
Serge W. schrieb:> Also wie gesagt, in der Stadt ist es nunmal laut. Will man es leise,> muss man aufs Dorf, mit allen verbundenen Nachteilen.
Nachteile wie zum Beispiel eine kaputte Amsel, die ein ziemlich
unnatürlich klingendes, durchdringendes und andauerndes Piepsen von sich
gibt. (Gut, die war nur ein Jahr da, dann hat vermutlich die
Nachbarskatze sie ausgeschaltet.
Oder Nachteile wie ein Hahn, der den ganzen Tag über in unregelmäßigen
Abständen kräht.
Und aus irgend einem Grund schafft es, außer natürlich seinem Besitzer,
so gut wie niemand in der Nachbarschaft diesen Hahn zu ignorieren, so
wie es bei spielenden Kindern, Rasenmähern oder Nachbars Baulärm
gelingt.
So ruhig und friedlich ist es auf dem Land also auch nicht immer. Aber
wenigstens fahren hier weniger Autos und man kann sich im eigenen Garten
am Wochenende in die Sonne legen. ;-)
Karl K. schrieb:> Oder direkt an der Quelle. ;-)
Sagen wir "in der Nähe der Quelle". Damit wird klar, dass es ein
Phasenproblem gibt und Auslösung mit einfachem Gegenschall in alle
Richtungen so richtig gut nur für Bässe funktioniert. Das allerdings ist
sehr effektiv, wenn man es richtig macht.
Jürgen S. schrieb:> Karl K. schrieb:>> Oder direkt an der Quelle. ;-)>> Sagen wir "in der Nähe der Quelle". Damit wird klar, dass es ein> Phasenproblem gibt und Auslösung mit einfachem Gegenschall in alle> Richtungen so richtig gut nur für Bässe funktioniert. Das allerdings ist> sehr effektiv, wenn man es richtig macht.
Mit hinreichend viel TNT kommt es sogar nicht einmal mehr auf die
Phasenlage an; da ist schlicht Ruhe. Hinterher.
Percy N. schrieb:> Mit hinreichend viel TNT kommt es sogar nicht einmal mehr auf die> Phasenlage an; da ist schlicht Ruhe. Hinterher.
Da braucht es kein TNT, regelmässig lauter Schall oder einmal überlaut
reicht auch:
Loudness L. schrieb:> die zufällig mal einen solchen Einsatz live aus> nächster Nähe erlebt haben, empfanden die Sirene ebenfalls als> schmerzhaft.
Ich halte mir zeit meines Lebens die Ohren zu, wenn ich sehe, dass
gleich ein solches Fahrzeug an mir vorbei fährt.
Johnny B. schrieb:> Technisch lässt sich das in einem Altbau praktisch nicht lösen, da die> komplette Isolation, nicht nur in den Fenstern, unzureichend ist.
Das lässt sich so allgemein nicht sagen. Gerade die Häuser z. B. um 1900
haben mit 60cm ziegelmauer massiv sicher einen besseren schallschutz als
so manch ein neueres Gebäude, vor allem die kurz nach dem Krieg. Fenster
müssen natürlich stimmen.
Claus M. schrieb:> mit 60cm ziegelmauer massiv
Wenn das so schon vorliegt und günstig zu erwerben ist, kann das
hinkommen.
Wenn man aber 60cm Zubauen will und darf, plädiere ich lieber für eine
modern ausgeführte Doppelwand mit Dämmung dazwischen. Das ist akustisch
genau so gut hinzubekommen, aber deutlich preiswerter und auch
wärmetechnisch günstiger. Im Verbund mit einem Doppelfenster aus
dreifach-verglasten Scheiben ist man da auch auf der sicheren Seite.