IGBT oder MOSFET? bei permanenter Last

Gast #6146939
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Hallo,

ich habe eine generelle Frage zum Einsatz von IGBTs und MOSFETs.

Ich möchte eine Last permanent einschalten. Die Schaltfrequenz geht 
daher gegen f = 0Hz.
U = 48V bei max. 30A.

bei IGBT finde ich üblicherweise ca. U_CE = 1,6V -->
also gleich mal 48W Verlustleistung,
während so MOSFET einen RDS_ON von z.T. nur einigen mOhm haben.
Und die Verlustleistung weit unter der Hälfte läge.

Ist dem tatsächlich so?
Also ist ein MOSFET für die "ungeschaltete" Anwendung besser geeignet?


IGBT: z.B.
https://docs.rs-online.com/06e5/0900766b812cf885.pdf




MOSFET: z.B.
https://docs.rs-online.com/d680/0900766b807913a9.pdf
Gast #6146952
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Das ist weniger eine Frage von "ungeschaltet" versus "geschaltet" 
sondern mehr eine Frage der Sperrspannung.

Als Faustregel kann man bei so ungefähr 200V eine Grenze setzen. Unter 
dieser Spannung ist meistens ein MOSFET besser geeignet da an seinem 
Kanalwiderstand weniger Spannung verloren geht. Über dieser Spannung ist 
meistens ein IGBT die bessere Wahl weil ein MOSFET zu hochohmig wird.
#6146996
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A-Freak schrieb:
> Das ist weniger eine Frage von "ungeschaltet" versus "geschaltet"
> sondern mehr eine Frage der Sperrspannung.

Jain.

> Als Faustregel kann man bei so ungefähr 200V eine Grenze setzen. Unter
> dieser Spannung ist meistens ein MOSFET besser geeignet da an seinem
> Kanalwiderstand weniger Spannung verloren geht. Über dieser Spannung ist
> meistens ein IGBT die bessere Wahl weil ein MOSFET zu hochohmig wird.

Etwas genauer ausformuliert: bei einem IGBT ist die Sättigungsspannung 
U_ce_sat relativ unabhängig davon, wieviel Sperrspannung er verträgt. 
Ein IGBT für 200V und einer für 800V unterscheiden sich nur 
unwesentlich.

Bei MOSFET ist das anders. Typen für höhere Sperrspannung haben typisch 
auch einen höheren R_ds_on. Wobei sich das im Zuge des technischen 
Fortschritts immer wieder verschiebt. Die Tendenz bleibt aber bestehen. 
Deswegen ist es auch nicht sinnvoll, MOSFET mit höherer Sperrfähigkeit 
als benötigt einzusetzen.

Für die Entscheidung zwischen IGBT und MOSFET muß man mit den konkreten 
Daten der ausgewählten Typen nachrechnen, welcher die niedrigeren 
Durchlaßverluste hat. Für niedrige Spannungen ist das typisch der 
MOSFET, für hohe Spannungen typisch der IGBT. Im Mittelfeld muß man halt 
mal etwas genauer hinschauen.
Gast #6147020
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mech schrieb:
> Heins. J. schrieb:
>> Ich möchte eine Last permanent einschalten. Die Schaltfrequenz geht
>> daher gegen f = 0Hz.
>> U = 48V bei max. 30A.
>
> IGBT ist bei der Spannung Schmarrn, die Frage ist eher MosFET oder
> Relais?

Bei 48V/30A wirds mit Relais aber recht teuer.
Gast #6147044
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Ingo Less schrieb:
> Bei 30A ziehts n schönen Funken beim Öffnen. N
> MOSFET wäre schon die cleverere Lösung

Würde ich auch annehmen, aber für Relais bzw. Schütz könnte ich noch 
eher Gründe finden als für IGBT. Und wenns nur das technische 
Verständnis des Wartungstrupps ist.

Ja, Relais wird teuer und groß und laut.
(Firma: Funkenflug Industries) #6147055
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Falls Du in der negativen Zuleitung zum Verbraucher schalten kannst, 
macht sich ein N-FET wirklich gut. Man kann auch zwei gute 
parallelschalten, dann halbiert sich der Rds(on) nochmal und man hat nur 
noch ein Viertel der Verlustleistung.

In der positiven Zuleitung müsste man mit P-FETs dran oder N-FETs mit 
erhöhtem Aufwand. Außerdem muß man beachten, daß beide FET-Typen 
meistens nur 20Vgs aushalten.
Gast #6147098
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Ich nutze MOSFETs um meinen 12 V Wechselrichter zu schalten. Wenn ich 
mich richtig erinnere irgendeinen aus der IRFP Serie. Man sollte diese 
ruhig recht großzügig auslegen in Bezug auf Strom und Spannung, wenn es 
nicht gerade auf Kosten ankommt.
Gast #6147197
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"... f = 0Hz, U = 48V bei max. 30A."

Hier empfiehlt sich ein Low VCE(sat) Transistor von ON Semiconductor. 
Allerdings benötigst Du dazu noch eine Ansteuerschaltung, gibts aber 
auch von ONsemi.

Grüße Löti
Gast #6147235
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Gerald K. schrieb:
> mech schrieb:
>> Pro MosFET ja, insgesamt ist die Verlustleistung halbiert. Weiß nicht ob
>> du es so gemeint hast, nur zur Klarstellung.
>
> Wirklich?
>
> Die beiden FETs teilen sich den Strom ==> halber Strom
> Der Spannungsabfall an den FETs halbiert sich ==> halbe Spannung
>
> Also sollte doch die Leistung pro FET ein Viertel sein, oder?

Oder einfach:

P=R*I^2

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