Hallo.
Ich habe folgende Schaltung erstellt. Sie soll ein Schütz mit 12V-Spule
(Haltestrom 160mA) treiben und über einen Hilfskontakt Rückmeldung
bekommen. Würde dies so passen. Controller ist 3.3V-Typ. Pullup
controllerseitig.
Pin1: Schützspule gegen Masse
Pin2: Hilfskontakt des Schützes gegen 12V zur Rückmeldung des
Schaltzustandes
Die beiden Pins sind unabhängig, führen halt nur zu demselben Bauteil.
Stefan ⛄ F. schrieb:> D12 gehört parallel zur Spule des Schütz. An der gezeichneten> Stelle ist sie wirkungslos, das bereits im MOSFET eine (parasitäre)> Diode enthalten ist.
Warum hat dafür jemand ein -1 vergeben? Habe ich etwas falsches
geschrieben?
MaWin schrieb:> Wahrscheinlich hast du einen 'Fanboy'.
Ich finde es gut, dass ihm hier nachfragt!
Ist es doch ein Zeichen dafür, dass die Hybris, die 100% Schwelle, noch
nicht erreicht hat.
EAF schrieb:> Der IRLML6246 hat eine VGS Max von +- 12V>> Den hast du da mit deiner 12V Versorgung "Spitz auf Knopf" genäht
Scheinbar wurde dieser auch über Nacht ausverkauft. Stattdessen würde
ich den https://cdn-reichelt.de/documents/datenblatt/A200/TSM2307CX.pdf
nehmen wollen. VGS=20V. Das dürfte dann doch passen?
Stefan ⛄ F. schrieb:> D12 gehört parallel zur Spule des Schütz. An der gezeichneten Stelle ist> sie wirkungslos, das bereits im MOSFET eine (parasitäre) Diode enthalten> ist.
Ich hatte mal gelernt, dass man so tun sollte, als wäre die Diode nicht
vorhanden. Eine Freilaufdiode ist im Schütz integriert.
Christian schrieb:> Ich hatte mal gelernt, dass man so tun sollte, als wäre die Diode nicht> vorhanden.
Naja...
So grob vereinfachte Ansichten, sind häufig falsch.
1. Wenn man die Bodydiode ignoriert, kann sie einem unerwartete Streiche
spielen. Also einfach nur die Augen zu halten und sagen, ich sehe da
keine, ist nicht drin.
2. Die Bodydiode ist schon als Freilaufdiode verwendbar. Viele BLDC
Kontroller machen es vor.
Es ist also schon so, dass man das Vorhandensein der Bodydiode in seine
Schaltung aufnehmen muss. Ob man deren Wirkung dann beabsichtigt nutzt,
ist ein zweites Kapitel.
z.B. sehe ich in deiner Schaltung auch keinen Nutzen für die zweite
Diode da.
EAF schrieb:> Die Bodydiode ist schon als Freilaufdiode verwendbar
?!?
Rausscheiden aus dem MOSFET und an der passenden Stelle anbringen, oder
wie ?
EAF schrieb:> Viele BLDC Kontroller machen es vor.
So so, das sind aber (3) H-Brücken.
Du möchtest einfach nur was unpassendes beitragen zur Steigerung der
allgemeinen Verwirrung, scheint es.
Warum eigentlich nicht direkt low side schalten mit einem Logic Level
FET direkt am µC? Die Forderung, dass eine Spulenseite fix mit GND
verbunden ist habe ich nirgends gesehen.
MaWin schrieb:> So so, das sind aber (3) H-Brücken.
Ich beglückwünsche dich zu dieser herausragenden Erkenntnis!
Möchte aber zu bedenken geben, dass es nicht 3 H-Brücken sind, sondern 3
halbe H-Brücken.
Alle 3 mit jeweils 2 FET.
Und das ist, worüber ich rede!
Über FET und ihre Bodydioden.
Christian schrieb:> Ich hatte mal gelernt, dass man so tun sollte, als wäre die Diode nicht> vorhanden.
Denn dann kann man die Schaltung eins BLDC Kontrollers nicht verstehen,
wenn man die Bodydioden geistig ausblendet.
Da kannst du noch so sinnverzerrend zitieren, und so viele Dioden aus
den FET ausbauen, wie du willst.
Wenn das Schütz keine Freilaufdiode integriert hat, leitet D12 (bzw
auch die Body Diode) den beim abschalten induzierten Impuls an die 12V
Versorgung. Wenn die Summer aller übrigen Lasten an 12V geringer ist als
dieser Strom, dann wird sich die Versorgungsspannung auf über 12V
erhöhen. Irgendwo muss die Energie ja hin.
Stefan ⛄ F. schrieb:> leitet D12 (bzw> auch die Body Diode) den beim abschalten induzierten Impuls an die 12V> Versorgung.
Falsche Fantasie!
Male die Knoten und Maschen des Herrn Kirchhoff, und du wirst sehen,
dass an der Schraubklemme 1 eine negative Spannung auftritt.
Das heißt, beide Dioden werden nur in Sperrichtung belastet.
Also auch keine "kontrollierte Ableitung" über diese, allerdings
vielleicht Zerstörung,
EAF schrieb:> Male die Knoten und Maschen des Herrn Kirchhoff, und du wirst sehen,> dass an der Schraubklemme 1 eine negative Spannung auftritt.
Hmm, ich glaube du hast Recht. Wie komme ich nur auf diesen Quatsch?
Allerdings: Auch ein negativer Impuls wird an die Stromversorgung
abgeleitet, nämlich durch die parasitäre Zenerdiode im MOSFET, wenn die
Spannung dazu hoch genug ist.
Die Versorgungsspannung könnte dann schon kurz Zappeln, aber wohl nicht
in Richtung "zu hoch" sondern eher anders herum.
Für die Funktion reicht genau ein BC337 + Basis-R oder ein LL-nMOSFET.
Man schaltet Low Side, der Hilfskontakt kann direkt an den Controller,
wenn er mit 3.3V betrieben wird; wozu da einen Optokoppler einbauen?
Gut, die Software muss dann invertiert treiben und ggf. lesen, aber auch
dazu kann man Software überreden 😀.
Wenn die beiden LED auch drin sein müssen: wie gehabt D19+R28 parallel
zur Spule und D3+R19 an den Eingang des Controllers.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Wenn das Schütz keine Freilaufdiode integriert hat, leitet D12 (bzw> auch die Body Diode) den beim abschalten induzierten Impuls an die 12V> Versorgung. Wenn die Summer aller übrigen Lasten an 12V geringer ist als> dieser Strom, dann wird sich die Versorgungsspannung auf über 12V> erhöhen. Irgendwo muss die Energie ja hin.
Die 12V werden vermutlich die Basisversorgung sein und mit Sicherheit
einen größeren Kondensator besitzen. Und die 3.3V werden über einen
Regler erzeugt. Da passiert nichts, selbst wenn nach dem Abschalten des
Schützes fast keine Last mehr da sein sollte.
Die Energie wird in dem Kondensator für weitere Verwendungen gespeichert
...
Stefan ⛄ F. schrieb:> Allerdings: Auch ein negativer Impuls wird an die Stromversorgung> abgeleitet, nämlich durch die parasitäre Zenerdiode im MOSFET, wenn die> Spannung dazu hoch genug ist.
Die verbotene Zone.
Der Durchbruch, wegen zu hohem Vds, wird meist mit dem sofortigen Tod
des Tansistors bestraft. Zumindest, wenn dort nennenswerte Ströme
fließen.
Das Prinzip funktioniert, bei einem Relais, also eher nur einmal.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Hmm, ich glaube du hast Recht.
Ich weiß!
Stefan ⛄ F. schrieb:> Wie komme ich nur auf diesen Quatsch?
Hmmm....
Das ist schon schwieriger zu beantworten, denn ich kann nicht in deinen
Kopf schauen.
Ich sehe nur, dass deine Vorstellungen, Gedanken, Aussagen und Fantasien
manchmal durch keinerlei Fakten getrübt werden.
Du bläst sie scheinbar ohne "reality check" in die Welt. Andere dürfen
das dann bemerken, und korrigieren. Was dann regelmäßig mit
Ablenkungsmanövern konterkariert wird. Und ja, die "parasitäre
Zenerdiode" ist genau so ein Exemplar.
EAF schrieb:> Falsche Fantasie!>> Male die Knoten und Maschen des Herrn Kirchhoff, und du wirst sehen,> dass an der Schraubklemme 1 eine negative Spannung auftritt.> Das heißt, beide Dioden werden nur in Sperrichtung belastet.
Nö.
Die Diode parallel zur Spule macht genau das selbe, wie bei der
LowSide-Schaltung. Durch die Spule fließt ein (pos.) Strom in Richtung
GND. Wird oben abgeschaltet, will der weiterfließen und das über nimmt
dann die Diode.
Richtig ist aber, dass die Drain ohne Diode zu einem negativen Potential
gezogen wird, aber mit Diode hängt an dem Knoten die Kathode dieser und
die Diode leitet.
HildeK schrieb:> Nö.> Die Diode parallel zur Spule macht genau das selbe,
Die Darstellung bezieht sich auf ein Relais ohne Freilaufdiode.
Denn genau die wollte der Stefan durch die Bodydiode und ihren
parallelen Nachbarn ersetzen.
Und das wird keiner!
HildeK schrieb:> Richtig ist aber, dass die Drain ohne Diode zu einem negativen Potential> gezogen wird,
Genau mein Reden.
HildeK schrieb:> Nö.
Das könntest du nochmal überdenken....
Vielleicht die betreffenden Postings vorher aufmerksam(er) lesen.
EAF schrieb:> Vielleicht die betreffenden Postings vorher aufmerksam(er) lesen.
Ja, da hast du natürlich recht.
Wer denkt schon in dem Zusammenhang über die Bodydiode nach.
EAF schrieb:> Die Darstellung bezieht sich auf ein Relais ohne Freilaufdiode.> Denn genau die wollte der Stefan durch die Bodydiode und ihren> parallelen Nachbarn ersetzen.
Nein, ich hab genau davon abgeraten - allerdings nur mit falscher
Begründung.
HildeK schrieb:> Für die Funktion reicht genau ein BC337 + Basis-R oder ein LL-nMOSFET.> Man schaltet Low Side, der Hilfskontakt kann direkt an den Controller,> wenn er mit 3.3V betrieben wird; wozu da einen Optokoppler einbauen?
Es hat oftmals schon einen Grund, Spannung statt Masse zu schalten. Und
allgemein sollte man natürlich auch versuchen Spannungen zu
vereinheitlichen.
Dominic schrieb:> Es hat oftmals schon einen Grund, Spannung statt Masse zu schalten.
Ja, das ist durchaus richtig, insbesondere dann, wenn man eine
Teilschaltung abschalten will, an die z.B. weitere Steuerleitungen
galvanisch nicht getrennt gehen. Meistens passt dann ein LowSide-Switch
nicht.
Bei einem Schütz/Relais ist das aber vermutlich nicht der Fall, außer
andere Teile der uns unbekannten Installation machen das erforderlich.
Der TO hätte sich ja äußern können, warum er HighSide schalten will oder
vielleicht auch muss. Dann hätte ich mir den Vorschlag ggf. sparen
können.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Nein, ich hab genau davon abgeraten - allerdings nur mit falscher> Begründung.
Ich hatte eure Diskussion falsch verstanden, sorry.
Christian schrieb:> Ich hatte mal gelernt, dass man so tun sollte, als wäre die Diode nicht> vorhanden.
Nun, es gibt sicher Gründe, dass man das evtl. tun muss. So ist nicht
bei allen FETs die Bodydiode mit ihren elektrischen Daten spezifiziert.
Wenn man sie in bestimmten Fällen nutzen will, dann ist eine externe mit
bekannten Daten sinnvoller, insbesondere dann, wenn man dafür eine
Schottkydiode wegen des geringeren Spannungsabfalls benötigt.
In dieser Schaltung ist sie eh ungenutzt und somit die externe erst
recht überflüssig.
HildeK schrieb:> Bei einem Schütz/Relais ist das aber vermutlich nicht der Fall, außer> andere Teile der uns unbekannten Installation machen das erforderlich.
In der Automatisierungstechnik wird ausschließlich highside geschaltet.
Der wichtigste ist Eigensicherheit: Bei einem Masseschluss treten keine
unsicheren Anlagenzustände auf. Würde man lowside schalten und hätte
einen Masseschluss, würde ein Schütz zB unkontrolliert anziehen.
Weiterhin sind alle nachgeschalten Komponenten im ausgeschalteten
Zustand spannungsfrei.
HildeK schrieb:> Ich hatte eure Diskussion falsch verstanden, sorry.
Eine positive Bewertung von mir, wegen zugeben eines Irrtums.
Wäre eigentlich nicht erwähnenswert.
.. aber in diesem Forum ist einiges "anders" ...
Dominic schrieb:> Der wichtigste ist Eigensicherheit:
Im KFZ Bereich ist Korrosionsschutz der zweite gewichtige Grund.
Da ist immer Feuchtigkeit mit im Spiel.
Auf + Potential liegende Dinge gammeln schneller/stärker, was dann
irgendwann auch den letzten Britischen KFZ Hersteller dazu bewogen hat,
den Minuspol der Batterie an die Karosserie zu klemmen.
EAF schrieb:> Eine positive Bewertung von mir, wegen zugeben eines Irrtums.
Das ist auch bei mir nicht immer so; manchmal redet man sich eben raus.
Menschliche Natur oder generell mangelnde Fehlerkultur? Jedem das Seine.
BTW: Ich kann die Bewertung als Gast eh nicht sehen 😀.