n-Gate Thyristor - gibt es das?

OP #7921640
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Moin,

es gibt ja Thyristortetroden (vierbeinig) und Thyristoren (dreibeinig). Im Prinzip hat man beim Thyristor ein Gate nicht kontaktiert und zwar das n-Gate. N weil es an der innenliegenden n-dotierten Schicht angeschlossen ist. Alle real kaufbaren Thyristoren haben nur das p-Gate.

Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Thyristortetrode

Meine Frage ist nun: gibt oder gab es auch mal Thyristoren [1] nur mit n-Gate? Die würden sich zu den gebräuchlichen Thyristoren so verhalten wie pnp-Transistoren zu npn-Transistoren. Bei Transistoren (und MOSFETs) gibt es beides. Warum nicht bei Thyristoren? Hat das einen tieferen Grund?

[1] Also wirkliche Thyristoren, keine Thyristortetroden. Daß es die gibt weiß ich. Die hat sogar Richi schon aufgemacht.

#7921657
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Axel S. schrieb:

Meine Frage ist nun: gibt oder gab es auch mal Thyristoren [1] nur mit n-Gate?

Die Frage wäre: braucht das überhaupt jemand? Thyristoren/Triacs werden ja praktisch nur in der AC-Leistungselektronik verwendet, und da isses eher egal, ob man "positive oder negative Logik" hat. Transistoren werden dagegen in weit breiterem Kontext angewendet, wo beide Polaritäten vorteilhaft sind, bzw. Schaltungen vereinfachen.

Gast #7922239
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japp, es gab und gibt n-Gate-Thyristoren mit eigenem Schaltzeichen:

https://de.f-alpha.net/elektronik/halbleiter-elektronik/thyristor/zuerst-erledigen/der-thyristor/

Da sich ein Thyristor durch zwei Transistoren darstellen und ersetzen lässt, ist PNPN ebenso möglich wie NPNP.

https://de.mathworks.com/help/sps/ref/thyristor.html

wobei n-Gate der Anode am nächsten gelegen beim PNPN-Thyristor.

Hier mit FETs:

https://ieeexplore.ieee.org/document/192800

und hier die n-Gate Definition bei IEEE

https://www.jedec.org/standards-documents/dictionary/terms/thyristor-n%E2%80%91gate

QED

(genauso gibts eine vertikale und eine horizontale Variante der Ansteuerung bei TRIACS und andere Exoten, aber anderes Thema)

OP #7922277
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Butt schrieb:

Da sich ein Thyristor durch zwei Transistoren darstellen und ersetzen lässt, ist PNPN ebenso möglich wie NPNP.

Das war nicht die Frage. Natürlich geht das. Aber der Laststrom ist bei solchen diskreten Nachbauen arg begrenzt, weil er ja am Ende durch die Basis-Emitter Strecken der Transistoren muß. Auch Thyristor-Tetroden haben im Vergleich zu Thyristoren deutlich geringere zulässige Strombelastbarkeiten.

Und was das Argument "das braucht man nicht" angeht: das kann man so nicht sagen. Als man nur Germanium pnp-Transistoren bauen konnte, hat man auch alles mit pnp gemacht. Und erst als npn verfügbar wurden, hat man die Vorteile, beide Typen verfügbar zu haben, schätzen gelernt. Das ist ein Henne-Ei Problem. Hat man das Bauelement, fallen einen gleich Anwendungsfälle ein.

Ich habe z.B. eine Anwendung, wo ein Thyristor zwischen Gleichrichter und Ladekondensator eines Netzteils sitzt und so eine Vorregelung der Rohspannung ermöglicht. Diese Schaltung würde durch die Verwendung eines n-Gate Thyristors z.B. einfacher werden bzw. eine bessere Ausnutzung der Trafospannung ermöglichen. Anwendungen gäbe es also.

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(Firma: Hobbytheoretiker) #7922776
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#7923271
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Axel S. schrieb:

Als man nur Germanium pnp-Transistoren bauen konnte, hat man auch alles mit pnp gemacht. Und erst als npn verfügbar wurden, hat man die Vorteile, beide Typen verfügbar zu haben, schätzen gelernt.

Und dann gibt es noch Leute, die in einem SiGe-BiCMOS Transistoren sowohl Ge als auch Si verwenden. https://gf.com/de/blog/gf-silicon-germanium-technologies-the-unsung-hero-of-modern-communications/

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