Kleines Häuschen mit Wasserpumpe, Dachflächen 3m x 1,6m nach Ost und
nach West, je 40° schräge. Für die Dachflächen wäre ideal ein Austausch
der Schindeln gegen 2 x 3 Solarmodule, Heckert 330W z.B. würde exakt
passen. Kalkulierte Spannungen wären im Sommer bei MPP 75-80V, Leerlauf
im Winter bei 130-140V.
Die Pumpe braucht 400V 3-phasig. Steht die Pumpe, sollen idealerweise
bis 600W ins Netz eingespeist werden. Der WR müßte mit einem
standard-Modbus-Zähler kommunizieren und die Leistung begrenzen.
Ich finde keinen passenden WR für diese Parameter.
Ich finde haufenweise chinakracher ohne zulassung und ohne
Lastmanagement. Beispiel https://www.ebay.de/itm/164300951067
Is irgendwie auch nix bis jetzt.
6 Panels kosten ca. 600€. 6 dieser WR kosten 1400-1500€. Das ist viel.
Dazu noch irgendeine Steuerung, auf der der Regler läuft. Und der muß
programmiert werden. Das rechnet sich niemals.
Von der Stange wirst Du da nichts finden. Jeder einfache
Einspeisewechselrichter nimmt das was er bekommt und pustet es ins Netz,
bis zu seiner Nennleistung. Mal eben bei 600W Schluss machen geht nur,
wenn man seine Eingangsleistung begrenzt oder einen nimmt, der nur 600W
kann.
Dann noch einen 3-Phasen-Frequenzumrichter mit quasi frei wählbarem
Eingangsspannungsbereich... habe ich noch nie gesehen. Zumal der ohne
Akku-Pufferung auch ständig abschalten wird wenn eine kleine Wolke
vorbeikommt. Dazu kommt noch das Problem, daß die Pumpe ggf. auch mal
jenseits der Mittagszeit laufen soll, wenn die Sonne nicht genug
Leistung liefert. Also auch noch eine Netzumschaltung.
Was ich nochmal nachlesen muß, an welcher Stellen zählen die 600W bei
Balkon-Kraftwerken eigentlich? Darf die Peak-Leistung der Solarmodule
nicht größer sein oder dürfen nicht mehr als 600W in die Steckdose
fließen? Dazu noch die Frage, ob man dann zwingend einen neuen Zähler
braucht bzw. einen mit Rücklaufsperre. Die alten Ferraris-Zähler bei
Privathaushalten haben nämlich oftmals keine, aber andererseits ist
vorgeschrieben, daß sich so ein Zähler durch Einspeisung niemals
rückwärts drehen darf. Wenn man noch sowas in der Anlage hat, müsste man
auch das EVU mit ins Boot holen und die werden sich das entsprechend
bezahlen lassen.
Was ich machen würde: Die 600W einfach ohne Vergütung einspeisen und
mich damit zufrieden geben wenn ich sie zu einem hohen Anteil selbst
nutze.
Einspeisung bzw. Betrieb der kompletten Fläche als Solaranlage mit
Vergütung, Anmeldung usw. wird nicht viel Sinn machen. Die Leistung und
die Einspeisevergütung ist viel zu gering, als daß sich der Aufwand
dafür lohnt (Stichworte Kleinunternehmer, Ertragsmessung,
Gewinn/Verlust-Rechnung, Steuern/Finanzamt).
Plan B wäre evtl. eine Lösung mit Akkus und Nutzung der kompletten
Fläche zur Akkuladung. Wenn die Anlage nicht mit dem Netz gekuppelt ist,
darf ich soweit ich weiß mit bis zu 30kWp "herumspielen", ohne daß sich
das EVU oder EEG-Richtlinien dafür interessieren. Dann läuft die Pumpe
bei vollen Akkus im Inselbetrieb aus dem Wechselrichter und bei
niedrigem Ladestand wird aufs Netz umgeschaltet. Allerdings kosten die
Akkus heute noch so viel, daß sich das aus wirtschaftlicher Sicht kaum
rechnen wird.
In dem Fall müsste man sich auch nochmal schlau machen, ob dann trotzdem
Steuern auf den Eigenverbrauch anfallen, denn praktisch umgeht man damit
die Vorschriften beim Betrieb einer netzgekuppelten einspeisenden
PV-Anlage. Vor allem weil Steuern ja auf fast alles und mit annähernd
beliebigen Berechnungsmethoden erhoben werden und dem Normalbürger so
gut wie unmöglich ist, alles zu kennen und den Überblick zu behalten.
Meine, wenn die grünen Umweltspinner zuviele Stimmen bei der Wahl
bekommen, dann rennen wir evtl. alle ab 2022 mit Messröhrchen im Arsch
herum, die zur Bepreisung der Umweltverschmutzung arschhaargenau
erfassen, wieviel CO2 und Methan wir beim Furzen freigesetzt haben. Die
Röhrchen müssen dann gemäß Verursacherprinzip alle 6 Monate auf eigene
Kosten getauscht und zur Auswertung eingeschickt werden - und schwupps
kommt die Rechnung nach Hause.
Ben B. schrieb:> Was ich nochmal nachlesen muß, an welcher Stellen zählen die 600W bei> Balkon-Kraftwerken eigentlich? Darf die Peak-Leistung der Solarmodule> nicht größer sein oder dürfen nicht mehr als 600W in die Steckdose> fließen?
Es zählt die Leistung des Wechselrichters und nicht die verbaute Peak
Leistung der Module. Allerdings "verkraften" die meisten
Modulwechselrichter nur etwas mehr Leistung, man kann also nicht einfach
2kW an einen 600W Wechselrichter hängen in der Hoffnung, dass man
dadurch fast durchgehend 600W hat.
Die Rückspeisung muß bei 600W (vielleicht besser 500W wegen
Regelungsverzug) begrenzt sein. Die Pumpensteuerung kann so laufen, daß
ohne Sonne nur auf kleinen Füllstand aufgefüllt wird und bei viel Sonne
der Trinkwasserspeicher ganz voll gepumpt wird. Aber auch dann ist Strom
aus dem Netz notwendig: Bis sich die Wassersäule im Rohr endlich bewegt,
zieht die Pumpe bis zu 3x16A trotz optimiertem Anlaufverhalten. Die
Pumpe ist 7-stufig und auf 28 bar begrenzt.
Das sitzt über einem Trinkwasserbrunnen. Daher hab ich bissi Aua bei
Akkus, obwohl elektrisch ein Haufen Batterien an der Stelle sinnvoll
wäre. Wegen der hohen Anlaufströme, es gibt noch eine zweite gleiche
Pumpe manuell zuschaltbar, sind feed thru WR auch nicht möglich.
Bis auf die Solarspannung wäre technisch der Fronius Symo3-3M gut. Aber
das Dach ist halt so winzig, daß sich nur 3 Module unterbringen lassen
je Ausrichtung.
Finanziell: Bis ca. €2k Gesamtkosten + Montage amortisiert sich der
Aufwand irgendwann, wenn das ganze wartungsfrei betriebssicher ist.
> Es zählt die Leistung des Wechselrichters und nicht> die verbaute Peak Leistung der Module.
Okay.
> Allerdings "verkraften" die meisten Modulwechselrichter nur etwas> mehr Leistung, man kann also nicht einfach 2kW an einen 600W> Wechselrichter hängen in der Hoffnung, dass man dadurch fast> durchgehend 600W hat.
Dann sind das Schrottwechselrichter. Ich habe vor einigen Jahren so ein
Ding selbst gebaut um zu schauen ob ich es hinbekomme. Der läuft bei
Überschreitung der Maximalleistung einfach aus dem MPP-Bereich heraus
bzw. ignoriert dann die Solarspannung, über die er normalerweise den MPP
einregeln würde. Die PWM-Kurve der Sinusschwingungen wird so flach
gewählt, daß die gewünschte Leistung nicht überschritten wird. Dann
sinkt der Eingangsstrom entsprechend, egal wo die Spannung hinwandert.
Aber @TE ... dreiphasige Einspeisung aus nur drei Modulen, Inselbetrieb,
dazu bis zu 600W Überschuss auskuppeln... Das ist eine Menge Kram, der
nicht so leicht aneinanderpasst.
Wenn ich es bauen MÜSSTE... mal überlegen, obs erlaubt ist oder nicht
mal dahingestellt. Man könnte die Pumpe generell über einen Umrichter
laufen lassen, wenn sie mit einer langsamen Anfahrrampe klarkommt, hat
man auch keine hohen Einschaltströme. Man könnte die Solarleistung
direkt in den DC-Zwischenkreis des Umrichters einspeisen (sind aber
deutlich mehr als 80Vmpp, da wird ein entsprechendes Anpassmodul mit
MPP-Regelung fällig), wenn man einen einfachen Umrichter ohne PFC nimmt,
könnte der sich auch noch was über seinen Gleichrichter aus dem Netz
holen wenn die Solarleistung nicht reicht. Gleichzeitig ist durch den
Gleichrichter auch keine Rückspeisung ins Netz möglich, könnte daher
erlaubt sein auch wenn mehr als 600W in die Pumpe geschickt werden. Bei
Stillstand der Pumpe könnten die Module dann von diesem FU-Speisemodul
auf einen 600W-Wechselrichter umgeschaltet werden.
Klingt nach viel Bastelarbeit, ob das wartungsfrei und betriebssicher
wird... nee, wenn das meine Trinkwasserversorgung ist, würde ich das
lassen und einfach die 600W dauerhaft einspeisen, evtl. 2x300W auf zwei
verschiedene Phasen wenn zwei Modulwechselrichter erlaubt sind.
Wie gesagt. kein Inselbetrieb. Anlauf ist schon optimiert auf "nur" etwa
3x16A. Die Pumpen haben Reglerköpfe, da kriegst du keinen draht mehr
dazu.
Irgendwann bald (spätestens 1-2 Jahre) müssen die Dachschindeln neu oder
halt gleich Panels stattdessen. Das wäre ein günstiger Zeitpunkt, wenn
ich bis dahin eine Lösung finde.
Helge schrieb:> Die Pumpe braucht 400V 3-phasig. Steht die Pumpe, sollen idealerweise> bis 600W ins Netz eingespeist werden. Der WR müßte mit einem> standard-Modbus-Zähler kommunizieren und die Leistung begrenzen.>> Ich finde keinen passenden WR für diese Parameter.
Dein ganzes Projekt ist doch falsch gedacht. Wozu brauchst du einen 3
Phasen Wechselrichter? Nur mit dem Wechselrichter geht die Pumpe sowieso
nicht, und dem Zähler in deiner Verteilung ist es egal ob du 600W 3
phasig entnimmst und gleichzeitig 600W 3 pasig einspeist oder ob die
Einspeisung nur mit 600W auf einer Phase passiert. In beiden Fällen
bleibt das Zählwerk stehen. Und wenn die Pumpe nicht läuft und dein PC
zieht an einer Phase 600W und der Wechselrichter speist auf der anderen
Phase 600W ein, kommt wieder 0 raus. Das nennt man Salidierung. Alte
mechanische Zähler können das garnicht anders und die modernen machen
das auch so.
Ben B. schrieb:>> Allerdings "verkraften" die meisten Modulwechselrichter nur etwas>> mehr Leistung, man kann also nicht einfach 2kW an einen 600W>> Wechselrichter hängen in der Hoffnung, dass man dadurch fast>> durchgehend 600W hat.> Dann sind das Schrottwechselrichter.
Volle Zustimmung. Jeder Wechselrichter, der sich so nennen darf,
begrenzt den Strom auf seinen max. Wert. Bei guten wie AEConversion
lässt sich der Strom einstellen. Da kannst du sogar einen Akku an den
Eingang hängen.
Ich weiß noch nicht, ob es wirklich dumme saldierende digitale Zähler
werden ohne Auswertung der Phasenleistung. In genau dem Falle wäre es
VIELLEICHT möglich. Der (bzw. die) WR muß auf 2x1kW Panel ausgelegt
sein, die intern verbraucht oder eben bis zu 600(500)W auch ins Netz
zurückverschenkt (€0,034/kWh) werden können. Ich trau dem gierigen
Netzbetreiber hier aber locker zu, sich bei Ungleichgewicht 500W Strom
ins Netz auf der einen Phase bezahlen zu lassen und Strom aus dem Netz
auf einer anderen Phase noch mal. Netzkosten sind ca. €0,15/kWh
durchschnittlich.
Bist Du ein Privathaushalt oder eine Firma?
Den Privathaushalt kümmert Schieflast überhaupt nicht, der muß auch
(noch) keine Blindleistung bezahlen. Deine Waschmaschine zieht bis zu
2200W einphasig - auweia!
Und oben hatte ich ja schon geschrieben, wenn Du dem EVU was Gutes tun
willst, kannst Du auch 2x300W auf zwei Phasen einspeisen oder 3x200W auf
alle drei. Einen dreiphasigen Wechselrichter mit 600W Maximalleistung
wirst Du aber nicht finden. Man könnte natürlich ein dreiphasiges 6..7kW
Gerät mit entsprechend reduzierter Eingangsleistung betreiben, so daß
nur 600W herauskommen - aber wenn die Leistung des Wechselrichters für
den Einspeisebetrieb als Balkonkraftwerk ausschlaggebend sind, dann ist
das nicht erlaubt.
Hier ist die Leistungsobergrenze für Einspeisung ins Netz mit max. 600W
ausschlaggebend. Wenn ich nebenbei noch 600W selber verbrauche, ist das
egal. Außer ich speise z.B. 1kW auf L1 ein und ziehe die gleiche
Leistung aus L2 wieder raus. Dann darf der Verteilnetzbetreiber
Durchleitungsgebühren verlangen. Ich werde die 2 x 1kWpeak also
dreiphasig bereitstellen müssen oder es wird nix.
> Hier
Wo ist hier?
> Außer ich speise z.B. 1kW auf L1 ein und ziehe die gleiche> Leistung aus L2 wieder raus.
Ist der gleiche Effekt wie wenn ich mit 2kW einphasig Wäsche wasche.
> Dann darf der Verteilnetzbetreiber Durchleitungsgebühren verlangen.
Wo steht das?
Helge schrieb:> Ich trau dem gierigen> Netzbetreiber hier aber locker zu, sich bei Ungleichgewicht 500W Strom> ins Netz auf der einen Phase bezahlen zu lassen und Strom aus dem Netz> auf einer anderen Phase noch mal. Netzkosten sind ca. €0,15/kWh> durchschnittlich.
Mach dich schlau ob das so ist, erst danach kannst du anfangen mit
schimpfen. Wie soll denn das gehen? Dein Zähler hat nur ein Zählwerk
dass sich entweder nur vorwärts oder vorwärts/rückwärts
drehen(verändern) kann. Wenn du zweifelst, nimm dir einen Stuhl, setz
dich vor den Zähler und beobachte...
Aber gleich eine fetten Drehstrominverter zu kaufen der sich auch nicht
einzeln in der Phase regeln lässt, das grenzt schon an Dummheit.
Helge schrieb:> Der (bzw. die) WR muß auf 2x1kW Panel ausgelegt> sein, die intern verbraucht oder eben bis zu 600(500)W auch ins Netz> zurückverschenkt (€0,034/kWh) werden können
Wenn du so schlau bist wie du hier tust, würdest du den einen
Wechselrichter so regeln, dass er gerade soviel einspeist wie du
Eigenverbrauch hast. Selbst bei den neuesten digitalen Zählern ist
gesetzlich geregelt was an Daten zu den Netzbetreibern fließen dürfen.
Meines Wissens nach gehört da die Leistung/Arbeit an einzelnen Phasen
nicht dazu. Und auch das Zeitraster ist nicht beliebig klein wählbar.
Durchleitungsgebühren fielen schon immer an, daran hat auch Gewesslers
Ökostromnovelle nicht viel geändert. Im gegenteil wurde die Novelle so
verkackt, daß die Ökostromabgabe jetzt auch noch auf eingespeisten
Ökostrom >600W anfällt.
FYI:
Das Zeitraster ist max. 1h, idR verwendet 15 Minuten, min. 5 Minuten.
Selbst die älteren fernauslesbaren Digitalzähler hier senden alle 15
Minuten Wirk- und Blindleistung (+/-) der einzelnen Phasen. Das wird
niemand freiwillig schlechter machen, kostet ja Gewinn.
Helge schrieb:> Durchleitungsgebühren fielen schon immer an, daran hat auch Gewesslers> Ökostromnovelle nicht viel geändert. Im gegenteil wurde die Novelle so> verkackt, daß die Ökostromabgabe jetzt auch noch auf eingespeisten> Ökostrom >600W anfällt.
Versuch dich mal klar auszudrücken. Eine Ökostromabgabe gibt es nicht.
Wenn du EEG Umlagen meinst dann benenn es auch so und denk dir nicht
deine eigenen Begriffe aus. Oder wohnst du nicht in Deutschland?
Das sind aber Berechnungsmethoden für gewerbliche Abnehmer, die für
Blindleistungsbezüge bezahlen müssen und die mit großen Schwankungen
ihrer abgenommenen Leistung wirklich für Probleme sorgen könnten. Den
Privathaushalt interessiert das nicht, der zahlt nur die über's Jahr
summierte Wirkleistung.
Beispiel: Das CNC-Bearbeitungszentrum einer befreundeten Firma hat einen
40kW Servoantrieb für die Hauptspindel und speist die Bremsenergie
zurück (vorwiegend nicht mal weil's Strom spart, sondern weil's
ziemlicher Aufwand wäre, so viel zu verheizen). Wenn man damit die
Stirnfläche eines mittleren Werkstücks schrubbt um eine definierte Länge
zu erhalten, beschleunigt der Antrieb bei Annäherung zur Mitte mit
voller Leistung und beim Ansetzen des nächsten Schrittes an der
Außenkante bremst er mit voller Leistung. Der Sinn dahinter ist eine
möglichst konstante Schnittgeschwindigkeit und viele Programme enthalten
am Anfang einige dieser Schritte, damit auch Werkstücke mit größerer
Überlänge eingelegt werden können oder "geputzt" werden müssen. Auf
jeden Fall erzeugen diese Arbeitsschritte effektiv schlagartige
Verbrauchsschwankungen von satten 80kW mit geringen Taktzeiten.