hallo
ich will mir als entwicklungsboard (einsteiger) das ATMEL
Evaluations-Board Version 2.0.1 - Bausatz von pollin zulegen. dazu habe
ich noch ein paar fragen:
1. kann ich zum programmieren auch den AVRISP mkII In-System Programmer
von atmel verwenden? hat dieser einen 10 poligen isp stecker? wenn nicht
wie bekomme ich den 6 poligen auf nen 10 poligen, der dann in das pollin
board rein passt?
2. zum pollin controllerboard will ich mir das ATMEL Addon-Board V1.0
kaufen. wie verbinde ich die beiden module?
3. sind die boards von pollin empfehlenswert? oder doch lieber ein
anderes kaufen?
4. ist das pollin board überhaupt dafür geeignet mit dem AVRISP mkII
In-System Programmer programmiert zu werden? weil da steht in der
bedienungsanleitung dass bestimmte widerstände und kondensatoren nur
bestimmte werte haben drüfen.
ich bedanke mich für antworten..
mfg pille
Da sich die Fragen nach der Brauchbarkeit irgendwelcher
AVR-Experimentierboards häufen, nehme ich dazu auch mal Stellung.
- Ein spezielles Board braucht man eigentlich nur, wenn man zwei linke
Hände mit je 5 Daumen hat oder wenn es unbedingt SMD sein muss.
- Ein AVR braucht zum Betrieb (nur) halbwegs saubere 5V, die direkt am
AVR mit Keramik-C 100nF abgeblockt sind. Dazu noch ein Reset-PullUp-R
und das war es auch schon.
- Am Programmer sollte man nicht geizen, die Blütezeit der Bitbanging-
Programmer ist definitiv vorbei. Der auf dem Pollin-Board realisierte
Programmer funktioniert an moderneren Rechnern meist nicht.
- Ein Text-LCD lässt sich mit 6 I/O-Leitungen plus Stromversorgung ohne
großartiges AddOn-Board an jeden AVR anschließen (und damit
ansteuern),
wenn der AVR genügend Portpins hat oder ein Portpin-Expander (wie
z.B. Schieberegister) benutzt wird.
- Die für alle Eventualitäten optimale Super-Duper-Universal-Lösung gibt
es nicht, auch nicht für etwas mehr Geld, da ist man mit etwas
Lochrastermaterial bedeutend flexibler.
- Auch etwas Experimentier-Peripherie (Taster, DIP-Schalter, LEDs mit
Vorwiderständen, MAX232, Drehgeber, Potis, Piepser, usw.) lässt sich
auf Lochraster-Stücken vorbereiten und per Abbrech-Steckbuchsen
(z.B. SPL32 oder zersägte Präzisionsfassungen) lötfrei anschließbar
machen.
- Auch ein Steckbrett kann gute Dienste leisten.
Ich empfehle daher die Anschaffung von:
- einem guten zeitgemäßen ISP-Programmer wie AVRISP MK II
- einem stabilisierten Netzgerät für 5V, möglichst mit Strombegrenzung
- einem kleinen Steckbrett
- ein paar Lochrasterplatinen mit Lötpunkten
- IC-Fassungen für die AVRs (und natürlich auch AVRs)
- eine größere Menge bedrahtete und SMD-Keramik-Kondensatoren 100nF
(die braucht man immer)
- Steckbuchsen wie Reichelt "SPL32", in die man bedrahtete Widerstände
und Klingeldraht einstecken kann
- Peripherie-Bauteile (LEDs, Widerstände, Trimmpotis, Taster, Drehgeber,
MAX232, Baudratenquarze, Siebensegmentanzeigen, billige LCDs (Pollin),
das muss nicht alles auf einmal sein, da kann man gelegentlich
nachholen...
Und dann empfehle ich, nicht nur auf den Besitz dieser Dinge zu
vertrauen, sondern auch (und besonders) auf das Wissen, wie man mit dem
Zeugs umzugehen hat. Also das Durcharbeiten der verfügbaren Tutorials,
das Lesen (und verstehen) der Datenblätter und Hilfedateien. Wenn man
dazu nicht bereit ist, dann sollte man die Mikrocontroller
Mikrocontroller sein lassen und sich für das gesparte Geld lieber ein
paar supergeile Klingeltöne kaufen.
...
@hannes lux:
deine bemerkunf mit dem tutorials lesen find ich richtig gut!!!
weil viele leute bestitzen viel zeug von dem sie keine ahnung haben...
ich bin egsler im 2. lehrjahr und will mir ein bisschen einen vorsprung
zur berufsschule durch das programmieren von microcontrollern
verschaffen.
@sascha g:
welchen programmer aus dem shop meinst du?
den den ich gefunden habe kostet 39 euro....der original von atmel auch
39...
welche vorteile hat der klon?
> deine bemerkunf mit dem tutorials lesen find ich richtig gut!!!
Naja, das sollte eigentlich normal sein, wird aber immer weniger
gemacht, was vielleicht auch mit den reudig gemachten
Bedienungsanleitungen moderner Consumer-Elektronik zu tun hat. Der
Umgang mit einem Mikrocontroller unterscheidet sich aber etwas vom
Umgang mit einem MP3-Player oder eines Consumer-PCs.
> weil viele leute bestitzen viel zeug von dem sie keine ahnung haben...
Ja, und das wird durch durch die Verfügbarkeit billiger MC-Boards noch
gefördert. Man kauft es sich ohne großes Nachdenken (ist ja billig) und
stellt dann hinterher fest, dass das Klingeltonherunterlade-KnowHow
dafür eben nicht ausreicht, besonders, wenn man was Individuelles haben
will.
Besonders laut ist das Geschrei oft zu Beginn der Spielerei mit diesen
Dingern, da ist noch null Fachwissen angehäuft, es besteht aber auch
noch keine Vorstellung davon, was man alles noch zu lernen hat, wenn man
mit dem Zeugs souverän umgehen will. Es ist eben NICHT wie beim
Consumer-PC, wo eigentlich nur der Besitz von Multimedia-Dateien
zählt... ;-)
Ich sehe auch den Trend, dass zum Anfang gleich mit dem größten
verfügbaren AVR begonnen wird (wie beim PC: "das Beste ist gerade gut
genug"), dessen vielen Features den Anfänger erschlagen, anstatt sich
erstmal mit einem kleineren überschaubaren AVR zu beschäftigen und daran
die Grundlagen zu lernen (Architektur, Adressbereiche bzw. Nutzung der
verschiedenen Speicherarten, Funktionalität der internen I/O-Features,
effizientes, speichersparendes Programmieren, usw.). Für viele
Anwendungen kann nämlich ein kleiner AVR besser geeignet sein als ein
großer ATMega. Und das auf den Kleinen erworbene Wissen schadet auf den
Großen auch nicht.
...
Achja:
> welchen programmer aus dem shop meinst du?
Achte darauf:
- dass der Programmer einen eigenen Controller hat, der das Timing beim
Programmieren erledigt und mit dem PC (und dessen ISP-Programm) über USB
oder Standard-RS232 kommuniziert.
- dass der Programmer zukunftsicher ist, also vom AVR-Studio unterstützt
wird, Firmware-Updates über das AVR-Studio erlaubt und somit zu den
Originalen (STK500, AVR-ISP-MK II) kompatibel ist.
- dass der Programmer keine Bitbanging-Software wie Ponyprog braucht
oder sogar eine eigene spezielle Software.
Gute Plagiate sind wohl der AVR-Doper von Obdev, das Projekt von
Ullihome (mal hier im Forum nach "ullihome" suchen) und einige ähnliche
Projekte, die ich aber alle nur vom Hörensagen kenne, da ich (nach
einiger Zeit mit Eigenbau-Bitbanging-ISP) nur noch Original-Equipment
von Atmel (STK500 und Dragon) nutze.
...
Ich habe mir auch gerade Gedanken über Möglichkeiten des AVR
Programmierens gemacht, weil mir mein STK500 verreckt ist.
Ich habe mich genau für die Variante mit gescheitem Programmer (AVR
Dragon) und Steckbrett (eh schon da) entschieden. Da ist man einfach am
flexibelsten.
Wenn du in der Ausbildung bist, schau mal auf
http://www.eproo-student.de/, da gibts die Atmel Boards günstiger.
was ist der unterschied zwischen dem atmel avrisp mkII und dem klon im
mikrocontroller shop?
für was brauche ich jtag?
kann ich als azubi bei dem studentenshop auch bestellen?
weil da muss man ja alle daten von der hochschule eingeben....
> für was brauche ich jtag?
Wenn Du das nicht weißt, dann brauchst_ Du das auch _nicht. Ich
brauche es auch nicht, ich debugge meist mit einfacheren Mitteln.
Aber:
Ist Dir schon mal aufgefallen, dass das Wort "jtag" in Deinem Beitrag
eine andere Textfarbe hat und als Link funktioniert?? Dann klicke
gefälligst mal mit der Maus drauf und lies den Artikel, der sich hinter
dem Link verbirgt.
Zu den anderen Fragen werde ich mangels Insiderwissen nichts sagen...
...
> eine andere Textfarbe hat und als Link funktioniert?? Dann klicke> gefälligst mal mit der Maus drauf und lies den Artikel, der sich hinter> dem Link verbirgt.
ich will nichts gegen die Artikel sagen (weil die meißten wirklich gut
und hilfreich sind) - aber der Artikel über JTAG ist für einen Anfänger
alles andere als brauchbar, das ist mehr eine Linksammlung für Leute die
eh schon wissen was JTAG ist ... Wenn ein Anfänger diesen Artikel liest,
wird das "Fragezeichen" wohl eher größer als kleiner ...
Ein für Anfänger besser geeigneter Artikel findet sich in Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Joint_Test_Action_Group
Da bekommt man aber wenigstens einen guten Überblick ...
sorry.
CHH