Hallo zusammen,
ich hab mir bei meiner letzten Pollinbestellung interessehalber mal
diese Hochspannungskaskade für 1,95€ mitbestellt.
http://www.pollin.de/shop/dt/MTY5NTkzOTk-/HiFi_Car_HiFi_Video_TV/TV/Ersatzteile/Hochspannungskaskade_BG1899_037_610.html
Vom Foto her bin ich davon ausgegangen, dass es sich bei den Anschlüssen
entweder um Kabelklemmen oder um spezielle Laborbuchsen handelt, was
aber anscheinend beides nicht der Fall ist. Der obere 4-fach geschlitzte
Kranz scheint eine Art Zugenentlastung zu sein, bei der allerdings die
Überwurfmutter fehlt. Die innere Bohrung hat ca. 4mm, was leider
aufgrund der genannten Kranzes schlecht zu messen ist, und ist knapp
60mm tief. Ich habe schon mit eine Lampe in die Bohrung geleuchtet, aber
es ist kein Kontakt jeglicher Art zu sehen.
Deshalb nun meine Frage:
Wie heißen diese Verbinder und wo bekommt man diese, sofern es denn
überhaupt welche sind? Oder muss ich die Verbindung irgendwie anders
herstellen, und wenn ja, wie?
Danke schon mal für eure Hilfe!
Schöne Grüße
Felix
Hallo Michael,
erst mal vielen Dank für deine Antwort!
Ich kannte die Seite schon, allerdings hilft mir das nicht weiter. Es
geht mir ja nicht darum, welcher Anschluss wofür da ist, das war nicht
besonders schwer herauszufinden, sondern wie ich zu diesen seltsamen
Anschlüssen eine sichere elektrische Verbindung herstelle. Man braucht
dazu entweder ganz besondere Stecker, welche ich noch nie gesehen habe
oder ein besonderes Kabel und dann dazu passende Überwurfmuttern zum
Festklemmen.
In diesen tiefen Bohrungen ist kein Kontakt zu sehen, und da es hier um
Hochspannung geht, lasse ich mich ungern auf Experimente ein, weil trial
and error hier wirklich böse Folgen haben kann. Einfach einen 4mm
Rundstab aus Msg oder Cu reinstecken und da ein Kabel dranlöten ist
alles andere als berührungssicher.
Ich hoffe, das eventuell bestehende Missverständnis beseitigt zu haben.
;-)
Schöne Grüße
Felix
Habe auch solche grünen (ERO Röderstein BG 1899-037-610 V7 Pollin 604
038 604038 ) und schwarzen Kästchen, die Messungen waren aber
ernüchternd.
So wie ich das sehe, handelt es sich nicht um eine herkömmliche Kaskade,
die man an einen Zeilentrafo hängt.
Die drei grauen Anschlüsse sind gleichberechtigt.
Zum Kontaktieren: man isoliert ein Hochspannungskabel ein Stück ab,
schiebt es ins Loch und befestigt es mit einer Überwurfmutter, die die 4
Krallen zusammendrückt - ganz einfach.
Manchmal ist unten auch ein Dorn / Spitz drin, dann brauch man nicht mal
abisolieren.
Weil ich neugierig bin, habe ich die beiden Kaskaden (auch die Sony für
0,50) beim Zahnarzt durchleuchten lassen (deshalb die kleinen
Ausschnitte).
Die Aufnahmen sind zwar mau (meine ersten digitalen Röntgenaufnahmen),
aber ein bisschen erkennt man schon.
Die Sony 1-467-525-12 M6A19 45 (Pollin 602 205 602205 ) ist in
erster Linie ein ca. 25kV 3nF Kondensator. Die beiden HV-Anschlüsse sind
parallelgeschaltet (eines ist Eingang vom DST, der andere der Ausgang
zur Bildröhre. Es ist aber noch etwas anderes Unbekanntes drin
(Überspannungsableiter? Strombegrenzer?).
Da ich jetzt weiß, worauf es ankommt, werde ich nächste Woche noch
einmal die Strahlen aktivieren, wenn möglich, mit einem anderen Gerät
großformatiger.
Im Anhang auch ein Textfile mit meinen Vermutungen.
Hier wurde auch schon gerätselt:
http://forum.mosfetkiller.de/viewtopic.php?f=1&t=1838http://www.ctc-labs.de/phpBB_3/viewtopic.php?f=15&t=2111
Ergänzungen / Berichtigungen willkommen!
Hallo eProfi,
vielen Dank für deine Antwort! Endlich mal jemand, der was wirklich
nützliches beitragen kann!
Weißt du zufällig auch, wie diese speziellen Überwurfmuttern bezeichnet
werden, und wo man die bekommt? Das wäre doch recht hilfreich.
Viel Erfolg noch bei deinen Röntgenversuchen, auch wenn ich mit den
Bilder mangels Interpretationsvermögen nicht wirklich etwas anfangen
kann.
Schöne Grüße,
Felix
Habe auch solche grünen (ERO Röderstein BG 1899-037-610 V7 Pollin 604
038 604038 ) und schwarzen Kästchen, die Messungen waren aber
ernüchternd.
So wie ich das sehe, handelt es sich nicht um eine herkömmliche Kaskade,
die man an einen Zeilentrafo hängt.
Die drei grauen Anschlüsse sind gleichberechtigt.
Zum Kontaktieren: man isoliert ein Hochspannungskabel ein Stück ab,
schiebt es ins Loch und befestigt es mit einer Überwurfmutter, die die 4
Krallen zusammendrückt - ganz einfach.
Manchmal ist unten auch ein Dorn / Spitz drin, dann brauch man nicht mal
abisolieren.
Weil ich neugierig bin, habe ich die beiden Kaskaden (auch die Sony für
0,50) beim Zahnarzt durchleuchten lassen (deshalb die kleinen
Ausschnitte).
Die Aufnahmen sind zwar mau (meine ersten digitalen Röntgenaufnahmen),
aber ein bisschen erkennt man schon.
Die Sony 1-467-525-12 M6A19 45 (Pollin 602 205 602205 ) ist in
erster Linie ein ca. 25kV 3nF Kondensator. Die beiden HV-Anschlüsse sind
parallelgeschaltet (eines ist Eingang vom DST, der andere der Ausgang
zur Bildröhre. Es ist aber noch etwas anderes Unbekanntes drin
(Überspannungsableiter? Strombegrenzer?).
Da ich jetzt weiß, worauf es ankommt, werde ich nächste Woche noch
einmal die Strahlen aktivieren, wenn möglich, mit einem anderen Gerät
großformatiger.
Im Anhang auch ein Textfile mit meinen Vermutungen.
Hier wurde auch schon gerätselt:
http://forum.mosfetkiller.de/viewtopic.php?f=1&t=1838http://www.ctc-labs.de/phpBB_3/viewtopic.php?f=15&t=2111
Ergänzungen / Berichtigungen willkommen!
So, neue Infos:
Wie entstehen digitale Röntgenaufnahmen (hatte ich vorher nicht
gewusst)?
Für die kleinen Formate wird ein Digital"film" in der Mundhöhle plaziert
und von außen bestrahlt.
Dieser "Datenträger" wird dann in einer Dunkelkammer geöffnet, aus der
schwarzen Hülle genommen auf einen Trommelscanner geklipst (dafür sind
die 4 auf den Fotos sichtbaren Ausbuchtungen) (auf den Scanner passen
etliche (24?) kleine oder ein großer "Film") und der Scan durchgeführt.
Nach 2-3 Minuten sieht man die Bilder auf einem Bildschirm, wo sie
nachbearbeitet werden können (die erste Aufnahme wurde hier auf meinen
Wunsch dunkler gemacht).
Die großen Formate sind "Außenaufnahmen, d.h. der ganze Kopf wird
durchleuchtet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Fernröntgen
Der "Film" wird dann gelöscht, schwarz eingetütelt und wiederverwendet.
Da alles recht schnell ging (Zeit ist Geld), hatte ich keine Ruhe, die
Aufnahmen zuzuordnen oder zu interpretieren.
Dunkle Gebiete = wenig Strahlenabschwächung (Kunststoff)
Helle Gebiete = starke Strahlenabschwächung (Metall)
Hat schon jemand eine Kaskade geöffnet? Wenn nicht, werde ich heute
nachmittag eine opfern und aufsägen.
Jetzt weiß ich ja in etwa, wo was ist.
Ein Schnitt entlang der 4 Buchsen und ein Schnitt entlang dem schwarzen
Balken (Isolator).
Wie reagiert die Kaskade auf Backofentemperaturen?
Probiere ich vor dem Sägen noch aus.
Das Gewinde dürfte M10 x 1,0 sein.
Gibt es Feingewinde-Hutmuttern? In Kunststoff? Könnt man aufbohren.
So, die Kaskaden liegen gerade im Backofen bei 170°C. Die Grüne habe ich
schon vom Gehäuse befreit, sehr interessant: unten sind 4 4-armige
Halterungen (ähnlich der oberen 4 Krallen) zum Festhalten der bl / gr
Hülsen und ein Steg (der schwarze Balken in den Fotos).
Diese Teile sind Teil des grünen Gehäuses.
Gleich gibt es mehr.
Versehentlich habe ich meine Vorpost am Anfang stehen lassen...
Weil ich wissen will, wieviele Leute das interessiert,
wieder ein Textfile mit der Lösung. Das Geheimnis ist gelüftet.
Ein weiterer Pollin-Artikel 200 256 200256:
die gelben Hochspannungskondensatoren
Arcotronics MKP C.4H
0,68 µF +- 5%
Un = 1000V DC Urms = 480V AC
GPE/LS SH -40 .. +85°C uo (Oktober 2006)
43 x 25 x 19 mm³ mit je 45mm langen Anschlüssen
Die erscheinen mir recht brauchbar.
Axials capacitors Snubber C4C / C4H
http://www.kemet.com/kemet/web/homepage/kechome.nsf/file/C4 Axials
Series/$file/F3303_C4_Axials.pdf
Dort stehen zwar unter C4H nur 850 und 1200 V drin, unsere Werte liegen
dazwischen:
µF VDC VAC V/µs Apeak mOhm@100kHz Arms Dimensions wire dia
C4HAMUC3680AA1J
0.68 850 450 300 204 5.1 9@70°C 17x23x44mm³ 1.0mm
C4HAPUD3680AA3J
0.68 1200 500 270 184 6.6 12@70°C 18x24x58mm³ 1.2mm
Die drei seriellen Cs haben je 3 nF, also effektiv 1nF.
Die Spannung ist unbekannt, schätze 3* 10 kV. Könnte auch weniger sein.
Die Cs sind vermutlich impulsfest, da sie schoopiert sind (Folien sind
jweils an der Außenseite verbunden). Nur bringt das wegen der
Widerstände nichts. Außer man bohrt sie an, um an die inneren
Verbindungen zu kommen.
http://www.kronjaeger.com/hv/hv/src/sup/index.htmlhttp://www.kronjaeger.com/hv/hv/src/tv/index.html#xray
Zum Backofen:
Bei ca. 130° wird das grüne Gehäusematerial weich und die Vergussmasse
dunkelgelb. Bei 150-170° wird der Verguss elastisch und bricht / bröselt
leicht. Und stinkt.
Bei der Sony ist Glasfaser im schwarzen Material, viel stabiler.
Also, wenn es um Kauf geht, klares Votum für die Sony: billiger (0,50)
und besser (3nF 35kV über 1k).
Ob man Pollin belangen kann, da es sich um keine Kaskaden handelt?
Die Elfema Mittweida DDR-Zeilentrafos habe ich mir gerade angeschaut,
der teurere (RFT ÜHA111, 3,95) 603 005 603005 608.02-50.00 HT107 HT
107 MADE IN GDR scheint ganz brauchbar, da die zwei dickere Wicklungen
mit je 9 Windungen (je 50 µH) haben, die man für Royer verwenden kann.
Außerdem lässt sich der Kern leicht öffnen (M3er Muttern), wenn man die
dünnen Abstandsscheiben für den Luftspalt entfernen will.
Die Induktivität steigt auf das 3-5 fache.
Er enthält einen 2,2nF 6kV C und einen 10k Widerstand.
Der Al-Wert ist mit Original-Luftspalt 0,94 µH.
Die Spannungsfestigkeit habe ich noch nicht getestet, allerdings sieht
man das Kupfer unter der opaquen Vergussmasse durchschimmern.
Der billigere (2,95, RFT UHA108) ELFEMA Mittweida 1.33.023450.4/00 ÜHA
108) ist deutlich kompakter. Von den 13 LP-Anschlüssen (1 ohne Pin, 4
kurze und 8 lange Pins) sind nur 3 genutzt. Der HV-Ausgang kommt noch
hinzu.
1. Korrektur: das rechte der sechs Röntgenbilder ist nicht die grüne,
sondern die Sony von der Seite. Die zwei hellen Blöcke sind die beiden
Anschlüsse, die zwei rechten dünnen hellen Linien sind die Zuleitungen
in den C, die in die Folien (am äußeren Ende) mit eingewickelt sind.
SonyU und gruenW sind einmal von vorne und einmal von hinten (praktisch
spiegelverkehrt, links wird rechts).
2. Korrektur:
> da die zwei dickere Wicklungen mit je 9 Windungen (je 50 µH) haben,
richtig: (je 77 µH)
Gewinde M10 x 1,0 ist mir bisher untergekommen bei:
Einweg-Gasflaschen z.B. Bombolo Helium
Rückseite von Lampenfassungen, z.B. für Lüstermontage oder Befestigung
der Fassung an 10er Rohren.
Dafür gibt es auch einzelne Langmuttern = Hülsen mit Innengewinde im
Installationshandel / Baumarkt.
Diese könnte man bearbeiten, z.B. 2-4 Längsschnitte bis zum Hälfte und
dann zusammenbiegen.
Hättet Ihr eine Idee, was das mysteriöse grüne Teil vom Pollin sein
könnte?
Ich hab auch 3 davon zuhause rumfahren;)
ps.
Ich bin da mal mit 15 kV rein und hab etwa 8-10 cm Blaue blitze
rausbekommen
Es ist KEINE Kaskade.
Schau Dir das oben gepostete geheimnis.txt mit einem Editor an (auf
monospaced Schriftart z.B. Courier umschalten).
Wenn man die drei Cs direkt verwenden will (ohne Vorwiderstand), muss
man das Teil anbohren oder durchsägen, damit man an den zweiten "heißen"
C-Anschluss kommt.
Wenn gewünscht, mache ich eine Anleitung dafür.
> Ich bin da mal mit 15 kV rein und hab etwa 8-10 cm Blaue> blitze rausbekommen.
Hää?
Du meinst wohl 8-10 mm.
In der Sony ist ein Wickel-C mit 3nF 35kV in Reihe mit einem 1k-R.
Die beiden HV-Buchsen sind direkt parallel. Sieht man im SonyU.jpg
recht gut, der R ist das durchsichtige Teil zwischen den beiden
Verdickungen.
Soll praktisch ein Pufferkondensator zwischen DST
(Diodensplit-Zeilentrafo) und CRT (Bildröhre) sein. Eignet sich sehr gut
für statische Sachen, für Impulsexperimente (Marx..) nicht/kaum
geeignet.
> Der obere 4-fach geschlitzte Kranz scheint eine Art Zugenentlastung> zu sein, bei der allerdings die Überwurfmutter fehlt.> oder ein besonderes Kabel und dann dazu passende Überwurfmuttern> zum Festklemmen.> Zum Kontaktieren: man isoliert ein Hochspannungskabel ein Stück> ab, schiebt es ins Loch und befestigt es mit einer Überwurfmutter,> die die 4 Krallen zusammendrückt - ganz einfach.> Das Gewinde dürfte M10 x 1,0 sein.> Gibt es Feingewinde-Hutmuttern? In Kunststoff? Könnt man aufbohren.
Das Gewinde ist M10x1,00.
In der Sonderliste 3/2010 S.213 mitte rechts gibt es Feingewindemuttern:
- Kunststoff M10x1,00 10 St. 440617 1,50
- Alu konisch M10x1,00 10 St. 440952 0,50
- SW11 M9x0,75 100 St. 441123 1,95
- vernickelt M20x2,50 5 St. 440674 0,95
Mit denen Kunststoff kann man sicher eine Klemmvorrichtung für die
Krallen bauen.
Happy Sparking
Schaut nochmal vorbei, vielleicht gibt es bald eine Anleitung zum
Anbohren / Aufsägen mit Maßen.
@eProfi
Danke für deine Arbeit um den Inhalt der Kaskaden heraus zu finden!
Ich möchte daher auch etwas von mir beisteuern.
Ausgehend von deinen Röntgenbildern habe ich die Sony "Kaskade" zwischen
der großen und kleinen Kammer zersägt. Das einzige interessante befindet
sich ja in der großen Kammer, der Rest ist nur Vergussmasse.
Wenn man gerade bis unten durch sägt, zerteilt man den Widerstand genau
in der Mitte.
Wenn man etwas mehr von dem Anschlussdraht erhalten möchte, sollte man
unten also etwas in Richtung der kleinen Kammer bzw. den Anschlüssen
sägen.
Wie man auf dem Bild erkennen kann, handelt es sich vermutlich um einen
impulsfesten Kohlemassenwiderstand.
Der dunkle Fleck umgeben von der braunen Masse ist leitfähig, das braune
ist die Vergussmasse des Widerstands.
Rechts neben der der schwarzen Kunstofftrennwand befindet sich der
Anschluss des Kondensators. Den kann man noch etwas frei fräsen, einen
Draht anlöten und alles wieder gut isolieren und fertig ist der 35kV 3nF
Kondensator.