Welchen Anlauf- / Betriebskondensator benötige ich?

Gast #5740489
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Servus zusammen.

Ich habe einen defekten Druckluftkompressor geschenkt bekommen. 
Offensichtlich ist der Anlauf- oder Betriebskondensator 
(Kunststoffgehäuse) geplatzt. Leider fehlen mir die Teile des Gehäuses, 
auf dem der Wert stand. Es handelt sich um einen 1,5 kW 220 Volt Motor 
von 1985. Der Wert des zweiten noch intakten Kondensators ist im 
angehängten Bild ersichtlich. Der Schaltplan war dabei, aber leider auch 
keine Werte drauf ...


Wie kann man den Wert errechnen? Oder gibts Erfahrungswerte? Wenn ihr 
noch Infos braucht lasst es mich wissen!

Vielen Dank für Eure Hilfe.
Robert
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#5740502
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Tja, ist die Frage ob es sich um einen Drehstrommotor in 
Steinmetzschaltung oder um einen sog. Kondensatormotor handelt, der für 
Schweranlauf einen zus. Kondensator benötigt.

Ich denke, es ist ein echter Drehstrommotor -> schaust du 
Steinmetzschaltung, Berechnung Betriebs- und Anlaufkondensator.

Mach mal ein Foto vom Typenschild des Motors.
(Firma: matzetronics) #5740510
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Bei Steinmetzschaltung rechnet man mit etwa 70µF/kW, also bei einem 
1,5kW Motor ca. 100-110µF. Wenn das Grössenverhältnis von den Italienern 
zwischen den Kondensatoren so einigermassen richtig gezeichnet ist, 
könnte das hinkommen.
V2 (weisses Kabel) ist dann die Phase, die mit dem Hilfskreis verschoben 
wird und kriegt beim Anlaufen noch den Kick vom kleinen Kondensator oben 
drauf.
Gast #5740536
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Was soll denn das mit dem Steinmetz?
Sowas wurde niemals im Jahre 1985 in ein Seriengerät eingebaut!
Das hat man höchstens 1950 in der größten Not gemacht.

Hat der Motor selbst ein Typenschild?
Da steht oft auch der Wert drauf.
Gast #5740541
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michael_ schrieb:
> Was soll denn das mit dem Steinmetz?
> Sowas wurde niemals im Jahre 1985 in ein Seriengerät eingebaut!
> Das hat man höchstens 1950 in der größten Not gemacht.

Ach wo.


> Hat der Motor selbst ein Typenschild?
> Da steht oft auch der Wert drauf.

Bei einem Drehstrommotor kaum.
Gast #5740550
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H.Joachim S. schrieb:
> Und nicht von den Grössenverhältnissen täuschen lassen, der
> Anlaufkondensator ist/war oft ein bipolarer Elko. Also trotz höherer
> Kapazität kleinere Bauform und billiger.

So stehts ja auf dem Beipackzettel.


> Nimm nicht den billigsten MKP-Kondensator, geht sonst schneller wieder
> kaputt und kann sogar den Motor kosten.

Kann man nicht oft genug sagen.
#5740625
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Die 70µF/kW Betriebskondensator sind eigentlich immer ein guter Wert, da 
würde ich nicht ohne guten Grund von abgehen.
Der Anlaufkondensator wiederum kann rel. weit varieren und muss ja nicht 
auf das max. mögliche  Anlaufmoment ausgelegt sein. Jedenfalls würde ich 
dessen Kapazität nicht als Berechnungsgrundlage für den Hauptkondensator 
nehmen, macht auch keinen Sinn.
Gast #5740638
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Na das klingt doch alles sehr vielversprechend. Dann werde ich mal einen 
bestellen. Ich berichte dann woeder wenn es funktioniert. Vielleicht 
finde ich sogar noch einen in meinem Sammelsurium :D

Vielen lieben Dank für die zahlreichen Antworten!
#5740653
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H.Joachim S. schrieb:

> Tja, ist die Frage ob es sich um einen Drehstrommotor in
> Steinmetzschaltung oder um einen sog. Kondensatormotor handelt,

Die Option "Steinmetzschaltung" gibts wohl ab Werk so gut wie nie,
weil solche Motore einfach zu teuer sind. Mein Motor für den Verti-
cutierer hatte eine ähnliche Leistung und einen Kondensator mit ca
20µF. Eigentlich sollte die Kapazität ja wohl auch auf den defekten
kondensator draufstehen.
#5740680
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Schau dir das Klemmbrett an, das ist ein Drehstrommotor. Und auch die 
Grösse des noch erhaltenen Anlaufkondensators lässt darauf schliessen.

Warum so gebaut? Eine Möglichkeit wäre, dass der Kompressor fast 
baugleich in einer Wechselstrom- und in einer Drehstromvariante gebaut 
wurde. Deshalb vermute ich auch, dass der Druckschalter 3polig ist.
Gast #5740683
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Harald W. schrieb:
> H.Joachim S. schrieb:
>
>> Was zum Kondensatormotor passt (12µF/kW). Der hat aber eine ganz andere
>> Wicklung als ein Drehstrommotor.
>
> Nein, er hat zwei Wicklungen. :-) Ein Drehstrommotor brauch drei,
> aber warum sollte man einen solchen, wesentlich teureren Motor
> nehmen, wenn von vornherein klar ist, das der Motor an Wechsel-
> strom angeschlossen werden soll?

Sono pazzi questi Italiani.
Gast #5741034
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Harald W. schrieb:
> Mein Motor für den Verti-
> cutierer hatte eine ähnliche Leistung und einen Kondensator mit ca
> 20µF.

Es kommt da sicher auf die Bauart an.

Ich habe hier gerade einen Motor von einem Kompressor.
Baujahr 2008, 1,5KW und einen Kondensator von 30µF.

Alte Motoren so 1975 haben bei 0,8KW 40 - 60µF.

Ich würde hier mit 40µF anfangen und probieren.
Gast #5754669
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Update!

Motor läuft wieder. Zum Einen war der Anlaufkondensator ebenfalls defekt 
und zum Anderen waren die 70µF für den Betriebskondensator ein wenig zu 
viel. Habe einen 40µF bestellt. Der hatte dann auch die gleichen 
Abmessungen wie der geplatzte Kondensator. Kurzum, die Maschine läuft 
wieder. Ich danke allen hier für die tatkräftige Unterstützung.
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