Hallo,
irgendwann hat mir mal jemand erzählt, dass man einen HiFi-Verstärker
nicht ohne Last, d.h. ohne Boxen betreiben darf.
Jetzt frage ich mich, ob da was dran ist.
Oder gilt das nur für eine bestimmte Art von Verstärkern?
Danke.
Gruß
Sören
Sören schrieb:> Oder gilt das nur für eine bestimmte Art von Verstärkern?
Das gilt im Allgemeinen nur für Röhrenendstufen. Der Trafo könnte ohne
Belastung zu Funkenüberschlägen neigen.
Schlechte Halbleiterendstufen könnten schwingen, aber das passiert bei
anständigen nicht.
Das ist ein sehr altes Argument, als man Röhrenverstärker noch ohne
Gegenkopplung betrieb um die teuren Röhrensysteme zu sparen.
Trifft selbst auf heutige Röhrenverstärker nur noch in seltenen Fällen
zu.
Sören schrieb:> irgendwann hat mir mal jemand erzählt, dass man einen HiFi-Verstärker> nicht ohne Last, d.h. ohne Boxen betreiben darf.
Ein Verstärker ohne Lautsprecher dran macht wenig Sinn! Beim Testen oder
Umklemmen kann man das nicht vermeiden, also kann das mal passieren.
In meiner Lehrzeit waren HiFi-Geräte nicht leerlaufsicher und
Endstufentransistoren teuer. Aus Erfahrung heraus würde ich sagen, dass
Verstärer der letzten 20 Jahre einen kurzzeitigen Leerlauf klaglos
verkraften.
Matthias S. schrieb:> Das gilt im Allgemeinen nur für Röhrenendstufen. Der Trafo könnte ohne> Belastung zu Funkenüberschlägen neigen.
Das halte ich nun für recht weit hergeholt.
was ist Last? (Nennlast schon mal nicht)
mein Verstärker von 1979 läuft seit dem mit Aktivboxen
MFB 567 1k lt. Plan (ich hatte 100 - 470 Ohm in Erinnerung, schraube die
aber nun nicht auf)
MFB 544 100k lt. Plan wäre quasi offen (aber auch Pläne können lügen)
Nach einer Reparatur habe ich aber erst nach 20 Jahren bemerkt der der
Abschluß bei einer Box falsch verlötet war, der eine Kanal also 'offen'
lief.
Ich merke gerade das es verschiedene Pläne gibt der Eingangswahlsteller
fehlt wobei verbaut der "Lastwiderstand 100 Ohm - 1k" bei 1Vpp
abgeschaltet wird.
Hallo,
dieses klassische Konzept beispielsweise ist im Leerlauf mit einem
dicken 150 Ohm Widerstand abgeschlossen, um den Regelkreis zu schließen.
Ohne diesen wäre sonst kein Gegenspieler zum Spannungsverstärker T2
vorhanden.
http://www.reocities.com/quhno/black-devil/
Mit freundlichem Gruß
Manfred schrieb:> In meiner Lehrzeit waren HiFi-Geräte nicht leerlaufsicher und> Endstufentransistoren teuer.
Ach?
Bei meinem ersten Verstärker wurden über den Würfelstecker der Kopfhörer
die Lautsprecher abgeschalten.
Kein Problem, es war ein GE-Verstärker mit 2X 8W.
Bei meinem Sony-Receiver 2X 100W kann man über eine Taste und Relais die
LS auch brutal hart abschalten.
Also keine gefahr.
> Schlechte Halbleiterendstufen könnten schwingen, aber das passiert bei> anständigen nicht.
Was sind denn bitte schlechte HL-Endstufen, und wofür gibt es das
Boucherot- Glied an jedem LS-Ausgang?
michael_ schrieb:> Bei meinem ersten Verstärker wurden über den Würfelstecker der Kopfhörer> die Lautsprecher abgeschalten.
Wo hast Du denn den eingekaufen?
Also noch zum Hintergrund:
Mein Verstärker ist defekt, wahrscheinlich was am Netzteil.
Bei der Fehlersuche (vielleicht ist es nur eine defekte Lötstelle) kann
es sinnvoll sein, den Verstärker einzuschalten um zu sehen, wo Spannung
ist und wo nicht.
Wenn ich das dann repariere und ohne Boxen einschalte, kann ich einfach
sehen, ob die Spannungsversorgung wieder funktioniert.
Und die Boxen will ich deswegen nicht extra abbauen und in den
Bastelkeller schleppen.
Sören schrieb:> Hallo,>> irgendwann hat mir mal jemand erzählt, dass man einen HiFi-Verstärker> nicht ohne Last, d.h. ohne Boxen betreiben darf.> Jetzt frage ich mich, ob da was dran ist.> Oder gilt das nur für eine bestimmte Art von Verstärkern?>> Danke.>> Gruß> Sören
Unterscheide erst einmal:
Ein Verstärker mit Röhren?
Ein Verstärker mit Halbleitern?
In diesem Fall geht es um einen Verstärker, der Transistoren verwendet.
Ich habe hier aber auch einen Röhrenverstärker stehen.
Also sind für mich beide Fälle interessant.
Dazu müsste ich erst mal rein schauen.
Ich hoffte eine generelle Antwort zu bekommen, wie z.B. ein Verstärker
mit Eigenschaft A oder Eigenschaft B darf nur mit Last betrieben werden.
Sören schrieb:> Ich hoffte eine generelle Antwort zu bekommen
Die gibt`s wohl nicht.
Es kann schon sein, daß die Frequenzkompensation eines Verstärkers auf
den Belastungsfall zugeschnitten ist. Und daß er dann ohne Last am
Ausgang in wilde Schwingungen ausbricht. Solche Verstärker dürften aber
die Ausnahme sein. Und selbst wenn, wird das bestimmt nicht zu seiner
Zerstörung führen, sondern nur zu einer starken Erwärmung. Sollte das
bei Dir der Fall sein, tut`s ein Lastwiderstand am Ausgang.
Sören schrieb:> Also sind für mich beide Fälle interessant.
Na, dann hast du ja beide Antworten: Ja und Nein.
Sören schrieb:> Ich hoffte eine generelle Antwort zu bekommen, wie z.B. ein Verstärker> mit Eigenschaft A oder Eigenschaft B darf nur mit Last betrieben werden.
Auch die wurden genannt: Röhrenverstärker mit Ausgangstrafo haben
eventuell ein Problem ohne Last. Transistorverstärker eigentlich nie,
vor allem dann nicht wenn Schalter zum Abschalten der Lautsprecher
vorhanden sind. Und das ist nicht erst seit 20 Jahren so, sondern eher
seit 50.
Elo schrieb:>> Schlechte Halbleiterendstufen könnten schwingen, aber das> passiert bei>> anständigen nicht.> Was sind denn bitte schlechte HL-Endstufen, und wofür gibt es das> Boucherot- Glied an jedem LS-Ausgang?
Fragen sind hier nicht erlaubt!
der schreckliche Sven schrieb:> Früher durfte man auch einen Diesel-Mercedes nicht ohne Zementsack im> Kofferraum fahren.
Du meinst im Winter? Da wäre ein Sack mit Split sinnvoller gewesen.
Marek N. schrieb:> der schreckliche Sven schrieb:>> Früher durfte man auch einen Diesel-Mercedes nicht ohne Zementsack>> im Kofferraum fahren.>> Warum?
Vielleicht damit die Endstufen des Autoradios nicht kaputtgehen :-)
Hier ist die Auflösung des Zementsackrätsels:
Der Dieselmotor (extra schwer) war vorne, die Antriebsachse hinten. Das
System war schlecht kompensiert und geriet leicht in`s schleudern
(schwingen). Eine Grundbelastung an der Antriebsachse (=Ausgang) half,
die Schleuderneigung zu verringern.
Warum ein Sack Zement?
Früher hatte fast jeder Bauer einen Diesel-Mercedes. Weil er robust war
und weil er seinen verbilligten Traktor-Diesel da reintun konnte. Und
einen Sack Zement hatte fast jeder zur Verfügung.
Manfred (Gast) schrieb:
> In meiner Lehrzeit waren HiFi-Geräte nicht leerlaufsicher und> Endstufentransistoren teuer. Aus Erfahrung heraus würde ich sagen, dass> Verstärer der letzten 20 Jahre einen kurzzeitigen Leerlauf klaglos> verkraften.
Wo/wann hast Du gelernt?
I.d.R. gab es eher Ärger bei Kuzschluss.
Elo (Gast) schrieb:
> Was sind denn bitte schlechte HL-Endstufen, und wofür gibt es das> Boucherot- Glied an jedem LS-Ausgang?
Manche (bessere?) Endstufen brauchen die nicht.
Generell würde ich sagen: Bevor man irgendeinen Verstärker testet, dreht
man den Lautstärkeregler auf Min. Immer!
Transistorverstärker sind i.a. leerlauffest, die kannst Du ohne Streß
durchmessen. Am besten fängst Du damit mal an.
Röhrenverstärker sind bei abgedrehtem Lautstärkeregler normalerweise
auch unkritisch. Aus alter Gewohnheit hänge ich da trotzdem immer einen
Lastwiderstand 5-10 Ohm an die Lautsprecherbuchse, man kann ja nie
wissen.
Mark S. schrieb:> Transistorverstärker sind i.a. leerlauffest, die kannst Du ohne Streß> durchmessen.
Hi,
habe einmal die Ruhestrom-Einstellung vornehmen wollen und stellte fest,
dass immer dann, wenn ich mit der anderen Hand das Chassis berührte, der
Strom signifikant absank. => Abgleichaufbau, Mess-Schnüre führen zu
Schwingungen, das sollte man auch beachten.
Mark S. schrieb:> Aus alter Gewohnheit hänge ich da trotzdem immer einen> Lastwiderstand 5-10 Ohm an die Lautsprecherbuchse, man kann ja nie> wissen.
Aus meiner Gewohnheit ein 47 Ohm/2 Watt bei O-V-Ansteuerung. Das reicht,
um die Gegenkopplung "sauber" arbeiten zu lassen. Dann kommt es noch
darauf an, ob es eine +- Spannungsversorgung ist, oder der Lautsprecher
über Elko auf Ub Halbe raufgezogen wird. Manche Verstärker arbeiten dann
nicht richtig, wenn dieser Elko nicht geladen wird. (Momang, suche die
Schaltung noch raus...)
(Der Lautsprecher hat ja auch keine exakt 4 Ohm oder so über den
gesamten Frequenzbereich.)
Bei Powercheck immer einen Lautsprecher dran. Eine Aussage über die
Stabilität des Verstärkers kann über die Rückwirkung der Schwingspule
auf den treibenden Ausgang getroffen werden.
Die rückfließende, induzierte Spannung kann sogar groß werden, dass die
Schutzdioden ansprechen. Das muss der Verstärker "aushalten", und das
kann man nur mit angeschlossenem Lautsprecher testen.
ciao
gustav
Karl B. schrieb:> Manche Verstärker arbeiten dann> nicht richtig, wenn dieser Elko nicht geladen wird. (Momang, suche die> Schaltung noch raus...)
Siehe Bild.
Aber das ist doch relativ selten anzutreffen (?)
(Höchstens bei älteren Kofferradios noch.)
ciao
gustav
Alles in allem gibt es einfach keine 100%-ige Generalisation.
Dafür sind zuviele Spielarten von Verstärkern unterwegs.
Ein gewisses Restrisiko muß einfach bleiben....
Harald W. schrieb:>> Früher durfte man auch einen Diesel-Mercedes nicht ohne Zementsack im>> Kofferraum fahren.>> Du meinst im Winter? Da wäre ein Sack mit Split sinnvoller gewesen.
Nein nein, man hatte sinnvollerweise Zementsack, Split, ein Holzbrett
und Schaufel dabei...
Und zur Frage. Neben den sicher interessanten theoretischen Überlegungen
würde ich dir für den Bastelkeller empfehlen, doch schlicht einen
kleinen 4 oder 8 Ohm Leistungswiderstand (3-5 Watt reicht) an den
Ausgang zu hängen. Lautstärkeregler natürlich zu und zur Sicherheit noch
10kOhm am Eingang gegen Masse. Dann kannst du gefahrlos deine Spannungen
überprüfen. Wenn du dann noch weiter spielen willst, kannst du
problemlos ein Signal einspeisen und messen. Wenn du im Keller -also
ohne deine Boxen- deinen Verstärker bei Nenn- oder Spitzenleistung
überprüfen willst, dann kommt ein "dickerer" Widerstand an den Ausgang,
z.B. die Aluklötzchen von Dale. Den Widerstand hängst du dann in einen
Eimer mit Wasser und fertig.
Viel Erfolg und Gruß
Rainer
Rainer V. schrieb:> Und zur Frage. Neben den sicher interessanten theoretischen Überlegungen> würde ich dir für den Bastelkeller empfehlen, doch schlicht einen> kleinen 4 oder 8 Ohm Leistungswiderstand (3-5 Watt reicht) an den> Ausgang zu hängen.
Das ist aber nicht wirklich ein Stresstest für einen Endverstärker, denn
die 8Ohm sind die nominelle Impedanz und nicht etwa der reale Widerstand
für die Lastverhältnisse. An einen Verstärker, der eine gewisse
Induktive Last benötigt, kann man ohne Probleme auch einen 2 Ohm
Widerstand anschließen und zu der Erkenntnis gelangen, dass er stabil
arbeitet, während er das bei 4Ohm Nennimpedanz schon nicht mehr tut.
Natürlich muss man klar unterscheiden, was "funktionieren", "gut
funktionieren", "richtig funktionieren" und "stabil" genau ist.
Dass ein AMP nicht kaputt geht, wenn man ihn falsch belastet, heißt bei
Weitem nicht, dass er im Sinne eines Audioverstärkers sinnvoll arbeitet.
Ich würde da schon überwiegend induktive Lasten fahren, denn die sind
es, die die Probleme machen, nebst Weichen mit hohen Kapazitäten, weil
sie Energien nicht vernichten, sondern zurückwerfen.
Rainer V. schrieb:> empfehlen, doch schlicht einen> kleinen 4 oder 8 Ohm Leistungswiderstand (3-5 Watt reicht) an den> Ausgang zu hängen.
Und dann kommt man an einen Eingang, wo dann das Netzbrumm mit voller
Gewalt hinten ankommt.
Man sollte da lieber 50Ohm nehmen.
Da qualmt es nicht so sehr bei einem Fehler.
Elo schrieb:>> Schlechte Halbleiterendstufen könnten schwingen, aber das passiert bei>> anständigen nicht.> Was sind denn bitte schlechte HL-Endstufen,
Das sind die, die ohne Last schwingen :-P
Elektrofan schrieb:> Manfred (Gast) schrieb:>> In meiner Lehrzeit waren HiFi-Geräte nicht leerlaufsicher und>> Endstufentransistoren teuer.>> Wo/wann hast Du gelernt?
Radio- und Fernsehtechniker im Handwerk, 1973 abgeschlossen und ganz
schnell weg aus dem Handwerk.
Manfred schrieb:>>> In meiner Lehrzeit waren HiFi-Geräte nicht leerlaufsicher und>>> Endstufentransistoren teuer.>>>> Wo/wann hast Du gelernt?>> Radio- und Fernsehtechniker im Handwerk, 1973 abgeschlossen
Was hattest du denn da für Schrottanlagen? Mein B&O von 1971 schluckt
Leerlauf ohne auch nur einen Muckser - auch der versehentliche Betrieb
mit 2 Ohm kratzte die Kiste nie. Mir ist bis auf Bastelverstärker (z.B.
Endstufen von Merkur-Elektronik) kein Produkt bekannt, was
Schwingneigung ohne Last zeigte.
Manfred schrieb:> Elektrofan schrieb:>> Manfred (Gast) schrieb:>>> In meiner Lehrzeit waren HiFi-Geräte nicht leerlaufsicher und>>> Endstufentransistoren teuer.>> Wo/wann hast Du gelernt?> Radio- und Fernsehtechniker im Handwerk, 1973 abgeschlossen
Wenige Jahre später war das aber auch bei "uralten" Geräten kein Thema
mehr. Mag sogar sein, dass ohne Last mal einer irgendwie geschwungen
hat, aber kaputt gegangen ist auch von den gaaaanz Uralten ohne Last
niemals einer.
Und auch die Röhrenverstärker gehen nicht gleich kaputt und sind auch
früher nicht gleich kaputtgegangen. Denn ein kaputtes oder ein
versehentlich herausgezupftes Kabel oder auch ein simpler Wackelkontakt
sind an der Tagesordnung auf der Bühne...
Karl B. schrieb:> Hi,> ohne Worte...>> ciao> gustav
Willst du damit sagen, daß die paar Zeilen aus der Bedienungsanleitung
eines unbekannten Verstärkers generell für alle Verstärker gelten, egal
welche Technologie oder Schaltungsauslegung?
npn schrieb:> Karl B. schrieb:>> Hi,>> ohne Worte...>>>> ciao>> gustav>> Willst du damit sagen, daß die paar Zeilen aus der Bedienungsanleitung> eines unbekannten Verstärkers generell für alle Verstärker gelten, egal> welche Technologie oder Schaltungsauslegung?
Okay, als ich das geschrieben hatte, war das unscharfe Bild noch nicht
da.
Karl B. schrieb:> Bei Powercheck immer einen Lautsprecher dran. Eine Aussage über die> Stabilität des Verstärkers kann über die Rückwirkung der Schwingspule> auf den treibenden Ausgang getroffen werden.
Gell du weist schon das der Lautsprecher keinen Sinusdauerton mit seiner
angegebenen Nennleistung aushält?
Ralph Berres
Ralph B. schrieb:> Gell du weist schon das der Lautsprecher keinen Sinusdauerton mit seiner> angegebenen Nennleistung aushält?
yep.
Also doch noch Dummyload.
http://www.hifi-forum.de/viewthread-71-11428.html
ciao
gustav
npn schrieb:> Okay, als ich das geschrieben hatte, war das unscharfe Bild noch nicht> da.
War 'ne Störungsmeldung beim Hochladen da, sorry.
ciao
gustav
Karl B. schrieb:> Der Widerstand vom Boucherot-Glied war auch angekokelt.....
Das ist ein Indiz dafür, dass das Teil geschwungen hat und deshalb
gestorben ist. Die noch älteren Braun-Endstufen hatten nicht mal eine
Strombegrenzung, waren also nicht kurzschlussfest.
Mark S. schrieb:> Das ist ein sehr altes Argument, als man Röhrenverstärker noch ohne> Gegenkopplung betrieb um die teuren Röhrensysteme zu sparen.> Trifft selbst auf heutige Röhrenverstärker nur noch in seltenen Fällen> zu.
Solange die Verstärker im linearen Bereich betrieben werden ( also nicht
übersteuert werden ) trifft das zu. Aber in dem Moment wo der Verstärker
anfängt zu klippen greift die Gegenkopplung nicht mehr und die
Verstärkung steigt an ( Stichwort Transistente Intermodulations
Verzerrungen )
In diesen Fall entsteht durch die hohe Selbstinduktionsspannung des
Ausgangstrafo durchaus gefährlich hohe Spannungen, welches zu
Überschlägen zwischen Anode und Bremsgitter,bzw Gitter in der Röhre,
zwischen den Wicklungen oder gegen Kern führen können.
Das gilt übrigens auch für Transistorverstärker mit Ausgangstrafo. Nur
kommt es hier nicht zu Überschlägen, sondern UCEmax wird überschritten,
und zerstört die Transistoren.
Eisenlose Endstufen ( egal ob Transistor oder Röhre ) sind in der Regel
Leerlauffest, aber kurzschlussfest nur, wenn entsprechende Massnahmen
zur Strombegrenzung in der Endstufe vorgesehen sind.
Bei den heutigen Endstufen ist das aber in der Regel der Fall. Bei den
Endstufen aus den 70ger und 80ger Jahren oft nicht.
Übrigens Röhrenendstufen haben im Leerlauf oft gerne bei mehrern 100KHz
geschwungen.
Ralph Berres
@ Karl B. ,
dein Braun-Verstärker sieht mir vom Schaltbild sehr bekannt und damit
verdächtig nach RFT aus, kann das ein?
Das Schaltungskonzept in dem Plan war fast immer das gleiche bei REMA,
Stern Radio, Robotron.
Manfred ist der
> Radio- und Fernsehtechniker im Handwerk, 1973 abgeschlossen und ganz> schnell weg aus dem Handwerk.
welcher heute in der IT und TK was versucht?
Beitrag "Re: Dringend Hilfe, wer kennt sich etwas aus? Telekom Voip"
Elektrofan
bzgl. Boucherot-Glied
> Manche (bessere?) Endstufen brauchen die nicht.
Und warum nicht, denn das Teil war wofür gut? Weil deren obere Grenz-f
unterhalb von 10 Khz endete?
Eine Anekdote vom schrecklichen Sven
> Früher durfte man auch einen Diesel-Mercedes nicht ohne Zementsack im> Kofferraum fahren.
der Fakt traf aber eher auf 3er wie 5er BMW zu, egal ob Diesel oder
Benziner.
Ein Kollege von mir fuhr damals vor der Jahrtausendwende 2 seiner
Sommerreifen immer im Kofferaum des Winters.
150 PS auf die winterliche Straßen zu bekommen war in Bayern und
Schwaben immer etwas problematischer.
Wenn dann noch der Tank recht leer wurde um so heftiger.
Elo schrieb:> bzgl. Boucherot-Glied>> Manche (bessere?) Endstufen brauchen die nicht.> Und warum nicht, denn das Teil war wofür gut? Weil> deren obere Grenz-f unterhalb von 10 Khz endete?
Ich nehme mal an, Du kennst die Gründe, die ein Boucherot-Glied
nützlich, oder aber unabdingbar machen können. Und weißt, daß man es in
den meisten Fällen "gut gebrauchen kann". Oder?
Dann nenne sie doch einfach.
@ Quentchen (Gast)
Datum: 03.09.2017 18:04
Mit einer Gegenfrage auf eine Frage antworten nennt man ... ?
Du hast doch denn Sinn meiner Anfrage kapiert, oder nicht?
Und ich habe keine Ausbildung oder erhöhte Ambitionen in analoger
Audiotechnik!
Auch "viel früher" (vor 1975) gab es durchaus gute Endstufen (Hifi, bis
weit über 20kHz), die ohne Boucherot-Teile auskamen.
Vielleicht hatten die relativ niedrige offene Schleifenverstärkung?
Elektrofan schrieb:> die ohne Boucherot-Teile auskamen.> Vielleicht hatten die relativ niedrige offene Schleifenverstärkung?
Sie dienten aber in erster Linie dazu induktive Anteile der Last zu
kompensieren.
Ralph Berres
Elektrofan schrieb:> Auch "viel früher" (vor 1975) gab es durchaus gute Endstufen (Hifi, bis> weit über 20kHz), die ohne Boucherot-Teile auskamen.
Woher willst du bitte wissen, was sich die damaligen Entwickler oder
Konstrukteure dabei gedacht haben, als sie das ganz einfach wegließen?
Diese Glieder waren bei RFT-Steuergeräten mit leistungsfähigen wie
Kleinleistungsendstufen sogar in Kompaktgeräten immer drin.
> Vielleicht hatten die relativ niedrige offene Schleifenverstärkung?
Hier oben drüber kam vom Palph B. schon eine kleine Erklärung, mir ist
nur so viel beakannt, dass diese Glieder den Abschluß-R, welchen der
Lautsprecher bildet, bei höheren Frequenzen im "Lot" hält.
Wenn man eine relativ dünne und noch dazu lange Leitung zu den
Lautsprecher- boxen hatte, war das sicherlich nicht von Nachteil.
> Woher willst du bitte wissen, was sich die damaligen Entwickler oder> Konstrukteure dabei gedacht haben, als sie das ganz einfach wegließen?
Keine Ahnung, was die sich "dabei gedacht" haben. -
Endstufen, die "Hifi" sind, die ohne soche Massnahmen auskommen, also
bezüglich ihrem Abschluss "tolerant" sind, und (fast) egal bei welchem,
eben nicht schwingen, können jedenfalls nicht per se schlecht sein.
Elo schrieb:> Diese Glieder waren bei RFT-Steuergeräten mit leistungsfähigen wie> Kleinleistungsendstufen sogar in Kompaktgeräten immer drin.
Heißt im Umkehrschluss: sämtliche "West"-Verstärker, die ohne Boucherot
auskamen, waren Fehlkonstruktionen? Oder war es möglicherweise so, dass
Konstrukteure der ehemaligen SBZ nicht in der Lage waren, Verstärker zu
konstruieren, bei denen diese Glieder überflüssig sind?
Weil: ausgerechnet RFT zum non plus ultra der Unterhaltungselektronik zu
erklären ist etwas gewagt...
Na ja, funktioniert hat ja alles... irgendwie... und garnicht mal soooo
schlecht...
Gruß Achim.
BobDylan schrieb:> ausgerechnet RFT zum non plus ultra der Unterhaltungselektronik zu> erklären ist etwas gewagt...
Wo steht das? Hab ich das übersehen oder hast du das nur erfunden?