Hallo,
wer kann den Unterschied zwischen max. Drehmoment und max. Leistung
begreifbar erklären? Heute hatte es ein Maschinenbauer (Ing.) versucht,
am Ende hörte ich, dass er es auch nicht so genau wisse ...
Oben ein Leistungsdiagramm eines Dampfhammer-Motorrades (Langhuber). Das
max. Drehmoment liegt bereits bei 3.000 U/min. an, die max. Leistung ist
erst bei 5.000 U/min. verfügbar.
Wenn man die Beschleunigung betrachtet, wo geht es brachialer vorwärts:
Bei 3.000 U/min. oder bei 5.000 U/min.?
Reiner
Wenn sich etwas bei gleichem Drehmoment doppelt so schnell dreht, bringt
es doppelte Leistung.
Da das Drehmoment bei 3000 nicht 5/3 des Drehmoments bei 5000 beträgt,
bringt der Motor mehr Leistung bei 5000. Das zeigt auch die blaue Kurve.
Mehr Beschleunigung wird daraus natürlich nur, wenn man es auf die
gleiche Geschwindigkeit bezieht, also einen anderen Gang so dass z.B.
beide Übersetzungen zu 100km/h führen.
Drehmoment ist Arbeit,
Leistung ist Arbeit/Zeit.
Also wenn deine Drehzahl bei gleichem Drehmoment höher ist,
verrichtest du in der gleichen Zeit mehr Arbeit, entsprechend ist die
Leistung höher.
Das siehst du im Diagramm zum Beispiel bei 2000rpm und 5300rpm.
Bei beiden ist das Drehmoment etwa gleich (ca. 95Nm), die Leistung aber
Um das Verhältnis 2000rpm/5300rpm (=> 27PS/72PS) unterschiedlich.
Die größere Beschleunigung hast du bei der größeren Leistung:
Beim beschleunigen wird Arbeit verrichtet, willst du in kürzerer Zeit
auf die höhere Geschwindigkeit, brauchst du mehr Leistung.
Reiner F. schrieb:> max. Drehmoment und max. Leistung> begreifbar erklären?
Vergiss das. Das verstehen 95% der leute nicht.
Ein getriebe bringt dir immer das gewünschte drehmoment. Die zahl ist
beim motor bedeutungslos, was für schaltfaule oder für dumme.
Was ist daran bitte so schwer?
Das ganze ist analog zu
,
also
.
Wenn man das ganze nach der Beschleunigung umstellt, dann weiß man, dass
man für möglichst viel davon eine große Kraft und wenig zu
beschleunigende Masse benötigt.
Da der Luftwiderstand proportional zum Quadrat der Geschwindigkeit
zunimmt, benötigt man bei hohen Geschwindigkeiten entsprechend Kraft um
diesen zu überwinden. Beim Gleichgewicht aus Luftwiderstand und
Vortriebskraft stellt sich die Maximalgeschwindigkeit ein (jegliche
andere Reibung mal vernachlässigt). Für mehr Maximalgeschwindigkeit
benötigt mal also viel Vortriebskraft bei hohen Geschwindigkeiten, ergo
viel Leistung.
Für hohe Beschleunigung aus dem Stand heraus ist ledigleich das maximale
Drehmoment/Vortriebskraft von Bedeutung.
A. Z. schrieb:> Für hohe Beschleunigung aus dem Stand heraus ist ledigleich das maximale> Drehmoment von Bedeutung.
Am rad. NICHT das vom motor. Da ist ein getriebe dazwischen.
Getriebe ist drehmomentwandler. Das kapieren die leute nicht.
Das drehmoment am rad ist bei max. motorleistung am grössten, NICHT bei
max. motordrehmoment. Wenn man im richtigen gang ist.
Hallo,
die Leistung ergibt sich als Produkt aus Drehmoment und
Winkelgeschwindigkeit.
Es ist 1000 Nm/s = 1,3596216173039044 PS
Z.B. bei 5500 U/min hat man
P = 87 Nm * 5500 U/min * 2 Pi = 50083 Nm/s = 68 PS
Bei 3000 U/min hat man
P = 128 Nm * 3000 U/min * 2 Pi = 40192 Nm/s = 54,6 PS
Als ergibt sich eine Kurve aus der Anderen.
Ich meine für die Beschleunigung ist die Leistung wichtig.
MfG
egonotto
p
Mohammed A. schrieb:> Da ist ein getriebe dazwischen.> Getriebe ist drehmomentwandler. Das kapieren die leute nicht.
Ach und was ist, wenn du im 7. Gang angekommen bist? Worauf kommts dann
an?
Und wo ist im Diagramm der Kurvenverlauf für die anderen Gänge zu sehen?
Von Getriebe war nie die Rede...
Mohammed A. schrieb:> Sag ich doch. 95% kapieren das nicht.
Ja, die hatten wohl gerade alle die Masern, als das im Physik-
Unterricht in der Schule dranwar. :-(
F = m * a => a = F / m
da sich die Masse i.a. nicht verändern dürfte, ist die Beschleunigung
nur von der Kraft abhängig. Wäre also sinnvoll bei maximalem Drehmoment
anzufahren. In der Praxis kommen aber noch Dinge hinzu wie das Getriebe
und vor allem der Grip. In den allermeisten Fällen wird es nicht
möglich sein, daß maximale Drehmoment auf den Untergrund zu übertragen.
Ergänzung:
Wichtig ist in der Praxis der Verlauf der Drehmomentkurve: 128 Nm bei
2900 U/min und 85 Nm bei 5500 U/min.
Das wird gerne auch als Drehmomentanstieg bezeichnet. Das bedeutet
umgangssprachlich die "Elastizität" des Motors.
Beispiel: das Fzg fährt bei 5200 U/min mit einer Belastung von 60 Nm vor
sich hin. Jetzt kommt eine Steigung, so daß die Belastung auf 125 Nm
steigt. Der Fahrer gibt Gas und bei 125 Nm bei 3750 U/min sinkt die
Geschwindigkeit nicht weiter. Steigt die Belastung jedoch weiter (über
128 Nm), dann muß der Fahrer spätestens bei 2900 U/min herunterschalten
- sonst wird er den Motor abwürgen.
Die Getriebe haben nahezu immer eine Untersetzung der Drehzahl, was eine
Erhöhung des Drehmomentes (an der Ausgangswelle der Antriebseinheit)
bedeutet. Nur so kann z.B. eine kleine Rangierlok mit 50 PS einen
hundert Tonnen schweren Zug bewegen.
Leistung ist Drehzahl mal Drehmoment (2*Pi*n*M). Mehr muss man für
"Leistung vs. Drehmoment" auch nicht wissen. Die ganzen - vor allem im
Kfz-Bereich verbreiteten - populärwissenschaftlichen "Erklärungen"
stiften mehr Verwirrung als sie nutzen.
P. S. schrieb:> Die ganzen - vor allem im> Kfz-Bereich verbreiteten - populärwissenschaftlichen "Erklärungen"> stiften mehr Verwirrung als sie nutzen.
So ist es und es kommt noch besser:
Wenn ich so ein Dampfhammer-Motorrad auf einen Rollenprüfstand stelle,
wie kann der Rollenprüfstand zwei unterschiedliche Leistungskurven
aufnehmen, die ihre Maxima auch noch bei unterschiedlichen Drehzahlen
haben?
Reiner F. schrieb:> Wenn ich so ein Dampfhammer-Motorrad auf einen Rollenprüfstand stelle,> wie kann der Rollenprüfstand zwei unterschiedliche Leistungskurven> aufnehmen, die ihre Maxima auch noch bei unterschiedlichen Drehzahlen> haben?
Weil du damit eben die Werte an der Rolle misst und nicht die des
Motors. Da gibt es dann diverse Umrechnungsfaktoren die versuchen daraus
ein Diagramm des Motors abzuleiten. Jenachdem wie genau diese sind kommt
halt was unterschiedliches dabei raus.
Vergleich mal mit welcher Gesamtübersetzung deine beiden Diagramme
berechnet wurden. Mögliche Fehler: Getriebeübersetzung falsch angenommen
oder Achsdifferential, Kettenüberstzung u.ä. vergessen, Reifengröße
falsch usw.
Du musst Wasser zu Fuss in Deine Badewanne schleppen.
Die Analogie zum Drehmoment beschreibt, wie gross der Eimer sein darf,
damit Du den ueberhaupt noch anheben und die Treppe hochschleppen
kannst.
Die Analogie zur Leistung beschreibt, wie schnell Du die Wanne voll
hast.
Mohammed A. schrieb:> A. Z. schrieb:>> Für hohe Beschleunigung aus dem Stand heraus ist ledigleich das maximale>> Drehmoment von Bedeutung.>> Am rad. NICHT das vom motor. Da ist ein getriebe dazwischen.> Getriebe ist drehmomentwandler. Das kapieren die leute nicht.>> Das drehmoment am rad ist bei max. motorleistung am grössten, NICHT bei> max. motordrehmoment. Wenn man im richtigen gang ist.
Das dürfte falsch sein. Ein verlustloses Getriebe behält sein Dr3hmoment
vom Eingang bis zum Ausgang.
Lichtleinaus schrieb:>> Das drehmoment am rad ist bei max. motorleistung am grössten, NICHT bei>> max. motordrehmoment. Wenn man im richtigen gang ist.
Das ist falsch.
Das Drehmoment am Rad ist ausschliesslich abhaengig vom Drehmoment am
Eingang und der Uebersetzung. (Reibung im Getriebe unberuecksichtigt)
Lichtleinaus schrieb:> Das dürfte falsch sein. Ein verlustloses Getriebe behält sein Dr3hmoment> vom Eingang bis zum Ausgang.
So ein Quatsch. Irgendein Getriebe, es untersetzt drei zu eins. Drei
Umdrehungen des Eingangs bewirken eine Umdrehung des Ausgangs. Das
Getriebe ist verlustlos. Packst du nun 1Nm auf die Eingangswelle, kannst
du am Ausgang 3Nm abnehmen. Da die Drehzahl sich dabei auch um den
Faktor 3 verlangsamt, bleibt die Leistung gleich.
Wendels B. schrieb:> Du musst Wasser zu Fuss in Deine Badewanne schleppen.> Die Analogie zum Drehmoment beschreibt, wie gross der Eimer sein darf,> damit Du den ueberhaupt noch anheben und die Treppe hochschleppen> kannst.> Die Analogie zur Leistung beschreibt, wie schnell Du die Wanne voll> hast.
Beste Analogie bisher, und eine der wenigen zutreffenden. Immer wieder
erschreckend, Wie viel geballte Ahnungslosigkeit hier bei mechanischen
Themen versammelt ist.
Drehmoment beschreibt welche Kraft du, in welchem Abstand von einem
Drehpunkt abnehmen kannst. Nehmen wir nun eine Welle mit einem Radius
von 1m. Diese Welle wird direkt von deinem Motor angetrieben. An der
Welle ist ein Seil, welches aufgespult wird und ein Gewicht hebt. Bei
3000 Umdrehungen könntest du dann ein Gewicht heben, das mit einer
Gewichtskraft von 130N (13kg übern groben Daumen)am Seil zerrt. Nach
einer Umdrehung hast du 2pi m Seil aufgespult, das heißt bei 3000
Umdrehungen pro Minute 6000pi m/min.
Bei maximaler Leistung kannst du nur noch 105N heben, dafür aber bei
5000Umdrehungen pro Minute, also 10000pi m/Minute.
Mohammed A. schrieb:> Das drehmoment am rad ist bei max. motorleistung am grössten, NICHT bei> max. motordrehmoment. Wenn man im richtigen gang ist.
Kein Wunder. Der Vergleich von Äpfeln mit Birnen führt selten zum
richtigen Ergebnis.
In die Leistung geht die Drehzahl mit ein, ins Drehmoment nicht.
Lichtleinaus schrieb im Beitrag #7020825:
> Auch falsch! Das Drehmoment hat nichts mit der Übersetzung zu tun. Das> bleibt gleich.
Nein, es ist die Leistung die gleich bleibt. (Bei reibungslosem
Getriebe)
(Drehmoment x Drehzahl) / 9900 = Leistung in kW
z.B. Formel 1 das sind keine Drehmoment Monster aber aufgrund der hohen
Drehzahl kommt viel Leistung raus.
Ein Formel 1 Motor im LKW funktioniert nicht obwohl er fast Doppelsoviel
Leistung hat.
Eine schärfere Nockenwelle (mehr Hub und längere Öffnungszeiten)
verschiebt das Drehmoment in einen höheren Drehzahl Bereich dadurch hat
man mehr Leistung.
Falls es einfacher ausgedrückt werden soll: Das Drehmoment ist jene
Kraft, die du auf ein Objekt ausüben muss, damit es sich dreht. Wenn es
sich dreht, dann musst du entsprechend dieser Kraft Arbeit leisten, und
diese Arbeit pro Zeit ist die Leistung. Je schneller du drehst, desto
höher ist die Leistung, weil in der gleichen Zeit mehr Arbeit anfällt.
(prx) A. K. schrieb:> Das Drehmoment ist jene Kraft, die du auf ein Objekt ausüben muss, damit> es sich dreht.
Oder in dem Fall des Motors die Kraft die du dem Motor in Abstand x vom
Drehpunkt abfordern kannst, ohne dass er abstirbt.
Das Drehmoment in einem drehenden System entspricht in gewisser Weise
der Kraft in einem translatorischen System.
Thomas O. schrieb:> Ein Formel 1 Motor im LKW funktioniert nicht obwohl er fast Doppelsoviel> Leistung hat.
Funktiniert schon, wenn die Übersetzung entsprechend angepasst wird. Der
LKW braucht surch sein hohes Gewicht mehr Kraft(-> Drehmoment) zum
Anfahren, mehr als ein leichter Rennwagen. Das Getriebe sorgt für die
Übersetzung von viel Drehzahl und wenig Drehmoment auf weniger Drehzahl
und mehr Drehmoment, dabei wird die Leistung (idealerweise) nicht
beeinflusst.
Daher verstehe ich auch das gerede von Diesel und Benziner nicht, der
Dieselmotor hat von mir aus bei einer niedrigeren Drehzahl mehr
Drehmoment als der Benzinmotor, aber 180PS bleiben 180PS. Die
Beschleunigungsleistung müsste idealerweise die gleiche bleiben.
Hier kommen natürlich noch ein haufen anderer Parameter mit rein,
getriebeverluste die nicht linear und nichrt in jedem Gang gleich sind,
unterschiedliches schalten, manuell/automatik etc...
Lichtleinausundwiederan schrieb im Beitrag #7020893:
> Anbei eine Skizze wie es sich mit dem Getriebe und den Hebeln verhält.
Deine Skizze ist ziemlich uneindeutig. Der erste Arm soll 1.5m lang
sein, mit Drehpunkt (fest) bei einem Meter? Dann ein loser Drehpunkt mit
der Verbindung zum 2ten Arm, mit einer Länge von 0.8m mit Drehpunkt
(fest) nach nem halben Meter?
Falls es so sein soll, wäre das ganze (idealisiert) unbeweglich.
Aber rechnen wir spaßeshalber mal, wie du es dir vermutlich gedacht
hast.
Du leitest am 1m langen Hebel 1N ein. Das ergibt ein Drehmoment von 1Nm.
Aus diesem Drehmoment von 1Nm wird in einem Abstand von 0.5m eine Kraft
von 2N. Diese 2N leitest du in den nächsten Hebel, wieder einen halben
Meter vom Drehpunkt entfernt. Ergibt also ein Drehmoment von 4Nm. Nun
greifst am hinteren Ende 4Nm in 0.3m Entfernung ab, das ergibt eine
Kraft von 4Nm/0.3m = 13.3333Nm.
Harald W. schrieb:> Mohammed A. schrieb:>> Sag ich doch. 95% kapieren das nicht.> Ja, die hatten wohl gerade alle die Masern, als das im Physik-> Unterricht in der Schule dranwar. :-(
Also in meinem Fall hatten wir keine Masern, sondern einen üblen Pauker.
Der hat einem den Stoff um die Ohren gehauen und gut wars. In der Pause
konnte man dann am großen Aschenbecher hören:
Kapiert du was? Nö - Du - Nö - Du - Nö ...
Vorsicht, wird ein erster April - Popcornthread
Für die Beschleunigung sind Drehmoment UND Leistung wichtig, da
verzahnt.
Und nein, das Drehmoment ist keine reine Kraft und die meisten Analogien
bisher nur Krücken, die nicht wirklich funktionieren ;)
---
Und Vorsicht an die Schulschwänzer- in der Mechanik gibts sowohl
Skalare als Vektoren.
Abgesehen von Drehmoment versus Leistung (Analogie zur Elektrik s.u.):
Drehmoment und Arbeit sind etwas ganz Verschiedenes, obwohl beide in der
Einheit Newtonmeter Nm angegeben sind.
Arbeit ist ein Skalar und Drehmoment ist aber ein Vektor (Richtung,
Pfeil)
Arbeit - Skalarprodukt der Vektoren Kraft und Weg/Hebelarm. Bei der
Arbeit wirken nur die Beiträge von Hebelarm und Kraft, die parallel
zueinander liegen.
Drehmoments - Kreuzprodukt der Vektoren Kraft und Weg/Hebelarm. Beim
Drehmoment wirken nur die Beiträge von Hebelarm und Kraft, die senkrecht
aufeinander stehen.
----
zur Analogie (Elektrik)
Arbeit/Energie ist das, was der Stromzähler in kWh angibt.
Leistung ist die Motorstärke in kW (Produkt U x I)
----
ich lass den Film weiterrollen, wird bestimmt noch lustigere Ergüsse und
Entblödungen geben hier
Reiner F. schrieb:> Wenn ich so ein Dampfhammer-Motorrad auf einen Rollenprüfstand stelle,> wie kann der Rollenprüfstand zwei unterschiedliche Leistungskurven> aufnehmen, die ihre Maxima auch noch bei unterschiedlichen Drehzahlen> haben?
Also ich stelle mir das so vor:
Man stellt solch ein Dampfhammer-Motorrad auf einen Rollenprüfstand,
legt den letzten Gang ein und schaut, dass man auf eine Drehzahl von
1.000 U/min. kommt. Dann startet man die Messung und gibt Vollgas, bis
die max. Drehzahl des Motors erreicht wird.
Damit kann man dann eine Leistungskurve (PS) über die Drehzahl
aufnehmen. Und wie nimmt man nun die Drehmomentkurve (Nm) auf?
Reiner F. schrieb:> Damit kann man dann eine Leistungskurve (PS) über die Drehzahl> aufnehmen. Und wie nimmt man nun die Drehmomentkurve (Nm) auf?
Da ja nun die PS-Zahl bekannt ist, muss man sich nur noch im Klaren
darüber werden, was man für ein Drehmoment haben will.
Entweder das Drehmoment an der Mikrowelle, oder das Drehmoment am
Hinterrad?
Reiner F. schrieb:> Wenn man die Beschleunigung betrachtet, wo geht es brachialer vorwärts:> Bei 3.000 U/min. oder bei 5.000 U/min.?
Mal ganz unwissenschaftlich betrachtet, die meisten Rennmoped-Biker
(Plaste-Kasper) reißen die Dinger hoch bis zum Drehzahlbegrenzer. Warum
wohl? Weil es da am meisten drückt im Gesicht!
Wenn man das Krad bestimmungsgemäß (StVO) verwendet, hält man den Motor
eher im Bereich des max. Drehmomentes oder darunter. Dann fährt sich das
entspannt und effizient. Kritiker meinen dann man wäre schaltfaul, aber
da steht ein echter Biker drüber.
Reiner F. schrieb:> Dann startet man die Messung und gibt Vollgas, bis> die max. Drehzahl des Motors erreicht wird.
Vermutlich nicht. Man gibt Vollgas und der Rollenprüfstand gibt die
Drehzahl vor, stellt seine Bremswirkung also so ein, dass die Drehzahl
konstant bleibt. Diese konstante Drehzahl ist dann ein Messpunkt auf der
Kurve. Die Drehzahl wird dann leicht erhöht um den nächsten Messpunkt
aufzunehmen. Das Ganze kann man kontiniuierlich machen, wichtig ist
halt, dass die Drehzahl dabei nur langsam und sehr gleichmäßig steigt,
damit keine Trägheiten mit in die Messung eingehen.
> Damit kann man dann eine Leistungskurve (PS) über die Drehzahl> aufnehmen. Und wie nimmt man nun die Drehmomentkurve (Nm) auf?
Garnicht. Einfach die Momentanleistungs durch die Momentandrehzahl
teilen. Natürlich noch auf die passenden Einheiten skaliert.
Gustin schrieb:> Drehmoment ist Arbeit,> Leistung ist Arbeit/Zeit.
stark vereinfachter Vergleich:
Drehmoment ist die Stärke eines Schlags.
Drehzahl ist die Häufigkeit eine Schlags
Leistung die Multiplikation aus Stärke und Häufigkeit
Mike Tyson hat viel Dampf = hohe Stärke, Da reicht für den Knockout 1
Treffer
Ein Kirmesboxer hat weniger Dampf im Arm = 1/10 Stärke von Mike. Der
muss dann halt dir 10 mal auf die Birne hauen für einen Knockout.
Die erbrachte Leistung ist identisch :D Schönen Freitag noch!
Ein elektrischer Fahrzeugmotor kann bei der Drehzahl Null das amx
Drehmoment erreichen. Die Leistung ist dabei zwangsläufig auch noch
Null!
Diesen Zustand wird es beim Verbrenner niemals geben. Der muss immer
beim Anfahren mindestens seine Mindestdrehzal in der Kupplung oder im
Drehmowandler in Verlustwärme umsetzen.
Einer der wenigen Vorteile des elektrischen Fahrens.
Reiner F. schrieb:>>> Sag ich doch. 95% kapieren das nicht.>> Ja, die hatten wohl gerade alle die Masern, als das im Physik->> Unterricht in der Schule dranwar. :-(>> Also in meinem Fall hatten wir keine Masern, sondern einen üblen Pauker.> Der hat einem den Stoff um die Ohren gehauen und gut wars. In der Pause> konnte man dann am großen Aschenbecher hören:> Kapiert du was? Nö - Du - Nö - Du - Nö ...
Aber das Lesen von Büchern hast Du gelernt, oder hattest Du da
auch einen üblen Pauker?
Reiner F. schrieb:> Thomas O. schrieb:>> (Drehmoment x Drehzahl) / 9900 = Leistung in kW>> Gibt es die Formel auch für die Leistung in PS?
Nein, PS sind inzwischen verboten.
Harald W. schrieb:> Aber das Lesen von Büchern hast Du gelernt, oder hattest Du da> auch einen üblen Pauker?
Bildung kommt von BILD. Käme sie aus Büchern, hiesse sie Buchung.
Für den maximalen Kick ist das Drehmoment relevant. Du kannst es
äquivalent zu einer Kraft sehen.
Die maximale Leistung liefert andere Informationen, z.B. welche Arbeit
pro Zeit verrichtet werden kann. Das ist eine künstliche Größe, die sich
auch nicht direkt messen lässt.
Rainer D. schrieb:> Ein elektrischer Fahrzeugmotor kann bei der Drehzahl Null das amx> Drehmoment erreichen. Die Leistung ist dabei zwangsläufig auch noch> Null!> Diesen Zustand wird es beim Verbrenner niemals geben. Der muss immer> beim Anfahren mindestens seine Mindestdrehzal in der Kupplung oder im> Drehmowandler in Verlustwärme umsetzen.> Einer der wenigen Vorteile des elektrischen Fahrens.
Wunderbar und nachdrücklich im Tesla Model S zu erleben. Der knallt
einen aus dem Stand in den Sitz wie kein Benziner es je schaffen wird.
Von 0 auf 50 in Nullkommanichts - sehr beeindruckend.
Thomas O. schrieb:> (Drehmoment x Drehzahl) / 9900 = Leistung in kW
Sollten die 9900 nicht eher 30000 / π ≈ 9549 sein?
Reiner F. schrieb:> Gibt es die Formel auch für die Leistung in PS?
g = 9,80665 m/s² ist dabei die Normfallbeschleunigung.
Lichtleinausundwiederan schrieb im Beitrag #7021091:
> Harald W. schrieb:>> Nein, PS sind inzwischen verboten.>> Wer hat das verboten, Greta oder Annalena?
Weder noch, nur Harald. Gemäss § 3 der Einheitenverordnung sind PS als
zusätzliche Angabe erlaubt:
"§ 3 Zusätzliche Verwendung nicht gesetzlicher Einheiten
Soweit nach den §§ 1 und 2 des Einheiten- und Zeitgesetzes Größen in
gesetzlichen Einheiten anzugeben sind, ist die zusätzliche Verwendung
anderer als der gesetzlichen Einheiten nur gestattet, wenn die Angabe in
der gesetzlichen Einheit hervorgehoben ist."
https://www.gesetze-im-internet.de/einhv/__3.html
Drehmoment wird angefordert und Leistung+Drehzahl wird erbracht..
Im Prinzip zum Beispiel beim Schaltwagen kann man sich vorstellen das
die beiden ineinander Schleifen wie eine Kupplung..
Bei Vollgas z.B.
die Kraft fehlt im oberen Drehzahlbereich und der Wagen beschleunigt
schon bei 2/3 Drehzahl nicht mehr.. bei zum Beispiel fahren im 5.ten
Gang ist das Drehmoment egal da kein Drehmoment angefordert wird aber
die bei der Drehzahl erbrachte Leistung entscheidend für die
Geschwindigkweit ist.
Die beste Erklärung eines manuellen Schaltgetriebes bzw. Getriebes im
allgemeinen die ich bisher gesehen habe:
https://www.youtube.com/watch?v=JOLtS4VUcvQ
Die anderen aus der Reihe sind auch gut .. fast 90 Jahre alt, aber
besser als vieles heutige.
Christian E. schrieb:> Die anderen aus der Reihe sind auch gut .. fast 90 Jahre alt, aber> besser als vieles heutige.
Ohja, die Serie ist schwer empfehlenswert. Da hab ich das erste mal
wirklich begriffen, was ein Differentialgetriebe macht, und nicht mehr
nur gewusst, das gleicht irgendwie Drehzahlunterschiede aus. Früher war
wohl doch, zumindest das Lehrmaterial, besser als heute.
> Daher verstehe ich auch das gerede von Diesel und Benziner nicht, der> Dieselmotor hat von mir aus bei einer niedrigeren Drehzahl mehr> Drehmoment als der Benzinmotor, aber 180PS bleiben 180PS.
Richtig. 180 PS sind und bleiben 180 PS. Daher haben beide Fahrzeuge
(bei gleicher Leistung) auch die gleiche Höchstgeschwindigkeit.
> Die> Beschleunigungsleistung müsste idealerweise die gleiche bleiben.
Kommt darauf an. Betrachtest Du die gemittelte Beschleunigung über alle
Gänge bis hin zu Vmax ist sie tatsächlich identisch.
Das ist im regulären Betrieb aber eher die Ausnahme. Üblicherweise fährt
man viel in der Stadt und da ist "mehr Drehmoment" auch mehr Abzug. Das
ist aber eher subjektiver Natur, weil man einen Diesel im Stadtverkehr
verhältnismäßig hoch dreht (3500-4000 U/min), einen Benziner meistens
weit unter den unangenehmen 6500 U/min schaltet.
Was man nicht vergessen darf, ist, dass Diesel auf Grund des großen
Drehmoments sehr viel schneller in der Drehzahl hochkommen, als
Benziner, gleichermaßen damit aber auch viel schneller an der
Drehzahlgrenze ankommen, bei der das Drehmoment drastisch abfällt
(selbst mit Biturbo). Während man nen Benziner im 1ten Gang locker bis
40 und im 2 bis 70-80 drehen kann, ist man beim Diesel da schon lange im
roten Bereich. Eine Möglichkeit wäre, den Diesel deutlich länger zu
übersetzen, damit würde man aber auch den Bereich jenseits des maximalen
Drehmoments deutlich länger dehnen und würde damit viel "dynamik"
einbüßen. Der Motor würde sich dann fahren, wie ein Schiffsdiesel.
Das höhere Drehmoment vom Diesel führt schlussendlich dazu, dass die
Beschleunigung schneller und steiler ansteigt, aber auch schneller
wieder abfällt. Beim Benziner ist im Regelfall die Beschleunigung
weniger "spitz", dafür längergezogen.
Jemand schrieb:> das Drehmoment ist vergleichbar mit dem Strom u. die Leistung mit der> Spannung
Wenn das Drehmoment mit dem Strom vergleichbar ist (zB beim
Elektromotor) entspricht die Drehzahl der Spannung. Leistung ist das
Produkt aus Drehmoment und Drehzahl bzw aus Strom und Spannung.
Die Schwungmasse entspricht dann übrigens einer Kapazität.
Jobst Q. schrieb:> Die Schwungmasse entspricht dann übrigens einer Kapazität.
Die Schwungmasse entspricht eher einer Indukitivität. Die
Schwungmasse/Massenträgheit hält die Bewegung, also das Stromäquivalent
aufrecht. So wie eine Spule den Strom aufrecht hält.
Ein Kondensator wäre eher eine Feder.
Wobei diese Überlegungen eher aus dem "Wasserleitungsmodell" für
Strom/Spannung herrühren. In diesem entspricht Dee Wasserdruck der
elektrischen Spannung und der Wasserdurchfluss dem elektrischen Strom.
Ein Kondensator wäre dann ein Gefäß, dessen Volumen sich über eine
federbelastete verschiebbare Platte ändern lässt.
Eine Spule wäre eine Art Turbine. Die Schwungmasse der Turbine
entspräche dann der Induktivität. Erst einmal in Schwung gesetzt, würde
sie zur Pumpe werden, wenn der ursprüngliche Antrieb nachlässt.
An der Stelle wird es dann ein wenig wirr, den irgendwie kann ich
nachvollziehen, den Motor als "Kondensator" zu betrachten, aber
gleichzeitig kommt es mir falsch vor...
J. T. schrieb:> Die Schwungmasse entspricht eher einer Indukitivität. Die> Schwungmasse/Massenträgheit hält die Bewegung, also das Stromäquivalent> aufrecht. So wie eine Spule den Strom aufrecht hält.> Ein Kondensator wäre eher eine Feder.
Nein. Die Schwungmasse hält die Drehzahl aufrecht, das Äquivalent zur
Spannung. Um die Drehzahl zu vergrößern, braucht es Drehmoment, so wie
Strom den Kondensator auflädt. Beim Entladen der Energie kann die
Schwungmasse Drehmoment abgeben und verliert dabei an Drehzahl.
Die Torsionsfeder wäre äquivalent zur Induktivität. Sie speichert
Energie aus Differenzen von Drehzahl in Form von Drehmoment.