Hallo,
ich hoffe mir kann jemand helfen. Ich möchte mit dem LM2575-HV
Buck-Converter, eine elektronisch Regelbares Netzteil bauen. Schaltbild
siehe Anhang. Der Differenzverstärker ist so ausgelegt das bei einer
Spannung von 2.667V > Ua=8V und bei 5V > Ua=15V wird. Nun hab ich das
ganze Aufgebaut und funktioniert soweit auch, allerdings fängt das
Ausgangssignal am LM2575 an zu schwingen. Der Spannungsrippel von Ua
beträgt ungefähr 200mV. Normalerweise ist am Ausgang des LM2575 ein
Pulsweitensignal, bei mir ist das Signal allerdings mit einem
abklingenden Sinus überlagert, auch die Frequenz ändert sich. Mein
Differenzverstärker hat die Faktoren 0.2 und 0.6, also eigendlich klein
genug um bei kleinen Spannungen nicht so doll zu verstärken. Das Problem
tritt bei einem Strom von 200mA auf. Die Eingangsspannung beträgt 48V.
Ich hab eine Spule von 600uH und ein Kondensator von 470uF am Ausgang.
Meine Frage ist nun, ist eine elektronische Regelung mit dem LM2575
möglich. Wenn ja, wo könnte das Problem in meiner Schaltung liegen, dass
sie anfängt zu schwingen?
Ich habe sowas auch schonmal versucht, mit einem LM2576-Adj. Das
Ergebnis war in etwa gleich. Ähnliches habe ich auch schon im Internet
gelesen: Angeblich ist es sehr schwer bis unmöglich einen LM257x derart
zu missbrauchen.
Das hilft dir zwar nicht weiter, aber du bist nicht allein mit dem
Problem.
Als Anregung eine Schaltung mit LM2575, die ich in der Steuerung von
einem Pärchen grösserer Lüfter verwendet habe. Direkt mit PWM waren die
zu laut, also gab's ein Redesign mit LM2575 als via Controller
steuerbarer Gleichspannungsquelle.
Gesteuert wird über Gleichspannung an C3, vom Controller erzeugt via
PWM. Regeln tut der LM2575 selber.
Regelschwingung konnte ich keine feststellen. Lastwechselreaktion usw
habe ich mangels Bedarf nicht untersucht. Regelcharakteristik auch nicht
- da die Rückkopplung von der Gleichstromeinkopplung und von C3
beeinflusst wird kann sich da durchaus was anderes ergeben als im
Datasheet steht.
> bei mir ist das Signal allerdings mit einem> abklingenden Sinus überlagert, auch die Frequenz ändert sich.
Zu welchem Zeitpunkt kommt der abklingende Sinus?
Beim Abschalten des Transistors?
Mach doch mal ein Foto davon.
Ich denke, das ist normal, nur dein Layout ist evtl. etwas ungünstig ;-)
Ich vermut das Oszi zeigt nicht das an, was wirklich passiert. Dieses
Rauschen im letzen Bild dürfte die gleiche Schwingung wie ein Bild zuvor
sein, nur durch eine zu geringe Samplerate wird Mist gemessen.
Die Sinusschwingungen sind normal, das ist das übliche Ausschwingen wenn
die Spule zu klein ist, der Strom also 0 wird.
Nur das Fehler eines Impulses im letzen Zyklus ist nicht normal.
>Die Eingangsspannung beträgt 48V.>Ich hab eine Spule von 600uH und ein Kondensator von 470uF am Ausgang.
Eingangs-C?
Ich sehe in Deinem Bild keinen LM2575. Vielleicht mal ganze Schaltung
posten.
Hab noch eine Messung gemacht, dort sieht man das der Ausgang plötzlich
für eine längere zeit abgeschaltet wird. Gut zuerkennen wo der Ausgang
zusammenbricht gelbe Kurve.
@ Benedikt
> das ist das übliche Ausschwingen wenn> die Spule zu klein ist, der Strom also 0 wird.
??
Das mit dem stromlosen Schwingen mag ja sein, aber was hilft dir da eine
"größere" Spule (ja, ich meine schon die Induktivität, nicht die Bauform
;-)?
Wenn die eingelagerte Energie raus ist, dürfte doch auch eine große
Spule/Induktivität schwingen, nur eben mit einer anderen Frequenz. Oder?
Lothar Miller wrote:
> Das mit dem stromlosen Schwingen mag ja sein, aber was hilft dir da eine> "größere" Spule (ja, ich meine schon die Induktivität, nicht die Bauform> ;-)?
Sie kann mehr Energie speichern.
> Wenn die eingelagerte Energie raus ist, dürfte doch auch eine große> Spule/Induktivität schwingen, nur eben mit einer anderen Frequenz. Oder?
Ja. Aber die Zeit bis die Energie raus ist, wird größer, daher gibt es
diese Lücke nicht.
Simuliers hiermit mal, da sieht man es schön:
http://schmidt-walter.eit.h-da.de/smps/abw_smps.html
z.B. mit 12V Eingangsspannung, 5V 100mA Ausgangsspannung und 1mH sieht
man keine Lücken. Geht man auf wenige 100µH sieht man schön die
Schwingung.
@ Basti (Gast)
Bist du sicher, dass diese SS36 eine schnelle Diode ist?
Die einzige Frequenzangabe, die im DB steht, sind 60Hz :-o
Das sieht mir stark nach einer normalen Gleichrichterdiode aus.
Bei einer IRF 30BQ060 steht da z.B. wesentlich mehr (insbesondere "High
Speed Operation").
Lothar Miller wrote:
> Bist du sicher, dass diese SS36 eine schnelle Diode ist?http://www.fairchildsemi.com/pf/SS/SS36.html
Schottkys sind immer schnell, sogar so schnell, dass es keine Zeitangabe
im Datenblatt gibt (da sie quasi sofort sperren, lediglich die
parasitären Kapazitäten verzögern das Sperren).
> lediglich die parasitären Kapazitäten verzögern das Sperren
Also sind die dann doch nicht gleich schnell...
> dass es keine Zeitangabe im Datenblatt gibt
Aus dem DB der 30BQ060
1
CT Max. Junction Capacitance 180 pF VR = 5VDC (test signal range 100KHz to 1Mhz) 25°C
oder aus dem der 6CWQ03FN:
1
CT Typ. Junction Capacitance (Per Leg) 290 pF VR = 5VDC, (test signal range 100Khz to 1Mhz) 25°C
oder aus dem der MBRD630CT (Bild)
Kapazität... Zeit... Frequenz... Geschwindigkeit...
diese Angaben vermisse ich bei der SS36.
EDIT:
@ Benedikt
Würdest du die SS36 einsetzen?
Lothar Miller wrote:
> @ Benedikt> Würdest du die SS36 einsetzen?
Ja. Schottky Dioden sind bei viel Strom, hohen Frequenzen und kleinen
Spannungen eigentlich immer normalen Dioden vorzuziehen.
Die SS36 hat ganz grob 500pF (aus dem Diagramm entnommen). Bei 1A
Sperrstrom macht das <1ns zum Umschalten, das sollte für ein mit 52kHz
getaktetes Schaltnetzteil reichen.
Basti wrote:
> Hab nochmal das Schaltverhalten des LM2575 aufgenommen. Man sieht hier> deutlich die Schwingungen an der Stelle wo er auf 0V gehen sollte.
Geht er ja auch. Zumindest solange die Spule den Strom weiter fließen
lässt. Erst wenn diese leer ist, pendelt die Spannung in Richtung
Ausgangsspannung, mit er das andere Ende der Spule verbunden ist.
Wie bereits gesagt, das ist normal, wenn die Spule zu klein ist.
Selbst in der Theorie ist das so:
Beitrag "Re: Netzteil: elektronische Regelung mit dem LM2575"
Das hier dagegen ist nicht normal:
http://www.mikrocontroller.net/attachment/43230/Ausgangsrippel_und_Ausgang_vom_LM2575.JPG
Wie man das allerdings weg bekommt, habe ich auch noch nicht
rausgefunden.
Hallo,
dieses Verhalten kenn ich wenn der Laststrom zu gering wird und die
Ladespule zu groß dimensioniert ist! Versuch mal eine kleinere
Spule....oder belaste den Regler mal mehr, Versuchsweise!
Gruß
Stephan wrote:
> dieses Verhalten kenn ich wenn der Laststrom zu gering wird und die> Ladespule zu groß dimensioniert ist!
Umgekehrt: Spule zu klein dimensioniert.
Das dürfte aber eigentlich egal sein (wie schon mehrmals geschrieben),
aus dem Datenblatt des LM2575:
INDUCTOR SELECTION
All switching regulators have two basic modes of operation:
continuous and discontinuous. The difference between the
two types relates to the inductor current, whether it is flowing
continuously, or if it drops to zero for a period of time in the
normal switching cycle. Each mode has distinctively different
operating characteristics, which can affect the regulator performance
and requirements.
The LM2575 (or any of the Simple Switcher family) can be
used for both continuous and discontinuous modes of operation.
continuous mode bzw. discontinuous mode sind hier beschrieben:
http://de.wikipedia.org/wiki/Discontinuous_Current_Mode
Von 48V runter auf 8V ist schon etwas rabiat. Je groesser, das
spannungsverhaeltnis, desto groesser inmH muss auch die Spule sein, da
man gelueckten Betrieb ja vermeiden moechte. Der gelueckte Betrieb
definiert den minimalstrom zu einer Spule mit Puls/Pausen Verhaeltnis,
welches seinerseite durch das Spannungsverhaeltnis definiert ist. Hohe
Spannungsverhaeltnisse sind eigentlich zu vermeiden, da die Spule auf
den Ausgangsstrom gewaehlt werden muss, welcher das
Puls/Pausenverhaeltnis mal groesser als den mittleren Strom sein muss.
Gleichzeiting braucht man viele mH, benoetigt somit eine dicke, fette
Spule fuer marginale Leistungen.
@ Basti (Gast)
Dann bleibt also "nur" die unschöne Lastwechselreaktion.
Probiers mal ohne die Gleichtaktdrossel aus (wie im Bild).
Mach einfach nur Brücken drüber.
Was passiert?
Woher kommen die +12V?
Sind die stabil?
Warum machst du so eine aufwendige Beschaltung,
wenn du die Spannung sowieso nur mit Potis einstellst?
EDIT:
nochmal mit Bild
>Probiers mal ohne die Gleichtaktdrossel aus (wie im Bild)
wenn das nichts bringt, schalte mal eine Schottky in Reihe zur richtigen
Drossel, 10k dranlassen und nochmal messen
Ich hab den Differenzverstärker der die Ausgangsspannung 1 zu 1
überträgt entfernt und nun funktioniert die Schaltung. Ich benötige den
Differenzverstärker alleredings da ich am Ende einer Leitung die
Spannung messen möchte und so die Widerstände der Leitung kompensieren
will.
Weiß vielleicht jemand warum die Schaltung Schwingt, wenn dieser dazu
geschaltet wird?
> Weiß vielleicht jemand warum die Schaltung Schwingt,> wenn dieser dazu geschaltet wird?
Was schwingt denn?
Überschwinger in der Ausgangsspannung beim Lastwechsel?
Die Ausgangsspannung überhaupt?
Wo gemessen?
Wie wäre es, wenn du die innere Regelschleife mal einfach so laufen
lässt, und den Fehler, der über den Differenzverstärker am Ende der
langen Leitung gemessen wird, als Störgröße mit in den Regelkreis
einkoppelst?
Hey,
danke nochmal für die Hilfe, dass ganze läuft nun. Ich hab die
Widerstände nochmal um Faktor 20 kleiner gemacht und nun ist die
Schaltung nicht so empfindlich gegen Störungen und läuft.