Ich habe hier eine Transistorschaltung, der ich gerne noch einen
gegenphasigen Ausgang (gleicher Amplitude) verpassen würde. Mangels
ausreichender Erfahrung im Entwurf von Transistorschaltungen im
besonderen, suche ich hier ideenreichen Rat. Grundgedanke wäre, die
Endstufe (Q4) so auszulegen, daß ich am Collector die Gegenphase
abgreifen kann. Aber da sind da noch die Gleichspannungsgegenkopplungen,
die die Berechnung etwas schwierig gestalten.
Ich füge mal die Ausgangsschaltung bei. Kann im Moment nicht
garantieren, daß die (wegen der gewählten Komponenten) bei jedem mit
LTspice läuft, würde aber die fehlenden Dateien, falls erforderlich hier
schnellstens nachliefern.
Grüße
Christoph
Zur Erärung noch: der Verstärker hat zwei Eingänge, mit jeweils 500K
Potis.
Den unteren Eingang habe ich stillgelegt und nur drin wegen der
Gleichspannungseinstellung.
Sowas hatte ich auch gerade mal versucht, aber da ist es mit der
Austeuerbarkeit nicht weit her.
Die vorliegende einphasige Schaltung hat ja schon einen sehr großen
Aussteuerungsbereich. Ich dacht an etwas mit einem PNP, mit dem ich die
Ausgangsstufe, quasi spiegele.
ChristophK schrieb:> Sowas hatte ich auch gerade mal versucht, aber da ist es mit der> Austeuerbarkeit nicht weit her.
Wirklich? Ist das ernsthaft verwunderlich, daß eine einzelne Stufe,
die beide Polaritäten ausgeben soll, nur die halbe Aussteuerbarkeit
haben kann? Und warum ist das überhaupt ein Problem?
> Die vorliegende einphasige Schaltung hat ja schon einen sehr großen> Aussteuerungsbereich.
Naja. 24Vpp bei 40V Versorgung. Ist eher so Mittelmaß.
Aber wenn man maximale Aussteuerbarkeit und gegenphasige Ausgänge
braucht, dann macht man die Phasenumkehr bei niedrigem Pegel und
verstärkt danach beide Ausgänge separat. Oder man legt einen der beiden
Verstärker invertierend und den anderen nichtinvertierend aus, dann kann
man die gleiche Eingangsspannung verwenden.
ChristophK schrieb:> Sowas hatte ich auch gerade mal versucht, aber da ist es mit der> Austeuerbarkeit nicht weit her.
Anstatt einer Phasenumkehrstufe kannst Du auch einfach eine
zusätzliche Stufe in Emitterschaltung hinter Deinen Ausgang
schalten. Dort kommt dann das gegenphasige Signal raus.
ChristophK schrieb:> Ich habe hier eine Transistorschaltung, der ich gerne noch einen> gegenphasigen Ausgang (gleicher Amplitude) verpassen würde. Mangels> ausreichender Erfahrung im Entwurf von Transistorschaltungen im> besonderen, suche ich hier ideenreichen Rat.
Woher hast Du denn diese Schaltung? Erst einmal sieht sie chaotisch aus
und dann der BC107A als Powertransistor. Was soll es denn werden?
mfg Klaus
Klaus R. schrieb:>> Woher hast Du denn diese Schaltung? Erst einmal sieht sie chaotisch aus> und dann der BC107A als Powertransistor. Was soll es denn werden?> mfg Klaus
Was heißt chaotisch? Was hast Du daran auszusetzen?
Im Original ist da ein 2N3859A drin und da ich den nicht so leicht
bekommen kann, habe ich an BC107 gedacht.
Wenn Du einen besseren weißt, gerne.
Habe die Schaltung jetzt so modifiziert, daß das Gewünschte herauskommt.
Obwohl ich durch Nachschaltung der invertierenden Stufe eine Unsymmetrie
in der Impedanz habe, (Kollektorschaltung vs. Emitterschaltung) d.h.
unterschiedlichen Phasengang, Frequenzgang. Scheint sich aber in Grenzen
zu halten.
ChristophK schrieb:> Obwohl ich durch Nachschaltung der invertierenden Stufe eine Unsymmetrie> in der Impedanz habe, (Kollektorschaltung vs. Emitterschaltung) d.h.> unterschiedlichen Phasengang, Frequenzgang. Scheint sich aber in Grenzen> zu halten.
Wenn das die einzige Sorge ist, dann puffer die Ausgänge doch noch mit
je einem Emitterfolger und gut is...
Gruß Rainer
ChristophK schrieb:> Sorry, falscher Bildausschnitt, hier noch mal:
Mach R13 auf 2.02k und auch 50uF und 10nF (eigentlich gehört dort ein
Massebezugwiderstand von z.B. 270k hin aber vielleicht macht das deine
nachfolgende Stufe) dran, dann hast du einen exakt gegenphasigen
Ausgang:
1
+40V Masse
2
| |
3
2k02 10nF
4
| |
5
+--50uF--+-- cosinus
6
|
7
-|<
8
|E
9
+--50uF--+-- sinus
10
| |
11
2k2 10nF
12
| |
13
Masse Masse
Eventuell mehr als 40V damit derselbe Pegel erreicht werden kann, z.B.
75V natürlich nicht mit BC107.
Rainer V. schrieb:> Wenn das die einzige Sorge ist, dann puffer die Ausgänge doch noch mit> je einem Emitterfolger und gut is...
Das wäre nicht klug. Mit einer passenden Ansteuerung
bekommst Du niederohmige Ausgänge die auch noch floaten
können:
http://1mucathodyne.blogspot.com/2014/
Ist eine Grundschaltung die jeder Elektroniker seit 2014 kennen sollte.
LG
old.
Genau wie Rainer sagte, würde ich am Ausgang von Q6 nochmal die gleiche
Kollektorschaltung schalten wie hinter Q3. Allerdings kann R13 (150R)
IMHO entfallen und R25 würde ich als 22k Trimmer auslegen, damit beide
Amplituden gleich groß einstellbar sind.
>> ... und wieso kommt da auf einmal sinus und cosinus raus?
Ist doch nicht wahr! Da kommen um 180 Grad d.h. gegenphasige Signale
raus.
Diese Schaltung habe ich in Natura als Phasenumkehrstufe vor einer
Brückenendstufe mit 4x KD503. Funktioniert bei jedem Wetter.
Aus der W. schrieb:> Ist eine Grundschaltung die jeder Elektroniker seit 2014 kennen sollte.
Danke, kannte ich noch nicht...trotzdem gefällt mir die einfache
Schaltung von MaWin besser :-)
Gruß Rainer
Man könnte alternative zur relativ aufwendigen diskreten Schaltung auch
zwei OPVs verwenden wobei der zweite als Umkehrverstärker mit
Verstärkung=1 angesteuert wird. Damit hat man mit 44V OPVs zwei
hochausteuerbare gegenphasige Ausgänge. Auch könnte man eventuell einen
Brücken NF Verstärker IC verwenden. Vorausgesetzt es muß nicht diskret
sein. Siehe hier:
http://colomar.com/Shavano/opamp-s4.gif
>>>> ... und wieso kommt da auf einmal sinus und cosinus raus?>> Ist doch nicht wahr! Da kommen um 180 Grad d.h. gegenphasige Signale> raus.
Außerdem wurde dem TE eben diese Schaltung schon im ersten Antwort-Post
(das ist der 5. - die ersten 4 hat der TE selber verbraten) bereits
vorgeschlagen. Aber sie hat ihm nicht gefallen.
> Diese Schaltung habe ich in Natura als Phasenumkehrstufe vor einer> Brückenendstufe mit 4x KD503
Klar. Das ist die kanonische Phasenumkehrstufe, wenn man Verstärker
(noch) diskret aufbaut.
Phi-Züchter schrieb:> Ist doch nicht wahr! Da kommen um 180 Grad d.h. gegenphasige Signale> raus
Oh, stimmt, das wollte ich ausdrücken (ist ja auch das Geforderte)
Sebastian S. schrieb:> Ich liebe Programme wie z.B. das hier verwendete LTSPICE.>> Der BC107 zeigt kein bisschen magischen Rauch und leuchtet> auch nicht in der Dunkelheit.
Gibt es denn überhaupt kostenlose Simulations-Software,
die so etwas (und noch mehr) berücksichtigt (bzw. "kann")?
ChristophK schrieb:> Was heißt chaotisch? Was hast Du daran auszusetzen?hinz schrieb:> Oder gleich einen OPA1632.
Für soetwas nimmt man schon seit Jahren einen OPV, der OPA1632 ist
wirklich gut.
mfg Klaus
math hater schrieb:>> Der BC107 zeigt kein bisschen magischen Rauch> Gibt es denn überhaupt kostenlose Simulations-Software,> die so etwas (und noch mehr) berücksichtigt (bzw. "kann")?
Ooch, so ein Rauchgenerator aus dem Modelleisenbahnbereich
kostet doch nur wenige Euro. :-)
Rainer V. schrieb:> Danke, kannte ich noch nicht...trotzdem gefällt mir die einfache> Schaltung von MaWin besser :-)
Das ist das Katodyn von MaWin, nur vollständig ausgeführt.
Leider findet man immer nur die unvollständige Version
und meckert daran berechtigter Weise herum um dann eine ganz
andere Schaltung zu propagieren.
LG
old.
Aus der W. schrieb:> Das ist das Katodyn von MaWin, nur vollständig ausgeführt.> Leider findet man immer nur die unvollständige Version> und meckert daran berechtigter Weise herum um dann eine ganz> andere Schaltung zu propagieren.
Ok, sehe ich jetzt auch...allerdings glaube ich, dass die
"Floating-Ausgänge" nicht überall gebraucht werden. Dann ist der
"einfache" Splitter doch mehr als ausreichend.
Gruß Rainer