Dabei ist mir dieses Schaltbild aufgefallen:
https://www.drummachines.de/beatboxer/service/bilder/hihats.gif
Für die Hüllkurve könnte es brauchbar sein, wenn man sie auf mehrere Sekunden Ausklingzeit hochschraubt.
An "noise in" müsste dann wahrscheinlich eine Art metallisches Rauschen eingespeist werden. Außerdem sollte der LC-Kreis im Gegensatz zu einem Becken oder einer Hihat eine tiefere Resonanzfrequenz besitzen.
Sind das brauchbare Ansätze?
hat jemand zufällig einen passenden Schaltplan oder kennt sich mit der
analogen Nachbildung von Gong-Klängen aus?
Gerade ein Gong braucht schon einiges, wenn man ihn analog nachbilden will. So 2-3 x (VCO + VCA + Hüllkurve) wird man dazu schon brauchen. Deswegen arbeiten entsprechende IC (Türklingel, z.B. SAB600) eigentlich immer digital mit gesampleten Tönen.
Damit der Gong noch wohlklingender klingt, nimmt man am besten zwei parallelgeschaltete SAB 0600, dann erhält man einen doppelt gemoppelten Doppeldreiklanggong mit Schwebungseffekt.
Najaaaa - kommt halt drauf an, wie du dir den Klang so vorstellst. Die Schaltungen aus deinen Links erinnern mich stark an das Buch "Musikelektronik. Elektronische Schlagzeuge, Sound-Orgeln, Glockenspiele, Metronome selbstgebaut" von Helmuth Tünker - war so vor 50 Jahren Stand der Technik...
Heute wuerd' ich eher ausm www ein Sample von z.b. dem Wandel & Goltermann F55 Schulgong nehmen und das in einen µC / EEPROM meiner Wahl stopfen.
Fertiges Modul aus dem Autobereich? Da gibt es so einige Klänge die teilweise ganz ok sind. Vor dreißig Jahren hatte ich mir dafür die "Tür-Offen" Module aus dem Ford Scorpio zur Seite gelegt....
Danke für die vielen Anregungen und Links!
Grundsätzlich suche ich einen eher differenzierteren Klang wie bei dem Gong hier in der Doku:
https://www.youtube.com/watch?v=_8X3b-3z7qk
bei 8:56
Die
Schaltungen aus deinen Links erinnern mich stark an das Buch
"Musikelektronik. Elektronische Schlagzeuge, Sound-Orgeln,
Glockenspiele, Metronome selbstgebaut" von Helmuth Tünker - war so vor
50 Jahren Stand der Technik...
Das muss ja nicht unbedingt verkehrt sein. Für die Oszillatoren kann man ja z.B. halbwegs moderne Digital-ICs einsetzen und diese eventuell über ExOr-Gatter mischen.
Prima wäre, wenn man wüsste, in welchem Frequenzverhältnis die gemischten Oszillatoren gut klingen. In einem der Links habe ich 440Hz, 550Hz und 660Hz gesehen. Das wären dann Naturtöne von 110Hz. Ob da drei autonome (gegeneinander leicht verstimmte) Oszillatoren besser sind oder ob man die drei Frequenzen lieber präzise aus einem Stammoszillator runterteilen sollte?
Prima wäre, wenn man wüsste, in welchem Frequenzverhältnis die
gemischten Oszillatoren gut klingen.
Frequenz mal 2, 3, 4... und so weiter, nennt sich Harmonische,
weil es harmonisch, also gut klingt. Schau dir mal Musiklehre
an, da gibt es Dreiklänge, auch Akkorde genannt.
Schau dir dann die Frequenztabellen dieser Töne an.
Axso, sooo einen Gong willst du nachmachen, also eher nicht so das Modell "Schule" oder "Kino"...
Mittlerweile weiss ich auch, dass ich nicht auf einer Wandel&Goltermann-Schule, sondern auf einer Telefonbau&Normalzeit-Schule war (Ueber Druckkammerlautsprecher, da ging was aufm Pausenhof).
Das muss ja nicht unbedingt verkehrt sein. Für die Oszillatoren kann man
ja z.B. halbwegs moderne Digital-ICs einsetzen und diese eventuell über
ExOr-Gatter mischen.
Nee, kann mir nicht vorstellen, dass das irgendwie auch nur ansatzweise was wird.
Das muss ja nicht unbedingt verkehrt sein. Für die Oszillatoren kann man
ja z.B. halbwegs moderne Digital-ICs einsetzen und diese eventuell über
ExOr-Gatter mischen.
Nee, kann mir nicht vorstellen, dass das irgendwie auch nur ansatzweise
was wird.
Wohl wahr.
Dafuer braucht es schon richtige Vierquadrantenmultiplizierer.
Und nicht nur einen. Der metallische Gongklang resultiert aus
Oberwellen mit gebrochen rationalen Verhaeltnissen zur Grundfrequenz.
In einem Synthesizer erzeugt man die am einfachsten(!), mit einer
FM-Modulation eines Oszillators mit einem 2. Oszillator.
Die Modulation braucht fuer einen sanften Ausklang auch noch eine
extra Huellkurve.
Lad dir mal einen FM7 runter! :)
Damit kannst du probieren, an welchen Knoepfen du drehen musst.
Nee, kann mir nicht vorstellen, dass das irgendwie auch nur ansatzweise
was wird.
Weil die Erzeugung eines Gongklangs wohl elektronisch ziemlich
schwierig ist, hat man in Kinos wohl noch ziemlich lange ein
kleines Metallplättchen angeschlagen und den Klang dann so
verstärkt, das er sich wie der eines riesigen echten Gongs
anhörte.
ein
kleines Metallplättchen angeschlagen und den Klang dann so
verstärkt, das er sich wie der eines riesigen echten Gongs
anhörte.
Ein kleines Metallplaettchen klingt auch laut wie ein kleines
Metallplaettchen. Die Verstaerkung aendert nichts an den fuer
einen typischen Gongklang fehlenden spektralen Anteilen und
deren zeitlichen Verlaeufen.
Als ich unseren Gong mit 2mal SAB0600 in Betrieb nehmen wollte,
habe ich den angschlossen Lautsprechen einfach mal auf die Hutablage der Gardrobe gelegt, um die Hände frei zu bekommen. Dann hat jemand geklingelt:
war das ein Ton, satter voller Klang. Und so liegt er noch heute da, fast 25 Jahre. In eine Box einbauen habe ich mir erspart, besser konnte es nicht werden. Es war auch nur ein kleiner Lautprecher ca. 120mm Durchmesser.
Bei Youtube habe ich ein Video zum EG410 gefunden. Der Klang ist schon beeindruckend und das alles mit ein paar Standardbauteilen:
https://youtu.be/xX46e81tagc?t=142
So einer wurde mal auf Ebay angeboten, ich liebäugelte auch mit dem Teil, aber 80€ für ein bisschen Spaß wollte ich dann doch nicht ausgeben.
Der Gong gehört, ebenso wie Kirchenglocken und Klangstäbe, in die Klasse der Biegeschwinger.
Im Unterschied zur eingespannten schwingenden Saite sind die Obertöne unharmonisch, und soweit ich mich entsinne in irrationalen Verhältnissen zum Grundton.
Von daher war die Nachbildung mit simpler Elektronik immer kompromissbehaftet.
Einen Quantensprung in dieser Entwicklung war die FM-Klangsynthese,
die dem Yamaha Keyboard DX-7 zur Berühmtheit verhalf.
Und schon tauchten in der Pop und Rockmusik jede Menge echt klingende Glockensounds auf...
Danke für die vielen Antworten und das rege Interesse!
Das noch explizit vorweg:
den IC SAB600 finde ich schon sehr cool und den Sound beachtlich für die Zeit! Cooles Teil!
Soundmäßig will ich aber in eine etwas andere Richtung.
Nee, kann mir nicht vorstellen, dass das irgendwie auch nur ansatzweise
was wird.
Wohl wahr.
Das würde ich so nicht unbedingt sagen. Einfache Schieberegister-Rauschgeneratoren, die über ExOr-Gatter rückgekoppelt werden, geben gefiltert schon einen recht realistischen Becken-Sound.
Dafuer braucht es schon richtige Vierquadrantenmultiplizierer.
Was ist ein Vierquadrantenmultiplizierer? Hatte ansonsten auch schon über Ringmischen mit einem NE602 nachgedacht.
Und nicht nur einen. Der metallische Gongklang resultiert aus
Oberwellen mit gebrochen rationalen Verhaeltnissen zur Grundfrequenz.
In einem Synthesizer erzeugt man die am einfachsten(!), mit einer
FM-Modulation eines Oszillators mit einem 2. Oszillator.
Die Modulation braucht fuer einen sanften Ausklang auch noch eine
extra Huellkurve.
Lad dir mal einen FM7 runter! :)
Gute Idee, das werde ich machen, Danke für den Tipp!
Tu mir einen Gefallen: wenn Du beim nächsten Mal an der Kasse stehst und der Verkäufer 12,47€ von dir will, bezahl mit den Worten "Zwölf Euro Siebenundvierzig" und poste, wie sich der Einkaufprozess danach weiter entwickelt hat ;)
Der Gong gehört, ebenso wie Kirchenglocken und Klangstäbe, in die Klasse
der Biegeschwinger.
Im Unterschied zur eingespannten schwingenden Saite sind die Obertöne
unharmonisch, und soweit ich mich entsinne in irrationalen Verhältnissen
zum Grundton.
Von daher war die Nachbildung mit simpler Elektronik immer
kompromissbehaftet.
Einen Quantensprung in dieser Entwicklung war die FM-Klangsynthese,
die dem Yamaha Keyboard DX-7 zur Berühmtheit verhalf.
Und schon tauchten in der Pop und Rockmusik jede Menge echt klingende
Glockensounds auf...
Danke für die Infos zur Physik von Biegeschwingern (und auch Danke für das Wort Biegeschwinger)!
Das wird ansonsten bei analoger Klangerzeugung auch kompromissbehaftet bleiben. In jedem Fall eine interessante Herausforderung.
Im Anhang übrigens der Versuch einer akkustischen Gong-Nachbildung, mit Audacity erstellt (im Wesentlichen ein paar Sinusspuren plus eine Rechteckspur, die ausklingen). Kommt schon halbwegs nah ran, finde ich. Was sagen die Fachleute?
Hab auch noch eine Schaltung gefunden.
Vieleicht passt das.
Ohne Hörprobe kann man am Schaltplan schon erkennen, dass die Rechtecke zwar durch einen Tiefpass zweiter Ordnung halbwegs zum Sinus umgewandelt werden, aber danach durch den BC108 und den ASZ18, die beide im C-Betrieb arbeiten, wieder zum kreischenden Rechteck gemacht werden. Eine Audioendstufe im B-Betrieb ist hier sinnvoller.
Hab auch noch eine Schaltung gefunden.
Vieleicht passt das.
...und die Beschriftung sollte noch geändert werden:
Dauer = Frequenz
Frequenz = Lautstärke
Gibt es eigentlich ein Simulationsprogramm wie LT-Spice, nur zusätzlich mit Audioausgabe, damit man auch hören kann, was man sich zuvor als Schaltplan ausgedacht hat?
Einen Quantensprung in dieser Entwicklung war die FM-Klangsynthese,
die dem Yamaha Keyboard DX-7 zur Berühmtheit verhalf.
Und schon tauchten in der Pop und Rockmusik jede Menge echt klingende
Glockensounds auf...
Na ja, echt ist was anderes, den DX-7 hörte man schon deutlich raus:
Ist zwar für den angegebenen Verwendungszweck ein bisschen überkandidelt, aber ein Mikrokontroller mit Software-MP3-Player und ein bisschen EEPROM sollte es auch richten. Soll keine ganze Arie gespielt werden, so sollte ein kleiner On-Board-Speicher ausreichen.
Dein Lieblingsgong sollte sich auch im Internet finden lassen.
Ich habe mal eine Gongsimulation als Schlagwerk für eine Uhr programmiert. Zum Einsatz kam ein STM32F411. Sampling wäre natürlich das einfachste gewesen, die Samples hätten aber nicht ins Flash gepasst.
so habe ich den Sound in Echtzeit berechnet und über I2S auf einen MAX98357 ausgegeben. Ein Sinusoszillator moduliert die Frequenz eines anderen, dazu noch eine exponentiell abklingende Hüllkurve.
Für die Einfachheit klingt das ganz passabel mit einem kleinen Lautsprecher.
Das Ganze müsste sich auch analog umsetzen lassen.
Wer Matlab hat und das mal ausprobieren will, hier der Code:
Als ich unseren Gong mit 2mal SAB0600 in Betrieb nehmen wollte,
...
war das ein Ton, satter voller Klang.
Na ja, man erkennt schon dessen typisches Gejaule zwischen den Tönen.
Ich hatte mal einen SAB0600 nach Elektor aufgebaut, den mein schwerhöriger Vater gut hören konnte. Der Gong lag später über 15 Jahre in der Kramkiste, bis ich ihn dann wieder bei mir in Betrieb genommen habe.
Es war auch nur ein kleiner Lautprecher ca. 120mm Durchmesser.
Krach machen kann der gut, hier genügt ein Transistorradioquäker um 60 mm, wo ich noch ein Drehpoti davor gesetzt habe.
Gibt es eigentlich ein Simulationsprogramm wie LT-Spice, nur zusätzlich
mit Audioausgabe, damit man auch hören kann, was man sich zuvor als
Schaltplan ausgedacht hat?
Ringmodulator und 2 unterschiedliche Eingangssignale mit
Sinus oder Dreieck...
Erinnert mich irgendwie an den Formant.
Die Harz4version war ja der Chorosynth von 1979.
Ein Kollege von mir hat das mal auf Lochraster geklebt.
Sah aus wie ein Scheißhaufen aber hat genial geklungen.
Ich war total überrascht.
Einen Gong habe ich mit meinem noch nicht erzeugt, aber die Elektronik staubt ja auch schon mittlerweile 8 Jahre ohne Rückwand in meinem Hobbyraum ein. Regelmäßig erinnern mich irgendwelche Beiträge im Forum, den Umbau meines Formants doch endlich mal fertigzustellen.
Ich wollte gerade noch ein Foto anhängen, aber zu spät.
Die neuen Potis (die ich 2016 eingebaut habe) kann ich mittlerweile vergessen... Wenn ich die drei µA726 auslöte und bei Ebay rein setze, hab ich das Geld für die Potis wieder raus ;-)
Vor 8 Jahren wollte ich den Formant wieder flott machen und habe alle Potis getauscht. Die alten setzten aus und die Achsen gingen schwer. Ich habe 170€ investiert, alle ersetzt. Dann musste ich unvorhergesehen ins Krankenhaus und habe mich wegen meiner chronischen Erkrankung nicht wieder erholt. Seitdem steht der Formant mit offener Rückwand und herunterhängenden Kabeln an derselben Stelle.
Vor einigen Monaten drehte ich mal an den Potis und alle gehen wieder schwer. Ich gehe auch davon aus, dass die mittlerweile bis zur Unbrauchbarkeit verschmutzt sind, da ich ja die Rückwand nicht wieder drauf geschraubt habe. Aus Kostengründen hatte ich damals halt die billigsten genommen.
Im Anhang Fotos von 2016. Das dritte Foto ist die Tastaturmatrix, die ich schon in den 1990ern gebaut habe, die wollte ich in dem Zuge gleich mit einbauen. Die funktionierte damals nicht und ich dachte, dass ich einen Konstruktionsfehler gemacht hätte. Ich hatte mir damals keinen Schaltplan erstellt und die ausgedachte Schaltung aus dem Kopf ins Layoutprogramm gezeichnet. Nur eine ganz grobe Skizze hatte ich mir gemacht.
Vor ein paar Jahren nahm ich mir die Platine nochmal vor und tatsächlich hatte ich zwei Leiterbahnen vertauscht. Außerdem waren durch Herstellungsfehler einige Leiterbahnen unterbrochen, so dass die Relais wegen offenen CMOS-Eingängen die wildesten Sachen machten. Jetzt funktioniert sie aber. In dem Zuge habe ich dann auch gleich den Schaltplan gezeichnet.
Gibt es eigentlich ein Simulationsprogramm wie LT-Spice, nur zusätzlich
mit Audioausgabe, damit man auch hören kann, was man sich zuvor als
Schaltplan ausgedacht hat?
Klar, den habe ich gebaut und habe ich heute noch...
Aha, das ist also der Formant. Davon hat man früher hin und wieder Schaltpläne für einzelne Module in der Zeitschrift Elektor gesehen...
Klingt auf Youtube ziemlich cool.
Frage, ist FM-Synthesis das Gleiche wie "Ein Sinusoszillator moduliert
die Frequenz eines anderen"? Letzteres klingt für mich nach
Ringmodulation.
Nein. Beschaeftige dich einmal mit den bei FM erzeugten Spektren.
Der Ringmodulator erzeugt nur eine multiplikative Mischung zweier Signale.
Aber eben keine FM-Modulation.