Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Suche Schaltplan für analogen Gong-Klang


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von Dirk (dirkb)


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Hallo,
hat jemand zufällig einen passenden Schaltplan oder kennt sich mit der 
analogen Nachbildung von Gong-Klängen aus?

Bisher finde ich nur diese Seite dazu:
https://www.drummachines.de/beatboxer/service/serv2.htm

Dabei ist mir dieses Schaltbild aufgefallen:
https://www.drummachines.de/beatboxer/service/bilder/hihats.gif
Für die Hüllkurve könnte es brauchbar sein, wenn man sie auf mehrere 
Sekunden Ausklingzeit hochschraubt.
An "noise in" müsste dann wahrscheinlich eine Art metallisches Rauschen 
eingespeist werden. Außerdem sollte der LC-Kreis im Gegensatz zu einem 
Becken oder einer Hihat eine tiefere Resonanzfrequenz besitzen.
Sind das brauchbare Ansätze?

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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: Bearbeitet durch User
von Axel S. (a-za-z0-9)


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Dirk schrieb:
> hat jemand zufällig einen passenden Schaltplan oder kennt sich mit der
> analogen Nachbildung von Gong-Klängen aus?

Gerade ein Gong braucht schon einiges, wenn man ihn analog nachbilden 
will. So 2-3 x (VCO + VCA + Hüllkurve) wird man dazu schon brauchen. 
Deswegen arbeiten entsprechende IC (Türklingel, z.B. SAB600) eigentlich 
immer digital mit gesampleten Tönen.

von Enrico E. (pussy_brauser)


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Damit der Gong noch wohlklingender klingt, nimmt man am besten zwei 
parallelgeschaltete SAB 0600, dann erhält man einen doppelt gemoppelten 
Doppeldreiklanggong mit Schwebungseffekt.

Das ist dann die Luxusvariante zum Wohlfühlen.

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Dirk schrieb:
> Sind das brauchbare Ansätze?

Najaaaa - kommt halt drauf an, wie du dir den Klang so vorstellst. Die 
Schaltungen aus deinen Links erinnern mich stark an das Buch 
"Musikelektronik. Elektronische Schlagzeuge, Sound-Orgeln, 
Glockenspiele, Metronome selbstgebaut" von Helmuth Tünker - war so vor 
50 Jahren Stand der Technik...
Heute wuerd' ich eher ausm www ein Sample von z.b. dem Wandel & 
Goltermann F55 Schulgong nehmen und das in einen µC / EEPROM meiner Wahl 
stopfen.

Gruss
WK

von H. H. (hhinz)


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Dergute W. schrieb:
> Heute wuerd' ich eher ausm www ein Sample von z.b. dem Wandel &
> Goltermann F55 Schulgong nehmen und das in einen µC / EEPROM meiner Wahl
> stopfen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Schulgong_Wandel_und_Goltermann.ogg

Und nicht am Lautsprecher sparen!

von Thomas B. (thombde)


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Den RT0301/2 gibt’s wohl kaum noch.
Vielleicht bei Ali oder Amazon.
https://milanidoorphone.com/wp-content/uploads/2022/05/RT0302.pdf

von Thomas R. (thomasr)


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Fertiges Modul aus dem Autobereich? Da gibt es so einige Klänge die 
teilweise ganz ok sind. Vor dreißig Jahren hatte ich mir dafür die 
"Tür-Offen" Module aus dem Ford Scorpio zur Seite gelegt....

: Bearbeitet durch User
von Dirk (dirkb)


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Danke für die vielen Anregungen und Links!
Grundsätzlich suche ich einen eher differenzierteren Klang wie bei dem 
Gong hier in der Doku:
https://www.youtube.com/watch?v=_8X3b-3z7qk
bei 8:56

Axel S. schrieb:
> Gerade ein Gong braucht schon einiges, wenn man ihn analog nachbilden
> will. So 2-3 x (VCO + VCA + Hüllkurve) wird man dazu schon brauchen.

Guter Punkt!

H. H. schrieb:
> Und nicht am Lautsprecher sparen!

Auf keinen Fall! :-)

Dergute W. schrieb:
> Die
> Schaltungen aus deinen Links erinnern mich stark an das Buch
> "Musikelektronik. Elektronische Schlagzeuge, Sound-Orgeln,
> Glockenspiele, Metronome selbstgebaut" von Helmuth Tünker - war so vor
> 50 Jahren Stand der Technik...

Das muss ja nicht unbedingt verkehrt sein. Für die Oszillatoren kann man 
ja z.B. halbwegs moderne Digital-ICs einsetzen und diese eventuell über 
ExOr-Gatter mischen.
Prima wäre, wenn man wüsste, in welchem Frequenzverhältnis die 
gemischten Oszillatoren gut klingen. In einem der Links habe ich 440Hz, 
550Hz und 660Hz gesehen. Das wären dann Naturtöne von 110Hz. Ob da drei 
autonome (gegeneinander leicht verstimmte) Oszillatoren besser sind oder 
ob man die drei Frequenzen lieber präzise aus einem Stammoszillator 
runterteilen sollte?

von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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von Dirk schrieb:
>Prima wäre, wenn man wüsste, in welchem Frequenzverhältnis die
>gemischten Oszillatoren gut klingen.

Frequenz mal 2, 3, 4... und so weiter, nennt sich Harmonische,
weil es harmonisch, also gut klingt. Schau dir mal Musiklehre
an, da gibt es Dreiklänge, auch Akkorde genannt.
Schau dir dann die Frequenztabellen dieser Töne an.

https://de.wikipedia.org/wiki/Akkord

https://de.wikipedia.org/wiki/Harmonielehre

https://zapiano.com/harmonielehre/

von Günter L. (Firma: Privat) (guenter_l)


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von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Dirk schrieb:
> Grundsätzlich suche ich einen eher differenzierteren Klang wie bei dem
> Gong hier in der Doku:
> https://www.youtube.com/watch?v=_8X3b-3z7qk
> bei 8:56

Axso, sooo einen Gong willst du nachmachen, also eher nicht so das 
Modell "Schule" oder "Kino"...
Mittlerweile weiss ich auch, dass ich nicht auf einer 
Wandel&Goltermann-Schule, sondern auf einer Telefonbau&Normalzeit-Schule 
war (Ueber Druckkammerlautsprecher, da ging was aufm Pausenhof).


Dirk schrieb:
> Das muss ja nicht unbedingt verkehrt sein. Für die Oszillatoren kann man
> ja z.B. halbwegs moderne Digital-ICs einsetzen und diese eventuell über
> ExOr-Gatter mischen.

Nee, kann mir nicht vorstellen, dass das irgendwie auch nur ansatzweise 
was wird.

Gruss
WK

von Motopick (motopick)


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Dergute W. schrieb:

> Dirk schrieb:
>> Das muss ja nicht unbedingt verkehrt sein. Für die Oszillatoren kann man
>> ja z.B. halbwegs moderne Digital-ICs einsetzen und diese eventuell über
>> ExOr-Gatter mischen.
>
> Nee, kann mir nicht vorstellen, dass das irgendwie auch nur ansatzweise
> was wird.

Wohl wahr.

Dafuer braucht es schon richtige Vierquadrantenmultiplizierer.
Und nicht nur einen. Der metallische Gongklang resultiert aus
Oberwellen mit gebrochen rationalen Verhaeltnissen zur Grundfrequenz.
In einem Synthesizer erzeugt man die am einfachsten(!), mit einer
FM-Modulation eines Oszillators mit einem 2. Oszillator.
Die Modulation braucht fuer einen sanften Ausklang auch noch eine
extra Huellkurve.

Lad dir mal einen FM7 runter! :)

Damit kannst du probieren, an welchen Knoepfen du drehen musst.

von Harald W. (wilhelms)


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Dergute W. schrieb:

> Nee, kann mir nicht vorstellen, dass das irgendwie auch nur ansatzweise
> was wird.

Weil die Erzeugung eines Gongklangs wohl elektronisch ziemlich
schwierig ist, hat man in Kinos wohl noch ziemlich lange ein
kleines Metallplättchen angeschlagen und den Klang dann so
verstärkt, das er sich wie der eines riesigen echten Gongs
anhörte.

von Motopick (motopick)


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Harald W. schrieb:
> ein
> kleines Metallplättchen angeschlagen und den Klang dann so
> verstärkt, das er sich wie der eines riesigen echten Gongs
> anhörte.

Ein kleines Metallplaettchen klingt auch laut wie ein kleines
Metallplaettchen. Die Verstaerkung aendert nichts an den fuer
einen typischen Gongklang fehlenden spektralen Anteilen und
deren zeitlichen Verlaeufen.

von Mani W. (e-doc)


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Analoge Glocke ohne Schaltplan...

: Bearbeitet durch User
von Gerald B. (gerald_b)


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Wie soll der Gong den klingen? Analog, oder digital?
"Mir wäre es am Liebsten, wenn er einfach nur "Gong" machen würde"

duck und weg

von H. H. (hhinz)


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Gerald B. schrieb:
> Wie soll der Gong den klingen? Analog, oder digital?
> "Mir wäre es am Liebsten, wenn er einfach nur "Gong" machen würde"
>
> duck und weg

Höre Anhang.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Auch analog:
Ich hab grad einen Röhrengong ohne Anker liegen.
Der würde ein schönes saftiges Ding-Dong machen

von Tim 🔆 (solarlicht)


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Dirk schrieb:
> Hallo,
> hat jemand zufällig einen passenden Schaltplan oder kennt sich mit der
> analogen Nachbildung von Gong-Klängen aus?

von Dieter B. (debe)


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> Und nicht am Lautsprecher sparen!
Als ich unseren Gong mit 2mal SAB0600 in Betrieb nehmen wollte,
habe ich den angschlossen Lautsprechen einfach mal auf die Hutablage der 
Gardrobe gelegt, um die Hände frei zu bekommen. Dann hat jemand 
geklingelt:
war das ein Ton, satter voller Klang. Und so liegt er noch heute da, 
fast 25 Jahre. In eine Box einbauen habe ich mir erspart, besser konnte 
es nicht werden. Es war auch nur ein kleiner Lautprecher ca. 120mm 
Durchmesser.

: Bearbeitet durch User
von Tim 🔆 (solarlicht)


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Nachtrag zu meinem Beitrag:

Bei Youtube habe ich ein Video zum EG410 gefunden. Der Klang ist schon 
beeindruckend und das alles mit ein paar Standardbauteilen:
https://youtu.be/xX46e81tagc?t=142

So einer wurde mal auf Ebay angeboten, ich liebäugelte auch mit dem 
Teil, aber 80€ für ein bisschen Spaß wollte ich dann doch nicht 
ausgeben.

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Haette nicht gedacht, dass 4 Sinuesse pro Ding, Dang oder Dong insgesamt 
schon so klingen...

Gruss
WK

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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> 440Hz, 550Hz und 660Hz
das war wohl der SAE800, den auch Lothar nennt:
https://www.infineon.com/dgdl/Infineon-SAE800-DS-v01_01-en%5b1%5d.pdf?fileId=db3a304412b407950112b437acae687b

von Tim 🔆 (solarlicht)


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Gerald B. schrieb:
> Wie soll der Gong den klingen? Analog, oder digital?
> "Mir wäre es am Liebsten, wenn er einfach nur "Gong" machen würde"
>
> *duck und weg*

Gong ist nicht gleich Gong.

Dieser z.B. klingt wie eine alte Wandauhr:
https://www.youtube.com/watch?v=GxLq0gjltd0

Der Dynacord kommt einem echten Gong schon etwas näher

Dagegen würde ich dieses synthetische "Etwas", auch wenn es angenehm 
klingt, nicht mehr Gong nennen:
https://www.youtube.com/watch?v=rjeNzqWvkok

Man könnte zusammenfassend sagen: Nicht überall wo Gong drauf steht, ist 
auch Gong drin ;-)

von Thomas W. (goaty)


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von Mark S. (voltwide)


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Der Gong gehört, ebenso wie Kirchenglocken und Klangstäbe, in die Klasse 
der Biegeschwinger.
Im Unterschied zur eingespannten schwingenden Saite sind die Obertöne 
unharmonisch, und soweit ich mich entsinne in irrationalen Verhältnissen 
zum Grundton.
Von daher war die Nachbildung mit simpler Elektronik immer 
kompromissbehaftet.
Einen Quantensprung in dieser Entwicklung war die FM-Klangsynthese,
die dem Yamaha Keyboard DX-7 zur Berühmtheit verhalf.
Und schon tauchten in der Pop und Rockmusik jede Menge echt klingende 
Glockensounds auf...

: Bearbeitet durch User
von Tim 🔆 (solarlicht)


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von Harald W. (wilhelms)


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Tim 🔆 schrieb:

>> "Mir wäre es am Liebsten, wenn er einfach nur "Gong" machen würde"

> Man könnte zusammenfassend sagen: Nicht überall wo Gong drauf steht, ist
> auch Gong drin ;-)

Auch da nicht?
https://de.wikipedia.org/wiki/Gong_(Zeitschrift)
:-)

von Dirk (dirkb)


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Danke für die vielen Antworten und das rege Interesse!

Das noch explizit vorweg:
den IC SAB600 finde ich schon sehr cool und den Sound beachtlich für die 
Zeit! Cooles Teil!
Soundmäßig will ich aber in eine etwas andere Richtung.

Motopick schrieb:
>>> ExOr-Gatter mischen.
>>
>> Nee, kann mir nicht vorstellen, dass das irgendwie auch nur ansatzweise
>> was wird.
>
> Wohl wahr.

Das würde ich so nicht unbedingt sagen. Einfache 
Schieberegister-Rauschgeneratoren, die über ExOr-Gatter rückgekoppelt 
werden, geben gefiltert schon einen recht realistischen Becken-Sound.

> Dafuer braucht es schon richtige Vierquadrantenmultiplizierer.

Was ist ein Vierquadrantenmultiplizierer? Hatte ansonsten auch schon 
über Ringmischen mit einem NE602 nachgedacht.

> Und nicht nur einen. Der metallische Gongklang resultiert aus
> Oberwellen mit gebrochen rationalen Verhaeltnissen zur Grundfrequenz.
> In einem Synthesizer erzeugt man die am einfachsten(!), mit einer
> FM-Modulation eines Oszillators mit einem 2. Oszillator.
> Die Modulation braucht fuer einen sanften Ausklang auch noch eine
> extra Huellkurve.
>
> Lad dir mal einen FM7 runter! :)

Gute Idee, das werde ich machen, Danke für den Tipp!

Mani W. schrieb:
> Analoge Glocke ohne Schaltplan...

Eine Glocke ist ja im Prinzip auch nur ein am Rand stark eingefalteter 
Gong :)

H. H. schrieb:
> Höre Anhang.

Tu mir einen Gefallen: wenn Du beim nächsten Mal an der Kasse stehst und 
der Verkäufer 12,47€ von dir will, bezahl mit den Worten "Zwölf Euro 
Siebenundvierzig" und poste, wie sich der Einkaufprozess danach weiter 
entwickelt hat ;)


Tim 🔆 schrieb:
> Gong ist nicht gleich Gong.

Absolut richtig! Ich suche eher einen differenzierteren Klang wie bei 
dem
Gong hier in der Doku:
https://www.youtube.com/watch?v=_8X3b-3z7qk
bei 8:56


Mark S. schrieb:
> Der Gong gehört, ebenso wie Kirchenglocken und Klangstäbe, in die Klasse
> der Biegeschwinger.
> Im Unterschied zur eingespannten schwingenden Saite sind die Obertöne
> unharmonisch, und soweit ich mich entsinne in irrationalen Verhältnissen
> zum Grundton.
> Von daher war die Nachbildung mit simpler Elektronik immer
> kompromissbehaftet.
> Einen Quantensprung in dieser Entwicklung war die FM-Klangsynthese,
> die dem Yamaha Keyboard DX-7 zur Berühmtheit verhalf.
> Und schon tauchten in der Pop und Rockmusik jede Menge echt klingende
> Glockensounds auf...

Danke für die Infos zur Physik von Biegeschwingern (und auch Danke für 
das Wort Biegeschwinger)!

Das wird ansonsten bei analoger Klangerzeugung auch kompromissbehaftet 
bleiben. In jedem Fall eine interessante Herausforderung.


Im Anhang übrigens der Versuch einer akkustischen Gong-Nachbildung, mit 
Audacity erstellt (im Wesentlichen ein paar Sinusspuren plus eine 
Rechteckspur, die ausklingen). Kommt schon halbwegs nah ran, finde ich. 
Was sagen die Fachleute?

von Artur (Gast)


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Hab auch noch eine Schaltung gefunden.
Vieleicht passt das.

von Enrico E. (pussy_brauser)


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Artur schrieb:
> Hab auch noch eine Schaltung gefunden.
> Vieleicht passt das.

Ohne Hörprobe kann man am Schaltplan schon erkennen, dass die Rechtecke 
zwar durch einen Tiefpass zweiter Ordnung halbwegs zum Sinus umgewandelt 
werden, aber danach durch den BC108 und den ASZ18, die beide im 
C-Betrieb arbeiten, wieder zum kreischenden Rechteck gemacht werden. 
Eine Audioendstufe im B-Betrieb ist hier sinnvoller.

von Enrico E. (pussy_brauser)


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Artur schrieb:
> Hab auch noch eine Schaltung gefunden.
> Vieleicht passt das.

...und die Beschriftung sollte noch geändert werden:

Dauer = Frequenz

Frequenz = Lautstärke

Gibt es eigentlich ein Simulationsprogramm wie LT-Spice, nur zusätzlich 
mit Audioausgabe, damit man auch hören kann, was man sich zuvor als 
Schaltplan ausgedacht hat?

von Rainer W. (rawi)


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Dirk schrieb:
> https://www.youtube.com/watch?v=_8X3b-3z7qk
> bei 8:56

Ist es zu viel verlangt, die Stelle direkt zu verlinken?
https://www.youtube.com/watch?v=_8X3b-3z7qk&t=538s

von Enrico E. (pussy_brauser)


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Rainer W. schrieb:
> Ist es zu viel verlangt, die Stelle direkt zu verlinken?

Muss man das "&t=538s" selber in Sekunden umrechnen und dann 
dahinterschreiben, oder geht das auch irgendwie automatisch?

: Bearbeitet durch User
von G. K. (zumsel)


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Mark S. schrieb:

> Einen Quantensprung in dieser Entwicklung war die FM-Klangsynthese,
> die dem Yamaha Keyboard DX-7 zur Berühmtheit verhalf.
> Und schon tauchten in der Pop und Rockmusik jede Menge echt klingende
> Glockensounds auf...

Na ja, echt ist was anderes, den DX-7 hörte man schon deutlich raus:

https://www.youtube.com/watch?v=Ii0iFN1W_0w

von Sebastian S. (amateur)


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Ist zwar für  den angegebenen Verwendungszweck ein bisschen 
überkandidelt, aber ein Mikrokontroller mit Software-MP3-Player und ein 
bisschen EEPROM sollte es auch richten. Soll keine ganze Arie gespielt 
werden, so sollte ein kleiner On-Board-Speicher ausreichen.
Dein Lieblingsgong sollte sich auch im Internet finden lassen.

von Rainer W. (rawi)


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Enrico E. schrieb:
> Muss man das "&t=538s" selber in Sekunden umrechnen und dann
> dahinterschreiben, oder geht das auch irgendwie automatisch?

<Rechts-Klick> und "Video-URL an dieser Stelle kopieren"

von Mani W. (e-doc)


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Ringmodulator und 2 unterschiedliche Eingangssignale mit
Sinus oder Dreieck...

von Fritz G. (fritz65)


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Ich habe mal eine Gongsimulation als Schlagwerk für eine Uhr 
programmiert. Zum Einsatz kam ein STM32F411. Sampling wäre natürlich das 
einfachste gewesen, die Samples hätten aber nicht ins Flash gepasst.
so habe ich den Sound in Echtzeit berechnet und über I2S auf einen 
MAX98357 ausgegeben. Ein Sinusoszillator moduliert die Frequenz eines 
anderen, dazu noch eine exponentiell abklingende Hüllkurve.
Für die Einfachheit klingt das ganz passabel mit einem kleinen 
Lautsprecher.
Das Ganze müsste sich auch analog umsetzen lassen.
Wer Matlab hat und das mal ausprobieren will, hier der Code:
1
% Clock chime
2
duration = 4;       % sound duration [s]
3
fs = 16000;         % sampling rate [s^-1]
4
amp = 0.4;          % amplitude
5
freq1 = 550;        % CIS
6
freq2 = 495;        % H
7
freq3 = 440;        % A
8
freq4 = 330;        % E
9
10
fmod = 1.4;         % modulation freq relative to base
11
amod = 2.5;         % modulation amplitude
12
decay = 1;          % decay time [s]
13
t = linspace(0,duration-1/fs,fs*duration); % cretae time vector
14
15
env = exp(-t/decay);    % decay envelope
16
y = amp*env.*sin(2*pi*freq3*t + amod*sin(2*pi*freq3*fmod*t));
17
sound(y,fs);        % play the sound
18
pause(1);           % wait for next
19
y = amp*env.*sin(2*pi*freq1*t + amod*sin(2*pi*freq1*fmod*t));
20
sound(y,fs);      
21
pause(1);
22
y = amp*env.*sin(2*pi*freq2*t + amod*sin(2*pi*freq2*fmod*t));
23
sound(y,fs);        
24
pause(1);
25
y = amp*env.*sin(2*pi*freq4*t + amod*sin(2*pi*freq4*fmod*t));
26
sound(y,fs);       
27
pause (1.5);
28
y = amp*env.*sin(2*pi*freq3*t + amod*sin(2*pi*freq3*fmod*t));
29
sound(y,fs);        
30
pause(1);
31
y = amp*env.*sin(2*pi*freq2*t + amod*sin(2*pi*freq2*fmod*t));
32
sound(y,fs);        
33
pause(1);
34
y = amp*env.*sin(2*pi*freq1*t + amod*sin(2*pi*freq1*fmod*t));
35
sound(y,fs);        
36
pause(1);
37
y = amp*env.*sin(2*pi*freq3*t + amod*sin(2*pi*freq3*fmod*t));
38
sound(y,fs);

von Manfred P. (pruckelfred)


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Dieter B. schrieb:
> Als ich unseren Gong mit 2mal SAB0600 in Betrieb nehmen wollte,
> ...
> war das ein Ton, satter voller Klang.

Na ja, man erkennt schon dessen typisches Gejaule zwischen den Tönen.

Ich hatte mal einen SAB0600 nach Elektor aufgebaut, den mein 
schwerhöriger Vater gut hören konnte. Der Gong lag später über 15 Jahre 
in der Kramkiste, bis ich ihn dann wieder bei mir in Betrieb genommen 
habe.

> Es war auch nur ein kleiner Lautprecher ca. 120mm Durchmesser.

Krach machen kann der gut, hier genügt ein Transistorradioquäker um 60 
mm, wo ich noch ein Drehpoti davor gesetzt habe.

von Roland D. (roland_d284)


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Moin,

Enrico E. schrieb:

> Gibt es eigentlich ein Simulationsprogramm wie LT-Spice, nur zusätzlich
> mit Audioausgabe, damit man auch hören kann, was man sich zuvor als
> Schaltplan ausgedacht hat?

https://www.allaboutcircuits.com/technical-articles/ltspice-simulation-using-wav-files/

Kurzbeispiel: .wave Testton.wav 16 44K V(N012)

Gruß, Roland

von Thomas B. (thombde)


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Mani W. schrieb:
> Ringmodulator und 2 unterschiedliche Eingangssignale mit
> Sinus oder Dreieck...

Erinnert mich irgendwie an den Formant.
Die Harz4version war ja der Chorosynth von 1979.
Ein Kollege von mir hat das mal auf Lochraster geklebt.
Sah aus wie ein Scheißhaufen aber hat genial geklungen.
Ich war total überrascht.

von Mani W. (e-doc)


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Thomas B. schrieb:
> Erinnert mich irgendwie an den Formant.

Klar, den habe ich gebaut und habe ich heute noch...

Auch die Baubücher dazu...

Sorry, ist ein altes Bild, der Synth steht im Moment etwas im
Abseits...

: Bearbeitet durch User
von Tim 🔆 (solarlicht)


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Thomas B. schrieb:
> Erinnert mich irgendwie an den Formant.

Einen Gong habe ich mit meinem noch nicht erzeugt, aber die Elektronik 
staubt ja auch schon mittlerweile 8 Jahre ohne Rückwand in meinem 
Hobbyraum ein. Regelmäßig erinnern mich irgendwelche Beiträge im Forum, 
den Umbau meines Formants doch endlich mal fertigzustellen.

> Die Harz4version

...sollte man in den Duden aufnehmen ;-)

von Mani W. (e-doc)


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Es gibt scheinbar doch noch einige FORMANTs in D und A...

Die einzelnen Module sind auch für vieles brauchbar ohne Musik...

Tim 🔆 schrieb:
> Einen Gong habe ich mit meinem noch nicht erzeugt

Geht aber gut, ist eine Spielerei mit Frequenzen und Kurvenformen...

: Bearbeitet durch User
von Tim 🔆 (solarlicht)


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Ich wollte gerade noch ein Foto anhängen, aber zu spät.

Die neuen Potis (die ich 2016 eingebaut habe) kann ich mittlerweile 
vergessen... Wenn ich die drei µA726 auslöte und bei Ebay rein setze, 
hab ich das Geld für die Potis wieder raus ;-)

von Mani W. (e-doc)


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Tim 🔆 schrieb:
> Die neuen Potis (die ich 2016 eingebaut habe) kann ich mittlerweile
> vergessen... Wenn ich die drei µA726 auslöte

Was ist mit den Potis? Eingerostet?

µA 726 mehr wert als Gold?

Warum willst Du Dein Werk zerreißen?

Ohne themperaturstabilen VCOs ist das kein Synth mehr...

: Bearbeitet durch User
von Tim 🔆 (solarlicht)


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Mani W. schrieb:
> Was ist mit den Potis? Eingerostet?
>
> µA 726 mehr wert als Gold?
>
> Warum willst Du Dein Werk zerreißen?

Da muss ich etwas ausholen...

Vor 8 Jahren wollte ich den Formant wieder flott machen und habe alle 
Potis getauscht. Die alten setzten aus und die Achsen gingen schwer. Ich 
habe 170€ investiert, alle ersetzt. Dann musste ich unvorhergesehen ins 
Krankenhaus und habe mich wegen meiner chronischen Erkrankung nicht 
wieder erholt. Seitdem steht der Formant mit offener Rückwand und 
herunterhängenden Kabeln an derselben Stelle.

Vor einigen Monaten drehte ich mal an den Potis und alle gehen wieder 
schwer. Ich gehe auch davon aus, dass die mittlerweile bis zur 
Unbrauchbarkeit verschmutzt sind, da ich ja die Rückwand nicht wieder 
drauf geschraubt habe. Aus Kostengründen hatte ich damals halt die 
billigsten genommen.

Im Anhang Fotos von 2016. Das dritte Foto ist die Tastaturmatrix, die 
ich schon in den 1990ern gebaut habe, die wollte ich in dem Zuge gleich 
mit einbauen. Die funktionierte damals nicht und ich dachte, dass ich 
einen Konstruktionsfehler gemacht hätte. Ich hatte mir damals keinen 
Schaltplan erstellt und die ausgedachte Schaltung aus dem Kopf ins 
Layoutprogramm gezeichnet. Nur eine ganz grobe Skizze hatte ich mir 
gemacht.

Vor ein paar Jahren nahm ich mir die Platine nochmal vor und tatsächlich 
hatte ich zwei Leiterbahnen vertauscht. Außerdem waren durch 
Herstellungsfehler einige Leiterbahnen unterbrochen, so dass die Relais 
wegen offenen CMOS-Eingängen die wildesten Sachen machten. Jetzt 
funktioniert sie aber. In dem Zuge habe ich dann auch gleich den 
Schaltplan gezeichnet.

: Bearbeitet durch User
von Rick (rick)


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Enrico E. schrieb:
> Gibt es eigentlich ein Simulationsprogramm wie LT-Spice, nur zusätzlich
> mit Audioausgabe, damit man auch hören kann, was man sich zuvor als
> Schaltplan ausgedacht hat?
Das geht doch mit LTSpice:
.wave : LTspice -- Write Selected Nodes to a .Wav File
https://spiceman.net/ltspice-command-wave/

von Fritz G. (fritz65)


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Hier mal der Output zum obigen Matlab-Programm aus 2 gekoppelten 
Sinusoszillatoren und exponentiell abklingender Hüllkurve.

von Dirk (dirkb)


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Fritz G. schrieb:
> Ich habe mal eine Gongsimulation als Schlagwerk für eine Uhr
> programmiert. Zum Einsatz kam ein STM32F411

Hallo Fritz, Danke für den Code!

Fritz G. schrieb:
> Hier mal der Output zum obigen Matlab-Programm aus 2 gekoppelten
> Sinusoszillatoren und exponentiell abklingender Hüllkurve.

Du kannst Gedanken lesen :) , ich wollte sowieso fragen, ob Du den Sound 
als mp3 posten kannst.
Danke!!!

Mein mit Audacity erzeugter Gongklang könnte definitiv noch etwas von 
deinem Sound vertragen, würde ich sagen.


Frage, ist FM-Synthesis das Gleiche wie "Ein Sinusoszillator moduliert 
die Frequenz eines anderen"? Letzteres klingt für mich nach 
Ringmodulation.



Mani W. schrieb:
>> Erinnert mich irgendwie an den Formant.
>
> Klar, den habe ich gebaut und habe ich heute noch...

Aha, das ist also der Formant. Davon hat man früher hin und wieder 
Schaltpläne für einzelne Module in der Zeitschrift Elektor gesehen...
Klingt auf Youtube ziemlich cool.



Mani W. schrieb:
> Geht aber gut, ist eine Spielerei mit Frequenzen und Kurvenformen...

Hast du dazu ein Klangbeispiel? Also Gongsound mit Formant erzeugt.

von Motopick (motopick)


Lesenswert?

Dirk schrieb:

> Frage, ist FM-Synthesis das Gleiche wie "Ein Sinusoszillator moduliert
> die Frequenz eines anderen"? Letzteres klingt für mich nach
> Ringmodulation.

Nein. Beschaeftige dich einmal mit den bei FM erzeugten Spektren.
Der Ringmodulator erzeugt nur eine multiplikative Mischung zweier 
Signale.
Aber eben keine FM-Modulation.

von Mani W. (e-doc)


Lesenswert?

Dirk schrieb:
> Mani W. schrieb:
>> Geht aber gut, ist eine Spielerei mit Frequenzen und Kurvenformen...
>
> Hast du dazu ein Klangbeispiel? Also Gongsound mit Formant erzeugt.

Nein, aber das geht hundertmal besser als die MP3 Datei weiter oben...

Natürlich hat der FORMANT auch 12dB und 24dB Filter und
Resonanzfilter usw...

: Bearbeitet durch User
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