Unsichtbare Schalter entlang Tischkante Umfang ~6m

OP #6600752
Lesenswert?

Hallo zusammen,

ich plane ein Interface in Form von vielen nebeneinander liegenden 
Schaltern rund um einen Tisch, der mit Projektion bespielt wird. Die 
Touch-Auflösung von ca. einer Handbreite sollte ausreichen. Umfang ca 
6m.

Derzeit würde ich kapazitive Schaltflächen und Microcontroller 
verwenden. Bei der Anzahl an Schaltflächen wäre mir jedoch eine Lösung 
mit weniger Bauteilen lieber. Auch zwecks der Servicierbarkeit.

Am leichtesten wäre es mMn mit einer Kinect TopDown zentral über dem 
Tisch, aber ich kann leider nichts in dieser Höher verbauen. Die 
Projektoren hängen mit Teleobjektiven viel höher, und die Pointcloud der 
Kinect funktioniert vernünftig bis ~5m Abstand. (ja ca. 7 max)

Habt Ihr Tipps was man da alternative verwenden könnte?

lg Achim
Gast #6600788
Lesenswert?

Gerhard H. schrieb:
> Habt Ihr Tipps was man da alternative verwenden könnte?

Wenn zu einer Zeit nur an einer Stelle jemand drückt:
Ein Schlauch um den Tisch tackern und an der Stelle an der beide 
Schlauchenden zusammenstossen 2 Drucksensoren (Mikrophone) amn den 
Schlauchenden montieren
Durch den zeitlichen Abstand der Druckwellen lässt sich die 
"Einschlagstelle" am Schlauch berechnen.
(Firma: Q3) #6600836
Lesenswert?

Grundidee: Benutze eine Art "mechanischen Optokoppler" als Schalter, 
evtl. aus dem 3D-Drucker.

1. Du legst einen Ring WS2812-LEDs unter den Tisch, die sind mit nur 3 
Leitungen einzeln ansteuerbar.

2. Die oben genannten "mechanischen Optokoppler" (in Form von Tastern) 
geben auf Druck die Sicht zwischen jeweils einer LED und einem 
Fotowiderstand frei (oder versperrt sie, ist egal). Die Fotowiderstände 
sind alle zwischen Masse und einer 4. Leitung parallel geschaltet

3. eine Elektronik (z.B. Arduino o.ä.) lässt alle LEDs zyklisch einzeln 
aufblitzen. Jeder gedrückte "Schalter" verusacht über den Fotowiderstand 
einen Spannungseinbruch auf der 4. Leitung, so dass man über die Zeit 
problemlos feststellen kann, wo jemand gedrückt hat ...

Bei dem Prinzip können zur Not sogar alle Teilnehmer gleichzeitig 
drücken. Ich würde die einzelnen "Stationen" als kompakte Einheit 
machen, jeweils mit einem 4-poligen Kabel/Stecker zu verketten. Die 
Länge/Anzahl wäre beinahe beliebig.

Wenn du willst, bau' ich dir das. Meld' dich per PM.
Gast #6601186
Lesenswert?

Den Schlauchweg find ich echt spannend wenn auch etwas hacky. Und ja, es 
muss multitouch sein.

Die Leap ist cool, aber overkill weil ich nur binäre Schalter brauch.

Die optische Lösung hätte mechanische Taster an der Tischplatte, die 
Taster sollten jedoch nicht sichtbar sein. Die Sensoren seriell im Kreis 
zu hängen ist natürlich am elegantesten!

Keine Geister!

Ein mini 360° Lidar in der Mitte des Tisches wär genial. Hab leider noch 
nie einen so kleinen gesehen.

Die kapazitiven Taster scheinen derzeit der beste Weg zu sein.

Danke!
lg A
Gast #6601240
Lesenswert?

Kleine Schmuckperlen (z.B für Armbänder) auf Widerstandsdraht fädeln und 
und das ganze in was leitendes einziehen (z.B. eine lange weiche 
Zugfeder).

Oder ne Nut in die Tischkante fräsen (bzw genutete Leisten ankleben) und 
den Draht da einlegen. Dann federndes Metallband drüber.
#6601250
Lesenswert?

Schau dir mal die PSoC5 (z.B. als Devkit mit Steckerleiste) von Cypress 
an. Die kann man sehr simpel (grafische Konfigurationsoberfläche und 
wenige Zeilen C-Code) zu touch-auswertern mit vielen Eingängen (20?40?) 
machen.
So viele wie du davon brauchst per i2c/can/whatever zusammenschalten.
Als "Sensor" umlaufendes Kupferklebeband, mit dem Cutter in einzelne 
Segmente geteilt, Leitung vom Klebestreifen zum PSoC löten, fertig.
(Firma: Hobbytheoretiker) #6601397
Lesenswert?

d_o_z_e_r@gmx.net schrieb:
> Die optische Lösung hätte mechanische Taster an der Tischplatte, ...

Das geht ohne mechanische Taster. Man kann eine LED und Phototransistor 
so dich nebeneinander setzen, dass beim Drauflangen mit der Hand erst 
ausreichend zu detektierendes reflektiertes Licht den Sensor erreicht. 
Das funktioniert aber nicht mit schwarzen Handschuhen.
#6601522
Lesenswert?

Autofenster haben Widerstandsleisten gegen Einklemmen. Ist natürlich mit 
Rahmenteilen fertig vergossen und obszön teuer.

Nach dem Prinzip könnte es aber auch Meterware geben oder sich 
vielleicht was  basteln lassen.

Für die Perimetersicherung, sprich Sicherheitszäune, gibt es auch eine 
Art Koaxkabel mit unisolierten sich berührenden Adern. Wenn irgendwo 
jemand auf den Zaun klettert, oder ein Kaninchen dagegenspringt, wird 
das Signal auf angeblich einen Meter genau lokalisiert. Ist für den 
Tisch vielleicht nicht genau genug. Außerdem blöd, wenn man jedesmal auf 
den Tisch klettern muß. :)

Kapazitiver Sensor war aber wahrscheinlich der beste Tip. Gibt 
Mikrocontroller, die direkt Eingänge dafür haben und damit auch solche 
Sachen wie Schieberegler ("Slider") beherrschen.
(Firma: Q3) #6601759
Lesenswert?

Dieter D. schrieb:
> d_o_z_e_r@gmx.net schrieb:
>> Die optische Lösung hätte mechanische Taster an der Tischplatte, ...
>
> Das geht ohne mechanische Taster. Man kann eine LED und Phototransistor
> so dich nebeneinander setzen, dass beim Drauflangen mit der Hand erst
> ausreichend zu detektierendes reflektiertes Licht den Sensor erreicht.
> Das funktioniert aber nicht mit schwarzen Handschuhen.

Dass das grundsätzlich funzt, habe ich keine Zweifel. Dann sehen die 
Benutzer aber das Geflicker, was evtl. nicht gewollt ist. Man müsste mal 
nachsehen, ob es sowas wie WS2812 (also einzel adressierbar) auch in IR 
gibt ...
(Firma: Q3) #6601762
Lesenswert?

Wollvieh W. schrieb:
> Autofenster haben Widerstandsleisten gegen Einklemmen. Ist
> natürlich mit
> Rahmenteilen fertig vergossen und obszön teuer.
>
> Nach dem Prinzip könnte es aber auch Meterware geben oder sich
> vielleicht was  basteln lassen.
>
> Für die Perimetersicherung, sprich Sicherheitszäune, gibt es auch eine
> Art Koaxkabel mit unisolierten sich berührenden Adern. Wenn irgendwo
> jemand auf den Zaun klettert, oder ein Kaninchen dagegenspringt, wird
> das Signal auf angeblich einen Meter genau lokalisiert. Ist für den
> Tisch vielleicht nicht genau genug. Außerdem blöd, wenn man jedesmal auf
> den Tisch klettern muß. :)
>
> Kapazitiver Sensor war aber wahrscheinlich der beste Tip. Gibt
> Mikrocontroller, die direkt Eingänge dafür haben und damit auch solche
> Sachen wie Schieberegler ("Slider") beherrschen.

Bei den versch. Abwandlungen des Kontakt- bzw. Widerstands-Prinbzips 
kann aber nur ein Kontakt bestimmt werden.

Bei der Nutzung der kapazitiven Sensoren stelle ich mir die oben 
skizzierte Vielzahl an Sensoren problematisch vor, müssen die Pads bzw. 
"Antenen" ja alle sternförmig angelegt werden.

Da halte ich serielle Methoden in Hardware oder gleich eine 
Bildauswertung (OpenCV?) für praktikabler.
(Firma: Hobbytheoretiker) #6602475
Lesenswert?

Wenn es passiv und langsam sein darf, mache einfach Flächen mit 
Wärmesensoren die über den I2C-Bus verbunden sind. Übrigens I2C 
Sensor-ICs für kapazitive Berührungssensoren gäbe es auch. Ein 
Kapazitiv-Sensor-Controller-Arduino-Raspberry für zehn Felder gibt es 
bereits ab fünf Euronen. Was auch noch ginge wären I2C-Bus Mems-Mikros 
mit Schallpegelausgabe und darüber ein Stoff, der laut knistert und 
raschelt, wenn dieser gedrückt wird.
Beitrag #6602668 wurde von einem Moderator gelöscht.
OP #6616712
Lesenswert?

Mucky F. schrieb:
> Kleine Schmuckperlen (z.B für Armbänder) auf Widerstandsdraht fädeln und
> und das ganze in was leitendes einziehen (z.B. eine lange weiche
> Zugfeder).

Servicierbarkeit ist auch ein Thema. Wenn ein Teil kaputt wird muss es 
möglich sein ohne großen Aufwand das Modul auszutauschen. Daher bin ich 
kein großer Fan von großen Bauteilen.

Markus E. schrieb:
> Schau dir mal die PSoC5 (z.B. als Devkit mit Steckerleiste) von Cypress
> an.

Das klingt interessant. Wir haben ein älteres Projekt mit einem shield 
von Bare Condictuve realisiert. Hatten aber Probleme mit 
Hintergrundrauschen, weil in den Räumen auf engem Platz viel Technik 
verbaut war. (siehe Foto, discontinnued)

Dieter D. schrieb:
> Man kann eine LED und Phototransistor
> so dich nebeneinander setzen, dass beim Drauflangen mit der Hand erst
> ausreichend zu detektierendes reflektiertes Licht den Sensor erreicht.

Der Raum hat eine komplett verglaste Front. Zwar Nordseitig, aber das 
Umgebungslicht variiert eben sehr stark. Ich kann mir vorstellen dass 
das ein Horror zum kalibrieren ist. IR setze ich nur noch bei 
kontrollierten Lichtbedingungen ein.

Frank E. schrieb:
> Da halte ich serielle Methoden in Hardware oder gleich eine
> Bildauswertung (OpenCV?) für praktikabler.

Ist leider auch nicht so einfach. Wenn ich von oben tracke würds auch 
schon auslösen sobald jemand auf einen Inhalt in der Projektion zeigt, 
und die Hand über den Tisch hält.

Dieter D. schrieb:
> Was auch noch ginge wären I2C-Bus Mems-Mikros
> mit Schallpegelausgabe und darüber ein Stoff, der laut knistert und
> raschelt, wenn dieser gedrückt wird.

Der Tisch wird aus Korean gebaut, die Oberfläche ist glatt und fest.


Danke nochmal für die vielen Inputs!
lg
Angehängte Dateien:

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren