(Kühlschrank)Kompressor kaputt, Kondensator schuld?

Gast #2884912
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Hallo, ich hab hier einen Kühlschrank von Bosch, von etwa '94. Es ist 
ein ziemlich hochwertiges teil, mit Elektronischer Steuerung, separaten 
Kühl- und Gefrierkreisläufen usw. Nun ist er auf einmal kaputt gegangen:
Der Kompressor hat beim Ausschalten ein paar mal laute Geräusche 
gemacht, dann ist er nicht mehr angesprungen. Beim Versuch einzuschalten 
geht der KOmpresor an, brummt auf eine etwas komische Art, man hört das 
Relais klicken und nach ein paar sek. geht es wieder aus.. dann nach ein 
paar Sekunden wieder das gleiche von vorne..

Ich habe jetzt mal nach etwas Einlesen geschaut, was man da alles prüfen 
kann.. Den KOndensator habe ich mit einem Multimeter durchgemessen, er 
hat seine Nennkapazität gehabt (25 µF). Dann die Motorwicklungen, mit 
Hilfswicklung etc. Sie waren auch etwa so wie es beschrieben wurde. Also 
etwa 30 Ohm zwischen zwei Pins des Motors, etwas über 20 Ohm zwischen 
den anderen beiden und die Differenz zwischen der letzten Kombination.. 
Das Relais, oder das teil was so ähnlich aussieht, rasselt auch nicht...

Als ich weitergelesen habe, fand ich überall seltsame vorschläge, wie 
mann den Betriebskondensator durchmisst.. Analog-Multimeter im 
Durchganssmodus,oder Sachen wie KOndensator an Wechselspannung und dann 
den Strom messen.. Nirgends wurde beschrieben, dass man einfach die 
Kapazität mit nem Multimeter messen soll.. Kann es daran liegen, dass 
diese ANleitungen eher für Leute geschrieben sind, die sowas nicht 
besitzen? oder liegt es daran, dass ein Kondensator evtl. seine 
Nennkapazität nicht bei Last erreicht, aber mit einem MUltimeter 
fälschlicherweise korrekt ausgegeben wird?

Ich würde es ja mit einem neuen Kondensator testen, aber da ich leider 
keinen habe, ist der Aufwand einen zu besorgen doch etwas gross...
Ansonsten wüsste ich nicht, was noch kaputt sein könnte.. Vielleicht der 
Kolben gebrochen oder etwas in der Art?
thx..
#2885036
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Keine Ahnung ob es am Kondensator liegt, kenne mich mit Kühlschränken 
nicht aus.
Aber es ist afaik schon so, dass die Messung mit dem Wecker nicht sehr 
verlässlich ist, insbesondere bei grossen Dingern. Man kann vielleicht 
feststellen, dass der C definitiv kaputt ist, aber dass er gut ist, kann 
man bei einer einfachen Messung nicht mit Sicherheit sagen. Auch, weil 
man nicht mit Betriebsspannung misst.
Gast #2885058
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Die defekten Motorkondensatoren die ich gesehen habe, hatten auch bei 
niedriger Spannung eine deutlich zu kleine Kapazität, eher unter der 
Hälfte des Nennwertes. Viele ältere Multimeter können keine Kapazitäten 
messen, oder nur eher kleine bis vielleicht 2 oder 20 µF - da muss man 
sich dann mit so einem Trick behelfen. Wenn man eine Messgerät hat, dass 
direkt so eine Kapazität messen kann, wird es nur einfacher.  Man könnte 
mit dem Multimeter noch kontrollieren ob der Kondensator Isoliert - das 
wird aber in aller Regel gegeben sein.

Wenn der Motor so nicht anläuft, liegt es dann eher an der Mechanik. Da 
"Relais" das den Motor ausschaltet war wohl so etwas wie eine 
Überlast-Sicherung bzw. eine Art Motorschutzschaltung.
#2885066
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Sorry, aber nach Deinen Beobachtungen deutet alles auf einen 
Verdichterschaden hin. Mechanisch blockiert oder Windungsschluss.

Nicht, dass ich mich hier als Kühlschrankprofi darstellen möchte. Nur 
hatte ich mir vor einigen Jahrzehnten als Student mein Taschengeld als 
Serviceman für weisse Ware im Aussendienst aufgebessert.

Ein Ausstausch des Verdichters wird sich vermutl. kaum lohnen. Die 
Arbeiten sind sehr umfangreich.
System öffnen, Kältemittel absaugen und entsorgen, Verdichter wechseln, 
System per Vakuumpumpe evakuieren, Kühlmittel neu einfüllen, System 
schliessen (hart löten).

Sorry
Frank
Gast #2885082
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Schon mal das Relais gebrueckt?
Das sind die Teile, bei denen man waehrend der Entwicklung des Geraetes 
den Verschleiss am leichtesten berechnen kann und die dann "voellig 
unerwartet" sterben.

Bei mir war es Liebherr.
Eigene Steuerelektronik um die vorhandenen Temperaturfuehler gebaut, 
statt der mechan. Relais jetzt Solid State Relays.
Und jetzt klackt nix mehr, es surrt nur noch der Motor los.

Gruss hro
Gast #2885088
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Ulrich schrieb:
> Wenn der Motor so nicht anläuft, liegt es dann eher an der Mechanik. Da
> "Relais" das den Motor ausschaltet war wohl so etwas wie eine
> Überlast-Sicherung bzw. eine Art Motorschutzschaltung.

Da gibt es eine Temperatursicherung (Bimetall).
Ein paar Sekunden waere aber sehr schnell.

Gruss hro
Gast #2885108
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Frank N. Stein schrieb:
> Nicht, dass ich mich hier als Kühlschrankprofi darstellen möchte.

Der Profi macht die Arbeiten in der richtigen Reihenfolge.

Frank N. Stein schrieb:
> System per Vakuumpumpe evakuieren, Kühlmittel neu einfüllen, System
> schliessen (hart löten).

Besser wäre es wohl das Löten zuerst vorzunehmen ;)
Zum Befüllen gibts spezielle Ventile (Schrader), die werden natürlich 
auch vorher eingelötet.
#2885276
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hro schrieb:
> Schon mal das Relais gebrueckt?
> Das sind die Teile, bei denen man waehrend der Entwicklung des Geraetes
> den Verschleiss am leichtesten berechnen kann und die dann "voellig
> unerwartet" sterben.
>
> Bei mir war es Liebherr.
> Eigene Steuerelektronik um die vorhandenen Temperaturfuehler gebaut,
> statt der mechan. Relais jetzt Solid State Relays.
> Und jetzt klackt nix mehr, es surrt nur noch der Motor los.
>
> Gruss hro

Gute Idee, muss ich mir merken.
#2885362
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Sooo... Also Kompressortausch beim Kühlschrank ist in der Tat eine sehr 
unschöne Sache. Wenn nicht gerade R600a drin ist darf auch nur ein 
Kältetechniker (Kältemittelschein) da ran. Man braucht auch eine ganze 
Stange Werkzeug dafür. Angenommen man wenn das Kältemittel nur neu 
einfüllen braucht man eine sehr gute Vakuumpumpe, eine Monteurhilfe (ist 
eine Armatur direkt zur Kontrolle von Kälteanlagen und zum Ändern der 
Füllmenge) mit Schläuchen und eine Kältemittelwaage (die 
Kältemittelmenge muß bei Kapillarrohrsystemen wie einem Kühlschrank sehr 
genau stimmen). Plus das Kältemittel in einer geeigneten Flasche.

Die Motoren besitzen einen Überlastungsschutz durch einen 
Bimetallschalter (Klixon). Dieser schaltet den Motor ab wenn der Anlauf 
nicht klappt und verhindern so ein Durchbrennen der Wicklung (meistens).

Wenn das Ding beim letzten Start sehr unschöne klapprige oder metallene 
Klänge von sich gab dann war das wohl das Todeslied der Mechanik. Im 
Grunde ist da nichts anderes als ein ganz normaler Kompressor drin, wenn 
der Kolben gefressen hat oder das Pleuel abgebrochen ist blockiert das 
nun den Motor. Das kann man nicht so reparieren, da hilft nur ein neuer 
Verdichter.

Kannst Du mir mal den Typ des Verdichters verraten?
Gast #2885708
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hallo..

naja, ich habe mich damit abgefunden dass wohl ein neuer her muss, 
leider übersteigt ein Kompressortausch doch meine bescheidenen 
Fähigkeiten.


@ben der Kompressor ist ein Matsushita D77C15RAW5. Ja, die Geräusche 
waren nicht sehr nett..
(Firma: dm2sh) #2886030
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Ach man kanns doch mal versuchen zu tauschen. Einfach die beiden Rohre 
durchsägen und den neuen Kompressor einbauen und mit Schläuchen einer 
Scheibenwaschanlage zusammenfummeln und mit Schlauchbinder befestigen. 
Noch ein T-Stück und Schraubventil. Da dann einfach Gas aus so einer 
Feuerzeugnachfüllflasche rein und das wars.
Gast #2886471
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CoolSchrank schrieb:
> von etwa '94.

Da wird es heute garantiert ein paar sparsamere Modelle geben. Wenn Du 
Deine Stromrechnung damit halbieren kannst, ist das neue Gerät schnell 
erwirtschaftet.  Ob die neue Einteilung der Kühlschrank-Fächer schon den 
Wünschen Deiner Frau entspricht kann ich nicht vorhersagen.
Prüfe selbst 
http://www.ratgeber-geld-sparen.de/haushalt-und-technik/ratgeber-kuehlschrank.html
Gast #2886510
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dolf schrieb:
> 18 jahre

Stefan Helmert schrieb:
> Einfach die beiden Rohre
> durchsägen

In so einem alten Modell ist ganz sicher kein R600a drin, das verwendete 
Kältemittel hat sicher ein hohes Ozonabbaupotential. Wer die Rohre 
einfach kappt und solches Kältemittel entweichen lässt macht sich 
strafbar, Punkt.
Der Kühlschrank sollte von einem Fachbetrieb entsorgt werden.

Stefan Helmert schrieb:
> den neuen Kompressor einbauen und mit Schläuchen einer
> Scheibenwaschanlage zusammenfummeln und mit Schlauchbinder befestigen

Wie heisst es doch so schön: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die 
Fresse halten! Den Drücken auf der Druckseite wird dieses Gebastel nicht 
standhalten, dann entweicht leichtentzündliches Kältemittel. Es besteht 
Brand und Explosionsgefahr! Ausserdem ist diese "Verbindungstechnik" 
alles andere als dauerhaft dicht. Willst du jeden Tag Gas nachfüllen?
Ist schon seltsam, was die Leute hier so für einen Schwachsinn 
verbreiten...
#2886764
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Die Drücke auf der Hochdruckseite (heißes Rohr am Verdichter) liegen bei 
bis zu 22 bar. Wenns sein muß macht so eine kleine unscheinbare 
Kühlschrank-Kapsel auch bis zu 30 oder 40 bar. Aus einem Stück Schlauch 
für die Scheibenwaschanlage macht das Ding einen Luftballon.

Kann aber leider keine Daten zum genannten Verdichter finden, somit weiß 
ich auch nicht wie Du ihn testen kannst. Ich denke aber angesichts des 
Geklappers beim letzten Lauf wird er's wohl leider hinter sich haben. 
Denke auch, ein neuer Kühlschrank ist nicht die schlechteste Idee. 
Dafür, daß da einer den Verdichter tauscht, ist das Ding zu alt und noch 
nicht alt genug... :)
Gast #4195298
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Wenn der Kühlschrank trotz Stromversorgung in den letzten 3 Jahren nicht 
kalt geworden ist, dann scheint der Kompressor kaput zu sein. 
(Compressor klingt nach 19tem Jahrhundert. Da gab's noch eine andere 
Rechtschreibung)

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