Wie der Titel schon sagt suche ich eine Online-Jobbörse in der so wenig
als möglich Jobs von Dienstleistern (Brunel etc.) drinstehen. Wenn man
in Google nach "Entwicklungsingenieur" sucht sind die meisten Treffer
nur Jobbörsen mit ellenlangen Dienstleister Angeboten.
Gruß zum Fuß
Wird's ned geben. Wobei man anmerken muss, dass jedenfalls zurzeit 90 %
der Stellen gar nicht existieren. Das sind attraktive Lockangebote,
damit du dich bewirbst und in deren Pool aufgenommen wirst. Danach sagen
sie, dass die Stelle nicht mehr verfügbar ist oder sie im letzten Moment
einen geeigneteren Bewerber gefunden hätten. Als "Ersatz" erhälst du die
unbeliebte Aufgabe eines Sachbearbeiters.
"Entwicklungsingenieur" ist eine beliebte Position sowie
Versuchsingenieur, deshalb werden diese Positionen als Lockangebote
genommen. Dabei gibt es in Deutschland nur ganz wenige interessante
offene Stellen für Entwicklungsingenieure/Versuchsingenieure.
Kurz gesagt: Alles heiße Luft.
>Kurz gesagt: Alles heiße Luft.
Den Eindruck habe ich auch. Was mich besonders wurmt ist die
Schlussfolgerung, die aus diesen Zahlen gezogen wird: Es gibt zu wenige
Ingenieure.
Die Realität ist die, dass viele Dienstleister Angebote offerieren, um
einen Gehaltsvergleich machen zu können, um dann den zu finden, der am
billigsten - nicht etw der beste - ist!
Es ist ein Trugschluss, zu glauben, dass headhunter immer auf der Suche
nach dem best qualifiziertesten sind. 90% suchen wirklich den
Billigsten.
Das ist auch im Projektgeschäft so, wo man nur mit den Billigen
verdienen kann. Mal ein einfaches Beispiel:
Siemens zahlt für einen gut passenden Hardware-Ingenieur mit einem
definierten Profil z.B. 70 Euro. Um den zu kriegen, muss der
Dienstleister aber auch einiges ausgeben. Da sie an Vermittlung und
Totversuchen immer an die 2000,- bis 3000,- Kosten haben, muss ein
Projekt von einem halben Jahr mindestens 3,- die Stunde abwerfen, um auf
0 zu kommen. Wenn es einer für 65,- macht, haben sie also nur 2,- die
Stunde verdient - kriegen sie einen für 63,- haben sie den doppelten
Gewinn. Also spielen sie die Ingenieure gegeneinander aus.
Eines ist aber sicher: Die oberen 30% kriegen sie in keinem Fall, weil
die schon grundsätzlich über 70,- liegen, nicht wenige bei über 80,-.
Ein mir bekannter selbständiger Laouter mit eigener Firma bekommt von
der Siemens für einen typischen Auftrag von 200h 85,-/ die Stunde. Das
klingt teuer, ist aber immer noch billiger, als sich einen von intern zu
leihen, der mit 92,- gerechnet wird. Wenn man einen internen nimmt,
zahlt die Siemens Abteilung 1 der leihenden Abteilung 2 die 89,- wobei
die, wenn sie keinen haben, dann auch wieder einen einleihen, jedoch für
maximal 75,-! Der kommt dann vom Dienstleister und kriegt selber maximal
65,-.
Man kann sich vorstellen, wieviele dann für 65,- arbeiten wollen, wenn
sie mehr kriegen können.
Bei den einfachen Test- und SW-Ingenieuren ist es noch simpler: Dafür
gibt Siemens dem Dienstleister nur noch 60,- bis 65,-. Die Leute, die
das machen, müssen mit 50,- auskommen. Die Diskrepanz ist hier höher,
weil die Dienstleister mit diesem Qualifikationsbereich das meiste Geld
verdienen müssen, gleichzeitig aber dort viel Angebot herrscht. Mit 50,-
die Stunde bekommt man aber nur die Neueinsteiger, die die Preise nicht
kennen.
>Jobbörse ohne Dienstleister? Musst Du wohl selbst eine aufmachen :-)
Oder, sich selbst anbieten. Mache ich auch so.
Firma suchen und temporär anstellen lassen - allerdings zum Traumgehalt
- oder eben als Projektauftrag.
Ich bin gerade dabei, sowas in der Art zu realisieren :) Zudem werden
die Firmen in der Lage sein, die Anzeigen kostenlos aufgeben zu können.
Die Voraussichtliche Dauer des Projekts beträgt noch ca. 3 Monate. Wenn
hier Ingenieure anwesend sind, die sich gerne an einem Betatest
beteilige, immer gerne.
Wird soweit beides abdecken. Und zwar wird die Seite einen nicht
kommerziellen Charakter tragen. Möchte aber zur Zeit nicht all zuviel
verraten.
Folgendes steht bereits:
- Layout
- PHP Engine
- Anmeldung
- Profileinstellungen
Bevor hier einige anfangen großkotzig zu werden und das Vorhaben nieder
zu machen. Ich habe bereits eine Community realisiert gehabt, wo täglich
ca. 10k Besucher unterwegs waren und die immernoch erfolgreich (ohne
mich) läuft. Meine Interessen haben sich jedoch verändert und ich würde
gerne der Ing. Welt was gutes tun. X*NG & Co. sind mir zu doll auf
Gewinn gerichtet und nicht auf auf die Bedürfnisse der User.
Viele große Industrie-Firmen WOLLEN aber gar nicht mit hunderten von
"kleinen Krautern" Verträge abschließen.
Die machen halt einen Rahmenvertrag mit den großen Vermittlerfirmen, und
wie diese ihre "Mitarbeiter" rekrutieren ist denen ziemlich wurscht,
Hauptsache es werden da nicht nur Pappnasen angeliefert.
Und ob nun eine neue Vermittlerfirma nach kapitalistischen oder
tibetischen Grundsätzen ausgerichtet ist, ändert nichts an der Tatsache,
daß:
- eine neue Vermittlerfirma nur dadurch "reinkommt", daß sie eine andere
verdrängt (es gibt ja nicht mehr Arbeit)
- jede Vermittlerfirma bzw. der Vermittler Aufwendungen hat.
Rechne selber aus, wieviel "Pferde" ein Vermittler am laufen haben muß,
um sich selbst (als Vertriebler nur in der Weltgeschichte unterwegs),
sein Telefon, sein Auto und seine Sekretärin (die ihn entlastet)
durchzufüttern
Altruismus ist zwar ein lobenswertes Ziel, davon kann man sich aber kein
Brot kaufen für seine Kinder oder für sich selbst.
Altruismus hin oder her, fürs Brot wird es schon reichen, da man die
Einnahmen auch anders regeln kann. Außerdem habe ich nicht vor meinen
regulären Job auf die Nagel zu hängen. Es wird sich zeigen, wie es sich
entwickelt. Die "Großen" greifen in der Tat eher zu den
Vermittlungsfirmen. Das ändern trotzdem nichts an der Tatsache, dass die
Mehrheit der Firmen eher kleiner ausfallen und um Kosten zu sparren
selbst inserieren. Die Fa. meines Bruders musste bei so einem Vermittler
pro Person ca. 250 € lassen, erhalten hat er nach der Selektion des
Vermittlers ca. 30 Bewerbungen, die vom Vermittler vorsortiert wurden,
macht ca. 7500 € für eine einzige Einstellung. Nach dem Ansehen der
Unterlagen blieben 3 Personen die in Frage kommen würden, einer sagte
aus persönlichen Gründen ab, der Andere hatte bereits eine Stelle, der
Dritte hat im Endeffekt mehr gefordert als geplant war. Somit ergab sich
ein Minus von 7500€ und ein unbestimmter Zeitaufwand. Wer hatte aus der
Geschichte einen Nutzen? Natürlich der Vermittler, der um 7500€ reicher
geworden ist. Wenn man die Erfahrung mit Vermittlern gemacht hat und ich
spreche da aus eigener Erfahrung, schreiben sie wirklich jeden an, um
bloß die Quote zu kriegen. Ich hatte bereits das Vergnügen mit X*ING
gehabt, wo man ellenlange Kettenbriefe solcher Vermittler bekommt,
obwohl man explizit angegeben hat, was man sucht und wo man sucht. Dass
sowas noch existiert, liegt daran, dass im Management vielen Firmen kein
einziger Ingenieur sitzt und die Wirtschaftler im "Kaufen" genau so gut
wie im Verkaufen sind.
@AF
Ich dachte die Vermittler bekommen die Kohle nur bei erfolgreicher
Vermittlung.
7500€ ? Was für eine Spitzenkraft wurde denn gesucht ?
Selbst bei Übernahme aus einem Leiharbeitsvertrag zahlt der neuen
Arbeitgeber um 1 Monatsbrutto, aber er weiss dann, was er bekommt und
spart sich so ein riesiges Auswahlverfahren.
Mich erschreckt derzeit, das selbst international arbeitende
Projektleiter inzwischen immer mehr über Personaldienstleister im Rahmen
des Personalleasing (Zeitarbeit) gesucht werden.
Höhere Qualifikation und Berufserfahrung schützt also nicht vor solchen
Jobs.
>Höhere Qualifikation und Berufserfahrung schützt also nicht vor solchen>Jobs.
Willst Du damit sagen, daß hochqualifizierte PL sowas machen MÜSSEN?
Ist es nicht vielmehr so, daß die, die das koennen, erst die Option
haben, als Teilzeitmanager zu fungieren (und Kohle zu machen)
@Gregor Altweder
MÜSSEN !?- Nein, nicht ganz so.
Vor 2-3 Jahren wurden solche Jobs noch nicht im Rahmen des
Personalleasing gesucht.
Ist für mich nur ein Zeichen, das Personalleasing sich in immer höher
qualifizierte Tätigkeiten ausbreitet.
Gute PL werden nicht mehr intern herangezogen, sondern bei Bedarf
kurzfristig angemietet.
Da das sicher nicht immer möglich ist sind wir wieder beim Thema
Fachkräftemangel.
>Wird's ned geben. Wobei man anmerken muss, dass jedenfalls zurzeit 90 %>der Stellen gar nicht existieren.
Und ich sage das was du sagst ist zu 90.1345234523078732% Unsinn.
http://verbaende24.net/vdi-ingenieurmangel-zieht-weiter-an
"Ein Großteil der gesuchten Ingenieure ist nicht im verarbeitenden
Gewerbe tätig. Rund die Hälfte wird in den Dienstleistungsbranchen
beschäftigt."
Wie ist das zu verstehen? Zählt auch ein Ingenieur, der bei einem
Dienstleister eingestellt ist, aber an einen verarbeitendem Betrieb
entliehen ist, auch zu der Dienstleistungsbranche?
Was machen all die Ingenieure in den Dienstleistungsbranchen, auch
Klinkenputzen, Koffertragen und Arschkriechen genannt, Adäquates?
Aber man sieht, dass laut VDI vor lauter Ingenieurmangel alles
lichterloh in Deutschland. Also weiter fleißig einschreiben in
Maschinenbau und E-Technik und die lieben Politiker mal gleich die
Einkommensgrenzen für Ausländer absenken. Wir brauchen schließlich mehr
Ingenieure in den Dienstleistungsbranchen.
Wir brauchen schließlich mehr billige
Ingenieure in den Dienstleistungsbranchen.
So viel Zeit muss sein.
Wenn kein Bewerber eine ausführliche Tätigkeitsbeschreibung
vom Dienstleister bekommt, dürfte der Job wohl ein Fake sein.
Was die üblicherweise so schreiben spottet doch jeder Beschreibung.
Von Tuten und Blasen haben die keine Ahnung. Lasst euch nicht
verarschen.
Mark Brandis schrieb:> Vermutlich ist nichts daraus geworden, sonst hätte AF wohl mal einen> Link gepostet.
Ich denke eine Jobbörse, wo man wenigstens als User die Möglichkeit
hätte, Dienstleister wegzufiltern, würde bei den technischen Berufen
sehr gut ankommen. Wer will schon zu einem Dienstleister und immer durch
diese ganzen Ausschreibungen von denen genervt werden.
Was mich angeht, ich würde bei so einer Jobbörse zuerst suchen, da mir
das einfach Zeit spart.
Das Projekt als solches finde ich hochinteressant. Problem wird wohl
sein,
dass sich ohne Dienstleister nicht so viel verdienen lässt aus
Blickwinkel des Webseitenbetreibers.
Hallo, ich grabe diesen Thread wieder aus da das Problem ja anscheinend
nicht gelöst ist.
Die einzige mir bekannte Suchmaschine die ein Häkchen "keine
Dienstleister" anbietet ist:
http://www.ingenieurkarriere.de/stellenmarkt/basissuche.aspx
Der Haken liegt bei der Anzahl der Suchergebnisse. Ich beobachte diese
Stellenbörse seit einem Jahr, und habe das Gefühl dass es immer weniger
Stellen ohne Dienstleister gibt.
(Dass das eine ätzende Entwicklung in diesem Land zu sein scheint wird
ja bereits in vielen anderen Threads diskutiert)
Kennt jemand noch andere Suchmaschinen/Stellenbörsen bei denen das
möglich ist?
Gibt es mittlerweile Stellenbörsen die keine Dienstleister/Vermittler
usw. zulassen?
Das Ausfiltern der Suchergebnisse kostet unheimlich viel Zeit, und ich
hätte kein Problem damit dafür sogar 30€ im Monat auszugeben.
yellowstone schrieb:> Der Haken liegt bei der Anzahl der Suchergebnisse. Ich beobachte diese> Stellenbörse seit einem Jahr, und habe das Gefühl dass es immer weniger> Stellen ohne Dienstleister gibt.
Liegt in der Natur der Sache von Ingenieurarbeit. Je fragiler die
wirtschaftlichen Entwicklungen werden, desto schneller muss man von
heute auf morgen Tschüss sagen können, wenn es zu einem gewaltigen Knall
kommt.
Früher war halt alles solider und beständiger. Wenn man heute ein
Ingenieurstudium beginnt, muss man sich im Klaren sein, dass
Dienstleisteranstellungen in Zukunft immer mehr zur Regel werden.
Alternative wäre vielleicht noch Auswandern nach Fernost.
yellowstone schrieb:> Die einzige mir bekannte Suchmaschine die ein Häkchen "keine> Dienstleister" anbietet ist:> http://www.ingenieurkarriere.de/stellenmarkt/basissuche.aspx
Dummerweise gibt es trotz dieses Häkchen Treffer von Dienstleistern, die
Fa. Bertrandt zähle ich nun mal dazu.
Ich stelle aber fest, das in de letzten Wochen mehr normale Firmen
Ingenieure suchen.
Geysir schrieb:> Liegt in der Natur der Sache von Ingenieurarbeit.
Das hat nichts mit dem Ingenieurberuf allein zu tun.
Das ganze geht heute durch alle Branchen und alle
Berufe oder Tätigkeiten vieler Firmen die diesen
Bereich Personal längst outgesourcest haben.
Da bleibt einfach nur filtern und den Dienstleistern
schriftlich ein paar intelligente Fragen zu der angebotenen
Stelle zu stellen. In 99% der Anfragen kommt da nicht das
Feedback zurück das den Fragen entspräche oder es kommt
gar nichts oder Aufforderungen sich zu bewerben.
Dann kann man zu 100% von gefakten Stellen ausgehen.
Nur in wenigen Einzelfällen kann man aufgrund der
Anforderungs-Beschreibung mit selten gebräuchlichen
Stichworten von einer realen Stelle ausgehen wenn der
Endarbeitgeber und ein Dienstleister zeitgleich in der
gleichen Jobbörse inserieren.
Aber man kann diesen Pool mit ihren Machenschaften ja meiden.
Ich schrieb:> Dummerweise gibt es trotz dieses Häkchen Treffer von Dienstleistern, die> Fa. Bertrandt zähle ich nun mal dazu.
Ja, das stimmt. Da rutscht öfters mal was durch.
Trotzdem ist die Anzahl der Ergebnisse die man durcharbeiten muss
deutlich geringer.
Ich schrieb:> Ich stelle aber fest, das in de letzten Wochen mehr normale Firmen> Ingenieure suchen.
Den subjekiven Eindruck hatte ich auch zeitweise. Das schein ein
ständiges auf- und ab zu sein. Langfristig kann ich aber sagen dass die
Angebote von nicht-Dienstleistern zumindest bei dieser Stellenbörse im
Mittel stark geschrumpft sind.
Wenn man nur irgendwie auf die anderen größeren Stellenbörsen Druck
ausüben könnte so eine Funktion hinzuzufügen.
Bei monster.de gibt es zwar eine Filterfunktion in der explizit
Dienstleister aufgelistet werden, aber die findet man in den anderen
Kategorien trotzdem zu hauf.
Michael S. schrieb:> Da bleibt einfach nur filtern und den Dienstleistern> schriftlich ein paar intelligente Fragen zu der angebotenen> Stelle zu stellen.
Genau das ist die Sache die mich stört!
Das ist langweilig, frustrierend und zeitraubend.
Und ich fühle mich bei diesem nach Stichwörtern suchen und Aussortieren
wie bei diesen Captchas, bei denen ich beweisen muss dass ich ein
Lebewesen bin.