Zangen Bestückungsmaschine

OP #1688418
Lesenswert?

Liebe Forumsmitglieder,

wer von Euch kann mir sagen, ob die Zentrierzangen moderner 
Bestückungsmaschinen an Masse (Erde) hängen oder nicht?

Ich will die Zangen meiner Maschine umbauen. Bislang wurde hier 
Kunststoff verwendet, das ist mir aber nicht stabil genug. Die neuen 
Zangen möchte ich aus Metall bauen, bin aber nicht sicher, ob dies zu 
einem ESD-Problem führen kann, wenn sie direkt, also ohne Vorwiderstand, 
mit dem Bauteil in Berührung kommen.

Was meint das Forum dazu?

Gruß,
Thomas
#1688878
Lesenswert?

Das Problem bei ESD wird sein das hohe Ströme Bauteile zerstören.
Bei direkter Erdung würden Elektrostatische Spannungen zwar
unverzüglich abgeleitet, allerdings wäre dann auch je nach
Ladung der Strom sehr hoch.
Daher baut man z.B. bei Bestückungstischen einen hochohmigen
Widerstand zur Erde ein, so das der Strom gering bleibt und
Ladungen ständig abgeleitet werden. So könnte man das auch
bei deiner Maschine machen.
Damit die Zangen auch lange halten, sollten die gehärtet sein.
OP #1689198
Lesenswert?

Hallo Mike,

grundsätzlich gebe ich Dir Recht. Meine Bestückungstische und der Boden 
sind auch komplett ableitfähig. Was ich aber nicht weiß, hat z.B. 
Siemens bei den Bestückungsmaschinen (Zangen aus Metall) einen 
Ableitwiderstand (z.B. 1MOhm) oder liegt hier direkt die Masse an.

Gruß,
Thomas
OP #1689425
Lesenswert?

Hallo Falk,

lohnt, da eine der vier Zangen einen Riss hat, den ich derzeit nur 
kurzfristig kleben konnte. Außerdem: Warum verschlimmbessern? Die 
Genauigkeit dieser Maschine ist sehr stark von der Einstellung der 
Zangen abhängig. Die Kunststoffteile sind nicht so präzise, wie ich mir 
das vorstelle. Da ist noch deutlich Verbesserungsbedarf.

Aber vielleicht hast Du eine Idee, ob die Zangen direkt an Masse 
angebunden sein dürfen.

Gruß,
Thomas
OP #1690384
Lesenswert?

@ Travel Rec.:

Habe ja auch nicht gesagt, dass ich keinen Kunststoff verwenden will, 
den werde ich zur Isolation schon benötigen. Ich bin nur nicht sicher, 
ob die Zangen wirklich hochohmig angebunden werden sollen. Da ich gehört 
habe, dass Siemens die Zangen auch aus Metall hat, meine Bekannten aber 
nicht wussten, ob diese dann direkt an Masse hängen oder nicht, wollte 
ich einmal im Forum fragen.

Metall möchte ich auf jeden Fall an den Stellen verwenden, an denen der 
Kunststoff aufgrund der recht dünnwandigen Konstruktion mit Rissen 
Probleme macht. An wenig belasteten Stellen kann ich problemlos, aber 
natürlich mit höherem Aufwand, Kunststoff zur Isolation einsetzen.

Gruß,
Thomas
(Firma: TravelRec.) Persönliche Seite #1690864
Lesenswert?

Ich denke nicht, daß Du da irgendwas isolieren mußt, da die ganze 
Maschine auf Masse liegt und somit auch die Pipette, die es auch als 
Ganzmetallausführung mit federndem Kopfstück gibt. Ich denke eher, daß 
die Zangen aus Kunststoff sind, weil sie dadurch unempfindlich gegen 
Temperaturschwankungen werden und etwas Elastizität mitbringen. Wenn Du 
einen ähnlichen, metallischen Werstoff findest, nimm halt den.
OP #1690881
Lesenswert?

@ Travel Rec.:

Woher weißt Du, dass es die Zange auch als "Ganzmetallausführung mit 
federndem Kopfstück gibt"? Ich kenne für diesen Automaten nur die 
Version, die im Aufbau so wie im Bild ist. Meines Wissens gab es im 
Laufe der Zeit nur einige Abweichungen in der Form, nicht aber 
grundsätzliche Material- und Maßänderungen.

Gruß,
Thomas
OP #1691048
Lesenswert?

Schau mal auf dem Bild gerade durch in der Mitte. Da ist zu sehen, dass 
oberhalb der Metallplättchen ein Plexiglas-Träger nach oben führt. Diese 
Plaxiglas-Träger (Zangen) haben ein Lager (eine Kugelführung). Diese 
Lager sind in den Plexiglas-Träger eingepresst. Hier reißt rechts und 
links das Plexiglas und unten, wo die Metallplättchen angeschraubt sind, 
reißt es auch.

Die Isolation erfolgt hier wirklich über die Plexiglas-Halter, der Rest 
liegt definitiv auf Masse.
(Firma: TravelRec.) Persönliche Seite #1691372
Lesenswert?

Thomas Hansen schrieb:
> Woher weißt Du, dass es die Zange auch als "Ganzmetallausführung mit
> federndem Kopfstück gibt"?

Travel Rec. schrieb:
> da die ganze
> Maschine auf Masse liegt und somit auch die Pipette, die es auch als
> Ganzmetallausführung mit federndem Kopfstück gibt.

Bitte genau lesen. Ich schrieb von der Pipette. Die Zangen als 
elektrisch isoliert zu betrachten, halte ich für nicht sinnhaft, da der 
ganze Kopf metallisch und mit Maschinenmasse verbunden ist, von ein paar 
Einzelzeilen mal abgesehen. Ich bin der Auffassung, daß die mechanischen 
Eigenschaften des Kunststoffes zu dessen Einsatz geführt haben, nicht 
die elektrischen.
OP #1691828
Lesenswert?

Travel Rec. schrieb:

Sorry, da hatte ich mich verlesen. Beachte jedoch, dass die Pipette 
eigentlich nur bei "unkritischeren Bauteilen" (0603,..1206 / 
Kondensatoren, Widerstände, etc.) Kontakt zu den Anschlüssen bekommt. 
Bei SOT23, SO8,... berührt sie eigentlich nur das Kunststoffgehäuse.

Deinen Tipp bzgl. der speziellen Materialeigenschaften des Kunststoffs 
werde ich noch einmal beleuchten. Danke für den Hinweis.
(Firma: TravelRec.) Persönliche Seite #1692240
Lesenswert?

Thomas Hansen schrieb:
> Beachte jedoch, dass die Pipette
> eigentlich nur bei "unkritischeren Bauteilen" (0603,..1206 /
> Kondensatoren, Widerstände, etc.) Kontakt zu den Anschlüssen bekommt.

Naja - wenn das so wäre, dürfte es keine LEDs in 0603...1206 geben, 
besonders bei beidseitg lötbaren Varianten. Ich denke, Du machst Dir 
einfach zu viele Gedanken ;-).

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren