Moin!
Ich entwickle zur Zeit mein eigenes Hausbussystem. Dazu hab ich zunächst
kleine Module mit einem Relais entwickelt, die in eine Unterputzdose
rein passen. Damit lässt sich schonmal das Deckenlicht schalten.
Nun stehe ich von der Frage, wie ich am besten Verbraucher, die einen
Stecker haben, in das System integriere. Am liebsten wären mir
Schaltbare Steckdosenleisten. Aber die kaufbaren Leisten, lassen sich
kaum vernünftig umrüsten. Das ganze soll auch einen gewissen WAF haben,
also keine Schuhkarton große Kiste, die mit normalen Steckdosen versehen
wird.
Was hab ihr für Ideen, wie sich die Schaltmodule unterbringen lassen,
und wie die Verbraucher mit schaltbaren Steckdosen versorgt werden
könnten?
... ... schrieb:> tiefe Schalterdose + Modul unten rein + normale Steckdoes obern drauf => schaltbare Steckdose
Ja, dann hat man allerdings nur eine einzige. Das ist dann blöd, wenn
man über Steckerleisten mehrere Geräte anschließen möchte.
Wenn du eh schon bei einer Funklösung bist, dann nimm doch einfach ein
Funksteckdosen-Set. Drei solcher Steckdosen mit einer Fernbedienung
kosten 9,95€ bei Pollin.
es wird nicht viel mehr möglichkeiten geben, als eine steckerleiste zu
suchen in die die ganze elektronik reinpasst (also das funkmodul und die
relais..)
Vorschlag: nimm ne Dosenleiste und fräs eine oder zwei Schuko Einsätze
raus. Dann hast du schonmal etwas Platz. Die Stellen machst du dann mit
Verbundwerkstoff dicht, lackierst und dann sollte es mit etwas
handwerklichem Geschick auch ziemlich schick werden.
Das Problem beim Umbau einer Steckdosenleiste ist, dass alle, die ich
bisher geöffnet habe, für alle Steckplätze eine durchgehende
Metallschiene haben. So, dass das anschließen mehrerer Relais nicht
möglich ist. Und das auftrennen der Schiene im mehrere Stücke ist auch
nicht möglich, da die Halterungen der Schiene zu weit auseinander
liegen, so dass die Teilstücke nicht mehr an ihrem Platz halten.
Ralf Greinert schrieb:> Steckdosenleiste müssen aber 2polig geschaltet werden, weil eine> schaltbare Phase nicht sicher vorhanden ist.
Das macht natürlich Sinn. Auf der anderen Seite trennen die ganzen
Funksteckdosen, Zeitschaltuhren, etc. auch nur einpolig.
Mir ist da gerade noch eine ganz andere Idee gekommen. Ich könnte ein
kleines Gehäuse nehmen und da Kaltgerätebuchsen einbauen. Die sind
platzsparend und günstig zu bekommen.
Zum Beispiel "S KE4B" vom Reichelt. Zum Anschluss der Verbraucher kann
ich dann wahlweise Adapterkabel verwenden, oder direkt den
Schuko-Stecker gegen einen Kaltgerätestecker austauschen. Gibt es
Einwände gegen diese Lösung?
Bau dir doch die Steckdosenleiste selbst. Ich habe hier von 1995 noch
eine Leiste liegen, bei der wirklich einzelne Steckdosen eingebaut sind.
Das ist nicht viel mehr als ein Kunststoffprofil mit Ausfräsungen, den
Dosen und eben dem Anschlusskabel.
Da drin wäre genügend Platz für deine Relais, außerdem ist jede Dose
über Kabelbrücken angeschlossen.
Dabei ist die Leiste nur wenig größer wie z.B. eine "Premium Line" vom
feurigen Stuhl. (Nebenbei bemerkt schöne Bauernfängerei - die
eigentliche Steckdosenleiste ist kaum größer wie die Dosen selbst und
wird je nach Preisklasse offenbar in ein kleines oder großes
Kunstoffgehäuse eingeschoben - oder als High-End Version in ein
Aluprofil)
Bitte vergiss bei deinem Projekt nicht die spätere
Erweiterbarkeit/Zuverlässigkeit. Ein Bussystem sollte wie eine normale
Installation >20 Jahre "überleben" - ob das mit Reichelt-Teilen machbar
ist?!
Außerdem würde ich an deiner Stelle Triacs verwenden. Die kleinen
Print-Relais sind nicht wirklich belastbar, was du bei Schaltnetzteilen
an der Dose schnell bemerken wirst.
Besucher? schrieb:> Bau dir doch die Steckdosenleiste selbst
Auch die Idee verfolge ich im Moment weiter. Allerdings wäre mir eine
Leiste mit normalen Unterputzsteckdosen zu groß. Aber es gibt ja auch
kleine Schukomodule, aus denen wohl die von dir erwähnten
Steckdosenleisten aufgebaut werden. Allerdings habe ich noch keine
Bezugsquelle dafür gefunden. Hat jemand nen Tipp für mich?
Klaus schrieb:> Mir ist da gerade noch eine ganz andere Idee gekommen. Ich könnte ein> kleines Gehäuse nehmen und da Kaltgerätebuchsen einbauen
Der Ansatz ist bis jetzt der Beste (meiner Meinung nach). Also einfach
ein Gerät, was du wie die Funksteckdosen zwischen Steckerleiste und
Gerät steckst. Da hast dann auch den Vorteil, dass du die Dinger schön
im Raum Verteilen kannst und nicht wegen jedem Gerät eine ganze
Steckerleiste neu bauen musst.
Hallo Klaus,
ich bin gerade an demselben Thema dran (Heimautomatisierung über RFM12),
bastle aber derzeit noch am Protokoll. Hast Du vor, Dein Projekt zu
veröffentlichen? Eventuell könnte man sich ja zu dem Thema austauschen.
Wenn meine Steuerung einigermaßen lauffähig ist, werde ich sie irgendwo
publizieren. Bei den anderen Projekten, die ich zu diesem Thema bisher
gefunden habe, störte mich vor allem die nicht vorhandene
Verschlüsselung.
Bezüglich der schaltbaren Steckdosen ist mein derzeitiger Plan, wie
weiter oben bereits vorgeschlagen, die billigen Funksteckdosen ausm
Baumarkt zu verwenden. Wenn ich schon jeden Verbraucher einzeln schalten
/ überwachen möchte (z.B. Stromverbrauch), kann ich auch für jede
Steckdose ein einzelnes Gehäuse verwenden..
Die Elektronik und die Klapperrelais werden entfernt und durch eigene
Komponenten ersetzt (eventuell SSR, mal schauen). So hat man recht
günstig ein schönes Gehäuse, das auch nicht so extrem nach Selbstbau
aussieht..
Ich hatte mich auch mal nach Leergehäusen umgeschaut, aber da kostet
eins locker mal mehr als ein Dreierset dieser Baumarktfunksteckdosen...
Falls es der Platz zulässt, hatte ich auch diese einfachen
Überspannungsschutzstecker vorgesehen, die sind deutlich kleiner als die
Funksteckdosen und ähnlich günstig (ca. 5 Euro pro Stück).
Gruß, Martin
Martin S. schrieb:> ich bin gerade an demselben Thema dran (Heimautomatisierung über RFM12),> bastle aber derzeit noch am Protokoll. Hast Du vor, Dein Projekt zu> veröffentlichen? Eventuell könnte man sich ja zu dem Thema austauschen.> Wenn meine Steuerung einigermaßen lauffähig ist, werde ich sie irgendwo> publizieren.
Bisher ist nicht geplant das ganze zu veröffentlichen. Einfach aus dem
Grunde, weil ich dazu nicht genügend Zeit habe. Ich bin froh, wenn ich
genug Zeit finde, um die Entwicklung vor ran zu bringen. Aber wenn du
Fragen hast, können wir uns gerne darüber austauschen!
Martin S. schrieb:> Bei den anderen Projekten, die ich zu diesem Thema bisher> gefunden habe, störte mich vor allem die nicht vorhandene> Verschlüsselung.
Wozu brauchst du denn eine Verschlüsselung?
Martin S. schrieb:> Bezüglich der schaltbaren Steckdosen ist mein derzeitiger Plan, wie> weiter oben bereits vorgeschlagen, die billigen Funksteckdosen ausm> Baumarkt zu verwenden. Wenn ich schon jeden Verbraucher einzeln schalten> / überwachen möchte (z.B. Stromverbrauch), kann ich auch für jede> Steckdose ein einzelnes Gehäuse verwenden..> Die Elektronik und die Klapperrelais werden entfernt und durch eigene> Komponenten ersetzt (eventuell SSR, mal schauen). So hat man recht> günstig ein schönes Gehäuse, das auch nicht so extrem nach Selbstbau> aussieht..> Ich hatte mich auch mal nach Leergehäusen umgeschaut, aber da kostet> eins locker mal mehr als ein Dreierset dieser Baumarktfunksteckdosen...> Falls es der Platz zulässt, hatte ich auch diese einfachen> Überspannungsschutzstecker vorgesehen, die sind deutlich kleiner als die> Funksteckdosen und ähnlich günstig (ca. 5 Euro pro Stück).
Also mein Plan wäre (idealerweise) folgender: 3 verschiedene
Unterbringungsarten für die Schaltmodule:
1) Die Unterputzvariante. Nen kleines Modul ohne Gehäuse, das in den
Dosen verschwinden kann.
2) Die Variante mit Gehäuse für einen einzelnen Verbraucher: Ein Gehäuse
wie z. B. von den Funksteckdosen, oder ein einfaches Gehäuse, welches
direkt in die Zuleitung gesetzt wird.
Ein interessantes Gehäuse dafür ist übrigens auch "SSD 1 WS" von
Reichelt. Muss man sich mal genauer anschauen, ob der Platz ausreicht.
3) Die Variante für mehrere Verbraucher. Manchmal hat man in der Wohnung
Ecken, wo viele Geräte rumstehen, die an Mehrfachsteckern angeschlossen
sind. Für jedes ein Modul mit einzelnem Gehäuse wäre unnötig aufwändig,
teuer und verbraucht zu viel Platz. Deswegen soll es noch ein Modul
geben, wo man z. B. 6 Verbraucher anschließen kann.
Und für diese letzte Variante suche ich noch Möglichkeiten, das zu
realisieren.
Weiß jemand, wo man solche Schuko-Dosen-Module (siehe Anhang) bekommt,
die gerade so groß sind wie nötig?
Klaus schrieb:> Bisher ist nicht geplant das ganze zu veröffentlichen. Einfach aus dem> Grunde, weil ich dazu nicht genügend Zeit habe. Ich bin froh, wenn ich> genug Zeit finde, um die Entwicklung vor ran zu bringen. Aber wenn du> Fragen hast, können wir uns gerne darüber austauschen!
Das klingt doch schonmal gut, Fragen gibt es sicher immer mal wieder ;-)
>> Wozu brauchst du denn eine Verschlüsselung?
Naja, zumindest möchte ich Replay - Attacken erschweren. Mittelfristig
plane ich möglichst alles im Haushalt über dieses Funksystem zu steuern
- sofern sinnvoll und WAF hoch genug ;) Wenn ich mir dann vorstelle,
dass jemand den Datenverkehr mitschneidet und diesen Mitschnitt
irgendwann munter drauflossendet, kann das doch unangenehm werden - je
nachdem, was für Verbraucher dann so ein- und ausgeschaltet oder
Regelkreise beeinflusst werden..
Daher füge ich in das Paket Datum und Uhrzeit mit ein und verschlüssele
es mit AES 128 Bit. Wenn jemand ein Paket aufzeichnet und später wieder
absendet, wird es von meinen Teilnehmern verworfen, weil der Timestamp
zu weit in der Vergangenheit liegt.
Den 128 Bit - Schlüssel kann man sicher auch mit etwas Aufwand und
Können knacken, aber zumindest habe ich ein besseres Gefühl mit diesem
als ohne :)
> Weiß jemand, wo man solche Schuko-Dosen-Module (siehe Anhang) bekommt,> die gerade so groß sind wie nötig?
Ich kenne die aus Ausbildungszeiten noch als Einbausteckdosen, wenn Du
z.B. bei preisroboter.de nach "einbau-schuko-steckdose" suchst, findest
Du einige davon.
Wo ich darüber nachdenke, hast Du natürlich Recht, eine schaltbare
Mehrfachsteckdose bietet manchmal einen erheblichen Platzvorteil.. Gute
Idee :)
Martin S. schrieb:> Daher füge ich in das Paket Datum und Uhrzeit mit ein und verschlüssele> es mit AES 128 Bit.
Dann braucht aber jedes Modul eine Uhr. Ich würd so spontan von einem
Master einen stündlichen/minütlichen Hash generieren lassen, den alle
Module gesendet bekommen und diesen in eine Prüfsumme mit einfließen
lassen.
Heinz schrieb:> Wie macht ihr denn die Stromversorgung bei euren kleinen Platinen> (230VAC -> 5VDC) ?
Die kleinen Module haben ein einfaches Kondensatornetzteil.
Martin S. schrieb:> Naja, zumindest möchte ich Replay - Attacken erschweren.
Gegen Replayattacken (und hauptsächlich um Neuübertragung eines Pakets
von neuen Nachrichten gleichen Inhalts zu unterscheiden) habe ich eine
Sequenznummer in meinem Protokoll. Nur mit der richtigen Sequenznummer
kann ein gültiges Paket versendet werden.
Chris schrieb:> Dann braucht aber jedes Modul eine Uhr. Ich würd so spontan von einem> Master einen stündlichen/minütlichen Hash generieren lassen, den alle> Module gesendet bekommen und diesen in eine Prüfsumme mit einfließen> lassen.
Eine Uhr ist ohnehin für jedes Modul vorgesehen, ohne zus. Hardware in
Software implementiert,für Logging - Funktionen. Einmal am Tag werden
alle Clients vom Master synchronisiert.
Ein Hash waere auch eine Alternative, aber den müsste man eben haeufig
erneuern und broadcasten..Die Uhrzeit erscheint mir zuverlaessiger und
die muss nur einmal am Tag gesendet werden.
Heinz schrieb:> Wie macht ihr denn die Stromversorgung bei euren kleinen Platinen> (230VAC -> 5VDC) ?
Tja, da habe ich mich noch nicht entschieden - ein Kondensatornetzteil
ist natürlich effizient, einfach und billig - nur habe ich da
Sicherheitsbedenken, weil die galvanische Trennung fehlt..
Batterieversorgung wie in einigen kommerziellen Lösungen halte ich
allerdings für viel zu umständlich. Aber mit dem Thema beschäftige ich
mich wohl erst in ein paar Monaten, wenn die anderen Komponenten soweit
fertig sind.
Klaus schrieb:> Gegen Replayattacken (und hauptsächlich um Neuübertragung eines Pakets> von neuen Nachrichten gleichen Inhalts zu unterscheiden) habe ich eine> Sequenznummer in meinem Protokoll. Nur mit der richtigen Sequenznummer> kann ein gültiges Paket versendet werden.
Wie berechnest Du denn die Sequenznummer? Eine fortlaufende Nummer
könnte man ja ganz einfach durchschauen und damit dann auch Pakete
fälschen. Man könnte natürlich die Sequenznummer verschlüsseln, das
würde gegenüber meiner Methode ein paar Bytes pro Datenpaket einsparen.
Aber dann müsste entweder sichergestellt werden, dass jeder Teilnehmer
auch wirklich jedes Datenpaket erhält, damit er weiß, was die nächste
gültige Sequenznummer ist, oder man arbeitet mit einem rolling Code und
entsprechendem Gültigkeitsfenster.