Phasenschieber für 9GHz

Gast #2133437
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nicolas schrieb:
> ich würde gerne die Phase von einem 9GHz-Signal schieben. Gibt es für
> solche Frequenzen noch Komponenten?

Hi, nicolas,

Ja gibt es. Unter anderem fester Bestandteil in Phased Array Radar.
Für kleine Leistungen gibt es Phase Shifter, die aus einem Koppler 
bestehen und aus zwei Varaktoren, eine Art Kapazitätsdioden.
Für hohe Leistungen packt man auch Ferrite in Hohlleiter und steuert 
diese mit einem magnetischen Gleichfeld.

Suchworte: Phase Shifter Microwave.

Ciao
Wolfgang Horn
Gast #2133678
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Hallo an Alle,

erstmal Vielen Dank für die Vielen Guten Beiträge, ich bin immer wieder 
begeistert wieviele gute Antworten man hier in kurzer Zeit bekommt!

Die mechanischen Sachen sind ganz interessant, aber es geht darum die 
Phase auf einer µs-Zeitskala zu schieben. "Gehäuse biegen" fällt also 
aus ;)  Die Sache mit der PIN-Diode hört sich auch ganz gut an, aber ich 
hatte schon befürchtet, dass man soetwas nicht/schwer so kaufen kann.

@Wolfgang Horn:

Kann man die denn kaufen? Mini circuits beispielsweise scheint ja bei 
niedrigeren Frequenzen aufzuhören.

Alternativ würde am ehesten ein Mischen mit einem Funktionsgenerator in 
Frage kommen, dessen Phase sich schieben lässt.

Viele Grüße

nicolas
Gast #2133707
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> Für hohe Leistungen packt man auch Ferrite in Hohlleiter und steuert
> diese mit einem magnetischen Gleichfeld.

> Suchworte: Phase Shifter Microwave.

Nur aus Interesse, weil ich es mich vor ein paar Wochen gefragt habe: 
Bei miltärischen Phased Array Radar, wechselt ja die Sendefrequenz bei 
jedem Impuls (also im µS-Bereich).
Sind solche elektronischen Phasenschieber so schnell, oder wie 
funktioniert das?

Gruß,
Nils
Gast #2138062
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mechanisch:
gängiger Lieferant: Arra,   http://www.arra.com/coaxial/phase/index.htm


elektronisch:
GaAs-Fet-Schalter sind mittlerweile als Sende/Empfangs-Umschalter weit
verbreitet. Mit ein paar von diesen Dingern und Umwegleitungen auf der
Platine hat man da schnell einen digital umschaltbaren Phasenschieber.
(gibt's auch fertig)

@Nils: Im Radarempfänger wird vor dem Digitalisieren auf eine
niedrigere Frequenz runtergemischt, die leichter zu handhaben ist.
Die Phasenbeziehung der parallelen Kanäle bleibt dabei gleich.
Wenn die Signale erst mal digitalisiert sind hat man leichtes Spiel.

Gruß, Gerhard
Gast #2138942
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@Gerhard:
danke für die Erklärung.

Nur noch mal zum Nachvollziehen, ob ich das richtig verstehe.
Du hast meinetwegen eine Radaranlage per Phase-Array im Bereich 2-2,5 
Ghz.
Das Antennen-Array ist beispielsweise auf die Mitte, also hier 2,25 Ghz 
abgestimmt.
Beim Senden geht es Rundum.
Die korrekte Winkel-Auflösung passiert dann beim Empfang (nach 
'Runtermischen') durch Berücksichtigung von Korrekturfaktoren in einer 
digitalen Signalverarbeitung.

Richtig verstanden?
Gruß,
Nils
Gast #2140812
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Hallo,

um Dir weiter zu helfen bräuchte ich noch ein paar weitere Angaben. 
Willst Du die Phase ändern oder die Verzögerungszeit? Bei einer 
einzelnen Frequenz ist das äquvivalent - bei mehreren nicht mehr.
Willst Du die Phase/Zeit kontinuierliche ändern oder reichen 
Abstufungen? Wie weit muss die Phase/Zeit änderbar sein? Reichen ein 
paar Grad oder müssen es 360° sein?
Willst Du gleichzeitig noch die Amplitude ändern können? Wie hoch dürfen 
die Verluste sein? Sind 10-15dB noch tragbar?
Achja - am Ende noch - wie groß ist der Frequenzbereich in dem der 
Phasenschieber arbeiten soll?
Alternativ zur Beantwortung der o.g. Fragen kannst Du uns auch die 
Anwendung verraten.

Viele Grüße,
 Martin Laabs
Gast #2151406
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Hallo an Alle,

also ich benutze jetzt eine ~9,1GHz-Quelle und einen Funktionsgenerator 
mit 50MHz. Die beiden werden dann gemischt (Mischer von mini circuits) 
und verstärkt. Das Signal vom 50MHz-Funktionsgenerator lässt sich 
(digital) in der Phase schieben, so dass nach meinem Verständnis auch 
das 9,1 GHz + 50MHz Ausgangssignal nach dem Mischer um den gleichen 
Betrag phasengeschoben wird. Beide Generatoren sind auf eine 
hinreichende gute 10MHz-Quelle gelockt, so dass die Phase auch stabil 
sein sollte. Das funktioniert auch soweit, nur dass es so aussieht, als 
ob die Phase hinter dem Mischer 5x schneller geschoben wird, als die des 
50MHz-Signals. Das versteh ich gerade nicht.

Der Mischer sollte doch wohl die Phase nicht ändern?

Zu den Fragen oben:

Wir machen hier Spektroskopie an optisch gefangenen, kalten Atomen.
Die Phase sollte um 2pi verstellbar sein. Die Verluste sollten so sein, 
dass ich die danach wieder mit einem Verstärker rausbekomme ;) Der 
Frequenzbereich sollte schon so um die 100MHz sein. Die Amplitude soll 
noch schnell an- und ausschaltbar sein, das mache ich jetzt mit 
zusätzlicher Pulsmodulation der 9GHz-Quelle.

Meine Frage war, ob es da noch "diskrete" Elemente gibt. Der Tip von 
Phasenschubser kommt dem noch am nächsten. Aber die obige Lösung war 
jetzt erstmal schneller.

Vielen Dank für die Vielen interessanten Beiträge hier!

vg

nicolas

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