charly schrieb:
> Es geht erstens darum dass ich ISA und PCI Steckplätze brauch und
Das bieten auch andere antiquarische Sockel-370-Boards.
> zweitens ist die Anwendung vom Hersteller auf diesem Board freigegeben,
> da kann ich unmöglich ein anderes Board nehmen.
Was bietet denn der Hersteller als Problemlösung an?
Wenn denn tatsächlich irgendeine spezifische Hardwareabhängigkeit
vorhandensein sollte, die über die Nutzung des ISA-Busses hinausgeht,
dann dürfte sie sich darin erschöpfen, daß der i440BX verwendet wird -
und den hatten auch ziemlich viele andere Boards für Slot1 und Sockel
370.
Wenn die Nutzer dieser antiquarischen Steuerung nicht dafür gesorgt
haben, entsprechende Ersatzteile vorrätig zu halten, dann ist es
schlichtweg ihr selbstverschuldetes Pech.
> Habe mir schon gedacht das vielleicht die ELKOs ausgetrocknet sind. Wäre
> es sinnvoll diese mal zu tauschen oder ist es föllig hirnrissig???
Das ist ganz und gar nicht hirnrissig, sondern mit ziemlich hoher
Wahrscheinlichkeit die eigentliche Fehlerursache. Die Elkos sind hier
allerdings sogenannte Low-ESR-Elkos, d.h. mit geringem Innenwiderstand.
So etwa seit Ende der 90er Jahre gab es das Phänomen der
"Kondensator-Pest", dabei wurde für die Herstellung dieser Kondensatoren
ein minderwertiges Elektrolyt verwendet, das für ein vorzeitiges Ableben
sorgte. Das ist in der Regel deutlich erkennbar; die Kondensatoren sind
aufgebläht und oft auch ausgelaufen (braune Verkrustungen am
Kondensatorbecher oder sogar auf der Platine).
Sieh Dir also mal ein defektes Board genau an.
Beim Tausch der Kondensatoren ist darauf zu achten, daß unbedingt wieder
Low-ESR-Kondensatoren verwendet werden, daß der Temperaturbereich der
neuen Kondensatoren besser über dem der alten liegt (also 105°C-Typen
anstelle von 85°C-Typen verwenden) und daß sowohl Spannungsfestigkeit
als auch Kapazität der neuen auf gar keinen Fall unter den Werten der
alten liegen.
Der Tausch allerdings ist nicht einfach und erfordert einiges an
Löterfahrung und ernstgemeintes Lötwerkzeug. Unter einem
temperaturgeregelten 50-Watt-Lötkolben ist da überhaupt nichts zu
erreichen, besser ist mehr Leistung, wie sie professionelle Lötstationen
bieten.
Der Grund dafür ist die sehr hohe thermische Last der in der
Multilayerplatine enthaltenen und mit den Kondensatoren verbundenen
Versorgungsspannungslayer, die sehr viel Wärme "abziehen". Werden die
Lötstellen nicht ausreichend mit "Wärmenachschub" versorgt, und die
Kondensatoren mit Gewalt entfernt, ist eine Beschädigung der
Durchkontaktierung des Platinenmaterials recht sicher - und das ist
irreparabel.
Wenn Du Dir unsicher bist: Überlass die Lötarbeiten jemandem, der es
wirklich kann.