Michael Lieter schrieb:
> dem AG zu ermöglichen,
> beurteilen zu können ob er einen funktionierenden Arbeitnehmer anstellt
> oder im Anderen Fall, eine Problempersönlichkeit.
DAS trifft allerdings NICHT bei Absolventen, die noch keine
Berufspraxis oder Arbeitszeugnisse haben, zu. Somit würde ich
dieses Argument eher als vorgeschoben einstufen.
Eher dient der Lebenslauf dazu den unternehmerischen Machtstatus
zu erhalten, Mitbestimmung und Individualität erst gar nicht
aufkommen zu lassen, oder besser gleich im Keim zu ersticken, oder
einfacher ausgedrückt, seinen Chef und seine Interessen zu
vergöttlichen, damit er bequem leichtes Spiel für seine Machenschaffen
hat, damit sich seine Majestät an der eigenen Selbstbeweihräucherung
laben kann.
Persönlichkeiten mit eigenen Verstand und freiem Willen sind dann
zu unbequem und nach Möglichkeit zu meiden.
Fast könnte man schon sagen, der Arbeitnehmer sucht sich nicht seinen
Job und Existenzgrundlage selbst, sondern er wird in der Wirtschaft
je nach Bedarf herum- bzw. weitergereicht, handverlesen, versteht sich.
Irgendwie erinnert mich das im Personalbereich schon fast an eine
Form der sozialistische Planwirtschaft.
-Big Brother are Watching you-
Bestes Beispiel ist der einseitige Informationsaustausch im
Bewerbungsverfahren. Wie Unternehmer mit dem Faktor Personal umgehen
kann man z.Zt. bei dem Tarifkonflikt mit der Lokomotivführergewerkschaft
anschaulich sehen - Null Gesprächsbereitschaft - und das ist keine
Ausnahme. Unannehmlichkeiten die die Kunden ertragen müssen, werden
auch ignoriert.
Man könnte das Unternehmertum noch weiter und ausführlicher diskutieren,
aber ändern würde sich nichts, nicht mal wenn der Fachkräftemangel noch
akuter wird als er im Moment propagiert wird.
Eigentlich wäre mal eine Revolution nötig, nur wer wirft den ersten
Stein?