Platine lässt sich nicht mehr ätzen

OP #2184411
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Hallo,
ich habe vor einer Woche angefangen, selber Platinen zu ätzen. Bei den 
ersten Versuchen kranke es immer an der Belichtungszeit. Beim Entwickeln 
löste sich der Photolack auch an den nicht belichteten Stellen ab. 
Allerdings erst später als der Rest. Das ätzen ging aber problemlos mit 
Fe|||Cl und selbst gebastetltem Schaumätzgerät, nur die Fehler vom 
Belichten sind natütlich geblieben. Jetzt eine Woche später habe ich 
meines erachtens nach die Belichtungszeit besser im Griff. Ich benutze 
einen Gesichtsbräuner und einen Holzrahmen mit Glasscheibe, welcher 20cm 
vor dem Bräuner steht. Beim Entwickeln färben sich die nicht belichteten 
Stellen jetzt heller als vor einer Woche. Allerdings lösen sich die 
dunklen Bereiche nicht mehr ab. Beim Ätzen passiert jetzt jedoch 
garnichts mehr. Das Kupfer wird nur matt wird aber nicht weggeätzt. Auch 
ein neues Bad ändert nichts am Ergebnis. Kann es vielleicht daran 
liegen, dass ich die Platinen auf dem Tisch habe liegen lassen und da 
die Sonne drauf geschienen hat? Oder gibt es noch andere mögliche 
Fehlerquellen?
Ich hänge mal zwei Bilder an, von heute und von letzter Woche.

Gruß Jannis
Angehängte Dateien:
Gast #2184455
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Wie blickdicht ist denn die Vorlage gewesen? Bei Bild2 würde ich zuerst 
an mangelnder Schwärze ansetzen.

Was für einen Entwickler nimmst du? Bei mir (Natriumhydroxid, NaOH) 
steht auf der Packung 10g/l. Da kommt mir deine Konzentration etwas 
viel vor. Du meinst wohl eher das Ätzmittel, also Fe3Cl.

Ergebnisse wie in Bild 1&3 hatte ich bei ungenügender Entwicklung. Bei 
angegebener Dosierung hab ich (ebenfalls mit einem Gesichtsbräuner und 
3cm Abstand, ohne Aufheizen der Röhren) 90sec belichtet und danach 90sec 
entwickelt, bis sich im Entwicklerbad keine Wölkchen mehr von der 
Platine lösen. Die Platine muss natürlich im Entwicklerbad etwas in 
Bewegung bleiben, damit frisch Lösung an den Lack kann.

Dann sollte beim Ätzen eigentlich nichts mehr schief gehen können.
OP #2184462
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Das Layout ist doppelt auf Transparentfolie gedruckt und mit 
Sekundenkleber an den Ecken zusammengehalten.
Die Angegebende Konzentration bezog sich natürlich auf das FeCl. Beim 
Beim NaOH nehme ich 10g pro Liter. Grundsätzlich habe ich mich daran 
orientiert:http://www.analog-synth.de/selberaetzen/selberaetzen.htm
Das Verrückte ist das es letze Woche noch funktioniert hat. Wie lange 
hält sich eigentlich Natronlauge?
Gruß Jannis
Gast #2184534
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> Das Kupfer wird nur matt wird aber nicht weggeätzt. Auch
> ein neues Bad ändert nichts am Ergebnis.

Und wenn es weggeätzt werden würde, kann ich schon jetzt
erkennen, daß es keinen Deut besser wird als vor 1 Woche.

> Kann es vielleicht daran
> liegen, dass ich die Platinen auf dem Tisch habe liegen lassen und da
> die Sonne drauf geschienen hat?

Ach...

> Beim Entwickeln färben sich die nicht belichteten
> Stellen jetzt heller als vor einer Woche

Es ist KEIN Erkennungszeichen wenn sich der Photolack verfärbt.

NUR der Ätztest erlaubt dir, nach dem Entwicklen festzustellen,
ob die Photoschicht runter ist, das nicht-abgedeckte muß sich
nach wenigen Sekunden (nie mehr als 30 Sekunden, eigentlich
reichen 10, 1 Minute wäre zu viel) so verfärben wie auf deinem Bild.

Natürlich wurde deine Platine im Sonnenlicht belichtet.

Das Ätzbad ist sicher in Ordnung.

Also:

Ein paar Platinenschnipsel.

Eine Belichtungsreihe, 15, 30 Skunden, 1, 2, 4, 8, 16, 30
Minuten belichten, jedes Stück GENAU 1 Minute in GENAU 20 GradC
warmen Entwickler der heute EXAKT aus 10g/l angesetzt wurde,
dann abspülen und zum Ätztest in EisenIIIchlorid legen.
Die Platine, die am Besten wird, ist dein Ergebnis.

Natürlich neue Platinen die noch nicht in der Sonne lagen.
Gast #2184691
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das Problem hatte ich bei Reichelt auch mal mit den Bungard Platinen. 3 
Bestellungen später und immer noch dem selben Ergebniss habe ich bei 
Reichelt angerufen und das Problem geschildert. Nach 3 Tagen bekam ich 
alle Platinen durch Neue ersetzt, und dann lief alles.


MFG

blutengel
Gast #2184713
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Jannis C. schrieb:
> Ich habe beide Chemikalien in einer Glasflasche gelagert und nach
> gebrauch sofort wieder abgefüllt. Ich habe so ungefähr 300g auf einem
> 0,5 Liter gegeben, damit hat es auch schon funktioniert, wie man in Bild
> zwei sieht.
> Gruß Jannis

Den Entwickler musst du jedes mal neu ansetzten!!!
Gast #2184714
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Urgs. Das Bild in der Mitte soll ein "erfolgreiches" Ätzen gewesen sein?

Ich versteh diesen andauernden Drang nach der eigenen Platine nicht. Es 
ist ja ganz nett, wenn man es mal versucht hat (hab ja selber auch 
rumgepantscht, gebohrt und geflucht)... Aber nach ein paar Versuchen 
sollte man doch auch als Bastler ohne Stundenabrechnung zu folgenden 
Erkenntnissen kommen:

a) Es ist zuviel Arbeit, wenn man hauptsächlich bedrahtete Bauelemente 
nutzt. Handbohren ist Mist.

b) Es ist zuviel Arbeit, wenn es hauptsächlich Digitaltechnik und wenig 
analoge 2/3-Beiner sind.

c) Es ist zuviel Arbeit, wenn man nur ein oder zwei Platinen braucht.

d) Es ist zuviel Arbeit, wenn man nur alle paar Monate eine Platine 
braucht. Der ganze Chemiedreck samt Platinen altert unvorhersehbar.

e) Es ist zu unzuverlässig, wenn man semi-professionelle Platinen (SMD, 
<0.2mm Trace, <0.7mm Pitch) (nach)machen will.

f) Es ist zuviel Arbeit, wenn man doppelseitige Platinen braucht.

g) Es ist zuviel Arbeit, wenn man das Layout nicht an die 
Bastelpantscherei anpasst. Die Footprints aus den Libs sind für 
professionelle Herstellung. Bild 2 ist ein Musterbeispiel dafür, 99% 
aller Leiterbahnen könnten dreimal so breit sein.

Die Fädeltechnik/Verowire ist erfunden. Allein die Fixes für Bild 2 
dürften länger dauern, als das Platinchen from-scratch zu fädeln. Wenn 
man dann noch Layout, Ätzen und Bohren rechnet, habe ich in der Zeit das 
Ding schon zehnmal gefädelt.
#2184786
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... schrieb:
> Smarti schrieb:
>> Den Entwickler musst du jedes mal neu ansetzten!!!
>
> Quatsch!
>
> Der Entwickler hält sich in einem verschlossenen Behälter Monate lang.

Also ich kann Smarti nur zustimmen.
Ich hatte darmls exatkt das gleiche Problem. Ich wollte eigentlich alles 
in die Ecke Schmeissen und aufhören, bis mein Onkel meinte, dass ich mal 
den Entwickler neu ansetzen soll (wurde immer verschlossen gelagert).
Naja, Entwickler neu angesetzt und siehe da: Es Geht!

Mfg
Gast #2185027
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> Und wie viel kann man damit Entwickeln?

Locker das, was du an einem Tag an Platinen herstellst.

Frag also lieber: Was kosten 10g NaOH ? (7 ct). Lohnt
es dafür, so geizig zu sein und den Entwickler NICHT
neu anzusetzen sondern aufzuheben ?
Gast #2185046
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Die Neugier trieb mich:
Hab meinen Entwickler jetzt seit 2 Jahren in einer geschlossenen Flasche 
im Kühlschrank. Ich benutze ihn so ca. alle 2-3 Monate mal für kleine 
Platinen mit viel Massefläche.
Und siehe: Auch heute nachmittag hat er noch hervorragend funktioniert.
Also bei richtiger Lagerung(luftdicht,kühl,dunkel) ist eine mehrfache 
Verwendung kein Problem.
Gast #2185133
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Die Lagerkosten für Kühlung usw. sind vermutlich höher als das 
neu-ansetzen ;-)

außerdem hast so auch nicht die gefahr dass es ausläuft und dir alles 
vollsaut.
NaOH ist dazu nicht direkt schädlich und kann (in kleinen mengen) direkt 
weggegossen werden.
Das ist ein kritischer Parameter den man durch neu-ansetzen beseitigt
Gast #2185652
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Ich vermute, der Photolack auf den Platinen ist überaltert oder der 
Entwickler paßt nicht zum Photolack. Was mir noch einfällt: Was für eine 
Glasscheibe hast Du im Belichtungsrahmen? Normales Fensterglas läßt 
UV-Licht nur schwer durch. Das muß Quarzglas sein!
Gast #2185731
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> Normales Fensterglas läßt
> UV-Licht nur schwer durch. Das muß Quarzglas sein!

Oi Oi, nicht unter 1000 EUR.

Normales Glas dämpft UV, aber es geht damit noch.

Man sollte nur Glas aus (teuren) Bilderrahmen mit UV-Stop vermeiden.

Man kann es leicht selber testen:

Eine UV-Lampe (hat man ja zum Belichten),
etwas UV-aktiven mit optischem Aufheller,
weisses Papier oder weisses T-Shirt,
unter die Lampe und mit verschiedenen
Glas/Plexiglas/Quartzglas :-) abdecken,
dann sieht man an der Weisslichthelligkeit
wie viel UV gedämpft wird, und welche
Materialen besser sind und welche schlechter.

Quartzglos braucht man nur, wenn man 180nm-254nm
UV-Licht, also harte UV-Strahlung durchlassen will,
die braucht man aber nur zum entkeimen und EPROM-löschen,
für Platinen reicht 370nm.
#2186083
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Paul schrieb:
> Na dann frage ich mich, warum bei professionellen Platinenbelichtern
> Quarzglas, das die Apparatur so teuer macht, genommen wird.

Weil es halt -wie hier nie bestritten wurde- "Besser" ist.
Quarzglas dämpft das UV Licht einfach weniger pro mm Dicke als 
"normales" Glas.

Setzt man nun "normales" Glas ein, so wird ein bestimmter Teil des 
Lcihtes tatsächlich absorbiert. Dieses ist verlorene Energie die man nun 
durch erzeugung einer höheren Lichtleistung oder längeren 
Belichtungszeiten wieder ersetzen muss.

Glas aus möglichst den Billigsten Bilderahmen (diese "Klemmsysteme" ohne 
umlaufende Einfassung) eignet sich da wirklich schon recht gut. Es ist 
dünn und hat keinerlei zusätzlichen UV Filter.

Problematisch ist dabei das aufgrund der geringen Dicke die mögliche 
Größe etwas beschränkt ist, denn es fehlt an Steifigkeit. Eine Eurokarte 
ist überhaupt kein Thema, die größten Hobbyüblichen Platinenstücke 
(200*300mm) benötigen aber schon etwas mehr aufwand, einfach nur am Rand 
jenseits der Platine fixieren kann schon dazu führen das sich das Glas 
minimal wölbt und so in der mitte Unschärfen entstehen (Für THT kein 
Problem, 603 SMD merkt man aber schon). Da muss also schon ein altes 
Platinenstück untergelegt werden damit sich eine "einheitlich hohe 
Fläche" unter dem Glas befindet.

Größen wie beim Bungard Hellas als Beispiel sind dann schon echtes 
Problem. Zumal diese Scheiben da ja frei in der Luft hängen.
Daher nimmt man da Quarzglas weil man dieses ausreichend Dick ausführen 
kann und trotzdem die Belcihtungszeit teilweise noch im zweistelligen 
Sekundenbereich ausreicht.

Bei Gleichdicken normalglas wären das dann einige Minuten und das 
akzeptieren Kunden die so viel Geld auszugeben bereit sind einfach nicht 
mehr.

Für den Hobbyisten der aber meist wesentlich kleinere Belichtungsflächen 
plant spielt das aber nur eine Untergeordnete Rolle. Zumal viele lieber 
drei Minuten statt 1,5Minuten belcihten wenn sie dafür ihr 
Selbstbaumaterial im nächsten Supermarkt für 50ct. kaufen können 
anstelle überall nach Bezugsquellen zu suchen und selbst für kleine 
Flächen hohe zweistellige Beträge zu investieren.

GRuß
Carsten
#2186086
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MaWin schrieb:
> Wird es nicht:
http://www.reichelt.de/index.html?;ACTION=7;LA=28;OPEN=0;INDEX=0;FILENAME=C900%252FUV_BELICHTER.pdf
> geschliffene GLASscheibe (nicht: Quartzglasscheibe).

Naja, er sprach ja von "Proffessionellen" Geräten...
Und da habe ich schon öfter was von "Quarzglas gehört.

Diese Proma Geräte sind ja auch fertig aufgebaute Hobbyklasse....

Gruß
Carsten
Gast #2186284
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> bin ich denn der einzige,
> der eine Glasscheibe von einem Bilderrahmen verwendet?

Sicher nicht, die Grösse reicht ja, dünn ist es auch,
und preiswert verfügbar (falls es nicht sowieso rumliegt).

> Ich meine, es wird einem doch häufiger empfohlen.

Manchmal wird halt vergessen darauf hinzuweisen,
das teure Bilderrahmen einen UV-Stop im Glas haben können,
man es also prüfen sollte (siehe oben).

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