Ein äußerst namhafter Hersteller von Basismaterial schreibt:
Zitat
"Die Verwendung von Natrium- oder Ammoniumpersulfat ist hingegen in
keiner Ätzmaschine mehr zeitgemäß und nach dem
Sonderabfallvermeidungsgebot sogar unzulässig."
Hab ich was verpasst???
Das Sonderabfallvermeidungsgebot betrifft dich nicht.
Für dich ist jedes (verbrauchte) Ätzmittel Sonderabfall.
In Industriebetrieben ist man jedoch aufgefordert,
Abfälle zu vermeiden, und Produktionsmethoden zu wählen,
bei denen davon weniger anfallen, also vor allem
Verfahren zu verwenden die das Kupfer recykeln.
Das geht nur mit Kupferchloridätzung (Salzsäure), denn
Ammonium- und Natriumsalze sind nicht (elektrolytisch)
zum recykeln brauchbar.
Im Hausgebrauch verwendet man viele Methoden, die
einfach sind und sicher funktionieren,
aber anders sind als in der Industrie, weil dort
Kosteneffizienz im Vordergrund steht und Aufwand
nicht gescheut wird, er lässt sich ja auf grosse
Produktionsmengen umlegen.
... Ergänzend muss man zur Einordnung dieser Aussage noch dazu sagen das
diese von einem HERSTELLER der zur Verwendung vorgeschlagenen
Ätzmaschinen kommen die NICHT für NaPS geeignet sind.
Im Gewerblichen Bereich mit mittleren und großen Durchsatz hat NaPS im
übrigen nie eine echte Rolle gespielt.
Zum Sonderabfall:
Gewerbliche Anwender (ab gewisser -nicht sehr hohen -Grenzen) müssen
Ihre Sonderabfälle KOSTENPFLICHTIG entsorgen lassen.
FE3CL kann durch relativ einfache Chemische Vorgänge soweit
wiederaufbereitet werden das eine Einleitung des wiederaufbereiteten
GEmisches in die Kanalisation möglich ist. Das Problematische Kupfer
wird als Feststoff mit wesentlich geringeren Volumen entsorgt.
Die Chemischen Vorgänge bei der aufbereitung von FEIIICL sind so einfach
das selbst ein Hobbyist das machen könnte. Problematisch ist in diesem
Bereich nur die Feststellung wann das REstgemisch ausreichend vom Kupfer
befreit wurde. Dieses Problem verbunden mit dem Platzbedarf für die
-recht einfach selbszubauende- Apparatur (Im großen und ganzen ein mit
Stahlwolle gefüllter Zylinder) und der Möglichkeit der kostenlosen
Entsorgung machen es unsinnig als Hobbyätzer darüber nachzudenken das
auch machen zu wollen.
Generell richtet sich die Wahl des Ätzmittels nach dem Verfahren.
Küvettenätzen ist eigendlich NUR mit den Persulfaten ordentlich
umsetzbar.
Schaum und Sprühätzen ist eine Sache für FEIIICL.
Schalenätzen geht mit beidem.
H2O2+HCL ist in der Großmengenfertigung wohl das Standartmittel.
Schnell, günstig und dank geschlossener Verfahren spielen die NAchteile
keine Rolle. Einige hier schwören auch im HAusgebrauch darauf. Es
funktioniert, aber ich bin der meinung das die Nachteile für den
Hobbyisten nicht durch die Vorteile wettgemacht werden.
Dieses wird in der Schale o.ä. verwendet. Theoretisch ist auch das
Verwenden in der Küvette denkbar, aber man muss die Freisetzung von HCL
Schwaden mit ihren Nachteilen nicht noch provozieren.
Daraus folgt:
Würde man NaPS (und Ammoniumpersulfat) tatsächlich verbieten würde das
Ätzverfahren Küvette komplett wegfallen.
Gruß
Carsten
Ich wüsste nicht wie sie das verbieten wöllten. Entweder gibt es NaPS
weiter zu kaufen, dann kann jeder damit machen was er will, oder die
Substanz wird verboten. Was bei NaPS irgendwie sinnlos wäre.
Mike Strangelove schrieb:> oder die> Substanz wird verboten.
Naja, H2O2 ist ja defakto schon verboten, insofern ist das
HCL+H2O2-Ätzen für Privatbastler auch nicht mehr wirklich sinnvoll...
Du kannst es kaufen, aber dann kommen die grünen Männchen, machen Chaos
in deiner Wohnung und nehmen es dir weg- der Kaufpreis wird nicht
erstattet, ebenso keine Putzfrau
raketenfred schrieb:> Du kannst es kaufen, aber dann kommen die grünen Männchen, machen Chaos> in deiner Wohnung und nehmen es dir weg- der Kaufpreis wird nicht> erstattet, ebenso keine Putzfrau
Hehe, das muss ich gleich mal ausprobieren. Am besten bestelle ich noch
Aceton und Schwefelsäure dazu. ;-)
Wenn die dann meine Bude auf den Kopf stellen hab ich dann wenigstens
eine Ausrede, warum es so liederlich ist :D
Der Irritierte schrieb:> "Die Verwendung von Natrium- oder Ammoniumpersulfat ist hingegen in> keiner Ätzmaschine mehr zeitgemäß und nach dem> Sonderabfallvermeidungsgebot sogar unzulässig."
Hallo,
die Aussage ist schlicht falsch, weil:
Privat gibt es kein solches Gebot.
Jeder Fertigungsbetrieb gewinnt abgeätztes Kupfer zurück, entweder
selbst oder per Vertrag mit einer Recycling-Firma. Es handelt sich dabei
garnicht um Abfall, sondern einen Wertstoff.
Also die ganze Aufregung umsonst, Demos für freies Ätzen für freie
Bürger sind überflüssig.
Gruss Reinhard
> Naja, H2O2 ist ja defakto schon verboten
Ich kauf die Salzsäure im Baumarkt (25%) und H2O2 beim Dehner, das
bekommt man dort ganz problemlos.
Das H2O2 Hat zwar nur ca. 5%, funktioniert aber super. Bei höherer
Konzentration muss man es ja sowieso mit Wasser verdünnen.
Johannes E. schrieb:>> Naja, H2O2 ist ja defakto schon verboten>> Ich kauf die Salzsäure im Baumarkt (25%)
Welcher Baumarkt führt die denn noch? Ich habe hier (Berlin)
mittlerweile schon 8 Baumärkte abgeklappert. Keiner hat welche im
Sortiment.
Hallo,
hier tief im Westen (kurz vor Aachen) bekommst du Salzsäure problemlos
bei Bauhaus zu sogar sehr annehmbaren Preisen.
Eventuell mal nach Betonschleier Entferner erkundigen.
H2O2 bekommst du unter anderen Namen (Grünbelagentferner oder für die
Sauerstffanreicherung in Oxydatoren beim Teich- bzw Zoobedarf).
Oder "einfach" in der Apotheke evtl. musst du etwas unterschreiben oder
hast einfach Glück das sie es die "so" geben (wie bei mir :-)
Falls du noch Kind / Jugendlicher bist kann es natürlich sein das es
etwas problematischer wird - dann "einfach" die Eltern bitten.
Soweit ich verstanden habe wollen die meisten ("echten")Terroristen
unser Gesellschaftsystem und unsere Freiheiten zerstören-
Herzlich Glückwunsch dank der paranoiden Regierungen in Europa und USA
haben sie es (teilweise) geschafft...
mfg
Paul P.
Gustav schrieb:> Johannes E. schrieb:>>> Naja, H2O2 ist ja defakto schon verboten>>>> Ich kauf die Salzsäure im Baumarkt (25%)>> Welcher Baumarkt führt die denn noch? Ich habe hier (Berlin)> mittlerweile schon 8 Baumärkte abgeklappert. Keiner hat welche im> Sortiment.
Also hier in meinem Umfeld, sowohl NRW wie auch NDS ist die HCL 25% auch
nicht das Problem. Die hat nach wie vor jeder Baumarkt. Steht im selben
Regal wie die Lösungsmittel (Terpentinersatz, Aceton,, Benzin
Nitroverdünnung...)
Was halt problematisch geworden ist, das ist die H2O2 Lösung, da nach
aktueller Rechtslage jeder Verkauf ab 12% schriftlich dokumentiert
werden muss -incl. Ausweiskontrolle- und sowieso nur an personen über 18
Erfolgen darf. Wobei das schon die dritte herabsetzung der
Konzentrationsgrenze in vier JAhren ist und gemunkelt wird es geht
weiter bergab!
Wegen des erhöhten Aufwandes ist es halt vielfach aus dem Sortimen
geflogen.
Für den Privatmann dürfte der Aquarienzubehörhandel immer noch die
bequemste Quelle sein, da es dort eine "gängige" Chemikalie ist, man
also nicht als einer von zwei Kunden bei der Apotheke in den Büchern
auftaucht wenn in der NAchbarschaft der Briefkasten oder Papierkorb mit
PETN gesprengt wird und zum anderen der Fachhandel ja auf den Verkauf
angewiesen ist da sonst ganze GEschäftsbereiche/Kundenarten wegfallen
würden und deshalb nicht einfach wie mittlerweile bei vielen anderen
Geschäften -und Apotheken- gesagt wird: DAS tun wir uns nicht mehr an.
Die Dokumentation ist sicher nicht DER ENTSCHEIDENDE Faktor, So Paranoid
bin ich auch nicht um gleich darauf hin die Hausdurchsuchung als Folge
zu sehen. (Da gibt es bei mir noch ganz andere Chemiekäufe -ordentlich
Dokumentiert mit EVE- als H2O2 in gängiger Konzentration)
Aber es ist ein Faktor von vielen kleinen NAchteilen die mich zu der
Auffassung bringen das HCL+H2O2 für den großteil der Hobbyisten eben
mehr NAchteile als Vorteile (höhere Geschwindigkeit und keine Heizung)
bringt.
Wobei -wenn es in der Umgebung mal wieder irgendwelche Versuche von
irgendwelchen Kiddies gegeben hat die mehr als ein Tennisball großes
Loch auf Grüner wiese zur Folge hatten (Briefkasten, Mülleimer oder der
Riesenkrater auf dem Schulhof) und die haben zufällig etwas verwendet wo
ein nicht allgemein gebräuchlicher Ausgangsstoff gebraucht wird, dann
wird zur Täterermittlung ganz schnell rundgefragt wer soetwas bei den
Vetrieben gekauft hat. Wenn es dann ordentlich dokumentiert ist um so
besser.
Und da werden dann eher die "untpischen" Käufer -also die zwei Kunden
für reine H2O2 Lösung aus der Apotheke besuch bekommen als die 50 Kunden
die Oxydator in der Aquaristik Abteilung gekauft haben. Die kommen erst
nach und NAch drann wenn die HD bei den APO Kunden keinen erfolg
brachte...
Wahrscheinlich werden die dann noch nach Altkunden und
Aquaristiküblichen Verbrauchsmengen und Zeiträumen sortiert und alles
was da aus dem Raster fällt bekommt dann auch die HD... Nur da wo es
wirklich 100% schon aus den Büchern plausibel aussieht wird dann
freundlich "angefragt".
(ICh hatte wg. einer anderen Chemikalie schon mal Kontakt, gehörte
glücklicherweise zu den "Nett Angefragt" - Aber im Smalltalk erfuhr man
so einiges...)
Und das wäre die noch die saubere und absolut nachvollziehbare
Vorgehensweise. Wenn dann mal wieder eine Staatsanwältin vor
Karrieregeilheit durchknallt und auf eine Ahnungslose Law&Order
Richterin trifft sieht man wieder folgen wie im ja im oben schon
zitierten Heise Link: http://www.heise.de/tp/artikel/21/21622/1.html
Ein Forum wo sich viele Betroffene geäussert haben, u.a. auch der
Gemeingefährliche Terrorist der die Existenz der Stadt magdeburg mit 10g
eines zwar explosionsgefährlichen aber im feuchten Zustand und
kleinmenge frei verkäuflchen Hilfsmittels zur Mikroskopie gefährdet hat.
Es hat immerhin bei de rSprengung vor ort einen dicken Krater im Rasen
gegeben (und da Ja hat auch sicher nicht die zur sicheren Zündung
vorsichtshalber angebrachte hochdosierten Ladung an Plastiksprengstoff
mitgespielt ;-) )
(Höllenlabor im Fokus Artikel)
http://www.versuchschemie.de/hartmut.php?t=4513&postdays=0&postorder=asc&start=0
Da haben sich unter anderen auch Hobbyelektroniker zu Wort gemeldet
denen es wegen des Kaufs von H2O2 und oder Aceton (PETN Verdacht) dann
besonders an den Kragen gegangen ist. Trotz vorführung der Verwendung im
Keller Beschlagnahme privater Unterlagen und REchner, als dass nichts
gebracht Anzeige wegen illegaler Musik und Software auf dem PC...
Also ganz von der HAnd weisen sollte man es nicht. Und auf jeden Fall
darauf achten das man beim Kauf nicht aus der Masse hervorsticht.
Gruß
Carsten
Johannes E. schrieb:> Das H2O2 Hat zwar nur ca. 5%, funktioniert aber super.
Gegen Unterschrift bekommt man bei Dehner auch 19.9%iges H2O2 - man muß
nur danach fragen.
Das 5%-Zeug erfordert häufigeren Wechsel der Säure, weil die zu stark
verdünnt wird.
> Bei höherer Konzentration muss man es ja sowieso mit Wasser verdünnen.
Muß man nicht. Die HCl aus dem Baumarkt hat nur knapp 25%, die kann man
direkt so nehmen. Jede weitere Verdünnung vermindert Ausdünstungen kaum
noch und verlängert nur noch die Ätzdauer.
Gustav schrieb:> Welcher Baumarkt führt die denn noch?
Bauhaus z.B. Ich kann mir kaum vorstellen, daß ein ernstzunehmender
Baumarkt keine 25%ige HCl mehr führt.