Elena schrieb:
> Und genau das ist falsch, weil in der Gaußschen Zahlenebene die Notation
> anders herum ist.
So ist die Konvention. Es ist aber nicht falsch, die beiden Achsen zu
vertauschen, wenn sie trotzdem richtig beschriftet werden, was hier der
Fall ist (nur hat das — einschließlich mir — anfangs keiner gesehen).
Eine Konvention sollte natürlich nur in begründeten Fällen missachtet
werden, sonst hat sie ihren Zweck verfehlt. Hier haben wir es in meinen
Augen aber tatsächlich mit einem begründeten Fall zu tun:
Damit die Animation die Zusammenhänge richtig wiedergibt, muss die
Amplitudenachse des Zeitdiagramms auf der linken Seite in die gleiche
Richtung wie die reelle Achse des Zeigerdiagramms zeigen. Würde die
reelle Achse der Konvention folgend nach rechts zeigen, müsste die
Amplitudenachse dies ebenfalls tun. Die Zeitachse würde dann nach unten
zeigen und die Sinusschwingungen nach oben laufen.
Nach einer weiteren Konvention zeigt aber die Zeitachse ind einem
Amplitudendiagramm nicht nach unten, sondern nach rechts.
Man sieht: Egal wie man es dreht und wendet (hier wörtlich genommen),
ensteht immer ein Gebilde, das irgendwo den üblichen Darstellungsweisen
widerspricht. Der Ersteller der Animation steckte also in einer Zwick-
mühle, aus der er sich dadurch befreite, dass er zwar die Re/Im-Konven-
tion brach, dafür aber die Zeitachsenkonvention aufrecht erhielt.
Das ist meiner Meinung nach schon in Ordnung. Allerdings hätte er in dem
Kommentar darauf hinweisen sollen, dass sich durch die Vertauschung der
Re- und Im-Achsen der Drehsinn des Winkels ändert.
Wenn ich die Animation erstellt hätte, hätte ich wahrscheinlich die
Re-Achse nach oben, die Im-Achse nach links und die Zeitachse nach
rechts zeigen lassen. Das hätte warscheinlich am wenigsten Verwirrung
erzeugt. Der einzige Schönheitsfehler dabei wäre die Drehung der
komplexen Zahlenebene um 90°, was aber nicht weiter schlimm ist, weil es
bei der Drehbewegung der Zeiger weniger auf die absoluten, sondern mehr
auf die relativen Winkel ankommt.