strom selbst erzeugen?

OP #2265855
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moin

ein gedankte der immer wieder aufflackert... wieso nicht selbst strom 
erzeugen?
habe mit mal ein paar prospekte zukommen lassen und dort wird meinstens 
von 0,3l öl pro kw gesprochen. das öl könnte ich von einem befreundeten 
bauern bekommen (raps) preis ca 400 euro/1000l.
nun mach ich mal ne milchmädchen rechnung und komme auf 0,3l öl * 40 
cent (preis pro liter) und komme auf 12cent/kw bei den 28cent die ich 
z.Zt. zahle kommt mir das sehr preiswert vor.
ok der generator kostet auch noch geld, aber wo ist mein "denkfehler" 
oder sehr ich das nur zu einfältig und es kommen noch viele weitere 
kosten auf mich zu ?

grüße
Persönliche Seite #2265868
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Du verwechselst "kw" und kWh.

Wenn Du 28 Cent/kWh bezahlst, könntest Du Dich auch einfach nach einem 
anderen Stromanbieter umsehen. Das ist nämlich ziemlich teuer.

> ok der generator kostet auch noch geld,

Und Wartung. Hinzu kommt, daß der Generator seinen Wirkungsgrad nur bei 
einer bestimmten abgenommenen Leistung hat.

Wenn Du den Generator mit z.B. 4 kW belastest, dann wird die Rechnung 
stimmen, wenn Du den gleichen Generator aber nur mit 100 Watt belastest, 
dann läuft das Teil praktisch im Leerlauf. Deine Waschmaschine, Dein 
Bügeleisen und auch Dein Backofen aber laufen nicht durchgehend, wenn 
keiner der Großverbraucher an ist, fällt die Leistungsaufnahme einer 
typischen Wohnung tagsüber aber unter 100 Watt.

So ein Generatorbetrieb würde also nur dann sinnvoll sein, wenn Du den 
damit erzeugten Strom nicht selber verbrauchst, sondern nach dem EEG in 
das Stromnetz einspeist.

Dafür aber existieren Auflagen, die Du einhalten müsstest. Das Stichwort 
für Dich wäre "Blockheizkraftwerk" - denn die Abwärme von dem Ding 
willst Du ja wohl nicht ungenutzt verpuffen lassen.
(Firma: EleLa - www.elela.de) #2265914
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Dann ist man wieder hier:

- Generator
- Akkus für Puffer >= 2000Ah
- Wechselrichter >= 5KW

Wenn die Akkus leer sind lädt der Generator die Akkus und betreibt den 
Wechselrichter. Somit muss nachts die Höllenlärmmaschine nicht laufen.

Ob sich das rechnet muss Du schon selbst ausrechnen, denn wir kennen 
nicht Deine Gegebenheiten (angeschlossene Verbraucher) und 
Jahresverbrauch.
#2266516
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Ich bin nicht so sicher ob man das einfach so darf. Als ich mal auf 
einer Besichtigung am Dillberg in Franken war (Rundfunksender), hatten 
die uns auch einen Generator mit Schiffsdiesel gezeigt. Das war ein ganz 
schönes Monster und dazu noch turbogeladen. Die meinten dort sie können 
auch Heizöl als Kraftstoff nehmen, aber dann müssten sie es 
nachversteuern. Vielleicht wäre es Steuerhinterziehung wenn du das 
einfach so machst ohne gewisse Auflagen zu erfüllen.

Zwei Anektoden von dem Besuch am Dillberg:

1. Nach Tschernobyl hat ein Arbeiter von dort mal interessehalber einen 
Luftfilter mit auf eine Messe genommen, wo Geigerzähler ausgestellt 
waren. Er ließ den Filter testen, worauf der Mitarbeiter der 
Geigerzählerfirma ganz entsetzt meinte: "haben sie eine 
Transportgenehmigung dafür?!"

2. Nach dem 11. September war alle in Terroralarm. Als einmal mitten in 
der Nacht ein Auto auf den Dillberg fuhr und hinter den Sendeanlagen 
stand, haben sie die Polizei gerufen. Die fuhr hin, kam nach ein paar 
Minuten zurück und meinte: da ist alles in Ordnung. Bis wir hinten 
waren, waren die beiden schon ausgezogen...
Gast #2266593
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Stephan S. schrieb:
> Die meinten dort sie können
> auch Heizöl als Kraftstoff nehmen, aber dann müssten sie es
> nachversteuern. Vielleicht wäre es Steuerhinterziehung wenn du das
> einfach so machst ohne gewisse Auflagen zu erfüllen.

Du darfst Heizöl für ortsfeste (fest montierte) Stromerzeuger benutzen, 
ohne nachzuversteuern. Nur bei mobilen nicht. ;-)
#2273887
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Im Fernsehen hab ich kürzlich beim rum zappen eine Diskussion
gefunden und mir angehört, wo einer der Teilnehmer vorschlug:
Bei den Griechen gibts doch genug Sonne. Da könnte man
prima und besser Strom Solar erzeugen als bei uns. Wie der Strom ohne
Verluste aber nach Deutschland kommt hat er nicht gesagt.
Wahrscheinlich hätte der das auch nicht gewusst.
Persönliche Seite #2273931
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Michael S. schrieb:
> Bei den Griechen gibts doch genug Sonne. Da könnte man
> prima und besser Strom erzeugen als bei uns. Wie der Strom ohne
> Verluste aber nach Deutschland kommt hat er nicht gesagt.
Damit hat er absolut recht.

Die Erträge der Photovoltaik sind in Griechenland etwa 40% höher als in 
Deutschland. In Spanien liegen die Erträge sogar 60% über denen von 
Deutschland. [1]
Die Übertragungsverluste mit einer HGÜ-Leitung Deutschland-Griechenland 
würden bei etwa 6% liegen. Bei Spanien-Deutschland bei ca. 7%. [2]

Man kann also festhalten, dass Deutschland ein wirklich schlechter Ort 
ist, um Solarstrom zu erzeugen. Der Ertrag in Hamburg liegt etwa 
gleichauf mit dem in Trondheim (Norwegen).


[1] http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/apps4/pvest.php
[2] 
http://www.innovations-report.de/html/berichte/energie_elektrotechnik/erste_800_kv_hgUe_leitung_china_vollbetrieb_156736.html
(Firma: Leckermittag.de) #2273983
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Mit dem Ansatz steht er aber nicht allein da. Letztens gesehen:
http://www.desertec.org/
http://de.wikipedia.org/wiki/Desertec
(bei letzterem ist dann natürlich insbesondere der Abschnitt "Kritik" 
interessant)

Sicher wird sich irgendein Teilnehmer aus irgendeiner Fernsehdiskussion 
keine Vorstellung davon machen, wie der Stromtransport funktionieren 
soll. Oder auch über die wirtschaftlichen Grundlagen bzw. 
Voraussetzungen bzw. Auswirkungen dafür, dass wir massiv Solarstrom aus 
Griechenland kaufen. Die Idee an sich steht aber schon länger im Raum 
und wird auch ernsthaft diskutiert.

Edit: Formatierung

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