Jain!
Also zunächst musst Du mal verstehen, was die Abtastung eigentlich
macht. In der Signaltheorie hat man bei reellen Signalen (quasi der
Normalfall) ein Spektrum, bei dem es positive und negative Frequenzen
gibt und das Spektrum an der Pegelachse gespiegelt ist. Sprich der
Betrag der Frequenz bei 10 Hz ist genau so groß wie der bei -10 Hz. Das
mit den negativen Frequenzen mag jetzt merkwürdig für Dich sein, es
hilft aber beim nächsten Punkt.
Bei der Abtastung wird nun Dein Signal genommen, um die Abtastfrequenz
verschoben, und dann addiert, dann wieder um die Abtastfrequenz
verschoben und nochmal addiert, etc.
Wenn Du beispielsweise ein Signal mit 10 Hz hast, und Deine
Abtastfrequenz 100 Hz ist, so bekommst Du nach der Abtastung:
10 Hz (unverändert von vorher)
-10 Hz (unverändert von vorher)
sowie
n*100 Hz+10 Hz=110 Hz (Alias)
n*100 Hz+(-10 Hz)=90 Hz (Alias)
für alle Ganzzahlen n. Auch für negative n.
Du hast somit immer Aliasing drin.
Was Du jetzt aber machen kannst, ist die Abtastfrequenz so zu legen,
dass Dich die durch Aliasing entstehenden Frequenzen nicht stören.
Nehmen wir mal an, Du hättest ein Signal bei 12 Hz und Deine ungewollte
Störung ist bei 50 Hz. Wenn Du jetzt mit der halben Frequenz der Störung
abtastest, so wird die Störung in die Nähe von 0 Hz gespiegelt, es
sollte keine Aliases bei 12 Hz geben, Du kannst Dein Signal wieder
heraus filtern. Das ist eine zugegeben ungewöhnliche Herangehensweise,
eventuell hat jedoch der Wandler bei solch einer niedrigen Frequenz
andere positive Eigenschaften.