Externe WD Elements 2TB mit zuviel Strom versorgt - Platine defekt?

Gast #2274819
Lesenswert?

Hallo zusammen,

da ich neu hier bin, hoffe ich, dass ich nicht gleich ein Fass mit einem 
Inhalt aufmache, der schon längst geklärt ist. Da ich aber auf den 
einschlägigen Einträgen keine schlüssige Antwort auf meine Frage finden 
konnte, erlaube ich mir nun, ein extra Thema zu eröffnen:

Ich bin im Besitz einer externen WD Elements 2TB Platte Caviar Green:

http://www.amazon.de/Western-Digital...1239646&sr=8-1

Gestern Abend ist mir etwas dummes passiert. Ich habe die Platte, da ich 
kein Netzteil zu Hand hatte, mit einem externen Akku-Pack von Phillips 
mit Strom versorgen wollen. Dieses Akkupack habe ich verwendet:

http://www.amazon.de/Philips-portabl...1239543&sr=8-1

Es hat zwei verschiedene Anschlüsse, einmal für USB-Out (z.B. Handy) und 
einmal DC-Out 16-19V (z.B. für Laptop und externe Festplatten mit 
Stromversorgung).

Da die WD mit Stromversorung läuft, dachte ich (Asche auf mein Haupt), 
dass ich über den DC-Out die externe HD anschließen kann. Erst hat es 
ein Pfeiffen gegeben, ich dachte dass der Anschluss womöglich nicht 
richtig festsitzt. Ich habe es nochmals probiert, aber es hat sich 
nichts getan. Bei dieser Aktion ist wohl eine oder mehrer Komponenten 
der Platine flöten gegangen.

Als ich die Platte dann mit der mitgelieferten Stromversorung an den PC 
anschließen wollte, hat die LED vom Usb-Hub noch geleuchtet, allerdings 
nur noch in regelmäßigen Abständen; der PC und mein WD 
Mulitimedia-Player haben sie nicht mehr erkannt. In einer Anleitung aus 
dem Internet konnte ich das Plattengehäuse ohne weiteres einwandfrei 
öffnen. Da es sich wie seit längerem um einen SATA-Anschluss handelt, 
hab ich die Platte einfach in das Gehäuse meiner älteren Toshiba 
1TB-Platte eingebaut, weil ich dachte, dass es auch evtl. nur die 
USB-SATA-Platine von der WD zerschossen hat. Bei Anschluss im "neuen" 
Gehäuse hat es auch nur in regelmäßigen Abständen geblinkt, bis das 
Licht plötzlich ganz erloschen ist. Zum Testen der WD-USB-SATA-Platine 
habe ich die Toshiba-Platte an diese Platine angeschlossen mit dem 
Fazit, dass diese nicht gelesen wurde. Bei einem Umbau der 
Toshiba-Platte in "ihr" eigentliches Gehäuse hat alles wieder 
einwandfrei funktioniert.

Ich vermute nun, dass nicht nur die Platine an der WD-Festplatte selbst, 
sondern auch die USB-SATA-Platine erwischt hat, wieso sollte sonst die 
Toshiba nicht mit diesem universalen SATA-Stromanschluss gehen.

Nun habe ich aus England eine gebrauchte äußere Platine der Festplatte 
bestellt:

MDL: WD20EARS-00MVWB0 -
auf der Platine selbst steht noch der Code 2060-771698-002 REV A

Ich habe gelesen, dass, wenn man die Platinen von WD tauschen möchte, 
NUR baugleiche nehmen kann, da sich diese mit der Festplatte syncen. In 
anderen Beiträgen heißt es aber, dass WD selber absolut von einem Tausch 
abrät, weil man Daten, die evtl. vorher noch zu retten gewesen wären, 
dann endgültig ins Jenseits befördert. Es ist nun die Frage, ob Platinen 
absoluter gleicher Bauart- und Nummern bedenkenlos getauscht werden 
können, oder nicht. Und trifft dies auch auf die SATA-USB-Platine zu 
(bei mir eine OASIS) - wenn ja, dann würde sich erklären, warum meine 
Toshiba nicht läuft über den Anschluss der WD.

In anderen Beiträgen steht, dass gewisse Dioden gezwickt, gebrückt oder 
getauscht werden können. Auch vom Auslöten habe ich es gelesen. In 
meinem Falle müsste man aber wohl zuallererst einmal durchmessen, wo der 
Fehler liegt und dann "handeln".

Noch zur Info: Ich hab meine "defekte" WD versucht, in meinen Desktop-PC 
einzubauen. Er startet mit ihr überhaupt nicht mehr; das BIOS erkennt 
anscheinend gar nichts mehr. Ich tippe aber noch immer auf die Platine 
selber.

Da ich meine Daten dringend brauche (wie ja eigentlich jeder hier), 
würde ich mich sehr freuen, wenn mir jemand antworten würde.


Herzlichen Dank,
Gast #2274840
Lesenswert?

Hi, ich hätte jetzt gesagt die 12V seite auf der Platte ist kaputt und / 
oder die 5V seite auf der USB/SATA Platine. Da die Platte aber so geht 
sollte die 12V seite heile sein. Mit deinem Netzteil hast du 
warscheinlich den 5V Step Down Schaltregler zerstört. Dort müsstest du 
einmal nachmessen!
Gast #2274909
Lesenswert?

Hallo, wow ihr seid ja alle richtig schnell am Antworten.

Vielen Dank erstmal dafür...


Was meinst du mit Backup? Hab natürlich mehrere Platten, die hat 
allerdings Daten, die ich grad richtig schnell brauche... :(

Also die Toshiba-Platte geht nicht mit der USB-SATA-Platine von der WD, 
umgekehrt geht die WD HDD nicht mit der USB-SATA-Platine von der 
Toshiba, also wird wohl bei beiden was defekt sein. Komisch ist nur, 
dass die WD mit der USB-SATA von der Toshiba kurz geleuchtet hat und 
dann war auch da das Licht absolut weg - also tot - kein Mucks mehr.

Hab jetzt mal beide Platinenteile abgebaut und fotografiert, vielleicht 
kann mir anhand der Fotos jemand sagen, was genau ich dann durchmessen 
muss - hab nicht sonderlich viel Erfahrung darin - aber lerne relativ 
schnell :-)

P.S.: Hab mir eine absolut baugleiche Platine von Ebay bestellt (fragt 
nicht, was das Ding auch gebraucht kostet, da bekommst du locker eine 
neue 2TB Caviar Green extern...). Wisst ihr, wie es da ausschaut mit 
einfach tauschen, weil von WD ja angeblich jede Platte "einzigartig" 
sein soll und die Köpfe auch Infos auf die äußere Platine schreiben...

Die Fotos hänge ich mal an.


Danke nochmal, echt spitze!!!

Jay
Angehängte Dateien:
Gast #2274914
Lesenswert?

Sorry für die großen Bilder, wollte eigentlich die geshrinkten nehmen, 
aber grad nicht gefunden...

Wenn ich die defekten Teile lokalisiere, kann ich da irgendwie bridgen 
(der Überspannungsschutz ist ja wenn ich die HDD in den PC einbau nicht 
wirklich notwendig), oder soll ich auf jeden Fall die Teile tauschen, 
sollte ich ja bei Reichelt oder Conrad bekommen.

Jay
Gast #2275887
Lesenswert?

Ich hätte noch eine Frage: Wenn eine dieser Sicherungen!? oder sogar 
mehrere druchgebrannt sind, können diese dann entfernt und gebrückt 
werden? Wenn ja, kann ich die Platte dann in einen PC einbauen oder 
sogar wieder in das Gehäuse oder müssen dazu die Sicherungen erst 
vollständig erneuert werden? In erster Linie geht es mir um die Daten, 
dass ich die irgendwie gesichert bekomme aber wenn ich die Platte auch 
dananch noch dauerhaft nutzen könnte, würde ich nichts danach fragen. 
Einfach gegen baugleich zu tauschen, wird ja wohl nicht klappen oder?

Danke
Gast #2276497
Lesenswert?

Liebe Community,

das Problem ist gelöst. Im rot markierten Rahmen war die ganz linke 
Sicherung (dürfte die 12V sein) beidseitig durchlässig. Alle anderen 
Teile waren bei der Messung i.O. Nach Auslöten der besagten Sicherung 
ging alles wieder einwandfrei - auch die SATA-USB-Platine ist 
unbeschädigt, ich habe beim Öffnen des Gehäuses wohl die Metallumrandung 
leicht verbogen, so dass der Stecker vom Netzteil nicht richtig drauf 
ging - das erklärt nun auch, dass die Toshiba-HDD nicht gegangen ist.

Alle, die mich bei meinem Problem unterstützt haben und Zeit und Geduld 
aufgebracht haben gilt an dieser Stelle mein herzliches Dankeschön. 
Meine Platte läuft zwar nun ohne Sicherung, aber mehr als vor einem 
Blitzschlag sollte ich mich nicht fürchten müssen. Das Netzteil hält 
Schwankungen im häuslichen Stromnetz bestimmt aus. Und wenn nicht, macht 
es auch nichts. Hab bereits wieder eine neue 2TB WD zuhause - dort wird 
jetzt absolut Wichtiges gesichert - die "halbwertige" Platte wird mit 
Zeug beladen, das nicht so wichtig ist.


THX

Jay
Persönliche Seite #2276654
Lesenswert?

Jakob K. schrieb:
> Sicherung (dürfte die 12V sein) beidseitig durchlässig

Dann war es keine Sicherung sondern eine Überspannungsschutzdiode, nur 
der Vollständigkeit halber.

Jakob K. schrieb:
> dort wird jetzt absolut Wichtiges gesichert

Wichtiges (und absolut wichtiges erst recht) sollte man immer mehrmals 
gespeichert haben (ab besten in verschiedenen Versionen mit rsnapshot 
oder robocopy), egal ob alte oder neue Festplatte.

Auch ist die Diode mitnichten für Blitzschläge ausgelegt sondern genau 
für solche Unfälle wie dir widerfahren sind
Gast #2378474
Lesenswert?

Hallo Leute,
leider musste ich heute auch feststellen das meine Platte ein schaden 
hat, habe die gleiche Platine nur mit 1 TB auf den Bildern oben wo es 
rot makiert ist, ist bei mir bei D3 das Bauteil durchgebrannt.

Es ist verformt und geplatzt.

Kann ich das überbrücken wenn ja wie oder wo kann ich mir das bauteil 
besorgen?


Vielen dank schonmal im voraus für eure Unterstützung
Gast #2379122
Lesenswert?

Sniper schrieb:
> ist bei mir bei D3 das Bauteil durchgebrannt.
>
> Es ist verformt und geplatzt.
>
> Kann ich das überbrücken

Wenn Du auf Kurzschlüsse stehst, dann ja. (also NEIN!)

Sniper schrieb:
> oder wo kann ich mir das bauteil
> besorgen?

Erst mal die defekte Diode entfernen. Das kann schon reichen um erst mal 
wieder Zugriff zu erlangen. Nach der Datensicherung kannst Du Dich dann 
um ein Ersatzteil kümmern.

Ach ja, nicht wieder das Notebooknetzteil anstecken...
Gast #2379400
Lesenswert?

Sniper schrieb:
> es wurde heute eine neue Diode aufgelötet leider kein erfolg die platte
> springt nicht an :(

Irgendeine? Auch wenn lesen müßig ist:

mhh schrieb:
> Erst mal die defekte Diode entfernen. Das kann schon reichen um erst mal
> wieder Zugriff zu erlangen.

Hat R67 Durchgang? (Ja muß sein, Nein - auf Ja die Reparatur hinbiegen.
#2483668
Lesenswert?

>welchen Bauteil hast du da getauscht ??

Steht doch da - D3 rausschmeisen wür einen ersten Test, und R67 ersetzen 
(bzw. brücken), nachdem man die vermessen hat.
D3 darf nur in einer Richtung leitfähig sein, und R67 ist praktisch ein 
Kurzschluß, also Durchgang

>Wie kann ich das messen ?

Tja, mit einem Meßgerät namens Ohmmeter bzw. Diodentester (was praktisch 
jedes Mutlimeter enthält)
Gast #3618029
Lesenswert?

Hallo zusammen (falls jemand in diesen Beitrag noch reinschaut)

Ich habe ein ähnliches Problem und die gleiche Ausgangssituation und 
Ursache wie Jakob.
Leider kann ich keine der Überspannungsschutzdioden von außen einen 
Schaden ansehen.

Nun hab ich mir einen Multimeter gekauft um das zu testen, weiss aber 
noch nicht ganz was ich von den Ergebnissen halten soll.

Wenn ich den Mutlimeter auf Widerstand stelle, kann ich an den beiden 
großen Dioden (D3 und die gleich große links davon) einen Widerstand 
messen (in beide Richtungen). D3 >100Ohm, die andere ~9Ohm.
R64 und R67 dagagen zeigen minimale Widerstände an 0.5Ohm ungefähr.

Wie sollte ich nun die Ergebnisse deuten und wie weiter vorgehen? Einen 
nach dem anderen abzwicken und auf Glück hoffen?
Gast #3619093
Lesenswert?

mhh schrieb:
> Matthias schrieb:
>> die andere ~9Ohm
>
> Matthias schrieb:
>> abzwicken und auf Glück hoffen
>
> Matthias schrieb:
>> R64 und R67
>
> so lassen wie und wo sie sind

Darf ich evtl noch fragen warum gerade die?

und weitere Frage ... falls das nun die falsche sein sollte,
kann ich danach immer noch die firmware auf einen neuen controller 
übertragen? (bzw. das von einem professionellen service durchführen 
lassen)
Gast #3619128
Lesenswert?

Die Dioden sind Schutzdioden, durch welche im Normalfall kein Strom 
fließt. Also wie nicht vorhanden. Diese beiden Widerstände dagegen 
wirken wie eine Sicherung und sind im Normalfall niederohmig, wie Du es 
auch messen konntest.

Erst wenn die eine Diode entfernt wird ("die andere ~9Ohm"), kannst Du 
sie noch mal ausgebaut messen und weißt dann, ob mit ihr was nicht 
stimmt oder die hohe Stromaufnahme der Platte an der defekten 
"Restlektronik" liegt.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren