TT- / TN-Netz Schaltplan

OP #2316248
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Hallo zusammen

Ich frage mich wo der Unterschied in Schaltplänen zwischen TT und TN 
Netz zu sehen sein soll. Wäre nett wenn jemand es mir anhand meiner 
angehängter Zeichnung erklären könnte (bzw. drauf hinweisen was da 
falsch ist).

Es werden folgende 2 Situationen vorgestellt:
Oben (im Bild) - an ein TT Netz ist ein Verbraucher angeschlossen, 
jedoch wegen eines Fehlers liegt die Spannung auch an dem Gehäuse an. 
Das Bild stellt die Situation das als ein Mensch gerade den Fehlerhaften 
gerät (sagen wir einen Toaster) einschaltet. Oben rechts ist der 
entsprechende Schaltplan dazu (hoffe es ist so weit richtig).

Unten im Bild wird die gleiche Situation in einem TN-C-S dargestellt und 
genau so daraus Schaltplan abgeleitet.

Mein Problem ist jetzt, dass ich an dem Schaltplan nicht erkennen kann 
um welches Netz es sich handelt. Um ganz erhlich zu sein erscheint mir 
der Schaltplan als solches nicht richtig.

Die Frage ist in wie weit sind die Schaltpläne richtig abgeleitet und 
wie stelle ich den unterschied zwischen TT und NT Netz im schlatplan 
dar?

Übrigens wenn es jetzt IT Netz wäre, dann würde der Schaltplan sich 
nicht im Geringsten von TT schaltplan unterscheiden - es ist ja genau 
die gleiche Leitung, ob Sternpunkt geerdet oder nicht, sieht man an dem 
Schlatplan nicht und Verbrauchergerät ist direkt geerdet - aber es 
erscheint mir eher unwahrscheinlich - also WO denke ich falsch und WIE 
ist es richtig?
Angehängte Dateien:
Gast #2316359
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> Wo denke ich falsch?
In Bezug auf Netztechnik überall.

> Wie ist es richtig?
So wie auf dem Bild.

Da ganze Bücher über diese Themen geschrieben werden und etwas 
Grundwissen und Verständnis der E-technik erforderlich sind kann ich es 
hier nicht in 3 Sätzen erklären.

Ein IT-Netz hat keinen geerdeten Sternpunkt um das rückfließen von 
Strömen (über Körper) zu selbigem, zu unterbinden. Im Fehlerfall wird so 
das Netz nicht unterbrochen und die Herz-Lungen-Maschine kann Dich bis 
zum eintreffen eines Elektrikers weiter am leben erhalten.

Das TN -Netz schleppt seinen neutralen Leiter mit sich mit. Fehlerströme 
fließen entweder über die Erde zum Sternpunkt zurück oder werden Über PE 
oder PEN abgeleitet.

Das TT-Netz muss ich seine Bezugserde erst vor Ort schaffen, weil die 
Länge der Leitungen zu Spannungsfällen, auch auf dem Rückleiter führt. 
Würde die Erde mitgeschleppt bildeten sich Potentialunterschiede die zu 
Ausgleichsströmen führen würden.
Gast #2316360
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Meines Erachtens sind die Schaltpläne richtig.

Der Unterschied zwischen einem TT und einem TN Netz ist dass beim 
Hausanschluss eine Nullung durchgeführt wird. Das untere Bild zeigt um 
genau zu sein ein TN-C-S Netz da ist nach der Nullung der PEN und der N 
Leiter getrennt
(und dürfen auch nichtmehr zusammengeführt werden).

Jetzt ist wohl deine Frage was für einen Unterschied es macht wann und 
wo ich erden. Nun der Widerstand der Erde ist nicht sehr hoch, somit 
fließt im Fehlerfall kein hoher Strom und somit kann die Sicherung erst 
später auslösen.

Eine "normale" Sicherung löst aus, wenn ein zu hoher Strom über die 
Leitung fließt.

Also Rechnen wir mal...

Beispiel 1:
I Fehler1 = U/RB + U/(RV + RN) + U/(RM + RB)
Sagen wir mal du hast einen Starken Verbraucher = niedriger 
Wiederstand.. Dann fließt bei dem ein recht hoher Strom sagen wir mal 5A 
Es hat geregnet und der Boden ist nass (niederiger Widerstand aber 
dennoch ca 1 kOhm) = 250v/1 000 Ohm = 250mA sagen wir der Mensch hat 
auch einen Widerstand von 1 kOhm  dann fließt durch ihn 250V / 2kOhm = 
125mA was schon tödlich ist.

Der Gesamtstrom beträgt aber nur 5,375 A was der Sicherung scheiß egal 
ist sie löst erst bei z.B. 10 A aus.


Beim zweiten Beispiel:

I Fehler2 = U/(RV+RN) + U/(RN) + U/(RM + RB)

Sagen wir es fließt wieder 5 A durch den Verbraucher
Die Leitung hat aber einen viel geringeren Wiederstand (ca 5 Ohm?)
Der Fehlerstrom ist aber 250V / 5Ohm  = 50A

Strom durch Mensch ist gleich und somit tödlich, aber die Sicherung löst 
ja bereits ohne das Berühren des Menschen aus wenn man also nicht genau 
zu dem Zeitpunkt wo der Fehler passiert an das Gerät fasst und man die 
kurze Zeit, den die Sicherung braucht bis sie auslöst, hinfasst, könnte 
man auch daran sterben.

Aber der Gesamtstrom ohne Mensch = 55A da würde jede Sicherung auslösen! 
Somit wäre das Gerät stromlos und man könnte sie sicherung auch 
nichtmehr rein tun, erst wenn der Fehler behoben ist. Somit ist 
zweiteres sicherer als ersteres!

Gruß Blubb
#2316386
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Also beim TT-Netz hast du keinen Schutzleiter in den Zuleitungen (wie 
auch oben gezeichnet). Da ist der Sternpunkt und jedes Gerät für sich 
geerdet.
Beim IT-Netz ist der Sternpunkt nicht geerdet, sonst gibt's da keinen 
Unterschied zum TT-Netz
Und beim TN-Netz hast du dann auch in den Zuleitungen ne Erde drin.

So auf Anhieb bei den Schaltplänen würde ich mal sagen, dass beim 
TT-Netz 1. der Gehäuseschluss nicht mit eingezeichnet ist und 2. liegt, 
unter der Annahme dass RE der "Leitungswiderstand" der Erde ist, RE 
nicht parallel zum Verbraucher/Neutralleiter sondern müsste hier 
zwischen Mensch/Verbraucher und Sternpunkt liegen.
Gast #2316415
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Für die Schutzmaßnahme "Nullung" muss ein ausreichend hoher Strom 
fließen, um den Überstromschutz auszulösen, und das möglichst, ohne 
durch den Menschen, der eventuell schon draufgreift, zu gefährden. Durch 
die Verbindung von PE und N beim TN-Netz ist dies bereits möglich, ohne 
dass der Schutzleiterstrom erst über den Erdwiderstand fließen muss. 
Zudem wird letzterer durch die Parallelschaltung mehrerer Erder 
drastisch verkleinert.
#2316447
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Der Unterschied besteht in den Anforderungen an den Erder:

Beim TT-Netz muss der Erder an der Verbraucherseite so niederohmig sein, 
dass im Fehlerfalle der über Gehäuse und Erder fließende Fehlerstrom die 
Sicherung auslöst. Schutzwirkung ist also auch bei längerem N-Leiter 
(zum Erder des Verteilernetzes) vorhanden.

Wenn der N-Leiter zwischen Verbraucher und Station niederohmig genug 
ist, sind die Anforderungen an den Erder auf Verbraucherseite nicht so 
hoch, da der N-leiter einen Teil des Fehlerstromes Gehäuse-Erde mit zur 
Station leitet. Da kann das TN-Netz angewendet werden.

Die Schaltbilder mir den R's sind meiner Meinung nach ziemlicher Müll.
Im unteren Fall fehlt der Widerstand RE im Schaltbild, sowohl auf 
Stationsseite als auch an Verbraucherseite.
Gast #2842752
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Achja-die lieben Netzformen...
Was hab ich da oft früher Mängelberichte beim TÜV geschrieben, weil die 
Elektriker da oft (leider) sehr phantasievoll waren...
Das ist schon echt übel: Die lernen in der Berufsschule zwar ganz 
"wichtige" Sachen, z.B. wie man nen Kondensator auszurechnet, aber so 
"unwichtige" Sachen, wie die Netzformen werden kaum behandelt.
Und da gehts wirklich z.T. um echte Sicherheitsaspekte und wenn es 
falsch ist auch mal schnell um Menschenleben!
Die stehen dann auf der Baustelle und können zwar den theoretischen Wert 
von ihrem Kondensator in der Leuchtstofflampe ausrechnen (den es dann ja 
eh nicht gibt) aber murksen fröhlich "phantasienetzformen" zusammen...

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