Hallo,
ich betreibe in meinem Schrebergarten (ist keine Anlage sondern ein
einzelner Garten am Waldrand) ein Stromaggregat. (gekapseltes Honda EU
30iS) Ich geh also mit meinem Lärm niemanden auf die Eier!
Nachdem nun immer mal wieder ein Verbraucher dazugekommen ist zuletzt
ein kleiner Gartenbrunnen
(http://www.gartenbrunnen.org/Quellsteine/drei%20quellsteine-schwarz-2.jpg)
stelle ich gerade die Überlegung an, ein richtiges TN-C-S-System
aufzubauen. Schon deshalb, da ich gerne einen FI-Schalter verwenden
würde.
Man steht dort ja doch ab und zu auf nassem Boden und hat die
Gartenlampen an oder arbeitet mit Laubsauger / Hechselmaschine etc.
Was haltet ihr von der Idee? Was für einen Erder würdet ihr nehmen? Stab
oder Kreuz? Eigentlich sollte ja ein Staberder ausreichen...
Vielen Dank
Martin
Martin Hommel schrieb:> stelle ich gerade die Überlegung an, ein richtiges TN-C-S-System> aufzubauen. Schon deshalb, da ich gerne einen FI-Schalter verwenden> würde.
Nix TN, mach TT!
Ich zitiere mal aus Wikipedia:
In einem TT-System ist der Sternpunkt des einspeisenden Transformators
wie in einem TN-System geerdet. Der an die elektrisch leitfähigen
Gehäuse anderer Betriebsmittel angeschlossene Schutzleiter ist aber
nicht bis an diesen Sternpunkt geführt, sondern separat geerdet.
Die dafür erforderlichen niedrigen Erdübergangswiderstände sind nur
schwer zu erreichen.
Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/TT-System
gollum schrieb:> ich denke auch das tt besser ist!
Kann es sein, dass ihr das mit IT verwechselt? Für ein TT spricht ja nun
überhaupt gar nichts, ausser dass man sich das Kupfer für die Leitung
sparen will.
Auch wikipedia: In Italien ist für die Haushalte das TT-System üblich.
In der Industrie, bzw. in Orten, in denen sich eine betriebseigene
Trafokabine befindet, ist wiederum das TN-C-S-System bzw. das
TN-S-System üblich. => Warum wohl?
Also nimm das IT-Netz so hin, wie es jetzt besteht, eventuell mit einem
Erdschlussmelder. Oder mach ein TN-S oder TN-C-S mit Erdung am
Generator, ordentlicher Verkabelung und FI.
Ingo Hein schrieb:> In einem TT-System ist der Sternpunkt des einspeisenden Transformators> wie in einem TN-System geerdet. Der an die elektrisch leitfähigen> Gehäuse anderer Betriebsmittel angeschlossene Schutzleiter ist aber> nicht bis an diesen Sternpunkt geführt, sondern separat geerdet.>> Die dafür erforderlichen niedrigen Erdübergangswiderstände sind nur> schwer zu erreichen.
In einem TT-System darf man den nötigen Erdübergangswiderstand erheblich
vergößern wenn man einen Fehlerstromschutzschalter verwendet, deshalb
sind die da auch fast überall vorgeschriebn. Bein TN-System muss der
Erdübergangswiderstand dagegen immer nach der Überstromschutzeinrichtung
bemessen werden, egal ob FI oder nicht.
Der Punkt ist doch: Welchen Sinn hat ein TT-System mit getrennten Erdern
auf so einem kleinen Raum. Ein Erder kommt an den Generator, und dann?
Da steht irgendwo neben dem Generator ein Verteilerkasten mit FI und
LSn. Davon führt er ganz normal seine Leitungen brn-bl-gnge zu den
Verbrauchern. Wo will er da die Erder für die Verbraucher setzen?
Wenn er TT macht, setzt er nen Erder neben den Generator, und geht dann
mit L und N weg. Dann setzt er nen Erder neben jede Steckdose. Und dazu
einen FI. Weil ein FI am Generator reicht ja nicht, könnte ja der
Erdwiderstand am Generator zu groß sein und die Ausgleichsströme
zwischen den Erdern der Verbraucher fließen.
Nee, das TT-Netz hat doch hier nur akademischen Wert, praktisch ist das
nicht umsetzbar.
Beim Erder ist auch die Anbindung entscheidend, die darf nicht
wegfaulen.
IM TT Netz wird der Rcd eingesetzt, weil oft der Anlagenerder Ra nicht
klein genug ist, um die Abschaltbedingungen nach VDE 0100-410
einzuhalten.
TT oder TN Netz bringt aber hier keinen Vorteil, da der Schutz gegen
indirektes Berühren ( im Fehlerfalle) dann einzig vom RCD abhängt.
Auch normale Leitungsschutzschalter machen in der Regel keinen Sinn,
weil ein typischer Generator dieser Größe nur etwa das 3 fache des
Nennstroms im Kurzschlussfall bringt. Dazu kommt noch die Leitungslänge
vom Gen. bis zur Anlage.-> Abschaltbedingung nicht erfüllt, es sei denn,
die Charakteristik der LS Schalter wird auf den Generator abgestimmt
(etwa der nicht genormte Typ A ; das wieder bezahlt man mit
Fehlauslösungen bei E-Motorstart etc.
TN_C schon gar nicht, weil bei entsprechend hochohmigen Betriebserder Rb
der PEN (und die angeschlossenen "Körper") im Fehlerfall hohe Spannung
gegen Erde annehmen kann. Das in Verbindung mit unzureichenden
Abschaltbedingungen bzw Ra/Rb -> bzbzbaua ?!?? Und der PEN muß >= 10² !
(Das kann beim TT übrigens nicht passieren, ein Vorteil für die
Stallbewohner - 4 Beine parallelgeschaltet- die armen Schweine -
naja die haben ja Potentialsteuerung unter dem Boden, äh abschweif...)
Am einfachsten : vom Generator zur Anlage mit NYY Erdkabel, fertig.
regelmäßig Isolation des Generators prüfen (der wird ja nicht grad in
der Brühe stehen)
Oder: TN-S ab Generator: Staberder mit 2m Länge und RCD am Generator,
und mit NYY 3/5 x X zur Anlage, so ist auch durch den RCD die NYY
Zuleitung gegen (Knabbertier-)Erdschluss geschützt. Und beim RCD
regelmäßig die Prüftaste drücken.
Hupps schon wieder so lang ....
Timm Thaler schrieb:> Der Punkt ist doch: Welchen Sinn hat ein TT-System mit getrennten Erdern> auf so einem kleinen Raum.
Ein Gartengrundstück kann recht groß sein, und den Generator will man
gerne abseits stehen haben. Da kann es schon sinnvoll sein nur zweiadrig
vom Generator zum Verteiler gehen zu müssen, ein paar qmm will man ja
schon haben, wegen des Spannungsabfalls halt.
Ich würde ein IT bauen.
Wobei ich einen zentralen Erdspieß am Generator einsetzen würde, und vom
Generator aus 5 Adrig verlegen würde. Den Sternpunkt würde ich nicht
erden, nur das Generatorgehäuse.
Sven schrieb:> Ich würde ein IT bauen.> Wobei ich einen zentralen Erdspieß am Generator einsetzen würde, und vom> Generator aus 5 Adrig verlegen würde. Den Sternpunkt würde ich nicht> erden, nur das Generatorgehäuse.
Der Honda 30is ist ein Einphasen-Stomererzeuger.
Und latürnich ist da NICHT nur das Gehäuse mit dem Erder zu verbinden.
5 adrig? Wo 3 Adern genügen?
Hallo,
leider kann ich nichts direkt zur Problemlösung beitragen, aber evtl.
kann ja jemand aus den Veranstaltungsbereich was genaueres dazu sagen.
Also kleinere Veranstaltungen (Dorfkirmes, kleine Konzerte etc.) die
sich nicht an das öffentlich Netz anschließen können und über einen
größeren (fahrbaren) Generatorwagen zentral versorgt werden müssen ja
bestimmt Vorschriftmäßig gererdet werden.
Es wäre doch gelacht wenn niemand aus diesen Bereich hier im Forum
vertreten wäre der genau sagt was nun Sache ist (sein sollte).
Aber bitte nicht nach diesen Schema: "Wende dich an Fa. XY wir machen
dir gerne ein Angebot".
Eine korrekte Antwort(im VDE Sinn) ist ja nicht nur für den Fragesteller
interessant.
mfg
Joschi
Andrew Taylor schrieb:> Der Honda 30is ist ein Einphasen-Stomererzeuger.>> Und latürnich ist da NICHT nur das Gehäuse mit dem Erder zu verbinden.>> 5 adrig? Wo 3 Adern genügen?
Also ich bin von einem Drehstromgenerator ausgegangen.
Bei meinem Generator ist am Gehäuse eine Erdungsschraube vorhanden.
Die ist mit dem Gehäuse verbunden und auch mit dem PE Anschluss der CEE
Dose.
Der Sternpunkt ist nicht geerdet.
Wenn man das nicht selbst macht, sondern Phase 1-3/N/PE installiert,
dann ist ist auch nirgends eine Verbindung zwischen Sternpunkt und PE.