Hallo zusammen,
was haltet Ihr von der Deutschen Bahn als Arbeitgeber?
Karrierechancen, Vergütung, Familienfreundlichkeit etc.?
Habt Ihr Erfahrung mit der DB gemacht oder schonmal was pos./neg. von
der Bahn gehört?
Dankeschön.
Gruß
Tim
Die bahneigenen Dienstleister bieten doch auch Jobs. Die begegnen mir
gelegentlich mal bei Jobrecherchen. Nicht nur die Bahn selbst. Ich war
aber noch bei keinem von denen.
JungIng. schrieb:> Habt Ihr Erfahrung mit der DB gemacht oder schonmal was pos./neg. von> der Bahn gehört?
Die sch... Züge kommen immer zu spät!!!
Ne, Spaß bei Seite. Kommt drauf an, was man machen will.
Streckenbau-Ing. bedeutet viel draußen zu sein... Als Techniker bei der
DB wohl ganz normal.
Oder halt in Sachen Instandhaltung.
Hast du ein konkretes Angebot ?
Würde mich mal interessieren, was man als Ing. bei der Bahn so alles
machen kann!
Die Fahrpläne machen sicher irgendwelche BWLer.
Geld sollte kein Problem sein. Großer Konzern, teilweise vom Staat
unterstützt und in einer Branche, die nie aussterben wird. Züge fahren
immer... und wohl auch immer mit der DB.
Nein, habe noch kein konkretes Angebot. Nur demnächst ein
Vorstellungsgespräch. Als Ing. in der Fahrzeuginstandhaltung.
Habe mir aber Sagen lassen, dass die Gehaltswntwicklung bei der Bahn
ziemlich miserabel ist...
Habe einen Kollegen, der hat sich auf einen Job bei der Bahn in
Frankfurt beworben.
Er passte auf den Job sehr gut, nur das Gehalt war unterirdisch, nach
seiner Aussage.
Seine Gehaltsvorstellung lag über dem Gehalt seines Chefs.
Noch eine kleine Anekdote, eine gute Freundin, Freiberuflerin bei der
Bahn erzählte von einer Unterhaltung zweier BAHN-Beamten, die sich
unterhielten, was sie tun, wenn sie in Vor-Ruhestand gehen mit Mitte 50,
nur die waren erst Mitte 30.
Vorausplanen können die also.
Im Zweifel hingehen und dir anhören, was die so zahlen, Arbeitszeiten
etc.
JungIng. schrieb:> Habe mir aber Sagen lassen, dass die Gehaltswntwicklung bei der Bahn> ziemlich miserabel ist...
Das und auch deren Tarifvertrag ist um einiges schlechter als der der
Elektrometall. Bei der Bahn verdienen alle recht wenig (außer der
Vorstand) im Vergleich zu den Ansprüchen.
Ein Lokführer verdient z. B. deutlich schlechter als ein Facharbeiter in
der Industrie nach IGM. Auch ist der Urlaub ein Witz, die fangen dort
mit 26 Tagen an, erst ab dem 30. vollendeten Lebensjahr gibt es 29 Tage.
Bei IGM ohne wenn und aber sofort mind. 30 Tage, und so zieht sich das
fort.
Oft werden die paar Freifahrten und vergünstigten Fahrkarten von der DB
als Vorteil herausgehoben, die in Wirklichkeit keine sind. Wer will in
doppeltstöckigen Pöbeltransportern oder in stinkigen, uralten Flachparks
freiwillig mitfahren? Der Fernverkehr ist gerade ab Herbst eigentlich
immer deutlich zu spät und die ICEs fast immer randvoll ausgelastet.
Mitarbeiter mit vergünstigten Fahrkarten müssen dann als Erstes stehen.
Die DB Bahn AG ist einer der am schlecht zahlensten Konzerne in
Deutschland.
Gerade jetzt, wo die Wirtschaft noch brummt, sollte man sehen, dass man
was Besseres findet, Finger weg.
Kein Unternehmen Zukunft, sondern Unternehmen Bruch und Dallas, welches
das Geld im Ausland in riesengroße schwarze Löcher versenkt (hat)!
Aaalso, das Einstiegsgehalt bei der Bahn ist aufjedenfall
Konkurrenzfähig.
Bei Ing Absolventen je nach Aufgabe 42-43k oder 47-48k.
AAaaaaaaaaaaaaaaabeeeeeeeer danach sieht es einfach nur SCHEISSE AUS!
Alle fünf Jahre gibt es mehr und dann nur 150-200€ mehr im Monat.
Angenommen du fängst bei der BAHN mit 42-43k (all in) an und bleibst 25
Jahre in der gleichen Position dann hast du nach 25 Jahren 51-52k (all
in).
Bei anderen Konzernen hat man da schon 65k.
Dafür braucht man bei der BAHN absolut keine Existenzängste zu haben.
Man wird zwar kein Beamter mehr aber die Stelle ist sicher wie Sau.
Super Arbeitsklima, Familienfreundlich.
Aufstiegsmöglichkeiten sind eher gut (persönliche Bewertung)
FAZIT: Super Job für Frauen Ings die immer für Ihre Familie da sein
wollen und wo Geld eher im zweiten Plan steht. Sehr viele
Führungspositionen sind durch unkompetente Frauen besetzt, einziger
Grund ->Frauenquote und kommt in der Presse positiv rüber. (Sollte jetzt
nicht Frauenfeindlich sein aber einige werde verstehen was ich meine)
Aber für Männer Ings mit ausgeprägtem Ego absolutes NO GO!
Ich persönlich konnte das ganze nicht länger hinnehmen. Der Urlaub ist
auch nur ein WITZ 25 Tage Bei 40h/Woche. Die 26 Tage von meinem
Vorredner waren bei mir im Werk nicht der Fall. Aer dafür fast garkeine
Überstunden und fast garkeine Dienstreisen.
Hoffe konnte euch überzeugen, dass das nicht der Beste Arbeitgeber ist
wenn es um Kohle geht. Aber der beste auf der Welt wenn einem
Familienleben, Ruhe, Angenehmes Arbeitsklime und sichere Stelle
wichtiger ist als $€$€$€.
Ich persönlich fand den finanziellen Unterschied viel zu groß, obwohl
ich sehr viel Wert auf Familienleben gebe.
Zuckerle schrieb im Beitrag #2369298:
> Habe ihn voriges Jahr besucht und den Porsche-Cheyenne-S neben seinem> Passat geparkt.
Mit wird grad kotzübel.
Leute, das hier ist keine Plattform für Leute mit Status-Symptomen.
Und nein, wir sind nicht neidisch auf dein Auto.
Normale leute würden schreiben: "Ich habe die richtige Entscheidung
getroffen und bin nicht zurück zur Bahn gegangen. Dadurch geht es mir
heute finanziell besser."
Sowas, wie in dem Beitrag zu lesen, kann man natürlich auch daraus
machen. Dafür klingst dann mega-peinlich, wenn es denn überhaupt stimmt.
Weiter so!
Ingenieur schrieb:> Zuckerle schrieb:>> Habe ihn voriges Jahr besucht und den Porsche-Cheyenne-S neben seinem>> Passat geparkt.>> Mit wird grad kotzübel.>> Leute, das hier ist keine Plattform für Leute mit Status-Symptomen.>> Und nein, wir sind nicht neidisch auf dein Auto.
Na ja, wers braucht.. Für den Preis gibt es auch deutlich schönere
Autos.
Zuckerle schrieb im Beitrag #2369298:
> Habe ihn voriges Jahr besucht und den Porsche-Cheyenne-S neben seinem>> Passat geparkt.
Das sagt so mal gar nichts aus. Vielleicht hat "er" eine schöne Hütte
und jede Menge Geld auf dem Konto, während Du dich an deinem geleasten
Porsche erfreust und noch bei Mutti im Keller wohnst.
Zuckerle schrieb im Beitrag #2369298:
> Habe ihn voriges Jahr besucht und den Porsche-Cheyenne-S neben seinem> Passat geparkt.
Das Porsche - Modell für den finanziell potenten Kunden heisst Cayenne.
Cheyenne heißen die Mountains in der das StarGate steht ...
MfG,
Ex Bahner schrieb:> Hoffe konnte euch überzeugen, dass das nicht der Beste Arbeitgeber ist> wenn es um Kohle geht. Aber der beste auf der Welt wenn einem> Familienleben, Ruhe, Angenehmes Arbeitsklime und sichere Stelle> wichtiger ist als $€$€$€.
Vorsicht mit solchen pauschalen Äußerungen. Zwei ehemalige Kollegen von
mir (beide 50+, Meister, bzw. Ing.) pendeln jetzt zwischen 300 und
500km, weil das hiesige Werk geschlossen wurde und sonst in der Region
keine freien Stellen verfügbar waren. Denen wurde die Pistole auf die
Brust gesetzt, Job annehmen oder Kündigung. Beide haben Familie, die
Frauen haben hier ihre Jobs. Das ganze übrigens mit Segen vom
Betriebsrat und in einem Fall auch mit dem OK vom Arbeitsgericht. Da die
DB ein bundesweiter AG ist und im AV der übliche Passus der örtlichen
Mobilität drin steht, muss man im Ernstfall der Arbeit hinterherziehen.
Für solche Arbeitsbedingungen ist das Gehalt mehr als unterirdisch. Das
wurde aber oben schon im Detail beschrieben. Natürlich kann man Glück
haben und sitzt bis zur Rente am gleichen Schreibtisch. Doch die Regel
ist es nicht mehr. Übrigens, verbeamtet wird bei der DB seit der
Bahnreform überhaupt nicht mehr. Bis aber die "Altbestände" in Pension
gehen, dauert es noch ein paar Jahrzehnte...
Zuckerle schrieb im Beitrag #2370026:
> Nun ja, ist halt ein Unterschied ob man bei der DB den sicheren Weg geht> mit allen Vor- und Nachteilen und einer 40 Stunden Woche oder ob man im> internationalen Anlagenbau weltweit bei 400 Stunden/Monat tätig ist.
In dem Fall ist wohl das wohl eher die Frage ob man in einem
funktionirendem sozialem Umfeld mit echten Freunden lebt, oder ob mann
sich das ganze schönredet.
Zuckerle schrieb im Beitrag #2370088:
> Es geht auch beides. Als Permanent-Hartzer hat man natürlich einen> größeren Bekanntenkreis. Ob man einen größeren Freundeskreis hat> bezweifele ich.
... und er redet es sich doch schön...
aber da du ja sehr oft hier in diesem Forum schreibst, bezweifel ich,
dass du wirklich im weltweiten Anlagenbau tätig bist.
Wenn das wirklich der Fall wäre, dann wärst du von 08.00 - 20.00 Uhr
damit beschäftigt, deine Maschine in gang zu bringen und nicht rund um
die Uhr hier zu surfen... ich war selbst Weltweit unterwegs, teilsweise
8 Wochen am Stück, werd in dem Beruf Frau und Kinder hat, der braucht
tatsächlich einen Porsche... um mit dem dann vor seinen Problemen zu
Hause davonzufahren, wenn man mal übers verlängerte Wochenende zu Hause
ist. Ich behaupte 75 % der Ehen von Leuten, die viel Unterwegs sind,
gehen kaputt. Ich habe viele Männer mit ausländischen Frau in 2ter Ehe
kennengelernt.
Was die Ehefrauen in den 8 Wochen allein zu Hause machen, kann man sich
ja fast denken. Und das denke ich mir jetzt nicht aus. Alles erlebt,
nicht persöhnlich, aber oft geschildert bekommen.
Klar sieht es gut aus, wenn man jeden Monat 10.000 Euro (inklusive
Spesen) auf das Konto flattern.. aber was hab ich denn davon. NICHTS !!!
Ok, einen Porsche kann ich mir kaufen, der dann 10x im Jahr bewegt
wird... Prima.
Nur die eigene Ehefrau hat was davon, die nicht Arbeiten braucht und
dann noch mehr zweit hat.. für die anderen Dinge des Lebens...
Ich habe den Absprung zum Glück geschafft und bin jeden Tag zu hause und
fahre auch ein schönes auto ;-)
zudem habe ich sogar noch zeit, mein geld auszugeben, und muss nicht auf
meine rente warten, wenn ich dann mal wieder regelmäßig zu hause bin
Vielleicht hast du Glück, und deine Frau ist treu, mal vorausgesetzt, du
bist es. Jedoch glaube ich, dass du uns allen hier ein schönes Märchen
erzählst.
Jens schrieb:> Vorsicht mit solchen pauschalen Äußerungen. Zwei ehemalige Kollegen von> mir (beide 50+, Meister, bzw. Ing.) pendeln jetzt zwischen 300 und> 500km, weil das hiesige Werk geschlossen wurde und sonst in der Region> keine freien Stellen verfügbar waren.
Das ist wahr. Es gibt zwar eine Art Beschäftigungsgarantie, aber in ganz
Deutschland und für jede Tätigkeit ink. Herunterstufung. Die DB kann
einen auch als Ingenieur zu DB Service oder DB Sicherheit nach kurzer
Umschulung stecken mit runtergestufter Bezahlung.
Muss dem EFF Klasse 3-Inhaber zustimmen, die DB ist auch mir der
bekannte schlechteste Konzern. Dort sind die Nachteile eines
Staatsbetriebs mit den Nachteilen der Privatwirtschaft kombiniert
worden, ohne gleichzeitig die Vorteile zu übernehmen. Mich wundert, dass
die überhaupt noch ausreichend geeignetes Personal finden, bei den
Anforderungen, die die DB gleichzeitig stellt.
Denen ihr einziges Oberargument, intern mantraartig wiederholt, was die
bringen ist, dass die Kohle immer pünktlich auf dem Konto ist und dies
angeblich in Deutschland keine Selbstverständlichkeit sei!?
Das dürfte wohl bei den meisten Betrieben in Deutschland so sein, von
denen die kurz vor der Privatinsolvenz stehen mal abgesehen.
Streckentrenner schrieb:> Das ist wahr. Es gibt zwar eine Art Beschäftigungsgarantie, aber in ganz> Deutschland und für jede Tätigkeit ink. Herunterstufung.
Das ist wohl wahr. Ich war zwar bei der Post als Techniker, Handwerker,
aber man konnte zu jeder Zeit bundesweit versetzt werden. Ein
Riesen-Konzern mit Standorten an jedem bundesdeutschen Ort garantiert
nicht die feste Ortsansässigkeit. Man bestrebt es, aber wenn es die
Verhältnisse mal nicht anders zu lassen, wird man versetzt. Einmal
erlebte ich das selbst schon mal. Umzug von einer in die andere
Großstadt. Glücklicherweise nicht weit. Immerhin war man aber im
Konzern, und mußte sich um Jobverlust so gut wie gar keine Gedanken
machen, wenn man nicht goldene Löffel klaute.
Der Chef drohte mir bei einer Meinungsverschiedenheit einmal mit
Versetzung von Köln nach Fürstenfeldbrugg. Nun ja, Fürstenfeldbrugg ist
ein schöner Ort, und ich bewarb mich dann innerbetrieblich dort. ;-) Hat
leider nicht geklappt. Man brauchte im Gegenzug einen gleichwertigen
Tauschpartner. Bei einem Hamburger Kollegen klappte es mal, daß er mit
einem aus Köln tauschte. Der hatte eine Kölner Lebensgefährtin, und
wollte dort hin. Früher mit 30 oder 35 war ich noch bundesweit
flexibler. Heute sind z.B. meine Eltern uralt, und wenn sie mal ins Gras
beißen, möchte ich mich nicht telefonisch oder per Email aus 600km
Entfernung verabschieden. Manchen ist das gleichgültig, aber mir nicht.
Die brauchen auch heute regional mal meine Hilfe innerhalb der Woche. So
heilig kann mir Arbeit sonstwo weit weg gar nicht sein. Ich erlebte das
auch schon bei anderen Bekannten. Wenn es mal so weit ist, daß Vater
oder Mutter immer öfter und länger im Krankenhaus liegen, kommen sie aus
weiten Entfernungen alle zurück. Besonders Frauen.
In meiner letzten Zeit bei der Post (bis 1995) wurde darüber spekuliert,
nicht benötigte Beamte gegen Entgelt an Privatbetriebe zu vermieten. So
weit war man also damals schon. Es gab überschüssiges Personal. Deswegen
ging ich mit guter Abfindung auch weg, um neue Wege zu gehen.
Wissensmäßig ausbildungsmäßig hatten die Leute alles drauf, wenn nicht
sie sogar denen aus der Privatwirtschaft überlegen waren.
Post (Telekom) und (Deutsche) Bahn, das tut sich untereinander nicht
viel, die Verhältnisse sind ähnlich. Beides privatisierte ehemalige
Staatsbetriebe.
Wenigstens war das aber mit Reisekosten und Trennungsgeld, Unterkunft,
und was es da alles gibt, schmerzfrei versehen. Nicht wie bei den
meisten Personaldienstleistern.
Der Sohn eines alten Nachbarn baute hier in der Gegend auch gerade ein
Haus und hat Familie. Sein Standort wurde hier aufgelöst, jetzt hängt er
die Woche über 200km weiter, und alle sind stinkig. Die Stadt kämpfte
monatelang mit dem Betrieb gegen die Auflösung. Aber, steter Tropfen
höhlt den Stein. Am Ende war der Kampf verloren. Immerhin ist er als
Beamter relativ unkündbar, wenn er nicht von selbst vom Betrieb weg
möchte.