Hi,
ich bin 22 1/2 Jahre alt und studiere Mechatronik an der Dualen
Hochschule Baden Würtemberg in Mannheim, bin gerade ins 3. Semester
gekommen. Viele kennen es noch als "BA-Studium". D.h. ich studiere
insgesamt 6 Semester bis zum Bachelor und habe je Semester 3 Monate
Theorie an der DHBW und 3 Monate Praxisphase in meinem
Ausbildungsbetrieb. Achtung, ich mache keine gewöhnliche "Ausbildung"
nebenher. Und ich bin mit der Studienqualität absolut nicht zufrieden.
Warum?
Nunja, man muss sich mal überlegen, hier wird Stoff von 3
Universitätsjahren in 1,5 Jahren in den Theoriephasen behandelt. Wir
haben ca. 1/3 mehr Wochenstunden als Uni-Studenten. Freizeit bleibt da
natürlich nicht viel, womit ich aber klar komme. Leider ist die
Studienqualität auch dementsprechend schlecht. Gerade in nem Fach wo
Maschinenbau, Informationstechnik und Elektrotechnik zusammentrifft
liegt die Gefahr nahe, dass vieles nur oberflächlich behandelt wird. Und
manche Fächer sind an Oberflächlichkeit nicht zu toppen. Beispielsweise
haben wir die Themenbereiche Festigkeitslehre und Kinematik der
Technischen Mechanik innerhalb von einer Theoriephase (Effektiv 2 1/2
Monate) durchgenudelt, was an einer richtigen Uni den Faktor 4 bis 8 der
Zeit in Anspruch nimmt. Entsprechend niedrig war natürlich das Niveau
der Klausur, wir werden also in vielen Fächern, die mich wirklich
interessieren und die ich auch gerne wissenschaftlich behandeln würde
nur auf reine Anwendung getrimmt. Elektrotechnik hingegeben haben wir
recht anständig und auch einigermaßen wissenschaftlich durchgenommen.
Das waren jetzt nur zwei Beispiele. Zudem haben wir noch Fächer wie BWL
(4 Semester lang), Statistische Prozesskontrolle, Projektmanagement und
Englisch. Das ist zwar grundsätzlich nicht falsch, aber irgendwie komm
ich nicht damit klar, dass dann andere fachspezifische so dermaßen unter
den Tisch fallen. (Wir hatten grade 3 Tage lang Getriebelehre... ich
fands richtig interessant.. aber so Oberflächlich.. es ist ein Witz.. da
blutet mir das Herz).
Ich bin nicht derjenige der darauf abzielt, später einfach nur
irgendwelche Zahlen in irgendwelche vorgegebenen Formeln einzusetzen.
Ich will mich mit den tiefergehenden Zusammenhängen beschäftigen. Ich
will wissen, wie man auf die Formeln gekommen ist.
Man könnt ja jetzt auch sagen.. ja wenn ich Zeit und Lust hab kann ich
mich ja freiwillig noch wissenschaftlich mit dem Kram auseinandersetzen.
Aber 1. hab ich quasi keine Zeit dazu weil mich das Studium (nicht
zuletzt auch wegen BWL, Projektmanagement, usw..) schon mehr als genug
auslastet. In der Praxisphase bin ich jeden Tag 9 Stunden aus dem Haus
und darf zusätzlich noch irgendeine größere "Hausaufgabe" von der DHBW
oder den Praxisbericht anfertigen und 2. rechnet mir das hinterher
niemand mehr an. Zudem käme ich damit in den Klausuren auch nicht weit.
In den Praxisphasen bearbeite ich irgendwelche Projekte. Aber
irgendetwas von meinem erlernten kann ich da nicht anwenden. Ich bin da
eignetlich nur um Kleinigkeiten zu bearbeiten, für die es eigentlich zu
teuer wäre eine normale Arbeitskraft zu bezahlen. Ich soll die Firma
kennen lernen. Angenommen ich wäre später in einer ganz anderen Firma
dann kann man quasi schon fast sagen, dass mir diese hier Zeit verloren
gegangen ist.
Ich habe das Gefühl, wir werden hier zu reinen Anwendungsbimbos
herangezogen. Die Leute die später mal zwar die Teams leiten und die
Leute koordinieren, da sie das Unternehmen schon kennen und einen
Überblick über viele Fachgebiete, praktischerweise gepaart mit Wissen in
BWL, Projektmanagement, Statistik und Pipapo. Aber da will ich nicht
hin. Ich bin "Entwickler" aus leidenschaft und das wird auch immer so
bleiben. Aber hab ich mit diesem Abschluss chancen in der Entwicklung?
Zudem wenn ich es von meinem Studium aus nie gewohnt war, mich
tiefgründig mit etwas auseinanderzusetzen und daher darin gar keine
Erfahrung habe?
Ob ich dann noch einen Master machen kann und ob ich den nur an einer FH
oder doch an einer Uni machen könnte steht ja auch noch nicht fest.
Ich bin daher schwer am überlegen, ob ich an die Uni wechseln sollte.
Die TU Darmstadt bietet sich z.B. an. Ich würde dann wahrscheinlich
sogar nochmal von 0 aus anfangen. Ich würde mein Umfeld, mein Gehalt,
meine positiven Berufsaussichten (auf eine oberflächliche Tätigkeit, die
ich nicht ausüben möchte), die Aussichten auf ein gutes Einstiegsgehalt,
1 1/2 Jahre bisherige Studienzeit verlieren. Ich müsste Bafög
beantragen, nebenher arbeiten gehen und fortan mit dem Zug zur Uni
pendeln. Dafür kann ich mich tatsächlich an einer der besten TUs
Deutschlands Tag für Tag, volle 5-6 Monate pro Semester auf (davon gehe
ich aus) hohem Niveau mit meinem Fach beschäftigen. Den Master kann ich
dann auch an der gleichen Uni machen.
So wie ich das jetzt darstele klingt das ja ganz toll aber die Frage
ist: Ist das auch so wie ich mir das vorstelle? Habe ich wirklich später
keine/schlechte Chancen in der Entwicklung? Bin ich dazu verdammt einen
Leitungs-Beruf auszuüben, den ich nicht ausüben will? Habe ich wirklich
keine Chance auf den Master an einer Universität? Würde ich den
überhaupt bestehen? Interessiert es mich nach ein paar Jahren
Berufstätigkeit vielleicht garnicht mehr, ob ich weiterhin dieses
oberflächliche duale Studium über mich ergehen lassen habe oder ob ich
doch auf die Universität gegangen bin? Oder habe ich da noch Jahre lang
dran zu zehren?
Ich bin ratlos, ich dreh mich im Kreis und ich bin einfach nur
vollkommen unzufrieden mit meiner Situation. Daher bin ich um jede
Erfahrung froh.
Liebe Grüße,
ein dualer Student
Student schrieb:> Bin ich dazu verdammt einen> Leitungs-Beruf auszuüben, den ich nicht ausüben will?
Die meisten Entwicklunghsingenieure wollen sich auch weiterentwickeln
und nicht ihr ganzes Berufsleben in der Entwicklung arbeiten. Eine
leitende Position ist für die meisten das Ziel,jedoch fehlt oft die
Möglichkeit aufzusteigen. Als BA wirst du gezielt auf leitende
Positionen vorbereitet, du bist bereits vernetzt, dieses Netz fehlt den
normalen Absolventen. Also vielleicht doch noch mal überlegen, ob du das
BA-Studium abbrichst.
Das Problem mit solchen Instituten ist, das die eigenständig
wirtschaften und zusehen müssen das sie ihre Kurse füllen.
Das geht dann zu Lasten der Qualität. Man bekommt ohnehin
nur ein Grundgerüst an Wissen verpasst und die Fähigkeit
notfalls selbstständig nach Lösungen zu suchen. Wenn man
die bereits zugebrachte Zeit nicht anders nutzbar machen kann,
dann kann man nur weiter machen. Wenn die Klausuren so
flach gehalten sind das die leicht zu bestehen sind, sei
doch froh. Bei den heutigen Studiengängen geht es doch eher
um Quantität. Im Job ist man dann sowieso auf sich selbst
gestellt.
Ist es nicht etwas zu früh dich mit gerade mal 3 Semestern als
Entwickler zu bezeichnen? Du bist bisher noch nichts und weißt auch noch
so gut wie gar nichts, also bleib mal locker und versuch nichts zu
erzwingen. Eine Vertiefung kannst du zur Not auch noch in einem
anschließenden Masterstudiengang machen...
> Wenn du bei einem Großen sitzt
wirst Du vermutlich ein kleines Licht bleiben. Leitungsfunktionen sind
dort meisten mit einer Promotion und weniger mit einer Ausbildung an
einer BA verbunden.
Hallo Student,
wenn Du den Master machen willst, hast du vermutlich auch an einer Uni
in Badenwürttemberg Chancen mit BA Abschluß, wenn du vor der
Studentenschwemme annkommst. Ich gebe dir den Rat, daß Du vor du deinen
Master machst, auf jeden Fall mit dem entsprechenden Institut,Kontakt
aufnimmst. Dort solltest Du mit dem Professor oder
Studiengangs-/Vertiefungsberater reden, was für BA Studenten notwendig
ist. Wenn du überdurchschnittlich gut bist -gutes Zeugnis, oder etwas
kannst, das dein Professor unbedingt braucht- kannst du in
Baden-Württemberg auch mit einem BA Studium promovieren. Da gilt es dann
allerdings genau den richtigen Prof zu finden, was nicht unbedingt
einfach ist.
An der Uni werden Themen ebenfalls nur angerissen. Du hast eventuell
zwar weniger Studen auf dem Stundenplan, aber dafür mußt Du den Rest
eben selbst erledigen. D.h. tiefgründige Erfahrung ist an der Uni auch
nur durch Selbststudium zu erreichen.
Der Wechsel mit einem DHBW-Bachelor an eine Uni ist in Baden-Württemberg
kein Problem. Da der DHBW-Abschluss Akkreditiert ist steht auch der
Grundsätzlichen Zulassung zu einem Master nichts im wege. Ein größeres
Problem könnten viele Bewerber auf den Master durch Uni-eigene
bachelorabsolventen und damit besserer notwendiger Notenschnitt sein.
Auch ist der Master an der Uni für einen Bachelor Absolventen von einer
DHBW gut machbar, wenn er bereit ist in Mathematik nachzuhollen und sich
darin fitt zu machen. Den größten Unterschied merkt man in den
mathematischen Grundlagen, die an der Uni einfach tiefer gefordert
werden.
Ansonsten ist das Niveau recht gleichmässig verteilt. Es gibt an beiden
Institutionen schwerere und leichtere/Oberflächlichere Fächer.
letztlich halten sich auch die Noten etwa gleich, da man an der DHBW
weniger zeit zum lernen hat als an der uni, an der uni dafür tieferes
Wissen gefordert ist wofür man aber mehr zeit zur Verfügung hat.
Bezüglich der "simplen Aufgaben in der Praxisphase": Was erwartest du
mit gerade einmal 2 Semestern wissen? Du hast erst die Grundlagen (und
nicht einmal diese komplett) durch. Da kannst du noch keine komplexeren
Aufgaben selbstständig lösen, ohne ständig an etwas zu hängen weil dir
einfach das theoretische Grundwissen dazu fehlt. oder zumindest das
Wissen was man da braucht um es dir dann anzueignen. das kannst du nach
dem 4ten Semester wenn die grundlagen soweit durch sind und es in die
Vertiefungen geht, vorher ist das sehr schwierig.
Meine Empfehlung wäre es den bachelor an der DHBW durchzuziehen und
Kontakte in deiner Firma und ggf. auch zu anderen zu knüpfen (das kann
man gut in den höheren prxisphasen durch passende Praxisarbeiten
erreichen) und im Anschluss einen Master an einer Uni zu machen. Zuvor
solltest du dich aber informieren was die zulassungsvorraussetzungen an
deiner Wunschuni wären, um da keine bösen Überraschungen zu erleben.
Das alles ist geschrieben von jmd. der DHBW abgeschlossen hat und jetzt
erfolgreich Master an einer Uni macht. Von daher kein Geschwätz "was man
mal wo von jemanden gehört hat"
Schmeiss doch hin, und geh an eine FH oder Uni und mach deinen Bac.
dort.
(Nach 2 Wochen beißt du dir in deinen eigenen Hintern, weil du so blöd
bist!)
An den Student,
das wird anderswo nicht besser. Auch nicht in der Universität, oder FH.
Das ist eben der deutsche Bachelor. Dieser erlaubt an den allermeisten
deutschen Hochschulen kein tiefes Verständnis von Inhalten. Es ist
Lernbulemie angesagt.
Ja, du hast an einer Universität, oder auch FH dann 3 Jahre nur Theorie.
Aber glaube nicht, dass du so Zeit für das erlangen von tiefem
Verständnis des Inhaltes hättest. Die Hochschulen sorgen schon dafür,
dass du ausreichend mit Stoff und "Pflichthausaufgaben" zugeballert
wirst.
Meine Meinung:
Falscher Studiengang für dich, Mechatronik ist ein Mischfach aus
verschiedenen Studienfächern und daher per se verkürzt, um den Inhalt
überhaupt in ein Studium reinzukriegen. Dass die Tiefe darunter leidet,
ist offensichtlich.
Auch die Geschichte mit BWL usw ist verständlich, wenn man sich
überlegt, wo solche Generalisten eingesetzt werden, nämlich in der
Projektplanung, wo ihre Übersicht gebraucht wird (nicht so stark
spezialisiert).
Mein Rat:
Zieh es durch. Berufserfahrung, BA-Wisch haste dann in der Tasche, dann
kannst du dich immer noch nach einer guten Stelle umsehen.
Später kannste dich mit deinem BA sicherlich sogar noch über einen
Master spezialisieren, falls dir das zusagt.
Ich schließ mich Floh an, ziehs durch!
Spezilisieren kannst du dich später wirklich noch...
Dass du nur ein Sklave der Industrie bist hätte Dir vorher klar sein
sollen.
Das Studium an einer Berufsakademie wurde von den beteiligten Firmen
erfunden und dann einem gewissen Bundesland durch "Landschaftspflege"
schmackhaft gemacht. Das Ziel war, dass die Firmen Heizdüsen und
Wichtigmacher für die zukünftige Tätigkeit im mittlere Management
schnell mit einem akademischen Abschluss versehen konnten. Solides
technisches Wissen war jetzt nicht so wichtig.
Von der Ingenieurqualifikation waren die Berufsakademie-Abschlüsse daher
immer der Bodensatz, die Nummer Drei nach Uni- und FH-Abschluss.
Absolventen sind von Technik besser fernzuhalten. Da ändert es auch
nichts, wenn zwischenzeitlich aus dem hausgemachten (BA)-Abschluss ein
offizieller Bachelor geworden ist.
Da den Anspruch zu erheben etwas
> wissenschaftlich behandeln
zu wollen ist schon sehr vermessen.
Daher verstehe ich nicht, wie man ein solches Studium wählen kann, und
den Arbeitsvertrag unterschreibt, wenn man in Wirklichkeit andere
Ansprüche hat. Ist das die Bezahlung wirklich wert? Wer wissenschaftlich
arbeiten will, soll es an einer wissenschaftlichen Hochschule versuchen.
Die ist übrigens härter, da gibt es keine zwischenzeitlichen
dreimonatigen Entspannungsphasen im Betrieb.
Student schrieb:> Aber 1. hab ich quasi keine Zeit dazu weil mich das Studium (nicht> zuletzt auch wegen BWL, Projektmanagement, usw..)
Dummerweise sind genau diese Fächer in der Praxis genauso wichtig wie
die technischen Fächer. Gerade weil du ja schon in einem Unternehmen
arbeitest solltest du das doch wissen.
Dass du das an mehreren Stellen in deinem Post als absolut sinnlos
hinstellst schockiert mich da doch etwas.
Student schrieb:> Ob ich dann noch einen Master machen kann und ob ich den nur an einer FH> oder doch an einer Uni machen könnte steht ja auch noch nicht fest.
Natürlich kannst du den Master machen, du hast nach Abschluss
schließlich einen ganz normalen Bachelor. Die Unis werden dich zwar
sicherlich einige Grundlagenfächer wiederholen lassen, aber das ist ja
genau das, was du möchtest. Von daher ist das für dich durchaus ein
sinnvoller Weg, weil du alles nachholst, was du möchtest und dabei
keinen Bruch im Lebenslauf einbaust.
Davon abgesehen glaube ich auch nicht unbedingt, dass die Uni wirklich
so ist, wie du die sie vorstellst. Im Endeffekt ist das Studium nur die
Eintrittskarte in das Berufsleben, die 3-5 Jahre die du damit
beschäftigt bist interessieren dich nach 10 Jahren Berufserfahrung nicht
mehr wirklich.
Die Berufsaussichten werden mit Uni-Abschluss nicht besser. Als
Entwicklungsingenieur kannst du genauso auch mit dem DH-Abschluss
arbeiten. Den Master kannst du im Prinzip auch nebenberuflich nachholen
(allerdings dann natürlich wieder mit Abstrichen in der Tiefe).
Ich hab jetzt nicht alles gelesen, aber glaubst du dass es an einer FH
besser ist? Eher nicht. Es ist eben der Bachelor, wenn du mehr in die
Tiefe willst mach den Master hinten dran.
So wie es viele machen von der DHBW. Ich habe auch einen DHBW Bachelor
(E-Technik), vorteil ist, dass du direkt einen Job hast und dadurch
Erfahrung/Kontakte sammelst.
DU hast eben die DHBW gewählt. War dir nicht klar, dass du in 1/2 der
Zeit nicht die selbe tiefen Erkenntnisse erlangst? Der Stoff ist
teilweise der gleich wie an der FH, aber es bleibt halt effektiv weniger
hängen. So ist das eben.
Mein Tipp: Mach den Bachelor fertig und danach den Master!
Edit: Ich arbeitet trotzdem in der Entwicklung. Klar hat man etwas
weniger theoretisches Wissen, aber mit etwas Einsatz klappt das trotzdem
:)
So.. vielen Dank für die vielen Antworten und Meinungen!
Immerhin ist das ganze deutlich positiver ausgefallen wie ich mir
gedacht hatte. Ich würde mich auf jeden Fall drum bemühen den Bachelor
gut hinter mich zu bringen und dann die Chance auf nen Master zu haben.
Dass das Studium an manchen Stellen so dermaßen ausgedünnt abläuft wie
jetzt war mir bei der Bewerbung in der tat nicht bewusst. Vielleicht
hätte ich mich da besser informieren sollen, aber da gingen die
Meinungen auch stark auseinander und ich bin eher einer der wenigen, die
das alles so empfinden.
Natürlich erachte ich die oben genannten Schlüsselqualifikationen à la
BWL und co. nicht als absolut sinnlos. Aber wenn ich mal gerne eher in
Richtung Entwicklung als in Richtung Projektleitung gehen möchte wird
mir das unter Berücksichtigung des Aspekts, dass der "mechatronische"
part ohnehin schon viel zu ausgedünnt ist, etwas zuviel des guten. Mit
anderen Worten: ich strebe nicht die Positionen an, für die diese
Qualifikation später mal von Relevanz sind. Vielleicht hab ich da auch
einfach nur eine etwas verknackste Vorstellung von.
Ich hoffe ja, dass es mich ein paar Jahre nach Berufseinstieg nicht mehr
interessieren wird, was ich mal genau wann studiert hab, weil ich mir
dann alle Wege selbst öffnen kann. Möchte mir jetzt halt nur nichts
verbauen, weil ich mal irgendwann nicht den richtigen Weg gegangen bin.
Grüße
Herbert schrieb:> wirst Du vermutlich ein kleines Licht bleiben. Leitungsfunktionen sind> dort meisten mit einer Promotion und weniger mit einer Ausbildung an> einer BA verbunden.
Nicht wirklich.
Matthias Keller
"DU hast eben die DHBW gewählt. War dir nicht klar, dass du in 1/2 der
Zeit nicht die selbe tiefen Erkenntnisse erlangst? Der Stoff ist
teilweise der gleich wie an der FH, aber es bleibt halt effektiv weniger
hängen. So ist das eben."
An der DHBW gibt's für 6Sem 210ECTS ,weil der Zeitaufwand höher ist (das
heist die Belastung ist dort höher!). An sich haben Studenten der DHBW
bewiesen das sie mit Stress und hohen Leistungsanforderungen umgehen
können
Noch ein Aspekt bei der Sache: Das Problem an Mechatronik ist natürlich
auch, dass das sowieso schon mehrere Fachrichtungen vereinen soll. Dafür
ist die Zeit natürlich dann extrem knapp, auch an der FH und Uni. Beim
Master solltest du dich dann auf jeden Fall für eine Spezialisierung
entscheiden, wenn du dir mehr Tiefe wünschst.
>> wirst Du vermutlich ein kleines Licht bleiben. Leitungsfunktionen sind>> dort meisten mit einer Promotion und weniger mit einer Ausbildung an>> einer BA verbunden.>Nicht wirklich.
Aber meistens.
Mine Fields schrieb:> Noch ein Aspekt bei der Sache: Das Problem an Mechatronik ist natürlich> auch, dass das sowieso schon mehrere Fachrichtungen vereinen soll. Dafür> ist die Zeit natürlich dann extrem knapp, auch an der FH und Uni. Beim> Master solltest du dich dann auf jeden Fall für eine Spezialisierung> entscheiden, wenn du dir mehr Tiefe wünschst.
An der DHBW kommt halt zum Aspekt des sehr knappen Zeitrahmens noch die
Tatsache dazu, dass unser Mechatronik-Studium zu einem großen Teil aus
BWL/Projektmanagement zu bestehen scheint. Hier mal ein Auszug an
Schlüsselqualifikationsfächern, die wir haben:
Qualitätssicherung
Organisation, Personal und Management
Planspiel
Angewandte Qualitätssicherung
BWL
Projektmanagement
Betriebsorganisation & PPS
Recht
Grundlagen BWL
Versteht mich nicht falsch, diese Fächer haben sicher alle ihre
Existensberechtigung. Aber mir kommt es ganz klar so vor, wie als werde
ich hier viel zu stark auf diese Schlüsselqualifikationen ausgebildet.
Ich bin Techniker mit Leib und seele und möchte natürlich nicht mehr als
nötig mit diesen Gebieten zu tun haben. In diesen Fächern kriege ich
Noten, da muss ich gut drin sein. D.h. ein nicht zu verachtender Teil
meiner Endnote hängt von Fächern ab, die mich überhaupt nicht
interessieren. Wie gesagt, bleibt keine Zeit um sich tiefergehend mit
technischen Sachverhalten und deren mathematischer Hintergründe
auseinanderzusetzen. Wir kriegen quasi nur Formeln hingeklatscht, die
wir dann anwenden. Keine Herleitungen, kein tiefergehendes Verständnis.
Und das kotzt mich so richtig an!
Was mir eben am meisten Sorge bereitet ist, dass ich mir durch mein
duales Studium jetzt mein ganzes Leben verbau. Wenn ich später
tagtäglich einen Beruf ausüben muss, wo ich mehr mit Marketing,
Vertrieb, Kunden, Projekt- & Zeitmanagement zu tun hab, wo ich quasi nur
die Leute rumschubs und mit ansehen muss, wie die den Job erledigen, den
ich aufgrund meiner mangelnden Qualifikation trotz aller Leidenschaft
nicht ausführen darf, dann kann ich mir auch gleich nen Strick besorgen.
Sind meine Sorgen nun begründet oder nicht?
Studium nur Eintrittskarte ins Berufsleben oder doch die besiegelung des
späteren Schicksals?
Student schrieb:> Hier mal ein Auszug an> Schlüsselqualifikationsfächern, die wir haben:
Logisch. Du kannst rechtliche (darf man das), wirtschaftliche (lohnt es
sich) und technische (geht das so) Aspekte des Projekts analysieren, das
was ein guter Projektleiter machen sollte.
Student schrieb:> Sind meine Sorgen nun begründet oder nicht?
An sich ist die Sorge begründet, aber das wenigste Wissen wird in der
Praxis später dann auch wirklich benötigt. Viel mehr zeigt deine
dokumentierte Qualifikation einem späteren Arbeitgeber wie lernfähig
du bist und das dürfte ihn am meisten interessieren. Später muss man
sich dann neues Wissen im Job möglichst kurzfristig aneignen.
Nach Jahren der Berufstätigkeit und Spezialisierung kräht nach dem
Abschluss ohnehin keiner mehr. Man könnte auch sagen das so ein
Wisch verjährt.
Student schrieb:> An der DHBW kommt halt zum Aspekt des sehr knappen Zeitrahmens noch die> Tatsache dazu, dass unser Mechatronik-Studium zu einem großen Teil aus> BWL/Projektmanagement zu bestehen scheint.
In Mannheim ist es wohl so, dass der Mechatronikstudiengang sehr stark
auf Produktionsleitung ausgelegt ist. Das liegt aber nicht an der
Hochschulform, sondern am Schwerpunkt.
Student schrieb:> Was mir eben am meisten Sorge bereitet ist, dass ich mir durch mein> duales Studium jetzt mein ganzes Leben verbau.
Darum brauchst du dir keine Gedanken mahen. Wenn du in einen anderen
Schwerpunkt möchtest, kannst du das (wie schon mehrfach erwähnt) immer
noch mit dem Master nachholen. Das jetzige Studium abzubrechen würde dir
nicht viel bringen.