Hallo Forum, ich suche nach einer Funktechnologie um ein Projekt im Heimbereich realisieren zu können. Dabei sollen mehrere batteriebetriebene Kleingeräte drahtlos miteinander kommunizieren und einfache Befehle austauschen können. Folgende Anforderungen sehe ich momentan für die benötigte Funktechnologie: - geringe Stromaufnahme Da die Geräte mit Batterien betrieben werden, ist das besonders wichtig. Da Daten nur sporadisch übertragen werden müssen, sollte bei "Funkstille" möglichst auch kein Strom verbraucht werden. - geringe Bandbreite Es müssen nur geringe Datenmengen ausgetauscht werden. Im Grunde geht es nur darum in längeren Intervallen einfache Befehle, wie an/aus, leiser/lauter, etc. zu übertragen. - geringer Preis Eventuell möchte ich aus dem ganzen ein komerzielles Produkt machen, deshalb sollten die Empfänger/Sender Module wenig kosten. - Reichweite im einstelligen Meterbereich Die Geräte müssen im Wohnbereich innerhalb eines Zimmers miteinander kommunizieren können. - uni-direktionaler Datenaustausch Jedes Gerät muss senden und empfangen können. Alle Geräte sind gleichberechtigt. (also kein Master/Slave Netzwerk) Der Datenaustausch besteht zwischen Sender und Empfängern eine 1-n Beziehung, soll heissen, dass zu einem bestimmte Zeitpunkt, immer von einem Gerät zu allen anderen gesendet wird. Nach einem ersten Querlesen in der Wikipedia, habe ich folgende Kandidaten gefunden, die eventuell für mein Projekt in Frage kämen: - Z-Wave - ZigBee - Bluetooth Low Energy Leider habe ich keinen Überblick, was es sonst noch so an Produkten auf dem Markt gibt. Deshalb meine Frage hier im Forum. Sicherlich kann mir jemand einen Tip geben, in welche Richtung ich weiter recherchieren sollte. Was sollte ich sonst noch bei meiner Wahl bedenken? Dank + Gruss, Seaview
Gast
#2383063
Schau dir mal die RFM12 Module an. http://www.mikrocontroller.net/articles/RFM12 :-)
Gast
#2383092
Klingt danach, als würde auch IR gehen. Wenn ja, dann ists damit auch günstiger als mit Funk. TSOP312* kosten bei Reichelt nur 82ct. Können von 2.5V bis 5.5V betrieben werden und ziehen <0.5mA. LD 27* + Transistor zum Senden gibts auch für <40ct.
Gast
#2383144
Sten L. schrieb: > Da die Geräte mit Batterien betrieben werden, ist das besonders > wichtig. Da Daten nur sporadisch übertragen werden müssen, sollte > bei "Funkstille" möglichst auch kein Strom verbraucht werden. Das geht nicht, weil die Empfänger immer laufen müssen. Bei deiner angestrebten Reichweite ist das ein erheblicher Anteil des Energiebedarfs.
Michael schrieb: > Sten L. schrieb: >> Da die Geräte mit Batterien betrieben werden, ist das besonders >> wichtig. Da Daten nur sporadisch übertragen werden müssen, sollte >> bei "Funkstille" möglichst auch kein Strom verbraucht werden. > > Das geht nicht, weil die Empfänger immer laufen müssen. Bei deiner > angestrebten Reichweite ist das ein erheblicher Anteil des > Energiebedarfs. Naja, gar kein Strom geht nicht... Aber je nach Anwendung kann man schon deutlich reduzieren... Der Empfänger braucht nicht "immer" an zu sein. Es gibt zahlreiche Anwendungen wo der Empfänger um Strom zu sparen nur alle paar hunder ms für wenige ms Eingeschaltet wird und - sollte kein Träger da sein, dann wieder ausgeschaltet werden. Wie lange die Pausen sind kann man fast beliebig definieren. Man muss halt für sich einen Mittelweg finden bei dem für die Jeweilige Anwendug die Parameter "Latenz & Batterielaufzeit" in einem optimalen Verhältniss stehen. Wenn dann ein Telegramm gesendet wird, dann muss die Vorlaufzeit natürlich lang genug sein das der Empfänger garantiert aus dem Sleep erwacht ist und das Trägersignal erkannt hat. Es gibt z.B. für den BOS (Feuerwehrbereich) Meldeempfänger für das 2m Band (Pocsag) die nach diesem Verfahren arbeiten. Der Empfängerteil hier ist ein im vergleich zu den Funkmodulen "relativ hochwertiger/Empfindlicher" Empfänger mit Vorverstärker usw. da diese Geräte trotz trageweise am Körper und im Verhältniss zur Wellenlänge extrem kurzen Antenne bereits bei wenigen µV Feldstärke sicher auslösen müssen. Einige dieser Empfänger holen aus einer einzigen AAA Batterie dabei zwei Wochen und mehr an Laufzeit raus, wobei im "Bereitschaftsfall" noch das LCD Display und der Auswerterteil mitversorgt werden müssen, Es gibt pro Stunde in größeren Netzen Tagsüber dabei nicht selten so um 100 Empfangsereignisse die Ausgewertet werden müssen, (Aber dann im Ergebniss nicht zum Alarm führen weil es für andere Kennungen läuft) aber je nach Träger (Funktion, jeweilige Organissation usw.) zusätzlich zum Wöchentlichen Probealarm noch 0-10+ "echte" Auslösungen mit Tonalarm und Vibration... (Bei Hauptamtlichen naürlich auch mal 10+ pro Schicht, dann ist aber die Laufzeit natürlich deutlich kürzer...) Bei den "einfachen" Pendelempfängern wie in den einfachen Modulen sollte sich da sogar noch mehr rausholen lassen. (Wobei man gerade bei "Pendlern" wieder genau schauen muss wieviele Module man wie dicht beieinander hat und wie viel Störstrahlung jedes Modul ggf. abstrahlt) Es gibt ja auch noch Funkthermometer die teilweise Jahrelang mit einer Batterie arbeiten, die genau dasselbe Prinzip anwenden. Allerdings habe ich diese Bewusst NICHT als Beispiel genannt weil teilweise ettliche Minuten zwischen zwei Sendeereignissen vergehen. Was ich jetzt nicht sagen kann ist wie der Stromverbrauch aktueller LowEnergy Entwicklungen z.B. für Bluetooth u.ä. aussieht. Bluetooth und Co. kann man ja nicht beliebig schnell schalten da es sich ja immer erst synchronisieren muss. Aber auch da kommt es zu Anwendung wenn eine Latenz von 1-2 Sekunden für den Übertragungsbeginn akzeptabel ist und so regelmäßiges Abschalten eine echte Energieersparniss bringt. Evtl. ist ein modernes Bluetooth Modul trotz des höheren DutyCycles in Bereitschaft sogar in der Summe energiesparender als ein geringer ausgelasteter Pendelempfänger. Vielleicht sogar im Dauerbetrieb als Empfänger mit nahezu NULL Latenz. Ob diese Laufzeit aus den Batterien jetzt für die Zwecke des TE akzeptabel sind, das kann ich nicht sagen. Gruß Carsten P.S. Jetzt ist mein Blick gerade auf meinen "zusatzempfänger" für die Klingel gefallen, Ein normaler Empfänger einer Billigst-Funkklingel von Lidl wo ich den Sender in unsere "normale" Klingel eingebaut habe, weil ich diese im Arbeitszimmer nicht immer zuverlässig höre wenn TV oder Musik läuft. Der läuft auch einige Wochen mit zwei Batterien und hat auch nur LAtenzen von 1-2 Sekunden, wird also mindestens 1mal pro Sekunde Empfangen.
Gast
#2383454
Hallo Carsten, vielen Dank für deine ausführlichen Beitrag. Sicher läßt sich über Duty-Cycle bei den Empfängern noch einiges rausholen. Dafür handelt man sich dann auf der Senderseite einen höheren Energiebedarf ein, so dass man das für das geplante Funknetz auch anhand des anfallenden Datenverkehrs modellieren müßte. Wenn der Datenverkehr nicht zeitkritisch ist, kann man da sicher einiges rausholen, indem man Zeitraster für die Aussendungen definiert und über regelmäßige Aussendungen für eine Synchronisation der Uhren sorgt. Gruß Michael
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