Hallo,
nachdem ich meine ersten Versuche mit Elektronik auf dem Steckbrett
hinter mir habe, möchte ich nun einige Schaltungen auf Platine verlöten.
Deswegen suche ich einen passenden Lötkolben bzw. ein komplettes Set.
Ich habe schon öfters gelesen, dass die ganzen billigen chinesischen
no-name Lötkolben, welche es bei Pollin oder reichelt gibt, nix taugen.
Deshalb habe ich mich nach Markenware umgesehen. Von Weller gibt es ja
recht günstige Lötkolben, allerdings ohne weiteres Zubehör. Bei ebay hab
ich nun ein tolles Set von Ersa entdeckt, bei dem quasi alles zum
Einstieg dabei ist, sogar eine "Lötfibel".
Link: http://www.ebay.de/itm/230696011865
Meine Frage an euch ist nun: Taugt das? Lohnt es sich das zu Kaufen?
Ich freue mich auf auf eure Antworten.
Ein Ersa Multitip is schon mal nicht so schlecht.
Da hab ich schon so einiges damit gelötet. Nicht nur irgendwelche Sachen
auf Platinen (Fertige sowie auch Punkt- und Streifenrasterplatinen),
sondern auch schon so manchen Klinkenstecker an 2,5² Lautsprecherkabel
gelötet.
Fürn Anfang sicher besser als so ein Billigteil aus China, wo man sich
nach 10 Minuten am Griffstück die Finger verbrennt...
Wenn du dir ein wenig Zeit lassen willst kannst auch bei ebay und
ähnlichen nach älteren Lötstationen gucken. Ich habe mittlerweile 3
Weller WECP-20 mit rund 50 Spitzen dort zusammengekauft, im Schnitt bin
ich bei 120 Euro.
Mit denen lötest du alles von SSOP bis 32A Drehstromleitung.
ABER da wird dir jeder seinen Favoriten nennen, schau dich selber um.
Mein Tip eben, nach gebrauchten schauen.
Reizthema! ;-)
Nimm dir ne Tüte Popcorn und lass es mal auf dich wirken.
Meine persönliche Meinung: Das ist nix tolles aber für ein paar Euro
fuffzich machste damit nix verkehrt. Und so ein Drama ist die fehlende
Temperaturregelung am Anfang nicht. Wenn du irgendwann
empfindlichere/feinere/teurere Bauteile oder dicke Masseflächen löten
willst wirst du schon merken wenn das Teil nicht mehr reicht. Ich hab
Jahrelang mit einem ollen 30W-Bräter (30S) rumgebrutzelt - wen
interessiert im Hobbybereich bei Grundschaltungen denn ernsthaft die
Einhaltung von Temperaturkurven?
Entweder es geht, oder es geht nich.
> Meine Frage an euch ist nun: Taugt das
Der Lötkolben ist gar nicht mal so schlecht,
aber nicht mehr zeitgemäss weil er nicht so gut geeignet ist um
bleifreies Lot zu löten.
Dafür ist - wie die anderen schon ansprachen - ein temperaturgeregelter
besser.
Die Entlötpumpe ist sinnloser Mist,
der Lötkolbenständer wackliger Ramsch,
und das Lötzinn, tja, unbekannt,
vermutlich bleihaltiges Lot.
Für ein paar Euro mag das Set ok sein,
wenn man vor hat, nur bleihaltiges Lot
zu verwenden.
Zu welchem man dir jetzt raten sollte ?
Keine Ahnung, hier das ist absolute Gegenteil von dem preisgünstigen
Einsteigerset, sondern sozusagen die Cremé de la Cremé des Lötens:
http://www.ebay.de/itm/310355659512
eBay an sich geht also schon...
Ok, realistischer ist da schon
http://www.pollin.de/shop/dt/NjA5OTUxOTk-/Werkstatt/Loettechnik/Loetgeraete/Loet_Entloetstation_ZD_917.html
wenn man löten und entlöten will, und auch der Lötkolbenständer taugt
was.
Allerdings sollen wohl die Zuleitungskabel innendrin brechen.
Das Problem mit den ZD-xxx ist, dass die Verarbeitung eben total
Pollin-like ist.
Ich hatte mal eine Zeit lang eine ZD-931, wenn ich da mal richtig
aufgedreht habe um dicke Litzen zu verlöten usw. wurde der Griff extrem
heiss, die Zugentlastung fürs Kabel (wenn man da überhaupt von
Zugentlastung reden kann) hat sich nach nichtmal 2 Monaten aufgelöst und
die Stecker lösen sich auch schnell auf, wenn man nicht drauf acht gibt.
Ich kann dir leider bei aktuellen Geräten nicht helfen, da ich auf
"bewährt" setze. z.B. die Weller WECP-20. Die werden seit wahrscheinlich
30 Jahren nahezu unverändert gebaut und verkauft. Die Bundeswehr nutzt
diese und ähnliche von Weller und zig Bastler haben das Teil
herumstehen. Eben deshalb bekommt man ohne Probleme haufenweise
verschiedene Spitzen und Ersatzteile.
Der Griff bleibt halbwegs kühl bei Vollgas und die Verarbeitung ist
absolut Spitze. Eine von meinen liegt bei mir im Elektrokoffer zwischen
Zangen, Schraubenziehern und haufenweise "Gruscht", ohne Probleme.
Welche ich auch noch habe, aber leider keine Spitzen mehr, ist eine Ersa
MS60C. Die ist auch Tip-Top und lief jahrelang fast täglich.
Wenn du in der Klasse ausschau hältst, bekommst du sehr gute Geräte
recht günstig. Allerdings solltest du schon mit 80...120 Euro für was
brauchbares rechnen. Dafür hält das dann 20 Jahre und mehr.
Auch auf die Gefahr hin, dafür geschlagen oder bestenfalls ausgelacht zu
werden:
Ich habe mir vor einiger Zeit eine digitale temperaturgeregelte
Lötstation beim grossen C aus dem Regal gekauft.
Toolcraft, 80 Watt, wenn ich nicht irre.
Lässt sich recht präzise einstellen, ist sehr schnell auf
Betriebstemperatur.
Bin damit ziemlich zufrieden.
Pascal S. schrieb:> Also ich finde diesen für den Anfang sehr gut. Habe diese Lötstaion nun> schon einige Jahre und bin durchaus zufrieden damit. Vor allem ist sie> sehr günstig und die Temperatur ist einstellbar
Bei der Lötstation wird nicht die Temperatur eingestellt, sondern die
Heizleistung. Das Teil braucht sehr lange zum Anheizen und die
Temperatur bricht bei größeren Wärmesenken kräftig ein.
Thomas schrieb:> Bei der Lötstation wird nicht die Temperatur eingestellt, sondern die> Heizleistung. Das Teil braucht sehr lange zum Anheizen und die> Temperatur bricht bei größeren Wärmesenken kräftig ein.
Genau genommen ist es nicht mal das, denn der Widerstand des Heizdrahtes
ist nicht konstant über der Temperatur.
Eingestellt wird der Effektivwert der Heizspannung, vermutlich über
Phasenanschnitt.
Beginner schrieb:> Hallo,>> nachdem ich meine ersten Versuche mit Elektronik auf dem Steckbrett> hinter mir habe, möchte ich nun einige Schaltungen auf Platine verlöten.> Deswegen suche ich einen passenden Lötkolben bzw. ein komplettes Set.> Ich habe schon öfters gelesen, dass die ganzen billigen chinesischen> no-name Lötkolben, welche es bei Pollin oder reichelt gibt, nix taugen.> Deshalb habe ich mich nach Markenware umgesehen. Von Weller gibt es ja> recht günstige Lötkolben, allerdings ohne weiteres Zubehör. Bei ebay hab> ich nun ein tolles Set von Ersa entdeckt, bei dem quasi alles zum> Einstieg dabei ist, sogar eine "Lötfibel".> Link: http://www.ebay.de/itm/230696011865>> Meine Frage an euch ist nun: Taugt das? Lohnt es sich das zu Kaufen?> Ich freue mich auf auf eure Antworten.
Ich würde für den Anfang so etwas empfehlen:
http://www.reichelt.de/Diverse-Loetstationen/STATION-ZD-99/index.html?ACTION=3&GROUPID=555&ARTICLE=90921
Diese Station gibts auch von anderen Anbietern und
reicht m.E. für den Anfang aus. Wenn Du später mal
mehr löten musst, wirst Du Dir schon von selbst etwas
besseres kaufen und dann ist der finanzielle Verlust
zu verschmerzen. Du musst noch genügend andere Sachen
für den Start kaufen und da macht es keinen Sinn, das
meiste Geld in eine professionelle Lötstation zu ver-
senken.
Gruss
Harald
PS: Ich habe erst jetzt gesehen, das Pascal gestern das
gleiche empfohlen hat. Jetzt denken anscheinend schon
mindestens zwei, das eine solche Station einen guten
Kompromiss bietet. :-)