Hi allerseits!
Warum wird bei PWM für MOSFETs meistens 20kHz verwendet? (1kW
Leistungsbereich)
Wenn ich mir aktuelle MOSFETs anschaue sind die dynamischen Verluste
(tr+tf) im Vergleich zu den statischen (Rdson) gering, was spricht also
gegen eine schnellere Frequenz?
Vielen Dank,
Günter
20 kHz liegt an der obenren Grenze des hörbaren Bereichs für erwachsene
Menschen. Man kann die durchaus noch hören, so wie auch 25 kHz, aber nur
bei sehr hoher Lautstärke, die kaum oder in nur sehr geringer Entfernung
erreicht wird.
Man macht die PWM also durch eine meist unhörbar hohe Frequenz sehr
leise.
Danke, aber damit ist meine Frage nicht beantwortet!
Warum nimmt man auch dann 20KHz wenn die Schaltverluste weit kleiner
(oft Faktor >500) sind als die statischen? Weil mit einer höheren
Frequenz kann man die Filterbauelemente kleiner dimensionieren.
Mal ernsthaft:
Was braucht man für höhere Frequenzen?
Hast du MOSFETs, bei denen die Schaltzeiten für
zig Ampere kleiner als 1 µs sind?
(1 µs sind 2,5% von 1/(2 * 20 kHz))
Hast du Ferritmaterial, das bei zig-Ampere DC
für > 40 kHz noch genug µr hat?
Und Kondensatoren, die dabei angemessen wenig
störende R- und L-Anteile zeigen?
Dann erhöhe doch die Frequenz und prüfe den
Wirkungsgrad und die Einhaltung der CE-Vorgaben.
Günter schrieb:> Warum nimmt man auch dann 20KHz wenn die Schaltverluste
Wie kommst du da drauf, daß die Schaltverluste gering seien? Bedenke
mal, daß du gerade bei höheren Frequenzen auch dafür geeignete Drosseln
und Übertrager brauchst. Wenn da das Kernmaterial nicht mitmacht, glüht
dir der Trafo ab.
Bei der Steuerung von Motoren sind Schaltfrequenzen von 9 kHz und
darunter oftmals Mode. Hängt wohl auch mit von den IGBT's ab.
W.S.
Hach ja, die heutge Jugend...
Die Welt in Frage stellen?
Haben wir auch gemacht!
Auf sachliche Argumente nicht eigehen?
Kam schon mal vor!
Um 22:00 von der Bildfläche verschwinden?
Nee!
Warum sollte man eine höhere Frequenz verwenden als jene, welche gerade
ausreichend ist? Schafft schließlich nur Probleme mit Schaltverlusten,
EMV etc. Und wo höhere Frequenzen sinnvoll sind, werden diese auch
eingesetzt.
So hier bin ich nochmals, und noch nicht ganz überzeugt!
Höhere Frequenzen haben definitiv Vorteile! Für den Ausgangsfilter ist
es schon erheblich ob 20kHz oder 100kHz, dadurch wird der Filter um
einiges kleiner, leichter, billiger und verlustarmer!
@ Günter (Gast)
>Höhere Frequenzen haben definitiv Vorteile!
Sicher. Aber wie jede MEdaillie zwei Seiten, und damit auch Nachteile.
> Für den Ausgangsfilter ist>es schon erheblich ob 20kHz oder 100kHz, dadurch wird der Filter um>einiges kleiner, leichter, billiger und verlustarmer!
Der Filter ist nur EIN Teil in dem Ganzen Gebilde. Der Vorteil des Einen
ist der Nachteil das anderen. Die Leistungsschalter müssen mehr Verluste
einstecken, die Isolationen werden stärker belastet, EMV ist
problematischer. Einfach nur die Frequenz hochdrehen ist selten eine
Lösung, denn sonst haätte man das schon lange gemacht.
MfG
Falk
Günter schrieb:> Warum nimmt man auch dann 20KHz wenn die Schaltverluste weit kleiner> (oft Faktor >500) sind als die statischen?
Gib uns doch mal dafür bitte Belege.
Höhere Frequenzen haben schon Vorteile, aber auch Nachteile. Mit
zunehmender Leistung verschiebt es sich das Optimum mehr zu niedrigeren
Frequenzen:
Zum einen werden bei größerer Leistung die Leitungen länger und damit
nehmen EMV Probleme zu und Parasitäre Induktivitäten werden wichtiger.
Auch werden die Spulen bei größerer Leistung eher besser - der Vorteil,
das die Spulen weniger Windungen brauchen nimmt damit ab.
Günter schrieb:> Warum wird bei PWM für MOSFETs meistens 20kHz verwendet? (1kW> Leistungsbereich)
Wer sagt denn, dass "man" 20 kHz nimmt? Es gibt kein Gesetz, dass dir
vorschreibt, eine gewisse Schaltfrequenz zu verwenden.
Günter schrieb:> Warum wird bei PWM für MOSFETs meistens 20kHz verwendet? (1kW> Leistungsbereich)
Hatte heute einen Umrichter auf dem Tisch, der macht gut 4kW bei etwas
über 30kHz. Die Magnetics sind noch aus vorgefertigten Einzelteilen
baubar und deshalb noch nicht ganz so teuer.
mfg mf
Er WILL es nicht wissen, dass es in der Realität
leider nur REALE Bauelemente gibt. Oder SAU-teure.
Und Nebenbedingungen: DC-Grundlast, (neudeutsch auch
DC-Bias).
Mit 17 hat man noch Träume...
Bin gerade an einem Projekt mit einer Taktfrequenz im Bereich 1MHz und
da sind die Schaltverluste für einen normalen Brückenbetrieb.... sagen
wir mal nicht sinnvoll handhabbar. Da muss man sich schon etwas
einfallen lassen, damit die Verluste alleine in den MOSFETS, IGBTs und
so weiter im Rahmen bleiben. Wenn man das im Griff hat, kommen noch oben
angesprochene nichtideale Bauteilmerkmale zum tragen. Ganz ehrlich: wenn
es 20kHz tun, sollte man nicht groß über 200kHz nachdenken.
Eben:
Gut 20 kHz stört akustisch keinen Menschen - und man
bekommt bei gutem Schaltungskonzept störarm einen
ordentlichen Wirkungsgrad zu bezahlbaren Preisen.
Klar geht das auch mit höheren Frequenzen - aber es
wird mit den dafür erforderlichen Bauelementen
einfach teurer. - Wer es KLEINER haben will, muss
dafür überproportional tief in den Geldbeutel greifen.
Im Internet findet man nun mal häufiger Technik-Tipps
für VW-Golf, als für Rolls-Royce....
>EMV und Schaltverluste
bzgl. EMV:
Die Schaltfrequenz ist bei weitem nicht so kritisch wie hier
dargestellt. Die Flankensteilheit des geschalteten Laststromes ist
diesbezüglich viel kritischer.
i.A. muss man immer den Einsatzbereich betrachten, da eine Erhöhung der
Schaltfrequenz sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt.
Schönen Gruß