Die geben sich aber genau den gleichen Dingen hin wie die anderen: Eher
weniger nennen, damit die Erwartungen bzw. Forderungen nicht so hoch
sind.
In BW bekommt man als Absolvent in einem Konzern nach ERA normalerweise
mehr als dort als oberes Dezil angegeben wird.
Ich will damit nur sagen, es geht auch anders und am verlässlichsten ist
es, wenn man jemanden aus der Industrie kennt.
Test schrieb:> Die geben sich aber genau den gleichen Dingen hin wie die anderen: Eher> weniger nennen, damit die Erwartungen bzw. Forderungen nicht so hoch> sind.>> In BW bekommt man als Absolvent in einem Konzern nach ERA normalerweise> mehr als dort als oberes Dezil angegeben wird.
Das obere Dezil beträgt 53k. Bei der Umfrage werden aber nicht nur die
großen Konzerne, wie Bosch, Daimler, usw. befragt, sondern auch
mittelständische Betriebe, die über 50k für Absolventen nicht bezahlen
können. Deshalb ist die Statistik der IG Metall aber nicht falsch, sie
sagt nur aus, dass ein Zehntel über 53k verdient.
Außerdem zahlen viele Betriebe nicht nach IGM, weshalb die
Einstiegsgehälter für Absolventen im Durschnitt sowieso niedriger sind.
Noch was: Wer als Absolvent direkt in einen namhaften Konzern mit IGM
Tarif einsteigt, der kann sich glücklich schätzen. In dieser Lage ist
nur ein kleiner Prozentsatz aller Absolventen!
Als Absolvent (Uni, Informatik) ohne nennenswerte Berufserfahrung für
über 53k einsteigen? Wow, ich hab vor knapp 2 Jahren mit 20k Euro
weniger angefangen!
Man kann ja heute schon froh sein, nicht als Anfänger gleich mit einer
regelmäßigen 41-Stundenwoche, jetzt vermehr sogar 42 h, konfrontiert zu
werden, gleichzeitig bei einem Gehalt, das bei IGM bestenfalls 35 h
Arbeitszeit pro Woche erfordert hätte.
Normalerweise gehört ein Großteil der Unternehmen, die sich nicht am
Tarif orientieren zugesperrt, sind nicht konkurrenzfähig und halten sich
am Markt nur durch Unterbietung. Deshalb sollen jetzt noch zusätzlich
billige hochqualifizierte Ausländer ins Land kommen, um den verotteten
Karren weiter zu ziehen.
Man kann nur beten, dass die nächste Krise lange dauert und eine
überfällige Marktbereinigung in der Exportbranche stattfindet.
> Man kann nur beten, dass die nächste Krise lange dauert und eine> überfällige Marktbereinigung in der Exportbranche stattfindet.
Es ist schon da und es wird lange dauern ..
Viele Konzerne lagern ganze Abteilungen in Subunternehmen aus oder
ersetzen Mitarbeiter durch Leiharbeiter, was ja faktisch ein
Tarifumgehungsprogramm ist, da viele Entwicklerbuden und
Zeitarbeitsfirmen teilweise den Konzernen selber gehören.
Das ist das meiste was ich an den scheinheiligen Gewerkschaften hasse,
für die eigene Klientel auf die soziale Tränendüse drücken, aber bei
Leiharbeit und Auslagerungen es recht gleichgültig hinnehmen.
Oder gab es schonmal Streiks einer Stammbelegschaft, damit die Kollegen,
die die selbe Arbeit machen auch die gleichen Rechte bekommen? Es ist
das Gegenteil:
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2011/leiharbeiter113.html
Heutige Tarifsysteme sind 2-Klassensysteme, die Arbeitnehmer in den
Tarifen profitieren maßgeblich von der Leistung und dem Lohnverzicht der
Arbeitnehmer in Zulieferer- und Dienstleistungsbetrieben. Wenn schon
Tarifverträge, dann müsste es allgemeinverbindlich und für alle
Unternehmen in der Branche gelten. Oder alternativ gar keine
Tarifverträge, dann würde jeder nach seinem Marktwert bezahlt werden.
peter.d schrieb:> Oder gab es schonmal Streiks einer Stammbelegschaft, damit die Kollegen,> die die selbe Arbeit machen auch die gleichen Rechte bekommen?
Streiks nicht (gab es im Metall- und Elektrobereich schon länger nicht
mehr soweit ich weiß), aber Aktionen und Protestkundgebungen:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/stahlarbeiter118.html
peter.d schrieb:> Heutige Tarifsysteme sind 2-Klassensysteme, die Arbeitnehmer in den> Tarifen profitieren maßgeblich von der Leistung und dem Lohnverzicht der> Arbeitnehmer in Zulieferer- und Dienstleistungsbetrieben.
Nein diese Firmen könnten trotzdem Tarif zahlen. Weder der kleine
Angestellte, noch der Arbeiter provitiert maßgeblich.
Ein geliehener Mitarbeiter kostet ja die Firma, welche ihn leiht auch
eine Menge Geld.
Wo liegt denn der wahre Vorteil der Leiharbeit? Bei den gesetzlichen
Kündigungsfristen wohl kaum. Finanzielle Vorteile sind wohl auch nicht
so hoch, wobei es auch nicht wirtschaftlich ist, die Zeitarbeitsfirmen
mit durchzufüttern.
Würde mich mal interessieren....
abgrund schrieb:> Wo liegt denn der wahre Vorteil der Leiharbeit?
1.) Man kann einen Leiharbeiter jederzeit nach hause schicken, von heute
auf morgen. Den Betriebsrat braucht man nicht zu fragen.
2.) Das Budget für einen Leiharbeiter kann für die leitenden
Angestellten leichter zu bekommen sein als das Budget für einen
Festangestellten.
3.) Die Ausgaben für die Leiharbeiter werden in der Bilanz anders
verbucht als diejenigen für die Festangestellten.
4.) Die Kosten für Externe (Selbstständige) lassen sich komplett von der
Steuer absetzen, wie herkömmliches Büromaterial. Müsste bei Leiharbeiter
das selbe sein, da es ja über einen Dienstleister läuft.
5.) Wie schon in 3.) erwähnt. Bilanzvorteile. Da der Personalposten in
der Bilanz nur die internen Mitarbeiter umfasst. Diesen möchte man im
Verhältnis zum Umsatz möglichst klein halten. Sprich suggerieren, mit
geringem Personenaufwand viel Umsatz erzeugt zu haben. Bilanzkosmetik
eben bzw. Eierkraulen für die Aktionäre, Investoren, Partner, etc.
4b.) Der Aufwand für interne Mitarbeiter, wirkt sich nicht
Steuermindernd aus. Diese schlagen voll auf den Gewinn.
6.) Punkte 1-5 ==> Deshalb lohnt es sich für einen Leiharbeiter/Externen
deutlich mehr (Faktor 2-4) zu bezahlen (die Differenz sich bei
Leiharbeiter der Vermittler ein) als für einen Internen. Es kommt die
Firma meistens trotzdem günstiger.
Für mich heisst das: Bis auf 1. ist alles nur Zahlenspielerei, z.T.
begünstigt durch staatliche Subventionen (Steuervorteile).
1. sollte man aber auch relativ gelassen sehen als Unternehmen. Die
Kündigungsfristen liegen bei vier Wochen ausserdem gibt es befristete
Verträge. Kein Unternehmen plant von einem Tag auf den nächsten.
Es gibt z.B. in einigen ostdeutschen Firmen die kuriose Situation, dass
der Zeitarbeiter mehr verdient, wie einige Festangestellte.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein ZA genauso motiviert ist wie ein
Festangestellter. Seine Arbeitsleistung ist in den meissten Fällen
motivationsbedingt geringer.
Ich habe mal gelesen, dass es kein anderes Land in Europa gibt, wo
Menschen für gleiche Arbeit so unterschiedlich bezahlt werden.
In D ziehen wohl aber Gewerkschaften (Zeitarbeitstarifverträge), Politik
(Steuererleichterungen) und Manager alle am gleichen Strang.
Die einzig logische Folgerung ist es wohl selbst so eine Verleihbude zu
gründen. Am besten im Osten, da gibts viele gute, motivierte Leute für
wenig Geld. Die Arbeiter werden dann an gut zahlende Firmen in den alten
Ländern verliehen. Unterbringen würde ich sie in billig angemieteten
oder gekauften Baracken, wofür ich ihnen natürlich ihr Tagegeld abziehe.
Vom AA bekomme ich die Leute geschickt, in bestimmten Fällen sogar
dreistellige Vermittlungssummen.
Leichter kann man kein Geld verdienen.
abgrund schrieb:> 1. sollte man aber auch relativ gelassen sehen als Unternehmen. Die> Kündigungsfristen liegen bei vier Wochen ausserdem gibt es befristete> Verträge. Kein Unternehmen plant von einem Tag auf den nächsten.> Es gibt z.B. in einigen ostdeutschen Firmen die kuriose Situation, dass> der Zeitarbeiter mehr verdient, wie einige Festangestellte.>> Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein ZA genauso motiviert ist wie ein> Festangestellter. Seine Arbeitsleistung ist in den meissten Fällen> motivationsbedingt geringer.
zur Kündigungsfrist : in einem Konzern gibt es meist starre
Tarifverträge die wiederum meist längere als die gesetzliche
Kündigungsfrist vorschreiben. Da kann man nicht einfach einen neuen
Mitarbeiter befristet oder nur mit 4 Wochen Kündigungsfrist einstellen.
Also ein neuer kann da nur zu den üblichen Konditionen oder gar nicht
eingestellt werden, es sei den er ist AT. ATs aber sind natürlich nicht
das typische Leiharbeiter Klientel.
zur Motivation : im Gegenteil : viele Leiharbeiter haben doch die
Motivation endlich aus der Leiharbeit raus zu kommen und fest übernommen
zu werden. Außerdem haben Leiharbeiter im Leihunternehmen oft nur
geringe Kündigungsfristen und häufig nur befristete Verträge. Daher
müssen diese sich mehr anstrengend.
Allerdings geb ich Dir recht, ist die Identifikation mit dem Unternehmen
bei einem Festangestellten wohl höher. Jemand der sich mit seiner FIrma
identifiziert, ist auch eher mal bereit zusätzlichen Einsatz zu zeigen.
Es gibt aber auch echt krasse Beispiele, wo sich Leiharbeit extrem
lohnt.
Beispiel ein großer Pharmakonzern : GRUNDlohn für einen ungelernten
Hilfsarbeiter, Ferienjobber etc. ( hab die Arbeit selbst gemacht, ist
körperlich wie geistig recht einfach ) 18,50. Dazu kommen diverse
Zulagen, für Frühschicht, Mittagsschicht, Spätschicht, Nachtschicht. Und
Überstunden werden ebenso mit Zulagen bezahlt, die ersten 2 Überstunden
mit 25 %, danach mit 50 % vom Grundlohn.
Samstagarbeit zählt komplett als Überstunden, Sonntag gibt es 100 %
Zulage, sogar steuerfrei, feiertags ebenso.
Die festangestellten Hilfsarbeiter bekommen darüber hinaus noch
Weihnachtsgeld + Urlaubsgeld.
Nun wurden die meisten dieser Hilfsarbeiter durch Leiharbeiter ersetzt.
Die kriegen einen Hungerlohn von 6 - max 8 Euro die Stunde, Zulagen
gibts keine, nicht mal für Nachtarbeit ! Urlaubs - und Weihnachtsgeld
sowieso nicht.
Da kann man sich schon ausrechnen, was da die Firma spart.