Servus,
ich hab ein (bzw. mehrere) Angebote für Stellen als Ing. bei BMW in
München (FIZ) über einen "Personaldienstleister".
Der Personaldienstleister hat mir gesagt, dass BMW genau vorgibt was man
zu verdienen hat und deswegen auch kein Spielraum da ist und auch die
Fahrtkosten nicht zusätzlich erstattet werden können. Anders als das bei
anderen Firmen der Fall ist, die eben keine Vorgaben machen. Da hat man
dann zwar ein niedrigeres Brutto aber höheres Netto weil die Fahrtkosten
ohne Abzüge aufs Konto kommen. Allerdings wird hier auch nur genau das
Erstattet was man auch gefahren ist. Und man kann die Fahrtkosten dann
natürlich auch nicht noch mal von der Steuer absetzen (ist zwar jetzt
ein anderes Thema, aber kann man die denn Aktuell wieder komplett
absetzten, also mit den 30cent/km einfach?)
Meine Frage, kann mir jemand sagen ob das stimmt, dass der
Personaldienstleister hier keinen Spielraum hat und mir auch nicht mehr
Geld zahlen kann? Mich hat es etwas verwundert, dass ich trotzdem einen
"Standardrahmenvertrag" bekomme und zusätzlich eine monatliche
Projektzulage um auf das Jahresbrutto zu kommen.
Kann mir vielleicht jemand sagen wie hoch das Jahresbrutto bei BMW als
Externer als Absolvent bei 35h- oder 40h-Woche sein sollte?
Ich bekomme dadurch weniger Netto als bei einer anderen Stelle beim
selben Dienstleister. Aber die Stelle bei BMW gefällt mir besser, daher
will ich jetzt auch erst mal nicht das Geld entscheiden lassen. Mich
ärgert es trotzdem irgendwie.
Natürlich haben die Spielraum.
Erstens berechnet der Dienstleister dem Kunden ja mehr, als er dir
bezahlt.
Er hat also auf jeden Fall Spielraum, indem er seinen Profit mindert.
Wie weit er darüber hinaus Luft hat, indem der Preis gegenüber dem
Kunden treiben könnte, hängt vom Einzelfall ab - da kann man nicht viel
sagen.
Letztlich ist die Frage, wie wichtig es ihm und dem Kunden ist, genau
dich zu haben.
Solange man austauschbar ist und der
Zuhälter^M^M^M^M^M^M^M^MDienstleister genugn Kandidaten hat, geht
nichts. Hat er keine ALternativen, kann man eher treiben.
Das wird er dir allerdings nicht auf die Nase binden...
Ist wohl aber nicht so, dass man als Externer bei BMW am Hungertuch
nagt.
Die legen extra schon mal Gehaltsuntergrenzen fest, um das böse Blut in
Grenzen zu halten. Nicht so viel wie dortigen Festangestellten, aber
wohl auch nicht viel weniger.
Extern als Absolvent sollten bei 40h/Woche mindestens 45.000 Euro all in
im 1. Jahr drin sein.
Festangestellt sinds wohl so 53.000 Euro im 1. Jahr bei BMW.
Allerdings bekommt man als Festangestellter Rabatt auf Neuwagen, weiß
nicht, ob das bei Externen auch so ist.
Schon klar. Nur war eben das hier der Fall, dass bei BMW der Vertrag
anders ist als bei den anderen Firmen. Weil, so der Dienstleister, BMW
genau vor gibt was die mir zahlen müssen und was sie dem Dienstleister
zahlen. Da ist de Spanne nicht so groß und daher wollen die auch nicht
mehr zahlen, sonst verdienen sie nichts mehr dran. Kann natürlich auch
sein, dass mir ein Märchen erzählt wird.
Das Brutto ist auch höher als bei den anderen Stellen. Nur eben wie
gesagt nicht die Fahrtkostenerstattung. Mit der Fahrtkostenerstattung
hat man halt den Effekt, dass ich mehr Netto hab und der Dienstleister
weniger Brutto zahlen muss und somit auch mehr einschieben kann, wenn
der Kunde gar nicht genau weis was ich bekomme.
Ich werde auch schauen möglichst schnell eine Festanstellung zu
bekommen, auch wenn das dann wo anders sein sollte.
Dein Dienstleister hat sicher einen Rahmenvertrag mit BMW, der für ihn
nicht mehr vorsieht. Das ist dann der Grund warum für Dich nicht mehr
drin ist. Das ist quasi das, was BMW "vorgibt dir zu zahlen".
Und da dein Dienstleister ja auch noch ein deiner Arbeitskraft verdienen
will... usw. und so fort...
@NSU:
Ja, leider ist es aber auch nicht viel mehr und bei 35h wirds dann echt
langsam happig mit der Bezahlung. Aber ok, muss man halt langfristig
sehen, Erfahrung sammeln ....... -.-
coupe schrieb:> Ja, leider ist es aber auch nicht viel mehr und bei 35h wirds dann echt> langsam happig mit der Bezahlung.
Viel mehr verdienst du als Festangestellter zu Beginn ja auch nicht,
dafür geht später die Schere weiter auf. Aber normalerweise müsste ein
Leihingenieur mehr bekommen, um dem Risiko akuter Schleudersitz Rechnung
zu tragen, gerade in Zeiten wie jetzt, wo es innerhalb von 1 bis 2
Monaten zu radikalen Einbrüchen kommen kann, und man kurz drauf später
schon auf dem Arbeitsamt vor der Tür steht. Aber besser Leiharbeit als
jetzt schon gleich arbeitslos oder zu einem tiefen
Unterdurchschnittsgehalt beim Krauter beschäftigt, in Anbetracht dass
selbst dies bei Weitem nicht jeder Absolvent bekommt, schon gar nicht
bei einem OEM, der nicht fest landen konnte.
Ich hab Angebote und wollte eigentlich nicht über so ne Firma angestellt
sein, aber das war einfach die interessanteste Stelle. Und die suchen
auch langfristig jemanden.
Ich weiß, dass BMW zumindest in der Produktion "gleichen Lohn für
gleiche Arbeit" von den Zeitarbeitsfirmen fordert. Dort bekommen
Zeitarbeiter also genau soviel wie Festangestellte.
Das wurde u. a. mit der IGM so vereinbart.
Einem Bekannten von mir (Techniker) wurden 2700 € br. pro Monat zum
Einstieg bei 40-h-Woche und 13 Gehälter angeboten und zwar von einem
Dienstleister. Arbeitsort wäre auch das FIZ-Gebäude gewesen. Dort
scheint es ein ganzes Stockwerk zu geben, in dem nur
Dienstleister-Personal arbeitet. Das nennt sich "Projektfläche".
An meinem Bekannten sieht man, dass eine Vereinbarung wie in der
Produktion wohl nicht existiert. Ein Techniker würde nämlich nach ERA 8a
eingestellt, das wären 3050 €/Monat - bei 35-h-Woche. Der Dienstleister
müsste also rund 3500 €/Monat (wg. 40 h) zahlen und das für einen
Techniker, um dem Prinzip "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" gerecht zu
werden.
Die Dienstleister können natürlich viel erzählen. Rahmenverträge, die
die Vergütung regeln, erscheinen plausibel. Bei dem gigantischen
Personalbedarf, den BMW hat, kann man nicht bei jedem 08/15-Ing.
anfangen, die Konditionen zu verhandeln. Zumal es bei den Dienstl.
sowieso zugeht, wie im Taubenschlag.
Von der Hoffnung der Absolventen viell. doch von BMW übernommen zu
werden, lebt die ganze Dienstleisterbranche. Andererseits sind die
Konditionen ja gar nicht mal so schlecht (besser als bei vielen KMU´s,
s. o.) und Berufserfahrung sammelt man ja auch.
45455 schrieb:> An meinem Bekannten sieht man, dass eine Vereinbarung wie in der> Produktion wohl nicht existiert. Ein Techniker würde nämlich nach ERA 8a> eingestellt, das wären 3050 €/Monat - bei 35-h-Woche. Der Dienstleister> müsste also rund 3500 €/Monat (wg. 40 h) zahlen und das für einen> Techniker, um dem Prinzip "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" gerecht zu> werden.
800 Euro pro Monat weniger bei gleicher Quali und mindestens gleich
anspruchsvoller Arbeit, das ist richtig übel.
45455 schrieb:> Dort scheint es ein ganzes Stockwerk zu geben, in dem nur> Dienstleister-Personal arbeitet. Das nennt sich "Projektfläche".
Wahrscheinlich, damit die sich nicht gegenseitig an die Gurgel springen,
bei den riesigen Gehaltsunterschieden! Kennt man eigentlich nur von
Werksverträgen, diese Abriegelung, oder war das Werksvertrag?
Im Prinzip muss man schon in der Nähe von BMW studieren, mit
ausgezeichneten Leistungen in der Hochschule brillieren, Werkstudent
sein und Praktika und Diplomarbeit bei BMW absolvieren, um
festangestellt zu werden.
Dann hat man es aber geschafft, entspannte Arbeit und Arbeitszeiten und
sehr gutes Gehalt bis zur Rente sicher. Der Rest der Ex-Kommilitonen
schufet sich paar Stockwerke woanders die Pfoten und Gehirnwindungen
wund bei mauen Gehältern bis zur baldigen Entlassung.
Feudalherrschaft deluxe.
Als Techniker kommt man wohl auch nur rein, wenn Ausbildung bei BMW, als
Facharbeiter bei BMW gearbeitet und dann zum Techniker weitergebildet.
coupe schrieb:> ich hab ein (bzw. mehrere) Angebote für Stellen als Ing. bei BMW in>> München (FIZ) über einen "Personaldienstleister".
Mach ne Kurve um Personaldienstleister bei BMW.
Im Raum M gibts so tolle Jobs! Da geht einer mit Hirn ned zu BMW als
Leih-Ing.!
Owei schrieb:> Als Techniker kommt man wohl auch nur rein, wenn Ausbildung bei BMW, als>> Facharbeiter bei BMW gearbeitet und dann zum Techniker weitergebildet.
Och geht auch einfacher, ned so hübsches Töchterchen begatten, dann
sorgt BMW-Papi (Kann auch Audi, VW, MB, Porsche, Ford oder Opel heißen)
für Einstieg beim Auto-Konzern.
Ansonsten, macht ne Kurve vor dem Einstieg beim Automobilriesen über
Personaldienstleister!
Verschwendet ned eure Zeit!
Marx W. schrieb:> Ansonsten, macht ne Kurve vor dem Einstieg beim Automobilriesen über> Personaldienstleister!> Verschwendet ned eure Zeit!
Aber man könnte doch von BMW übernommen werden ("Klebe-Effekt")? Davon
spricht doch auch immer unser Wirtschaftsminister von der FDP.
Dieser Effekt ist eher gering und eher dann möglich, wenn man in eine
andere Abteilung mit Festangestellten integriert wird.
Wenn es bei BMW schon einige Abteilungen nur mit Leihings geben sollte,
wie in Beiträgen vor mit angeklungen ist, dann tendiert der Klebeeffekt
gegen Null.
sdfafd schrieb:> Dieser Effekt ist eher gering und eher dann möglich, wenn man in eine> andere Abteilung mit Festangestellten integriert wird.
Bei vielen Firmen bastelt man sich auf die Art eine längere Probezeit.
Das sieht auch besser aus, als wenn man Zeitverträge mehrfach
verlängert.
In manchen Firmen haben die Zeitarbeiter dann auch gelegentlich die
Möglichkeit unbefristet als Leiharbeiter tätig zu sein - in anderen
Firmen ist der Betriebsrat dann doch so gut drauf, eine
Übernahmeregelung mit der Unternehmensführung auszuhandeln, dass
Leiharbeiter nach einer gewissen Zeit entweder übernommen werden müssen,
in einem komplett anderen Bereich der Firma eingesetzt werden müssen
oder die Firma verlassen müssen.
Die dritte Möglichkeit ist natürlich nicht ganz so schön...
Ich war schon bei BMW und da ist das meistens so, dass die Externen
zusätzlich in den Teams als Ergänzung zu den Festangestellten sind.
Meistens für Aufgaben mit weniger Verantwortung bzw. direkt einem
Festangestellten unterstellt. Z.B. Bedienung eines HIL oder Ausführen
von Programmieraufgaben usw.
Da ist eine geringere Bezahlung auch gerechtfertigt, weil man weniger
Verantwortung hat. Während der eine Verantwortlich für das Projekt ist,
macht der andere nur bestimmte Aufgaben.
Aber das ist halt ein guter Weg um rein zu kommen.
Klar gibts auch genug gute Firmen. Auch in der Automobilbranche. Wobei
hier in München die Meisten auch direkt für BMW arbeiten und häufig auch
direkt bei BMW sitzen. Die suchen auch über Leihfirmen die Mitarbeiter,
weil man die meisten Firmen gar nicht so einfach findet.
Bereiche mit lauter externen ... das hab ich bisher nur ein mal gesehen.
Da war einfach ein Büro wo Plätze für Externe vorgesehen waren. Das
waren in dem Fall Programmierer. Die kann man in einen Raum setzen, auch
wenn jeder für eine andere Abteilung arbeitet.
In meinem Fall ist einfach die Stelle sehr gut und als Direkteinstieg
kommt man da nicht so ohne weiteres ran bzw. ist auch so gar nicht
ausgeschrieben. Mein Ziel ist natürlich möglichst schnell eine
Festanstellung zu bekommen und wenn das dann wo anders ist, dann soll
das so sein. Wenn man merklich mehr Geld haben will, muss man sowieso
seine Aufgabe wechseln.
Man darf BMW und Co. natürlich nicht endlos hochloben, das sind auch nur
die OEM's, viele Interessante Aufgaben übernehmen andere kleine Firmen.
coupe schrieb:> viele Interessante Aufgaben übernehmen andere kleine Firmen
gut gesagt,
doch geht es den INGs dort auch nur gut, wenn die Konjunktur brummt.
Ansonsten ist Essig mit Aufträgen.
Und generell ist immer Leistungsdruck