Hallo.
Ich habe einen PC an einen Billig China Wechselrichter angechlossen, der
etwa 300V als Rechteckspannung bringt.
Der Tastgrad ist so eingestellt, dass etwa 225Veff anliegen.
Der Wechserichter hat gar keine Ausgangsfilter, von den Pufferelkos
gehts über 4 Transistoren direkt auf den Ausgang.
Daran habe ich einen PC angeschlossen.
Das PC Netzteil, (ebenfalls "standard" Chinaware, nicht gerade der
allerbilligste Ramsch, aber auch kein HighEnd Produkt) hat darauf hin
unmittelbar den Geist aufgeben. Der Transistor der activePFC ist
sichtbar aufgeplatzt, und die Schmelzsicherung ist durch gegangen.
Woran könnte das liegen?
Darf man PC Netzteile nicht an Rechteck Spannung betreiben?
Sind die PFC Schaltungen nur auf Sinus ausgelegt und gehen bei anderen
Stromformen einfach mal hops?
Oder waren es einfach "ungünstige Umstände"?
Könnte daran liegen, das bei einer Rechteckspannung dV/dt schnell ändert
und Induktoren (z.B. im PFC) versuchen, schellen Stromänderungen
entgegenzuwirken.
> Woran könnte das liegen?> Darf man PC Netzteile nicht an Rechteck Spannung betreiben?
Daran! PC-Netzteile NIEMALS an Rechteckwandlern betreiben.
An Trapazwandlern ebensowenig, mit Ausnahme, wenn es eine
modifizierte (mit Elkos kurvengeglättete) Trapezspannung ist.
> Sind die PFC Schaltungen nur auf Sinus ausgelegt und gehen bei anderen> Stromformen einfach mal hops?
Ja
> Oder waren es einfach "ungünstige Umstände"?
Nein, es ist allgemein bekannt (bei die jetzt auch, wenn auch etwas
spät)
Grüße
Michelle
Darf man bei billigen Netzteilen nicht machen, weil die PFC einfach Müll
ist. Selbst eine Rechteckige Spannung darf einer PFC nichts ausmachen.
Wenn der Stromregler dem Rechetck (welches eine Filterung erfahren
sollte) nachfahren will schwingt er etwas über. Im schlimmsten Fall
greift eine Cycle-by-Cycle Strombegrenzung wenn zu hoher Strom nicht
durch die Stromsollwertbegrenzung abgefangen wird. Bessere fahren nicht
einfach der Spannung nachen sondern Synchronisieren einen Sinus mittels
PLL auf (wird man im consumerbereich keinesfalss finden)
Das bei PC-Netzteilen die PFC draufgeht liegt nur an der billigen
Ausgführung nicht am Prinzip. Sonst würden PFC für Indurstrie,
Telekommunikation, etc keine PLDs oder Powerline Surges überleben. Ist
oft eine PLD Testcondition, das Speisen mit Rechktecken aller Art.
MFG Fralla
>Daran! PC-Netzteile NIEMALS an Rechteckwandlern betreiben.
Das ist relativ. Im neuen CONRAD-Katalog sind Einsatzbeispiele für die
zwei Wandlerarten aufgeführt. Und da "kann" man Schaltnetzteile an die
Trapezwandler anschließen.
Ich hätte es daraufhin sicher auch gemacht.
Michael_ schrieb:>>Daran! PC-Netzteile NIEMALS an Rechteckwandlern betreiben.> Das ist relativ. Im neuen CONRAD-Katalog sind Einsatzbeispiele für die> zwei Wandlerarten aufgeführt. Und da "kann" man Schaltnetzteile an die> Trapezwandler anschließen.> Ich hätte es daraufhin sicher auch gemacht.
Ich denke, der Unterschied ist, ob Du eine aktive oder passive
PFC hast. Eine passive sollte auch mit einem sog. Quasi-Sinus-
Wandler keine Probleme haben.
Gruss
Harald
PS: Kann man eigentlich die in neueren PC-Netzteilen verbaute
aktive PFC irgendwie stilllegen, ohne die Hauptfuktion des
Netzteils zu beeinträchtigen?
Harald Wilhelms schrieb:> PS: Kann man eigentlich die in neueren PC-Netzteilen verbaute> aktive PFC irgendwie stilllegen, ohne die Hauptfuktion des> Netzteils zu beeinträchtigen?
Da das Step-Up Wandler sind könnte es dann etwas an Spannung fehlen.
A. K. schrieb:> Harald Wilhelms schrieb:>>> PS: Kann man eigentlich die in neueren PC-Netzteilen verbaute>> aktive PFC irgendwie stilllegen, ohne die Hauptfuktion des>> Netzteils zu beeinträchtigen?>> Da das Step-Up Wandler sind könnte es dann etwas an Spannung fehlen.
Wo wird eigentlich die 115/230V-Umschaltung gemacht? in der PFC
oder im Hauptwandler?
Gruss
Harald
Harald Wilhelms schrieb:>> Da das Step-Up Wandler sind könnte es dann etwas an Spannung fehlen.>> Wo wird eigentlich die 115/230V-Umschaltung gemacht? in der PFC> oder im Hauptwandler?
Nirgends. Die PFC passt sich der vorhandenen Eingangsspannung
automatisch an und produziert eine bestimmte Ausgangsspannung. Wie ein
normaler Step-Up auch - nur kommt hier noch der Fokus auf den power
factor hinzu und der Input der PFC ist anders als beim Step-Up die
gleichgerichtete Spannung ohne Elko.
Wenn eine PFC auf einem Boost Wandler basierend eingebaut ist macht
nahezu immer die PFC die Umschaltung. Die Spannung wird bei Low-Line
einfacher höher geboostet.
>PS: Kann man eigentlich die in neueren PC-Netzteilen verbaute>aktive PFC irgendwie stilllegen, ohne die Hauptfuktion des>Netzteils zu beeinträchtigen?
Die Spannung wird dann niedriger sein. Der wirkungsgrad wird bei hoher
Leistung schlechter aufgrund der hohen Ström im Gleichrichter. In den
meisten Netzteilen kommen die Hauptwandler mit der reduzierten
eingangsspannung zurecht um eine Holdup-Zeit zu realisieren. Bei
stellegung der PFC kann die Holdup-Zeit nicht mehr garantiert werden
Beim Home PC auch egal..
PS: Die Sache mit der 115/230V Umschaltung kann man daher als
Auswahl-Kriterium für PC-Netzteile betrachten, wenn der Anbieter das
nicht rangeschrieben hat: Wenn ein Umschalter dran ist, dann hat es
garantiert keine aktive PFC. Umgekehrt gilt diese Regel allerdings
nicht, ein Netzteil mit passiver PFC kann einen internen automatischen
Umschalter haben.
>> PS: Kann man eigentlich die in neueren PC-Netzteilen verbaute>> aktive PFC irgendwie stilllegen, ohne die Hauptfuktion des>> Netzteils zu beeinträchtigen?>Da das Step-Up Wandler sind könnte es dann etwas an Spannung fehlen.
Also, das ein PFC die Spannung allgemein erhöht an den Gleichrichter
weitergibt, kann ich nicht nachvollziehen.
In den geschlachteten NT mit akt. PFC sind die Ladekondensatoren immer
noch 200/400V, so wie vor 20 Jahren!
Ich denke, man kann die rausnehmen und es funktioniert genauso. Den Rest
macht die Elektronik.
Michael_ schrieb:> Also, das ein PFC die Spannung allgemein erhöht an den Gleichrichter> weitergibt, kann ich nicht nachvollziehen.
Erst Gleichrichter, dann PFC, dann Elkos:
http://www.nuvation.com/corporate/news/newsletter/fall2006/powersupply.html
Jedenfalls ist eine aktive PFC ein zwischengeschalteter Switcher. Und
das ist bei einem PC-Netzteil als Boost-Regler am einfachsten
realisiert. Arg weit unter 400V kann der also nicht landen. Ob die nun
in 400V-Elkos oder 2x200V Elkos landen ist ein anderes Thema.
Für den eigentlichen Switcher des Netzteils hat es jedenfalls gewisse
Vorteile, wenn er eine ziemlich konstante Eingangsspannung kriegt,
keinen weiten Bereich.
Kannst Recht haben.
Das mit der erhöhten Spannung war die Meinung einiger hier im Forum.
Aber wie du sagst, man kann es rauslassen und es funktioniert genauso.
Nur nicht im Sinne des Gesetzgebers.
Michael_ schrieb:> Kannst Recht haben.> Das mit der erhöhten Spannung war die Meinung einiger hier im Forum.> Aber wie du sagst, man kann es rauslassen und es funktioniert genauso.> Nur nicht im Sinne des Gesetzgebers.
Beim Betrieb an einem Wechselrichter?
Gruss
Harald
Hatte auch nen PC längere Zeit an nem Wechselrichter (kein Sinus!)
hängen. Man "hörte" die 50Hz recht deutlich am Netzteil, aber defekt war
da bisher nie was.
Alternativ müsste man sich überlegen ob man nicht auch eine Lösung ganz
ohne WECHSELstrom finden kann.
Wenn man sich bessere Netzteile (=keine Computermassenprodukte) ansieht,
dann haben diese auch oft einen DC-Eingangsbereich der in etwa so den
gleichgerichteten 120V bis 230V entspricht.
Wäre mal interessant zu wissen ob man nicht diese Wechselstromschaltung
+ Gleichrichter usw. auf beiden Seiten entfernen und das ding dann per
DC betreiben könnte.
>Wäre mal interessant zu wissen ob man nicht diese Wechselstromschaltung>+ Gleichrichter usw. auf beiden Seiten entfernen und das ding dann per>DC betreiben könnte.
Die meisten PFCs können ohne Probleme DC, dann arbeiten sie als
einfacher Boost Converter. Natürlich kann man dann gleich dirket DC
speisen.
Ist heute auch in vielen Bereichen ein Standard seit vielen Jahren, zb
größerere Serververbunde oder Telekommunikationsanlagen, da sitzt einige
große PFCs (die soganannten "Downstreamconter")die auf +400VDC/800VDC
oder -180/+180VDC Wandeln. Verteilt wird diese DC Spannung und die
Wandlung auf die benötigete Spannung der Radioamps/Serverhardware,etc
erfolgt vor Ort. Bei Telkom ist aber nach wie vor der 54,5V Bus
Standard, oft gibts "Bus-Powerlink-Units" (DC/DCs im 1 bis 2stelligen kW
Bereich, auch bidirektional) die 400/800VDC auf 54,5V wandeln um ältere
Subkomponenten zu verwenden.
MFG Fralla
Fralla schrieb:>>Wäre mal interessant zu wissen ob man nicht diese Wechselstromschaltung>>+ Gleichrichter usw. auf beiden Seiten entfernen und das ding dann per>>DC betreiben könnte.>> Die meisten PFCs können ohne Probleme DC, dann arbeiten sie als> einfacher Boost Converter. Natürlich kann man dann gleich dirket DC> speisen.
Ja, und bei den meisten Wechselrichtern sollte man auch ohne
Probleme die Zwischenkreisspannung von ca. 325V anzapfen können.
Gruss
Harald