Servus,
für's Platinenbohren in FR4 Material habe ich einen Dremel 4000. Der ist
aber höllisch laut und geht ohne Gehörschutz gar nicht. Der Proxxon geht
leider nicht bis 30.000 U/min. Bei dieser Drehzahl ist mir noch nie ein
Bohrer (VHM) abgebrochen, selbst bei 0,25 mm nicht.
Frage: Gibt es eine Tischbohrmaschine (bezahlbar zw. 500 und 1000 Euro)
mit so einer hohen Drehzahl? Gibt es Empfehlungen?
Gruß Hubi
... schnelle Fräsmotore sind nicht viel leiser.Bohrmaschinen mit dieser
Drehzahl habe ich noch nicht gesehen.Aber...wenn du eine gute spielfreie
Ständerbohrmaschine hast die nur zu langsam ist,dann könnte man mit ein
wenig mechanischenm Aufwand ein Zubehörteil bauen das man in das
vohandene Bohrfutter einspannen kann.Dieses Teil hat dann eine dieser
fertig zu kaufenden Aufnahmen für den Spannhals eines besseren
Fräsmotors.Eine Führung dazu damit sich das ganze nicht mit dem
Bohrfutter drehen kann.Am besten hängt man da den Riemen ganz aus damit
nicht passiert falls man die Ständerbohrmaschine mal
einschaltet...versehentlich natürlich :-)
Diese einfache Erweiterung macht aber nur dann Sinn wenn die
Ständerbohrmaschine schon eine gute Grundpräzision in der Spindelführung
hat.
Martin schrieb:> Die Drehzahl egal musst nur vorsichtig bohren und mit einer> Tischbohrmaschine geht das sowieso besser als mit so einer> Dremel-Handbohrmaschine.
Martin,
ich habe einen Bohrständer für den Dremel. Deine Tipps mögen vielleicht
für Hartpapier funktionieren, aber nicht bei FR4 Material.
1.) Bei FR4 funktionieren deine Bohrer lediglich ein paar mal, dann sind
sie stumpf und kannst sie entsorgen.
2.) Ich verwende für FR4 VHM Bohrer und hier brauchst du Drehzahl, sonst
brechen diese ruck zuck ab. 20.000 ist zumindest für meine Empfindung
kritisch, 30.000 ist wesentlich angenehmer. Da ist mir noch nichts
abgebrochen.
Hubert
Hubert K. (Gast) schrieb:
Martin schrieb:
>> Die Drehzahl egal musst nur vorsichtig bohren und mit einer>> Tischbohrmaschine geht das sowieso besser als mit so einer>> Dremel-Handbohrmaschine.> Martin,> ich habe einen Bohrständer für den Dremel. Deine Tipps mögen vielleicht> für Hartpapier funktionieren, aber nicht bei FR4 Material.
Ach was.
> 1.) Bei FR4 funktionieren deine Bohrer lediglich ein paar mal, dann sind> sie stumpf und kannst sie entsorgen.
Bei mir nicht.
> 2.) Ich verwende für FR4 VHM Bohrer und hier brauchst du Drehzahl, sonst> brechen diese ruck zuck ab. 20.000 ist zumindest für meine Empfindung> kritisch, 30.000 ist wesentlich angenehmer. Da ist mir noch nichts> abgebrochen.
Das muss dann aber an dir liegen, wenn bei dir HM-Bohrer bei niederer
Drehzahl öfter abbrechen (es sei denn es geht um Bohrer kleiner 0.6 mm,
dazu kann ich momentan keine Aussage treffen). Ich bohre meine
selbergeätzten FR4 mit einer Minibohrmaschine (meist 0.6/0.8 mm),
ähnlich der einfachsten die Proxxon liefert, nur praktisch Noname. Das
Futter ist bereits ausgeleiert, müsste ich mal auswechseln (vergesse es
immer wieder). Der Bohrer hat also sichtbares Spiel. Dennoch ist mir
noch NIE ein HM-Bohrer abgebrochen und ich bohre nicht annähernd mit
deiner Wunschdrehzahl. Die Schärfe ist noch immer ausreichend, so dass
kein großartiger Grad entsteht. Die von Martin gezeigte
Tischbohrmaschine liegt Qualitativ über meiner.
Also man sollte schon ein bißchen technisches Geschick haben, damit
nicht gleich alle Bohrer abbrechen ;-)
Wieviele Löcher bohrst du denn im Schnitt, wenn die Bohrer so schnell
stumpf werden?
Adler schrieb:> Ich bohre meine> selbergeätzten FR4 mit einer Minibohrmaschine (meist 0.6/0.8 mm),> ähnlich der einfachsten die Proxxon liefert, nur praktisch Noname. Das> Futter ist bereits ausgeleiert, müsste ich mal auswechseln (vergesse es> immer wieder). Der Bohrer hat also sichtbares Spiel. Dennoch ist mir> noch NIE ein HM-Bohrer abgebrochen und ich bohre nicht annähernd mit> deiner Wunschdrehzahl. Die Schärfe ist noch immer ausreichend, so dass> kein großartiger Grad entsteht.
Hey, welche Bohrer verwendest du genau? Wo kaufst du die?
gruß cyblord
Ich benutze auch eine Proxxon Kombination ( IB/M mit MBS140, beides
gebraucht in der Bucht erstanden ) für das Bungard FR4 Material.
Dazu gebrauchte VHM Bohrer von Lerrox,
und nach einigen Tausend Löchern ( von 0,6mm bis 3mm ) sind die einzigen
abgebrochenen Bohrer auf Dummheiten meinerseits zurückzuführen.
Z.B. die Platine aus Versehen gegen den eingespannten 0,6mm Bohrer hauen
( natürlich bei ausgeschalteter Maschine ). Beim Bohren selbst ist mir
noch keiner gebrochen.
Ich habe auch schon ein Paar Platinen gefräst, dank des Anschlags kriegt
man auch schöne gerade Schnitte hin.
cyblord ---- (cyblord) schrieb:
> Hey, welche Bohrer verwendest du genau? Wo kaufst du die?> gruß cyblord
Ganz normale übliche Industriequalität. Die 0.6er waren Gebrauchtware
(jedoch noch völlig unbenutzt), Hersteller ist unbekannt. Die oder
besser gesagt der 0.8 mm (hab derzeit nur einen ;)) war vom Conrad.
Andere sind von Bungard etc. Wenn mein Bohrfutter nicht so eiern würde
wäre der Verschleiß der natürlich schon vorhanden ist vermutlich noch
etwas geringer, aber abgebrochen ist mir noch keiner. 0.25 mm würde ich
allerdings mit diesem Bohrfutter nicht mehr bohren. Ich glaube das wird
nix. ;) Aber ansonsten kann man mit allen das FR4 noch perfekt bohren.
Was würdet ihr mir empfehlen, da ich auch eine Tischbohrmaschine brauch,
ich habe jedoch noch keine genaueren Vorstellung, sondern weiß nur, dass
ich diese zum bohren von Durchkontaktierungen usw. brauche.
Ich will jedoch nicht so viel ausgeben im besten Fall unter 100€, jedoch
nicht mehr als 150€.
Weberli schrieb:> Nur die Bohrung bei geätzten Platinen bohren.
Dann kauf dir ne Proxxon oder Dremel oder was ähnliches, hauptsache
schnell und mit einem Bohrfutter das Bohrer von 0,5-1,5mm zulässt.
Ein gut durchdachtes Modell hat es mal gegeben (ProMa vielleicht?),
aber ist wohl nicht so günstig und somit auch wenig verbreitet.
http://www.mikrocontroller.net/attachment/4667/proma.gif
Adler schrieb:> Hubert K. (Gast) schrieb>> Martin,>> ich habe einen Bohrständer für den Dremel. Deine Tipps mögen vielleicht>> für Hartpapier funktionieren, aber nicht bei FR4 Material.> Ach was.>>> 1.) Bei FR4 funktionieren deine Bohrer lediglich ein paar mal, dann sind>> sie stumpf und kannst sie entsorgen.> Bei mir nicht.
@Adler
Dir ist aber schon aufgefallen das der Martin ein Bohrerset mit HSS
Bohrern verlinkt hatte und daher die Einwände vom Hubert völlig richtig
sind? Das (V)HM Bohrer bei guter BEhandlung im Hobbyeinsatz FAST ewig
halten ist bekannt und das hat auch niemand bezweifelt.
Aber HSS Bohre und FR4 geht nur wenn man die Platine anschließen eh noch
mechanisch bearbeitet (um z.B. den Fotolack anstelle mit Aceton durch
Scheuern mit Stahlwolle (AKKU-Pads) zu entfernen.) Dann kann man auch
angestumpfte HSS Bohrer lange verwenden, der Grat ist dann kein Problem
mehr und es wird auch Glatt wie ein Kinderpopo. Aber Gratfrei Ohne
nachbehandlung, auch noch nach dem 10ten Loch geht nur mit richtigen
(V)HM Bohrern.
ICh verwende beide Methoden, je nach geplanter weiterer Veredelung. Wenn
ich eh beabsichtige die Stahlwolle einzusetzen nehme ich HHS, ansonsten
aber VHM, wobei der auszuübende Druck bei VHM schon welten geringer
gegenüber den HSS mit ein paar Löchern ist.
Aber BTT:
ICh verwende für beide Bohrervarianten (HSS und VHM) Proxxon
Bohrmaschinen im MS140 Bohrständer (ich habe zwei, einmal FBS240 im
Keller und einmal Micromot 12/E hier oben im Arbeitszimmer, hier auch
mit Kreuztisch wobei ich hier oben seltener Bohre, hier mache ich eher
kleinere Gehäusebearbeitung (fräsen) oder Präzisionsarbeiten (wie Quarze
auftrennen ;-)), Bohren fällt im Arbeitszimmer nur bei vergessenen
Löchern oder wenn es so kalt ist wie jetzt an. -für HSS nehme ich das
normale Schnellspannfutter, für VHM Spannbacken)
Mit keiner von beiden Maschinen habe ich bisher irgendwelche Probleme
mit VHM gehabt. Alle abgebrochenen Bohrer gehen wie oben auch jemand
geschrieben hat auf mein eigenes Konto. 0,25mm habe ich allerdings nicht
verwendung, mit 0,3mm ist mein kleinster Durchmesser aber nicht weit
entfernt.
Bei einem meiner Beiden Proxxon Bohrständer war aber eine kleine
Nacharbeitung fällig bevor der ausreichend "Führungstreu" war. Der hatte
etwas seitliches Spiel. Mit einem Stück 120g Papier an der richtigen
Stelle eingeklemmt ist der aber auch seit fast 2Jahren auch für feinste
Arbeiten problemlos geeignet. HAtte dann auch keine Lust mehr auf einen
Tausch. (Der andere Bohrständer war von Anfang an Tadellos)
Gruß
Carsten
Carsten Sch. (dg3ycs) schrieb:
> @Adler> Dir ist aber schon aufgefallen das der Martin ein Bohrerset mit HSS> Bohrern verlinkt hatte und daher die Einwände vom Hubert völlig richtig> sind?
Nein, der Einwand ist eben nicht richtig, das hast du falsch gelesen.
Mein Einwand bezog sich nämlich auf die Aussage von Hubert K. (Gast).
Der hatte behauptet VHM Bohrer brechen bei Drehzahlen unter 20.000
ruckzuck ab. Da ich generell mit niedrigeren Drehzahlen bohre und mir
noch keinen VHM deswegen zerbröselt (abgebrochen) ist, habe ich meinen
Einwand gegen so eine viel zu allgemeine Aussage eingeworfen. Leider hat
das dann zu einer unflätigen Reaktion geführt, so dass Postings gelöscht
werden mussten.
> Das (V)HM Bohrer bei guter BEhandlung im Hobbyeinsatz FAST ewig> halten ist bekannt und das hat auch niemand bezweifelt.
Eben darum gings.