Hallo!
Eine USV soll meinen Rechner dauerhaft mit Strom versorgen. Ich möchte
also den PC nicht nur sauber herunterfahren, sondern bei Stromausfall
weiterbetreiben. Auf welche Ausfallzeit sollte die USV sinnvollerweise
ausgelegt werden?
Kennt jemand eine Statistik (Link) mit welcher Wahrscheinlichkeit
welche Stromausfallzeiten auftreten?
Nimm einfach ein Notebook, das permanent am Netz hängt. Besser sogar
noch ein Netbook, die laufen für gewöhnlich noch länger mit ihrer
Akkuladung.
Bei einem normalen PC ist meist der Stromverbrauch zu hoch, als das
lange Überbrückungszeiten von den Akkukosten her noch wirtschaftlich
wären.
Siegmar schrieb:> Auf welche Ausfallzeit sollte die USV sinnvollerweise> ausgelegt werden?
Ran an die Stopuhr und einfach mal ausmessen, wie lang du brauchst um
den Benzingenerator aus dem Keller zu holen, anzuschließen und
anzuwerfen.
Siegmar schrieb:> Kennt jemand eine Statistik (Link) mit welcher Wahrscheinlichkeit> welche Stromausfallzeiten auftreten?
Meine Statistik dazu:
Server-Reboots durch nichtangekündigte Stromausfälle: keine.
Server-Reboots durch USV-generierte Probleme: einige.
Εrnst B✶ schrieb:> Meine Statistik dazu:> Server-Reboots durch nichtangekündigte Stromausfälle: keine.> Server-Reboots durch USV-generierte Probleme: einige.
Deine Statistik deckt sich mit meinen Erkenntnissen (nach Ablauf der
Garantiezeit). Genau deshalb sollten richtige Server mehrere Netzteile
haben, die aus unschiedlichen Quellen gespeist werden sollten (wovon
eine die USV ist).
Ein Notebook ständig am Netz zu lassen kann auch den Akkuverschleiß
erhöhen.
was macht denn der rechner so wichtiges, dass er während eines
stromausfalls laufen muss?
- überwachung atomkraftwerk? (wenn dann der strom ausfällt gibt es
sowieso ein größeres problem)
- überwachung herz-lungen-maschine? (sollte im normalfall besser auf der
intensivstation erfolgen)
- hausautomatisierung? (wenn der strom ausfällt fallen im allgemeinen
evtl. angeschlossene motoren o.ä. mit aus)
- alarmanlage? (wäre nicht eine anlage von der stange mit eingebautem
akku billiger)
- ???
anzahl an nicht angekündigten stromausfällen in den letzten 10 jahren:
1-2, dauer jeweils ca. 5 sekunden (maximal), und da auch nur auf einer
phase während eines gewitters
anzahl nicht angekündigter stromausfälle in den letzten 10 jahren, die
selber verursacht waren:
höher, aber da selber verursacht kann man die schlecht in die statistik
aufnehmen
Εrnst B✶ schrieb:> Server-Reboots durch nichtangekündigte Stromausfälle: keine.
Und angekündigte? ;-)
Ich kann mich zumindest an einen erinnern, der letztes Jahr für
ein paar Stunden ging, weil eine Hausanbindung in der Nachbarschaft
komplett erneuert worden ist. Dürfte aber in den letzten ca. 20
Jahren, an die ich mich so erinnern kann, der längste Fall gewesen
sein, den ich mal erlebt habe.
USV angesprungen (und damit Serverausfall verhindert) infolge
eigener Blödheit (FI hatte ausgelöst) hatte ich aber schon. Da man
den FI ohnehin regelmäßig testen soll (wie oft eigentlich?), ist
schon dafür natürlich eine USV nicht ganz unsinnig.
Hi,
also zum thema Stromausfall muss ich sagen das bei uns im vorletzten
Jahr mehrmals innerhalb von 14 Tagen der Strom über einige Stunden
ausgefallen ist, und das in Leipzig (also einer größeren Stadt :).
Allerdings ist sonst nichts gewesen, auser das der FI gekommen ist.
Meiner Meinung nach, wäre eine normale USV sinnvoll, und bei längeren
ausfällen halt mit der möglichkeit ein NEA einzuspeisen.
Gruß
pyro-AG
Sekundenweis ist hier auch schonmal der Strom ausgefallen. Das schlimmst
war eien Abend wo über 6 Stunden bestimmt 20 Ausfälle die Stunde waren.
Und die Krone der Schöpfung war hier in der Gegend wo die Strommasten
der RWE umgeknickt sind und ein Dorf 3 TAge kein strom hatte.
>was macht denn der rechner so wichtiges, dass er während eines
stromausfalls laufen muss?
Es gibt optimale Rechner, die sind neu und laufen sauber. Es gibt auch
alte Server, die laufen nicht mehr wirklich von selbst los. Wir hatten
mal einen Solchen, wenn der abschmierte, dann waren zwei Leute einen
ganzen Tag beschaeftigt bis er wieder halbwegs lief ... waehrend dieser
Zeit konnte niemand zugreifen.
Ein wahnsinnig genialer Admin hat den Server vor ueber 5 Jahren
aufgesetzt, der hatte eine tolle Funktionalitaet, die alle schaetzten,
aber niemand durchschaute. Der Admin ging vor 3 Jahren. Die Uebergabe
war eigentlich keine ... da schau ... click, click, click ... Bahnhof.
Wir haben dann mal einen neuen Server aufgesetzt, das dauerte Wochen,
nicht Vollzeit. Dann mussten wir die Clients anpassen. Clients neu
aufsetzen. Den Server anpassen. Alles in Allem mind 2 Mann-Monate.
Du siehst der Rechner muss eigentlich nichts machen ausser durchlaufen
und uns Arbeit ersparen. Und dazu braucht man eine USV. Den guenstigen 5
Minuten Schotter kann man spuehlen. Lieber einen Solarwechselrichter und
zwei Autobatterien dran.
So aussergewoehnlich sind Stromausfaelle hier nicht. Jedes Quartal ein
paar Stunden. Eine Frage, wie stark der Elektrizitaetsversorger sparen
musste/wollte/sollte, und wie stark das Netz an der Leistungsgrenze
laeuft.
Mit zunehmenden Alternativen Energien wird die stromversorgung
unsicherer. Denn eine Kaltfront von Westen und 1000km^2 gehen pro Minute
vom Netz...
Siegmar schrieb:> Auf welche Ausfallzeit sollte die USV sinnvollerweise> ausgelegt werden?
So lange, bis der Netzersatz verfügbar ist plus Reserve um bei Ausfall
des Netzersatz den/die Rechner noch sauber 'runterfahren zu können.
Netzersatz ist üblicherweise ein Dieselaggregat, das ein paar Sekunden
braucht um anzuspringen und sich zu synchronisieren.
Sofern die Netzersatzanlage gut gewartet und regelmäßig (1 x im Monat
für 'ne halbe Stunde oder so) getestet wird, reichen dann 2-3 Minuten
Überbrückunszeit für die USV - vorausgesetzt die Rechner können alle
innerhalb von 1-2 Minuten sauber 'runterfahren. D.h. man wartet bei
anspringen der USV eine Minute bis der Netzersatz da ist. Passiert das
nicht, fährt man 'runter.
Mehr als ein paar Minuten USV-Überbrückung lohnt nicht. Bleiakkus kosten
Geld, und zwar nicht nur in der Anschaffung sondern auch im Betrieb
(Erhaltungsladung). Und ewig halten tun sie auch nicht.
Wem Netzersatz etwas überdimensioniert vorkommt, weil hierzulande nur
selten der Strom ausfällt, sollte mal Urlaub in Indien oder
vergleichbaren Ländern machen. Wer es sich leisten kann, hat dort einen
Diesel im Hof. Der läuft dann auch brav alle paar Tage mal für einige
Stunden.
Wir haben eine kleine z/OS Mainframe.
5 Minuten reichen für STOPP der (8) Prozessoren und QUIESCE der
laufenden I/Os auf Platte, danach darf das Teil "abschmieren". Die kann
das recht gut vertragen.
Unsere dezentralen Server und "Under the table" Geräte werden anders
beurteilt:
Was schon mal nach einem Stromausfall schlimmen Ärger machte wird
analysiert, und entweder weggeworfen oder es wird auf einer am
Ersatzstrom hängenden Schiene angeschlossen. Die bekommt nach 5 Minuten
den Diesel. Da kommt nur was dran was Mission-Critical ist, denn das ist
teuer.
Statistiken gibt es übrigens für alle Gegenden und unsere
Schlußfolgerung für uns war (ungefähr und bestimmt nicht mehr aktuell):
99% aller Stromausfälle sind kürzer als 30 Minuten
95% < 5 Minuten.
Die Entscheidungen die man dann fällen muss sind nicht einfach.
Bei unglücklicher Wahl der Überbrückungszeit:
Ausfallszeiten verdoppeln sich wenn in einem kurzem Netzausfall der
Server automatisch herunterfährt, nur um dann gleich wieder gestartet
werden zu müssen.
Ich hatte mal einen Kunden der auf unbestimmte Zeit überbrücken konnte,
10 Minuten bis zum Diesel-Einsatz und dann so lange der Tank reicht. Da
hingen aber lebenswichtige Dinge dran.
Unsere Hauptsorge ist eigentlich eher: Kontrolliert herunterfahen können
bevor der Saft alle ist.
Also: Wie lange brauchst Du zum "Stilllegen" der Anlage? So lange sollte
die USV durchhalten.
Grüße
Mainframer schrieb:> Wie lange brauchst Du zum "Stilllegen" der Anlage? So lange sollte> die USV durchhalten.
Da hast Du evtl. die Rechnung ohne denm Wirt gemacht. 5-Minuten-Ausfälle
durch Umschaltungen können immer mal vorkommen. ABER wer weiß wie alt
Deine Akkus sind und wieviel Geräte hinterher noch an diese USV
angeschlossen wurden "weil es so schön ging". Eine bessere USV kann
regelmäßig kalibriert werden um den Batteriezustand genauer zu schätzen.
Die meisten dezentralen USVs, die ich kenne, waren meist zu geizig
bemessen und nach wenigen Jahren oder einer Tiefentladung mußte der
teure Spezial-Akku getauscht werden. Man sollte noch bedenken, daß beim
Wiederkommen der Netzspannung ein wesentlich höherer Strom gezogen wird
(Einschaltströme und Akku-Ladestrom) und die Zuleitung entsprechend
reichlich bemessen und einzeln absichern.
In Orten mit allgemein guter Stromverfügbarkeit ist das Risiko eines
Stromausfalls durch Ursachen innerhalb einer normalen Klein-USV höher
als durch Ausfall des Stromnetzes. Sagt jahrelange Erfahrung mit einer
zweistelligen Anzahl von USV-gestützten Betriebsstätten in Stadt und
Land, darunter welche mit guter Verfügbarkeit und andere.
Wenn man ein weniger sauberes Stromnetz hat und es ernst meint, dann
verwendet man Server mit 2 (redundanten) Netzteilen. Eines über USV und
eines direkt.
> verwendet man Server mit 2 (redundanten) Netzteilen. Eines über USV und> eines direkt.
Das schrieb ich weiter oben auch.
> 15.02.2012 14:07
Auch ungünstig wäre: wenn USV und die weiteren Netzteile die gleiche
Sicherung und gleiche Phase benutzen! Leider schon öfter vorgekommen bei
schlechter Beschriftung!
A. K. schrieb:> Wenn man ein weniger sauberes Stromnetz hat und es ernst meint, dann> verwendet man Server mit 2 (redundanten) Netzteilen.
Wie werden die Ausgänge der beiden Netzteile den in dem Fall
verschaltet?