Magische Hand oder doch das Quarz?

#2552115
Lesenswert?

Hallo,

Ich habe mir vor einem Jahr eine Adapterplatine für einen Atmega8 
Geätzt.
Ich benützte diesen Adapter für mein Steckboard. Hatte bis jetzt auch 
keine Probleme.
Nun ist aber nach vielen Versuchen plötzlich ein seltsames bzw. 
komisches Phänomen aufgetreten.
Und zwar Steuere ich im Moment ein Servo mit dem Atmega8 an.
Im Moment befinden sich auch das hier im Tutorial befindliche Programm 
vom Servo im Atmega da ich von einem Programmierfehler ausging.
Das Servo läuft nur ruckartig bis gar nicht. Hab mit dem Messgerät bzw. 
Oszy gemessen ob das Steuersignal kommt doch leider bliebt das Signal 
aus oder kam ganz sporadisch.
Nun nach langem suche viel mir folgendes auf.
Sobald ich den Metall Rahmen des Steckboards berühre funktioniert das 
Servo und der Atmega ohne zu Zicken. Er funktioniert auch wenn ich meine 
Hand ca. cm über den Controller hebe.
(Wahrscheinlich magische Hände)
Der Atmega wird mit einem Externen Quarz betrieben.
Wahrscheinlich wird auch dort das Problem liegen.
Anbei ist aber trotzdem die Adapterplatine. Kann es vielleicht sein das 
es zu Störungen kommt da keine Massefläche vorhanden ist?
Habe auch alle möglichen Störenden Geräte entfernt (Handy, PC, usw.) 
doch immer dasselbe Phänomen.
Hat einer vielleicht einen Rat?
Angehängte Dateien:
Gast #2552173
Lesenswert?

Helmut Lenzen schrieb:
> Die Leitung zum Quarz sind ja 3
> mal um den Block gefuehrt.

Viel besser sind ja noch die Lastkondensatoren für den Quarz. Den  obere 
Kondensator unten anzuschließen (und umgekehrt) ist ja dann auch noch 
mal eine gedankliche Meisterleistung. Generell ein rechlich seltsames 
Layout. Hat was von moderner Kunst.
#2552258
Lesenswert?

Danke für das Kompliment.
> Den  obere
> Kondensator unten anzuschließen (und umgekehrt) ist ja dann auch noch
> mal eine gedankliche Meisterleistung. Generell ein rechlich seltsames
> Layout. Hat was von moderner Kunst.

Nun ja war meine Erste selbst erstellte und geätzte Platine.
Quarzeinstellung muss passen da ich schon etliche Sache mit dem Ding 
programmiert und versucht habe (Uart, Zeitmessung, Display usw,).
Hat bis jetzt auch immer funktioniert. Das Problem ist plötzlich 
aufgetretten.
Die Frequenz vom Quarz ist 3,759Mhz

Aber zurück zum Layout.
Näher am Kontroller ging leider nicht.
Gibt es aber hier eine Faustregel im bezug Abstand vom Quarz und 
Kondensatoren zum Kontroller?
#2552472
Lesenswert?

Thomas Gruber schrieb:
> Näher am Kontroller ging leider nicht.
> Gibt es aber hier eine Faustregel im bezug Abstand vom Quarz und
> Kondensatoren zum Kontroller?

Die Entfernung deiner Kondensatoren heist schon "unerlaubte Entfernung 
von der Truppe" :=)

Warum nimmst du nicht 2 SMD Kondensatoren. Damit kommst du naeher ran. 
Der uC ist doch auch schon SMD. Da wuerde ich doch keine bedrahteten Cs 
mehr einsetzen.
#2552527
Lesenswert?

Helmut Lenzen schrieb:
> Warum nimmst du nicht 2 SMD Kondensatoren. Damit kommst du naeher ran.
> Der uC ist doch auch schon SMD. Da wuerde ich doch keine bedrahteten Cs
> mehr einsetzen.

Ich hatte die 2 Kondensatoren noch in meinem Sortiment.
Ist das wirklich so schlimm mit den Kondensatoren?
Werde aber das Nächste Mal wohl auf SMD zurückgreifen.
Ich schätze das ich Wahrscheinlich einen defekten Quarz bzw. kalte 
Lötstellen habe.

Eine andere Frage wie sieht das mit der Massefläche aus?
Bei meinem Layout von Oben ist nicht recht viel freier Platz für eine 
Massefläche. Ist diese aber zwingend erforderlich?
Kann es sein das ich mit meiner Hand Irgend ein magnetisches Feld 
abschirme bzw. ein kapazitives Feld erzeuge was den Quarz zum Schwingen 
anregt?
Gast #2552557
Lesenswert?

Thomas Gruber schrieb:
> Ist das wirklich so schlimm mit den Kondensatoren?

Ja, wie oft denn noch...

Und an jeden Vcc zum danebenliegenden GND einen 100n dicht an den IC, 
wenn Du die Vccs einzeln rausführen willst.

Auch wenn es bislang ohne funktionierte, irgendwann funktioniert es eben 
nicht mehr... wie jetzt. Es wird nicht umsonst immer wieder drauf 
hingewiesen.
#2555730
Lesenswert?

Hallo,

was ist aber wenn ich den Kontroller auf internen Quarz umstelle und das 
Problem ist trotzdem noch vorhanden?

Ha das nämchlich gerade gemacht.
Kondensatoren und Qurz wurden entfernt.
Die Fuses auf internen Oszylator umgestellt und das problem ist aber das 
selbe.
Sobalt ich den Matalischen Rahmen vom Steckboard berühre bleibt das 
Servo stehen oder läuft weiter.

Hat noch jemand eine Idee?
#2555749
Lesenswert?

Dann hast du immer noch keinen Abblockkondensator...
Der Controller schaltet sehr schnell. Diese steilen Flanken wollen 
irgendwoher versorgt werden. jede Leitungsinduktivität begrenzt dir aber 
die Stromsteilheit. Deswegen baut man den 100nF Abblockkondensator so 
weit an die Versorgungspins des Controllers, wie es nur irgend geht. 
Wenn man das nicht macht, bricht die Spannung ein(sehr kurzzeitig, aber 
es reicht) und dein controller resettet. Hast du mal die brown-out 
detection versuchsweise abgeschaltet? wenns dann geht spricht das dafür. 
Aber, und das wird dir jeder bestätigen, wenn der Kondensator nicht da 
ist, braucht man so weit überhaupt nicht zu gehen. Das erste sollte 
jetzt also für dich sein, einen 100nF SMD-Kerko zu besorgen, und so nahe 
es geht zwischen V+ und GND des Controllers auf deine Platine zu löten. 
vorher braucht man eigentlich nicht weiter reden.

LG, Björn
#2556183
Lesenswert?

Hallo,
Danke für eure Antworten.
Die brown-out detection habe ich auch ausgeschalten.
Er läuft dann meiner Meinung nach etwas Stabiler.
Bitte jetzt nicht zerfetzten aber gibt es irgendwo eine 
Übersicht-Ansicht zur Standartbeschatlung eines Atmega8 bzw eine 
Auflistung was man alles zu beachten muss?
Gruß
(Firma: Schweigstill IT) Persönliche Seite #2556197
Lesenswert?

Thomas Gruber schrieb:
> Übersicht-Ansicht zur Standartbeschatlung eines Atmega8 bzw eine
> Auflistung was man alles zu beachten muss?

Ja, es gibt von Atmel etliche Applikationsschriften zum EMV-gerechten 
Leiterplattenlayout. Auf diese wird auch bei Atmel immer verwiesen.

Auch wenn der Prozessor nur mit 3,57MHz getaktet wird, stecken in den 
Signalflanken doch deutlich höhere Frequenzanteile. Die langen 
Leiterbahnen und die zusätzliche Steckbrettverdrahtung besitzen hierfür 
viel zu hohe Impedanzen.

Außerdem ist unter dem Prozessor doch genügend Platz, um alle GND-Pins 
miteinander zu verbinden. Und rund um den Prozessor herum kann man dann 
auch die Kondensatoren, z.B. 100nF in 0603, platzieren.

Der Quarz wird vielleicht ein Problem sein, aber mit Sicherheit nicht 
das entscheidende. Das derzeitige Leiterplattenlayout ist einfach viel 
zu schlecht. Auch die leicht versetzten Leiterbahnen (z.B. PC0, ADC7) 
führen bei Leiterplatten ohne Lötstoplack zu ganz üblen, feinen 
Kurzschlussmöglichkeiten mit den Nachbarpins.
#2564284
Lesenswert?

Thomas Gruber schrieb:
> Bitte seht euch mal das Layout an und sagt was Ihr dazu meint.

Schaltplan würde etwas beim Beurteilen helfen.

AVCC hat keinen 100nF gegen GND, wenn ich die Pins richtig abgezählt 
hab.
Nachdem du AVCC eh nicht offen lassen darfst, könntest du das noch 
direkt auf der Platine mit VCC verbinden, ggfs. über eine kleine 
Spule/Ferritperle (als "Drahtbrücke").
#2564720
Lesenswert?

Thomas Gruber schrieb:
> Den Wert 47Ohm hab ich aus dem Tutorial.

Wo genau?

Hier: AVR-Tutorial: ADC ist eine 10µH-Drossel drinnen.
Hier: [[AVR-GCC-Tutorial#ADC_.28Analog_Digital_Converter.29]] wird 
ebenfalls eine L-C Kombi aus 10µH und 100nF vorgeschlagen...

Ich würde 10µH beibehalten, oder eine Drahtbrücke stattdessen verwenden, 
ggfs mit ner Ferritperle drüber, für's gute Gewissen.
ein, zwei Ohm gehen sicher auch noch, wenn du unbedingt nen Widerstand 
willst.
(Firma: Schweigstill IT) Persönliche Seite #2564721
Lesenswert?

Die Masseführung ist eine einzige Katastrophe. Zwar ist die Fläche schön 
groß, aber die einzelnen Bereiche sind nur durch dünne Stege miteinander 
verbunden. Und die Wege sind auch viel, viel zu lang.

Die Pads des QFP sind viel zu breit, insbesondere wenn man die Platine 
ohne Lötstoplack herstellen will. Da wird es schwierig, einen Prozessor 
einzulöten, ohne dass es Brücken gibt.
#2564722
Lesenswert?

Thomas Gruber schrieb:
> Den Wert 47Ohm hab ich aus dem Tutorial.

Da macht man im allgemeinen eine kleine Drossel von 100uH rein.

Dein Abblock C fuer die 5V ist immer noch nicht richtig angeschlossen.
Man fuehrt keine GND Leitungen 3 mal um den Block.
Wenn es einseitig zu lang wird nimm halt eine Drahtbruecke damit es 
kuerzer wird.

Pin 3 vom uC kannst du auch noch an GND vom C2 fuehren.
#2564730
Lesenswert?

Andreas Schweigstill schrieb:
> Die Masseführung ist eine einzige Katastrophe. Zwar ist die Fläche schön
> groß, aber die einzelnen Bereiche sind nur durch dünne Stege miteinander
> verbunden. Und die Wege sind auch viel, viel zu lang.

Dem schließe ich mich an! Da Du allerdings bei einseitiger Platine nicht 
mehr Platz hast, empfehle ich Brücken!
Der Ehrgeiz, ganz ohne Brücken auszukommen, ist hier fehl am Platz.

Gruß Dietrich
#2578467
Lesenswert?

Ach ja Projekt Update.
Die Platine ist schon Geätzt und der Mikrocontroller ist auch schon 
Aufgelötet.
Werde später vieleicht ein paar Fotos hier Reinstellen.

Wegen den Quarz.
Weiss zufällig jemand hier von dem Bug?
So wird das leider nicht funktionieren oder? Werde woll das Messer 
ansetzen müssen?

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren