Hallo,
ich muss eine Präsentation in meinem Job anfertigen und wollte mal
fragen wie ihr das macht...ich hab ein Diplom und wollte fragen, ob ich
den Titel aufs Deckblatt, auf dem mein name steht, da mit vorschreibe
oder ob das als Angeberei gewertet werden kann?
Lg, Lisa
Die Leute vor denen ich präsentiere sind auch Ing's aber alle kennen
meinen Abschluss...hmm ich bin hin- und hergerissen, tendiere aber
aufgrund von eventueller Angeberei eher zum weglassen.
Zuckerle schrieb im Beitrag #2574858:
> Damit man sich von den Möchtegern-Ings. , die nichts sind, nichts> werden,> aber gern was währen, unterscheidet
Wer etwas kann, braucht sich nicht hinter Titeln verstecken. Darum wird
im Ausland selten sowas angegeben. In Amerika schreiben die auch selten
einen PhD hin.
>Damit man sich von den Möchtegern-Ings. , die nichts sind, nichts>werden,>aber gern was währen, unterscheidet.>Es laufen so viele rum die sich Ing. schimpfen und nichts sind, sogar>weniger als nichts !
?, Du meinst, das sich "richtige" Ings. von Weicheierinnen wie mir
unterscheiden! Zuckerle, geh' endlich nach China.
@Lisa
Mach es wie Du es für richtig findest. Ob nun einer im
Vorstellungsgespräch dies oder das denken könnte, hängt von den Leuten,
dem Wetter und der Luftfeuchte ab. Wenn Du stolz auf Deinen Abschluss
bist, trag den Titel. Hat für mich nichts mit Arroganz zu tun.
Rosa
Hi, Lisa,
> ...ich hab ein Diplom und wollte fragen, ob ich> den Titel aufs Deckblatt, auf dem mein name steht, da mit vorschreibe
Verschiedene Leute werden das unterschiedlich bewerten.
Ich dagegen erwarte, wenn ich Zeit investieren soll für das Zuhören,
dass ein unbekannter Redner nicht nur seinen Namen nennt, wie jeder
Tölpel einen hat, sondern auch seine Berufsrichtung zu erkennen gibt und
seine Qualifikation.
Wenn sich Ingenieure wie Facharbeiter ausgeben, werden sie bald auch nur
so bezahlt.
Ciao
Wolfgang Horn (hier spare ich mir allerdings die Mühe...)
Es ist mehr als affig bei einer Präsentation unter Gleichen oder unter
Kollegen den Dipl.-Ing mit auf die Präsentation zu klatschen.
Bestenfalls löst es massives Fremdschämen aus.
> Ja allein um sich schon von FH-"Diplomern" abzugrenzen.
Das macht man am besten, indem man in die Forschung geht.
Wenn man keinen besseren Job gefunden als die FH-Diplomer, sprich im
gleichen Boot sitzt, riecht das nach Profilneurose. Erinnert an einen
Azubi, der gegenüber den anderen Azubis dauernd sein Abi raushängen
lässt.
ich benutze meinen titel prinzipiell nur um leute (finanzamt,
krankenkasse, ...) zu ärgern oder bei gehaltsverhandlungen
auch bei vorlesungen/übungen/etc. an der uni haben (zumindest bei uns)
die jeweils vortragenden maximal bei der ersten präsentation irgendwo
den titel "hingepinselt", danach immer nur mehr den namen. bei einer der
ersten vorlesungen überhaupt (1. semester, 1. woche) hat der vortragende
gesagt "wenn sie etwas von mir oder meinen kollegen brauchen sagen sie
einfach "herr pauer". wir wissen alle welche titel wir schon haben, die
müssen nicht in jedem satz wiederholt werden..." - die einstellung
gefällt mir.
ich und meine kollegen wissen was ich bin, für den rest der welt bin ich
im moment einfach der zuständige entwickler ohne irgendwelchen
schickschnack...
Hannes Jaeger schrieb:> Es ist mehr als affig bei einer Präsentation unter Gleichen oder unter> Kollegen den Dipl.-Ing mit auf die Präsentation zu klatschen.> Bestenfalls löst es massives Fremdschämen aus.
Fremdschaemen ist genau der richtige Ausdruck
Lisa schrieb:> Hallo,>> ich muss eine Präsentation in meinem Job anfertigen und wollte mal> fragen wie ihr das macht...ich hab ein Diplom und wollte fragen, ob ich> den Titel aufs Deckblatt, auf dem mein name steht, da mit vorschreibe> oder ob das als Angeberei gewertet werden kann?>> Lg, Lisa
Würdest Du auf Deinen rechtmäßig erworbenen Titel verzichten, könnte man
das auch als mangelndes Selbstvertrauen werten. In fachlichen
Publikationen ist der Titel stets zu verwenden. Es grenzte an
Irreführung, würde man es nicht tun.
Lass Dich nicht von Dilettanten verunsichern und steh zu Deinem Titel,
der Teil Deines Namens ist!
Hallo Lisa,
bei einem Vorstellungsgespräch ist Dein Abschluß dem Arbeitgeber
bekannt. Es ist wahrscheinlich auch keine Veranstaltung auf einer
Hochschule.
Lass Dich nicht von Leuten verunsichern, die es nötig haben, mit ihren
akademischen Grad zu hausieren. Zu prahlen, daß man das Abi geschafft
hat (mit Heckaufkleber am Auto), daß man ein Studium geschafft hat oder
promoviert wurde, haben nur Frischlinge, die sonst noch wenig Profil
vorweisen zu haben.
ich tue das ganz gerne. Arbeite im IT Bereich und da tummeln sich
nämlich alle möglichen Leute rum die nie eine Hochschule von innen
gesehen haben. Daher ist es doch ganz gut wenn z.B. Chefs sehen, dass
man sein Fach auch wirklich gelernt hat.
Kommt auf die Zuhörer drauf an. Kennen einen die Zuhörer und man hat
außer Dipl. Ing. "nichts" zu bieten, dann ist das angeben des
Abschlusses eher peinlich.
Referiert man irgendwo extern, dann kann man es mal auf der Titelfolie
schreiben, oder man lässt mal beiläufig "fallen" was man wo studiert
hat, das reicht dann auch.
Besonders peinlich wirds bei Auditorien mit hoher Titeldichte. Das heißt
in einem Forschungsinstitut, wo die Masse an Leuten Ing. ist oder
promoviert hat, macht man sich mit einem auf jeder Folie zur Schau
getragenen "Dipl. Ing." zum Obst.
Ich würde es auch weglassen. Das du den Vortrag hältst und die Anderen
zuhören müssen, reicht völlig aus.
Ich hatte neulich einen Gast der nach dem Gespräch eine allgemeine
Visitenkarte seiner Firma nahm und mit Kugelschreiber darauf notierte:
Dr. Hinze Tel: 123456
Da dachte ich auch nur, wie peinlich ist das denn.
(ging um ein neues Projekt, welches ich später abgelehnt habe - das
hatte aber damit nichts zu tun)
Michael Lieter schrieb:> Ich hatte neulich einen Gast der nach dem Gespräch eine allgemeine> Visitenkarte seiner Firma nahm und mit Kugelschreiber darauf notierte:> Dr. Hinze Tel: 123456
epic fail.
Jodo Schauno schrieb:> In fachlichen> Publikationen ist der Titel stets zu verwenden. Es grenzte an> Irreführung, würde man es nicht tun.
Das glaub ich eher weniger, hier sind 3.145.114 Gegenbeispiele (ständig
wachsend ;))
http://ieeexplore.ieee.org
lutscher schrieb:> Referiert man irgendwo extern, dann kann man es mal auf der Titelfolie> schreiben, oder man lässt mal beiläufig "fallen" was man wo studiert> hat, das reicht dann auch.
Auch da schreibe ich meine Position im Unternehmen drauf, nicht den
akademischen Firlefanz. Der steht nur auf meiner Visitenkarte. Bei
wissenschaftlichen Veröffentlichung gibt es nur eine Fußnote, in der
mein Arbeitgeber und meine Position in der Firma steht.
> Besonders peinlich wirds bei Auditorien mit hoher Titeldichte. Das heißt> in einem Forschungsinstitut, wo die Masse an Leuten Ing. ist oder> promoviert hat, macht man sich mit einem auf jeder Folie zur Schau> getragenen "Dipl. Ing." zum Obst.
Es gibt eine Anekdote (Urban Myth?) aus Berkely. Bei einer
Elternversammlung in einer Schule bestand der neue Direktor am Anfang
darauf, als Doktor angeredet zu werden, nachdem er mit dem Vornamen
angesprochen wurde "If you don't mind, that is Doctor X for you". Die
Anwesenden Eltern sollen dem Wunsch nachgekommen sein.
Allerdings begann jeder Wortbeitrag der Eltern damit, dass sich
derjenige nicht nur wie gewünscht vorstellte, sondern mit vollen Titeln
vorstellte und auf entsprechender Anrede bestand. Dumm, dass es der
Schulbezirk war, in dem viele Professoren und wissenschaftliche
Mitarbeiter der Universität wohnten. Es soll Professoren und Doktoren
mult. gehagelt haben.
Also wenn das engere Kollegen sind dann würde ich ganz klein Autor
schreiben und Titel muss wohl nur dann stehen wenn es unbedingt zum
Bereich Ing. passt...
Wenn jemand Dr. ist lässt er den auch weg???
Lisa schrieb:> Ich hab den Titel weggelassen und alle waren zufrieden :-)
Dann hat der Inhalt der Präsentation wohl ausgereicht, um Deine
Qualifikation ausreichend offenzulegen.
Gruss
Axel