Ich zitiere mal:
"Wer selbst ein richtiges - kein Schmalspurstudium - Studium bewältigt
hat, der kennt den Unterschied zwischen Schule und Studium. Wer nur eine
verlängerte Schule sucht, sollte sich mal unter den Fachhochschulen
umsehen."
50% Abbrecher lassen nicht Unbedingt auf Schmalspur schließen. Zudem ist
kein Fach genannt. Ein Kunstgeschichte Studium an der Uni ist evtl. doch
etwas schwerer als Automatisierungstechnik an der FH.
Aber die Richtung der Argumentation ist klar: Alles ausser Uni ist
nichts wert, da kein richtiges Studium. Der Inhalt scheint
bedeutungslos.
"Schwierige Klausuren sind kein Psychoterror - schon gar nicht an einer
Universität! Und eine excellente Ausbildung zeichnet sich nicht
unbedingt dadurch aus, dass man die Studenten überbehütet und es ihnen
möglichst leicht macht. So bekommt man nämlich nur ein unberechtigtes
Selbstvertrauen bzw. leidet dann an Selbstüberschätzung. Loben und vor
Überforderung schützen muss man Schüler, aber nicht Studenten. Im
Studium beginnt der Ernst des Lebens und das ist richtig so. "
"Excellent" kommt entweder von einem Englisch-Muttersprachler
(vermutlich nicht) oder aus längst vergangenen Zeiten, weit vor dem
aktuelen Duden.
Das passt auch zum Weiteren: Interesse am Fach und dementsprechend
"leichtes" Lernen evtl. gepaart mit Freude daran führen doch nur zur
Selbstüberschätzung. Ein Studium darf doch gar keinen Spaß machen, d.h.
es muss ernst sein. Züchtigung und Tadel sind auf jedan Fall primäre
Lehrmethode. Mit Sicherheit förderlich für einen innovativen Geist.
Das Selbstbewusstsein sollte schon in erster Linie an Klausurleistungen
gekoppelt sein. Idealerweise wurde es im Elternhaus ein wenig
geschwächt: Ohne Uni-Abschluss ist der Wert des Menschen weg. Das Leben
muss hart sein und darf vor allem keinen Spaß machen.
-> Wer nach dem Lesen eines solchen Threads hier im Forum einen neuen
eröffnet, sollte sich mal Gedanken machen. Obige Denkmuster sind selten
geworden. Es gibt sicher auch viele, die nach obigem Dogma etwas
geworden sind, neben den Bournoutlern. Z.B. Professoren, Lehrer oder
Forscher, die am auch am liebsten jedem von ihrem hart erkämpften
Leistungen erzählen. Ich unterstelle mal eine gewisse Voreingenommenheit
gegenüber anderen Menschen(Studenten sind "überbehütet"),
Schubladendenken (Menschen nach Abschluss bewerten, wie sich selbst) und
mangelndes Selbstbewusstsein.
Deswegen wird FH auch völlig ausser dem Rahmen unterbewertet, nämlich
als "Schule".
"Das habe ich, aber ich habe eben auch die Schulung des Geistes durch
die Bewältigung extremer Lernpensen erlebt. Wer das nicht erlebt hat,
kann es wohl nicht nachvollziehen. Aber gerade deshalb ist es so
wichtig, dass wenigstens die Studiengänge solche wirklich hohen Hürden
enthalten, die Lehrer und Wissenschaftler ausbilden sollen und nicht nur
irgendwelche mittelmäßigen Sachbearbeiter. Wer sich über vermeintlich zu
hohe Anforderungen eines Studiums beschwert und sich diesen nicht
erfolgreich stellt, der sollte einfach nicht Lehrer oder Wissenschaftler
werden. Solchen Leuten empfehle ich eine Fachhochschule oder ein kleines
Bachelorstudium."
Der Uni-Bachelor ist wohl auch nicht so? Eines kristallisiert sich klar
heraus: Es geht dem Schreiber nicht um sein Fach oder neue Erkenntnisse
in diesem. Seine "Besserstellung" erfolgte durch extreme Lernphasen und
das Überwinden von Hürden. Pauken und harte Prüfungen schreiben, das ist
es!
Und solche Leute werden dann Lehrer. Da braucht sich wirklich niemand
mehr zu wundern. Denn diese ganze "positive Energie" wird direkt an die
Schüler weitergegeben. Im Rückblick auf Abi-Zeiten leuchtet mir da
einiges ein.