Gast
#2601414
Hallo und guten Morgen :) Da meine Spannungsversorgungen am Basteltisch meist eher improvisiert sind, möchte ich jetzt ein Eigenbau wagen. Um Größe und Gewicht zu sparen, soll es ein Primärgetaktetes Netzteil werden. Die Leistung soll später 300W betragen, die Ausgangsspannung zwischen 0V und 30V Regelbar sein. Ich habe lange Zeit überlegt, ob man mit einem aus einem PC-Netzteil ausgeschlachtetem Kern etwas anfangen könnte (Flyback). Der Kern war durchaus brauchbar, jedoch sind die Ströme die dabei auftreten, einfach Wahnsinnig hoch. Flyback für 300W habe ich also verworfen. Ein Flybackwandler hat aber den Vorteil, dass man die Stromform vorgeben kann. Ein Flusswandler zieht soviel wie die Last zieht. Da aber ab 75W eine PFC vorgeschrieben ist erschien mir diese Topologie auch nicht geeignet (nicht im Sinne von "geht nicht", sondern im Sinne von "bekomm ICH nicht vernünftig geregelt"). Daher viel meine Wahl auf eine Normale PFC-Stufe, welche aus der Netzspannung einen Zwischenkreis von 400V speißt. Diese 400V werden dann über eine Halbbrücke übertragen (10:1) und erzeugen galvanisch getrennte 40V. Am Ende kommt ein Stepdownwandler welche aus diesen 40V, die ja durch die PFC-Stufe leicht schwanken, einigermaßen geglättete 0-30V macht. Als positiver Nebeneffekt des Stepdowns ist es möglich, bei geringerer Ausgangsspannung mehr als den Nennstrom von 10A zu ziehen, aber das wird, wenn überhaupt, später eingebaut wenn der Rest funktioniert. Erste Frage: Macht es Sinn 3 Wandler hintereinander zu schalten? Leidet der Wirkungsgrad nicht extrem darunter? Was gibt es da für alternativen, um immernoch die Primärstromform vorgeben zu können? Das Hauptproblem und Grund für diesen Post ist aber die PFC-Stufe, genauer gesagt die Regelung dieser. Dazu habe ich bereits Ewigkeiten vor dem Simulator verbracht. Geplant war ein Diskontinuierlicher Betrieb, weil so der Multiplizierer entfällt. Die Spule wird eine variable Zeit aufgeladen und gibt die Energie in der Off-Zeit an den Zwischenkreis ab. Da die Frequenz konstant ist (somit eine PWM) ist die Energie die übertragen wird, proportional zu t_on und U_in². Die Ausgangsspannung schwankt natürlich, da U_in die gleichgerichtete Netzspannung ist. Da eine Regelung aber nicht den Netzbrumm Ausregeln soll (also eine Grenzfrequenz << 2*f_netz haben muss) betrachte ich das ganze über mehrere Perioden gemittelt. Somit bleibt eine "Leistungsquelle", deren Ausgangsleistung direkt Proportional zum Dutycycle ist (Entschuldigung an die Experten, dass ich so viele Basis aufbereite, aber dies ist mein erster Regler, wenn ich etwas falsch mache, bitte sagen). Durch diese Vereinfachung erhalte ich also eine integrierende Strecke, die PFC-Stufe pumpt lustig Leistung in den Zwischenkreis und die Last entnimmt welche. Der Kondensator des Zwischenkreises speichert die Energie (Integrator). Also habe ich (den Netzbrumm vernachlässigend) eine reine I-Strecke. Laut den Artikeln die ich bisher gelesen habe, kann man eine solche Strecke mit einem reinen P-Regler regeln. Also -> Spannungsteiler -> kleiner Kondensator als Tiefpass -> Subtrahierer -> Regler (Opamp als Verstärker). Das Ergebnis ist allerdings eine völlig chaotische Ausgangsspannung des Reglers, die Leistungsstufe macht auch brav alles mit und kommt irgentwie auf die 400V, nur alles andere als stabil. Deswegen bin ich jetzt hier ;-) (Vielleicht noch interessant: Die PFC-Stufe sollte ursprünglich Interleaved aufgebaut werden. Bei entsprechender Ansteuerung machen beide Stränge aber das selbe, weshalb es reicht, einen Strang zu betrachten und diesen auf die hälfte der Leistung, also 150W auszulegen) Die Ausgangsspannung darf schwanken, obere Grenze sind die 450V des Kondensators, also nicht über 440V (hier war aber eine Schutzschaltung vorgesehen). Die minimale Spannung muss noch hoch genug sein, damit die Spule sicher entmagnetisiert. Wie hoch das genau ist hängt noch von der Eingangsspannung ab, daher hier leider keine Ahnung. Daten für einen PFC-Strang: Eingang 230V @ 50Hz, Weitbereichseingang nicht geplant Ausgang 400V @ 150W, Schwankung siehe oben Schaltfrequenz ca. 77khz Induktivität 200µH (kommt mir recht groß vor) Maximaler Dutycycle (400V-325V)/400V = 18% Zwischenkreiskondensator pro Strang 100µF -> 200µF für beide (passt das?) Die Konstruktion muss allerdings mit Lastsprüngen 0% -> 100% und 100% -> 0% klarkommen. Als Eingang für den Regler habe ich die heruntergeteilte Ausgangsspannung sowie eine Referenzsspannung. Ausgang geht direkt auf den PWM-Generator (Komparator + Dreiecksignal) und sollte 0 bis 2V für 0 bis 150W liefern (sollte, notfalls muss sich der Rest eben anpassen wenns nicht geht). Ganz genial wäre es noch wenn sich ein Strang automatisch bei geringer Last abschalten würde. Das ganze soll diskret aufgebaut werden, hauptsächlich zu lernzwecken. Irgentein SMPS-IC zu beschalten hilft mir wenig beim Verständnis von Reglern. Das ganze wird ein Einzelstück, daher dürfen die Bauteile auch ruhig ein bisschen teurer sein. Im Anhang noch die Simulation (Ist etwas eng, damit es auf den Bildschirm des Laptops passt und JA der MOSFET ist nicht für 400V geeignet). Auch wenn das ganze Murks sein sollte, primär geht es darum eine funktionierende Regelung aufzubauen. Auch die Herangehensweise, wenn das Eingangssignal von einer Störspannung überlagert ist, würde mich interessieren. MfG Schaltnetz



