Hallo,
habe hier eine defekte Endstufe bei der das Relais im Ausgang,
vermutlich durch zu starke Erschütterungen und minderwertige Qualität,
abgebrannt ist und die Platine in Mitleidenschaft gezogen hat.
Gibt es hier noch Möglichkeiten zur Reparatur? In dem Bereich liegen
hohe Spannungen an, so dass wahrscheinlich Lichtbogen entstehen.
Gibts irgendwelche Mittel zum versiegeln?
Oder die Stelle raussägen?
Viele Grüße
Hallo TC,
erstmal da sauber machen (Druckluft, Aceton oder so).
Dann bitte wieder ein Bild in vergleichbarer Qualität einstellen.
Was ist die rote Schiene da für ein Bauteil?
Mach die Platine doch erstmal sauber. Pinsel/Zahnbürste und
Spiritus/Aceton... und dann schau den Schaden doch erstmal an, bevor du
was von Aussägen redest....
Amputation statt Pflaster... is das dein ernst?
Tatsächlich verkohlte Platinen werden leitfähig (Kohle eben).
Wenn du sie also nicht sauber bekommst, sondern sie schwarz
bleibt, müsstest du das Schwarze entfernen, tatsächlich
raussägen.
Erst mal sauber machen. Ev. reicht es dann, die Verkohlungen
rauszufräsen. Ist es doch großflächiger,
TC schrieb:> Oder die Stelle raussägen?
und durch neues Leiterplattenmaterial ersetzen. Ob die nun mit den zu
ersetzenden Leiterzügen oder Lochraster mit Drahtverstärkung hängt von
Deinen Gegebenheiten ab. Denke auch daran, daß die Endstufe
transportabel bleiben sollte bzgl. der sicheren Befestigung der
Ersatzleiterplatte.
TC schrieb:> vermutlich durch zu starke Erschütterungen und minderwertige Qualität,
Einfach nur kalte Lötstelle(n) an den Anschlüssen mit viel Strom. Das
gibt wohlige Wärme...
Gelegentlich reparierte ich solche Geräte auch mal, hat bisher immer
geklappt.
Einen Audio-Verstärker am KFz, den jemand an der Batterie falsch polte.
Alle Leiterbahnen komplett abgeraucht. Ich mußte sogar noch einen
integrierten Hybridverstärker als IC tauschen, der war zwar japanisch,
aber handelsüblich.
Verglühte Leiterbahnen mit dünnem Schaltdraht nachgezogen. Kürzlich noch
ein Dart-Spiel meiner Neffen, welches von 1 Meter Höhe auf Betonboden
knallte, und die Platine brach. Das sah man auch erst bei Messungen am
Oszi und nach den Messungen mit einer Lupe erst, als man die
Unterbrechungen einkreisen und lokalisieren konnte. Auch mit Schaltdraht
repariert. Die Bruchstellen an sich kann man kaum löten und verbessern.
Achherrje schrieb:> sonst noch was?> entweder oder, aber nich alles zusammen, hehe.
Möchtest du was zum Thema beitragen? Bitte, gerne. Dein Rat ist gefragt.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Verglühte Leiterbahnen mit dünnem Schaltdraht nachgezogen.
Geht bei einfachen ungefährlichen Sachen, wenn man die Funktion der
Schaltung kennt. Das obige Foto ist ein Grenzfall, der erst mal
gründlich mit Spiritus und abgeschnittenem, kurzborstigen Pinsel
gereinigt werden sollte. Bevor die Ursache der Überhitzung nicht geklärt
ist, wird eine endgültige Reparatur kaum erfolgreich sein. Evtl. ist ein
Transistor zu flüssigem Silizium geworden und der schwarze Fleck nur
eine Folge des überhöhten Stromes?
Hallo,
also das rote Teil ist eine Stromschiene.
Habe die Platine heute mal grob gesäubert und würde sagen ab in die
Mülltonne. Kann mir nicht vorstellen dass man das zuverlässig repariert
bekommt. Nur schade drum da die Elektronik in Ordnung scheint.
Bin der Meinung die Ursache war das Relais, wäre es eine kalte Lötstelle
säh die Platine schlimmer aus.
Hm, sicher, daß die Elektronik in Ordnung ist ?
Wie siehts denn unter dem Emitterwiderstand links aus ? Vermutliches
Geschehen:
1. Kurzschluss Endstufe, Transistor verreckt, DC am Ausgang.
2. Relais will wegen DC abschalten, Lichtbogen entsteht am Kontakt
(Bild: Kontakt verschweisst)
3. Massiver Strom in der Leiterbahn unter dem Relais, wird vom
Relaissockel
bedeckt, also nicht gekühlt.
4. Leiterbahn wird heiß und platzt, bzw nimmt vorher die Platine mit
(siehe den Abtrag des Lötlacks bis zur Engstelle am Via, geht mit
Lösemittel nur dann, wenns heiß war; bzw. die Schmelzspuren an den
offenen Stellen der
Leiterbahnen und die Form des Abbrandes am Sockel.
So, genug obduziert - > Deckel auf, Hepp ! So lernen wirs in der
Konsumgesellschaft, oder ?
> ab in die Mülltonne.
Sehr einfach.
Wäre der Aufwand einer Reparatur es dir wert?
> Kann mir nicht vorstellen dass man das zuverlässig repariert
bekommt.
Doch. Die Unterseite ist kaum in Mitleidenschaft gezogen.
Die krumpelige Oberseite sollte etwas abgefräst werden,
damit mit Epoxydharz stabilisierend aufgefüllt werden kann.
Auf dieser planen Neuschicht haften dann gut die selbstklebenden
Lötaugen und Leiterbahnen aus Kupfer - wenn man sie hat.
Ein neues ähnliche Relais muß aber an einer anderen Stelle montiert
werden wegen den nicht herstellbaren Durchkontaktierungen.
Achherrje schrieb:> werden wegen den nicht herstellbaren Durchkontaktierungen
Solange ein zusätzlicher Draht durch dieses Loch passt besteht noch
Hoffnung. Allerdings wären vorher die restliche kaputten Teile wie
Endtransitor(en) zu finden und mal zu messen ob die Leiterplatten noch
aus Isoliermaterial oder leitender Kohle besteht.
> Ein Lob auf deine guten Fotos!
Nun ja, da liesse sich durchaus noch einiges verbessern. Auf den Bildern
IMG_0233.JPG und IMG_0244.JPG stören mich die starken Lichtreflexe, die
einzelne Leiterplattendetails überstrahlen. Eine veränderte Lichtführung
oder auch der Einsatz eines Zirkular-Polfilters könnte da helfen.
So schlimm sieht das doch garnicht aus, da habe ich schon schlimmeres
wieder hin bekommen.
Die Leiterbahnen sind so dick, das man sie ganz leicht mit Edding auf
eine neue Platine zeichnen und aetzen kann. Unten ist ja so weit alles
okay. Oben dann teilweise ausfraesen, mit Epox neue Platine einkleben
und Durchkontaktierungen herstellen. Alte und neue Platine mit
Silberdraht bruecken.
Evtl kann man das "Loch" auch so auffuellen und mit Silberdraht die
Leiterbahnen ersetzen, dazu erkennt man auf dem Bild aber noch zu wenig,
sieht auf den ersten Blick aber eher simpel aus.
Voraussetzung ist natuerlich das das auch alles war. Wenn die halbe
Elektronik durch ist, wuerde ich das Teil auch in die Tonne treten. Bei
solch einem 59.- geiz ist geil Ding natuerlich auch.
>In dem Bereich liegen hohe Spannungen an,>so dass wahrscheinlich Lichtbogen entstehen.
Meiner Erfahrung nach müssen die verkohlten Stellen WEITRÄUMIG entfernt
werden. Ansonsten bleibt die Platine eine Zeitbombe. Immer, wenn
zufällig eine Spannungsspitze auftritt(das Relais, andere Schalter oder
Stecker in elektrischer Nähe...), wird die Kohle leitend, und die Arbeit
beginnt von vorn.
Ansonsten- Versuch macht kluch. Nicht entmutigen lassen durch Sprüche-
Manches repariert man aus Neugier und nicht aus Geiz.
ulf.